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Hauptseminararbeit, 2005, 19 Seiten
Autor: Christian Heinen
Fach: Wirtschaft - Volkswirtschaftslehre
Details
Institution/Hochschule: Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (Institut für Mikroökonomie)
Tags: Public, Choice, Theorie, Hauptseminar, Methodologische, Grundlagen, Volkswirtschaftslehre
Jahr: 2005
Seiten: 19
Note: 1.3
Literaturverzeichnis: ~ 19 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-34082-3
Dateigröße: 265 KB
Die Arbeit gibt einen Überblick über die grundlegenden Entwicklungsstufen der Public Choice Theorie
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Textauszug (computergeneriert)
Public Choice Theorie
von: Christian Heinen
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Grundansätze der ökonomischen Theorie der Politik 4
2.1 Das Unmöglichkeitstheorem 4
2.2 Logik des kollektiven Handelns 5
2.3 Die budgetmaximierende Demokratie 7
3. Wählerverhalten 8
3.1 Das Modell des rationalen Wählers 8
3.2 Das Medianwählermodell 10
3.3 Einflussfaktoren für das Wählerverhalten 12
4. Der staatliche Entscheidungsprozess 13
4.1 Direkte Demokratie 13
4.2 Die Konjunkturpolitik im Spannungsfeld der Demokratie 15
5. Kritische Würdigung 16
Literaturverzeichnis 18
1. Einleitung
Ökonomische Theorien der Politik sind Theorien, die das entscheidungslogische Instrumentarium der modernen Wirtschaftstheorie zur Erklärung politischer Strukturen und Prozesse sowie der wechselseitigen Abhängigkeit von Wirtschaft und Politik anwenden. Die Public Choice Theory (Neue politische Ökonomie) basiert auf dem Prinzip des methodologischen Individualismus, demzufolge Aussagen über soziale, ökonomische oder politische Strukturen und Prozesse aus Aussagen über individuelles Verhalten ableitbar sind (vgl. Esser 1984, S. 667ff.). Die grundlegenden Annahmen der ökonomischen Theorien der Politik sind deshalb, ebenso wie die der ökonomischen Theorie im allgemeinen, Annahmen über individuelles Verhalten. Zentrales Axiom ist das Rationalitätsprinzip, welches postuliert, dass Individuen in einer gegebenen Situation immer diejenige Verhaltensalternative wählen, von der sie den größten Nutzen erwarten, oder die bei nicht unterscheidbarem Nutzen mit den geringsten Kosten verbunden ist. Zusätzlich werden Annahmen über die Strukturen individueller Präferenzen postuliert, die davon ausgehen, dass Individuen in der Lage seien ihre Wünsche und Ansprüche konsistent zu ordnen und Verhaltensalternativen entsprechend dieser Präferenzordnung zu bewerten. Das Rationalitätsprinzip und die ergänzenden Annahmen über individuelle Präferenzstrukturen beschreiben eine einfache abstrakte Theorie individuellen Verhaltens. Diese Theorie wird im Rahmen einer Konzeption sozialen Tausches zur Erklärung sozialer Strukturen und Prozesse angewandt. Gemäß dieser Konzeption können soziale Beziehungen als ein Austausch von materiellen und immateriellen Gütern und Dienstleistungen interpretiert werden (Becker 1992, S. 5ff.).
