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Termpaper, 2004, 22 Pages
Author: Magister Artium Sebastian Klaus
Subject: Pedagogy - Adult Education
Details
Institution/College: Otto-von-Guericke-University Magdeburg (Berufs- und Betriebspädagogik)
Tags: Kapital, Grundlagen, Sozialisation, Bildungs-, Arbeitssozialisation
Year: 2004
Pages: 22
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 10 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-34387-9
File size: 264 KB
Aufgrund meines Zweitfaches Soziologie auch als sozialisationstheoretische Hausarbeit zu bewerten
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Excerpt (computer-generated)
Otto-von-Guericke Universität Magdeburg
Fakultät für Geistes-, Sozial- & Erziehungswissenschaften
Institut für Berufs- und Betriebspädagogik
Proseminar: Bildungs- und Arbeitssozialisation
4. Fachsemester
Über das kulturelle Kapital und das soziale
Kapital als Grundlagen von Sozialisation
von: Sebastian Klaus
1. Gliederung
2. Einleitung 4
3. Hauptteil 6
3.1 Die Kapitalien (nach Pierre Bourdieu) 6
3.1.1 Das kulturelle Kapital 7
3.1.2 Das soziale Kapital 9
3.1.3 Das ökonomische Kapital 10
3.2 Zur Sozialisation 10
3.3 Über den Erwerb und den Stellenwert der Kapitalien 13
3.4 Über die Nutzung der Kapitalien 16
4. Schluss 20
5. Literaturverzeichnis 23
2. Einleitung
In dieser Ausarbeitung „Über das kulturelle Kapital und das soziale Kapital als Grundlagen von Sozialisation“ möchte ich die Theorie über die Kapitalarten von Bourdieu in eine Diskussion über Sozialisation einbringen. Meiner Ansicht nach sind die Theorien der Sozialisation unweigerlich verknüpft mit dem Konzept der Kapitalien, nur leider viel zu wenig diskutiert. Dies liegt sicherlich in den unterschiedlichen Ansatzpunkten beider Theorien. Während die Sozialisationstheorien grundlegend von einem motivierten selbstständigen handelnden Individuum ausgehen, spricht Bourdieu den Reproduktionsstrategien des sozialen Raumes und den somit auferlegten strukturellen Einschränkungen der Handlungsmotive einen höheren Stellenwert zu. Jedoch gerade die Theorie der Kapitalien beschreibt eine unweigerliche Verknüpfung zur Sozialisationstheorie von George Herbert Mead durch die Prozesse des Erwerbs und der Nutzung der einzelnen Kapitalarten.
Im ersten Absatz steht demzufolge die Klärung der Kapitalarten im Vordergrund. Ohne eine klare und theoretisch logisch schlüssige Darstellung der Theorie der Kapitalien nach Bourdieu wäre der Versuch, eine Brücke zu schlagen in die allgemein anerkannten Sozialisationstheorien, ein sinnloses Unterfangen.
Im Abschnitt 3.2. „Zur Sozialisation“ möchte ich nach einer kurzen Begriffsklärung schon anfänglich in das Thema der Ausarbeitung einsteigen. Es soll schon einmal in diesem Abschnitt geklärt werden, welche Rolle die Kapitalien innerhalb der einzelnen Sozialisationsphasen spielen könnten, ohne dabei in direkter Art auf den Begriff der Kapitalien einzugehen. Ein Hauptaugenmerk liegt sicherlich in der Darstellung der einzelnen Sozialisationsphasen und den Einflussmöglichkeiten durch direkte und indirekte soziale Kontakte innerhalb dieser. Weiterhin werde ich mich bemühen, die sozialen Kontakte zur Kapitalübermittlung genauer zu bestimmen und diese sozialisationstheoretisch zu erklären. Der wichtigste Punkt dieses Absatzes ist sicherlich die Diskussion und der Versuch einer Klärung über die Selbstbestimmung der einzelnen Individuen. Gerade das hoch gelobte Individualisierungstheorem von Ulrich Beck soll einmal genauer unter den Gesichtspunkten der Sozialisation hinterfragt werden.
