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Zeitarbeit - Wachstumsmotor oder ein Auslaufmodell

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2003, 24 Pages
Author: Adam Lach
Subject: Economics / Business: Business Management, Corporate Governance

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2003
Pages: 24
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 22  Entries
Language: German
Archive No.: V34100
ISBN (E-book): 978-3-638-34414-2

File size: 162 KB


Excerpt (computer-generated)

Zeitarbeit - Wachstumsmotor oder ein Auslaufmodell

von: Adam Lach

 


1. Einführung

2. Definition und Funktion der Zeitarbeit

2.1 Zeitarbeitsfirma
2.2 Zeitarbeitnehmer
2.3 Entleiher

3. Die Geschichte der Zeitarbeit in Deutschland

4. Die Entwicklung der Zeitarbeit – Wachstumsmotor oder Auslaufmodell.

5. Zusammenfassung und Ausblick


 

1. Einführung

Im Laufe der letzten Jahrzehnte hat sich die Zeitarbeit mit ihren vielseitigen Facetten in allen Bereichen der Wirtschaft zu einem festen Bestandteil des heutigen Arbeitsmarktes entwickelt. Der inzwischen ehemalige Präsident der Bundesanstalt für Arbeit, Bernhard Jagoda sagte in 1998, dass ,,Zeitarbeit auf dem deutschen Arbeitsmarkt mittlerweile eine fest verankerte Form der Beschäftigung ist".1 Aus der anfänglich mit negativem Image belegten Branche ist ein seriöser und umfangreicher Wirtschaftsfaktor geworden, der sowohl auf der Seite der personalsuchenden Unternehmen wie auch auf der Seite der zukünftigen und angestellten Leiharbeitnehmer einen äußerst positiven Aspekt in der Berufs- und Arbeitswelt darstellt. Deswegen hört man fast gar nicht mehr von der modernen Art der Sklaventreiberei wie die Zeitarbeit noch vor nicht so langer Zeit bezeichnet wurde.2 Seit 1972 gibt es in Deutschland die gesetzlich geregelte Arbeitnehmerüberlassung. Nach 28 Jahren, Ende 2000 befanden sich nach Angaben des Bundesverbandes Zeitarbeit Personal – Dienstleistung e.V.(BZA) ca. 285.000 Menschen in einem Zeitarbeitsverhältnis und es wurden ca. 3800 Zeitarbeitsfirmen in Deutschland gezählt, die wiederum ca. 5800 Filialen und Niederlassungen unterhielten. Einer Beschäftigung in der Zeitarbeitsbranche gingen im gleichen Jahr rund 787.000 Arbeitnehmer nach. Tendenz immer noch steigend. 1 Angesichts der schon wieder steigenden Arbeitslosenzahlen gewinnt die sich seit langem ständig entwickelnde Zeitarbeitsbranche für viele Menschen immer öfter an Wichtigkeit. Wird man das Wachstums- und Beschäftigungspotential der Zeitarbeit erfolgreich nutzen oder droht sie zu einem Auslaufmodell zu avancieren? Diese Frage wird die Arbeit versuchen zu antworten. Im folgenden wird erklärt, wie Zeitarbeit grundlegend funktioniert, wie sie sich in Deutschland entwickelt und welche Rolle sie spielen wird.

2. Definition und Funktion der Zeitarbeit

Für viele Menschen verbirgt sich hinter dem Begriff Zeitarbeit nichts anderes als eine auf bestimmte Zeit beschränkte Arbeit bei einem Arbeitgeber. Für einige bedeutet sie zeitlich begrenztes Arbeiten.1 Was so oft lapidar ,,Zeitarbeit" genannt wird, trägt im Gesetz eine ganz besondere Bezeichnung: man spricht von der ,,gewerbsmäßigen Arbeitnehmerüberlassung". Diese wird durch das sogenannte Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) rechtlich geregelt. Zeitarbeit setzt immer mindestens drei Beteiligte, drei Parteien, drei Hauptakteure voraus (siehe Abb. 1):

1. den Kundenbetrieb (Entleiher) - der Arbeitgeber, der eine oder mehrere Arbeitskräfte kurzfristig benötigt, das heißt Personalbedarf äußert;
2. das Zeitarbeitunternehmen (Verleiher) - in seiner Funktion als Arbeitsvermittler der gewerbsmäßig seine Arbeitnehmer an Kunden überlässt
3. den Mitarbeiter des Zeitarbeitunternehmens (Leiharbeitnehmer) - der Arbeitnehmer in Form des Arbeit Suchenden.2

Die Zeitarbeitsunternehmen agieren also als eine Art Drehscheibe zwischen Unternehmen und Arbeitnehmer. „Sie bringen die Menschen, die Arbeit suchen, mit denjenigen Unternehmen, die Arbeitsplätze zu besetzen haben, miteinander in Kontakt.“3 Der eigentliche Arbeitgeber im gesetzlichen Sinne ist die Zeitarbeitsfirma; sie leiht bzw. ,,überlässt" den Mitarbeiter einem anderen Unternehmen. Das einzig besondere ist, dass das Zeitarbeitunternehmen seine Mitarbeiter nicht auf eigenen Arbeitsplätzen einsetzt, sondern auf denen seiner Kunden, die vorübergehend Personalbedarf haben.

Abbildung 1: Das Modell der Zeitarbeit [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]

Der Arbeitnehmer untersteht damit dem Weisungsrecht des Entleihers, bezieht jedoch von der Zeitarbeitsfirma die im Arbeitsvertrag vereinbarte Vergütung, die auch dann geleistet wird, wenn das Zeitarbeitunternehmen einmal keine Einsatzmöglichkeit hat. Er erhält grundsätzlich einen schriftlichen, unbefristeten Arbeitsvertrag mit den üblichen Leistungen wie Renten-, Kranken-, Arbeitslosen- und Unfallversicherung, ebenso wie bezahlten Urlaub, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und gesetzlichen Kündigungsschutz.

Für den Kunden ist dieser Mitarbeiter eine Arbeitskraft auf Zeit, je nach Bedarf für Tage, Wochen oder Monate im Kundenunternehmen beschäftigt. Die Modalitäten der Überlassung werden zwischen Zeitarbeitunternehmen und Kun- denbetrieb im Arbeitnehmerüberlassungsvertrag festgelegt. Der Kunde entrichtet an das Zeitarbeitunternehmen das dort vereinbarte Honorar.

[...]


1 Im Vorwort zu Schwantes, K. (1998): Das professionelle 1x1 der Zeitarbeit. Cornelson: Berlin., S.3.

2 Vgl. http://195.20.242.227/de/services/informationen/wasistza.htm

1 Quelle ist die Bundesanstalt für Arbeit, entnommen aus http://www.bza.de/.

1 Vgl. Hofmann, I.K. (1999): Zustimmung wächst. in: Personalwirtschaft, Heft 2, S.49.

2 Vgl. Then, W.; Denkhaus, G (1994): Zeitarbeit. Flexibel arbeiten und beschäftigen.; Verlag C.H. Beck: München, S.7.

3 Schneider, S. (1999): 200000 neue Arbeitsplätze. in: Personalwirtschaft, Heft 4, S.66.


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