Die ökonomische Analyse politischer Entscheidungen hat zwei gleichermaßen wichtige Zielsetzungen. Die normative Analyse der ökonomischen Theorie der Politik ist eng mit der Wohlfahrtstheorie verknüpft. Diese beschäftigt sich mit der Thematik, was für eine Gesellschaft insgesamt gut wäre. In vielen Bereichen der Ökonomik wird dazu eine „soziale Wohlfahrtsfunktion“ mit „gesellschaftlichen Indifferenzkurven“ verwendet (vgl. Frey 1995, S. 343ff.). Dies wirft das Problem auf, wie man derartige soziale Präferenzen aus den individuellen Präferenzfunktionen der Gesellschaftsmitglieder gewinnen kann. Es stellt sich hier die Frage nach einer Methode, welche die individuellen Präferenzen so zu einer sozialen Präferenzordnung zusammenfasst, dass die Gesellschaft als Kollektiv ebenso widerspruchsfrei handeln kann wie ein rationales Individuum. Die positive Analyse hingegen, die im Fokus der vorliegenden Arbeit steht, erklärt häufig beobachtete Phänomene der realen Welt und stellt somit die zweite Zielsetzung der Ökonomischen Theorien der Politik dar (vgl. Stiglitz 1989, S. 15f.). In der traditionellen Wirtschaftspolitik werden die Entscheidungen des Staates und seine Eingriffe in das Wirtschaftsgeschehen als freie Aktionsparameter angesehen. Dahinter steht die Vorstellung vom Politiker als einem wohlwollenden Diktator. Das heißt:
· Politiker wollen das, was für die Bürger das Beste ist,
· sie haben dabei vollkommende Handlungsfreiheit.
Beides sind unrealistische Idealvorstellungen, denen die Ökonomische Theorie der Politik eine Analyse politischen Handelns mit den folgenden Hauptelementen entgegensetzt:
· Politiker haben individuelle (selbstsüchtige) Ziele (z.B. Macht, Prestige, Geld usw.)
· Sie können diese jedoch nicht unbegrenzt durchsetzen, da sie auf Wähler Rücksicht nehmen müssen.
„Der wohlwollende Diktator wird also durch den egoistischen Demokraten ersetzt: Rationales Verhalten egoistischer Politiker und rationales Verhalten der Wähler bei ihrer Wahlentscheidung bilden die Grundlage der positiven ökonomischen Theorie der Politik, die das Ziel hat zu erklären, warum diese oder jene wirtschaftspolitische Maßnahme ergriffen wird“ (Breyer 1997, S. 3.). In der vorliegenden Arbeit werden zunächst die Grundsteine der Ökonomischen Theorie der Politik dargestellt. Basierend auf Downs Modell des rationalen Wählers steht im 3. Kapitel das Wählerverhalten im Fokus der Untersuchung. Dabei soll auch gezeigt werden, warum rationale Wähler trotz der extrem hohen Informationskosten der politischen Beteiligung und der verschwindend geringen Chancen eines Wählers, den Wahlausgang mit seiner Stimme in seinem Sinne zu beeinflussen, wählen gehen. Im 4. Kapitel wird anhand des Anwendungsbeispiels der direkten Demokratie verdeutlicht, wie sich aus individuellen Präferenzen ein kollektiver Wille bildet, und wie Regierungen den Konjunkturzyklus zur Machterhaltung nutzen können.
2. Grundansätze der ökonomischen Theorie der Politik
2.1 Das Unmöglichkeitstheorem
Gegenstand der Theorie der Neuen Politischen Ökonomie ist die Aggregation individueller Präferenzen zu kollektiven Entscheidungen im Rahmen demokratischer Verfahren. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage nach den Möglichkeiten, individuelle Präferenzen verfälschungsfrei in kollektive Entscheidungen umzusetzen, d.h. politische Entscheidungen so zu treffen, dass sie die Interessen der Bürger möglichst genau repräsentieren. Eine der
wichtigsten Arbeiten hierzu verfasste K. Arrow (1951). In seinem „Unmöglichkeitstheorem“ versucht Arrow nachzuweisen, dass es keine kollektiven Entscheidungen gibt, die minimalen Anforderungen an demokratische Verfahren genügen und gleichzeitig in sich wiederspruchsfrei sind 1 (vgl. Frey 1995, S. 343).
[...]
1 Zu Arrows Unmöglichkeitstheorem siehe ausführlicher Abschnitt 4.1 Direkte Demokratie dieser Arbeit.
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