In dem darauf folgenden Absatz „Über den Erwerb und den Stellenwert der Kapitalien“ wird es mir hauptsächlich um die Akkumulation und Transformation von Kapitalien in den einzelnen Lebensphasen gehen. An dieser Stelle wird zu klären sein, welche Kapitalarten ein Individuum in welcher Lebensphase erwirbt, durch wen diese vermittelt werden und natürlich auch in Ansätzen, welchen Stellenwert diese in seiner weiteren Entwicklung einnehmen werden. Gerade in punkto Moralvorstellungen und Lebensplanung werden sich einzelne Kapitalarten als sehr wichtig erweisen. Dort wird es auch interessant im Bezug auf den Habitus eines Menschen und der Möglichkeit deren Veränderung oder Verstärkung. Der die Diskussion schließende Absatz „Über die Nutzung der Kapitalien“ wird ebenfalls innerhalb aller Lebensphasen beleuchtet werden. Schwerpunkte hierbei werden jedoch die Nutzung in den Phasen ab der Tertiärsozialisation sein, insbesondere im Alltag und der Arbeitswelt. Die Kapitalarten werden sich in Punkto Bildung als durchaus lebensbestimmender Faktor erweisen. Es wird sich zeigen, dass ohne eine ausreichende Kapitalakkumulation in den frühen Lebensphasen ein Leben nach dem heutigen allgemeingültigen und gesellschaftlich anerkannten Ideal nur mit sehr geringer Wahrscheinlichkeit zu führen ist.
Auf Grund der doch sehr kurzen Ausarbeitungszeit und dem damit verbundenen verkürzten Darstellungspotential muss ich einige durchaus interessante Themen nur sehr abstrakt bearbeiten. Ich werde somit nicht genauer auf die unterschiedlichsten sozialisationstheoretischen Ansätze eingehen, welche zudem noch in einer historischen Sicht bearbeitet werden könnten. Auch die genauere Betrachtung der einzelnen Lebensphasen könnte ausführlicher sein, insbesondere die Phase der Postadoleszenz. Selbst bei der Darstellung der Kapitaltheorie könnte man noch andere Theoretiker anführen oder zumindest näher auf die Humankapitaltheorie eingehen. Auch die Frage nach der näheren Darstellung der einzelnen Milieus, welche eine sehr hohe Bedeutung für die Sozialisation und der Mengen der einzelnen vorhandenen Kapitalarten haben, wird nicht ausreichend beleuchtet werden können.
Ich bitte noch zu beachten, dass meine folgenden Ausführungen größtenteils Interpretationen der Theorien sind und diese nicht allumfassend behandeln sollen. Jegliche Ausführungen beziehen sich nahezu ausschließlich auf den Aspekt der Kapitalarten innerhalb der Sozialisationsprozesse, ob nun im Bereich des Erwerbs oder der Nutzung der einzelnen Kapitalarten in den entsprechenden Lebensabschnitten.
3. Hauptteil
3.1 Die Kapitalien (nach Pierre Bourdieu)
In diesem Kapitel meiner Ausarbeitung möchte ich auf die Grundlagen eingehen, welche die anfolgende Diskussion bestimmen sollen. Die folgenden aufgeführten Kapitalien stammen natürlich nicht ausschließlich aus der Feder Pierre Bourdieus, jedoch sollen seine Darstellungen mir als Ausgangspunkt dienen, da sie meiner Meinung nach sehr schlüssig sind. Es handelt sich bei ihm nicht nur um einen Theoretiker, sondern um einen Sozialwissenschaftler, der Zeit seines Lebens mit sehr viel Engagement versucht hat die empirische Welt zu erforschen.
„Kapital ist akkumulierte Arbeit, entweder in Form von Material oder in verinnerlichter inkorporierter Form.“ (Bourdieu 1992, S.: 49) Kapital ist folglich all das, was man ererbt oder sich erarbeitet hat, denn es kann ebenso produziert wie reproduziert werden. Weiterhin „…ist Kapital eine Kraft, die den objektiven und subjektiven Strukturen innewohnt; gleichzeitig ist das Kapital … auch grundlegendes Prinzip der inneren Regelmäßigkeiten der sozialen Welt.“ (Bourdieu 1992, S.: 49) Es scheint so, als wäre nicht jedem immer alles möglich, da auf Grund der ererbten Kapitalien ein gewisser Habitus jedem Individuum im sozialen Raum von Geburt an zugesprochen scheint und somit die Startposition ins Leben jedes Einzelnen aufzeigt. Dieser Habitus wird sich auch durch die Inkorporation innerhalb der Primärsozialisation verhärten und das Handlungs- und Haltungspotential jedes Einzelnen begrenzen und somit in gewisser Weise auch die Startbedingungen ungleich verteilen.
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