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Details

Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2003
Seiten: 21
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 12  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 333 KB
Archivnummer: V36625
ISBN (E-Book): 978-3-638-36196-5

Textauszug (computergeneriert)

Universität Paderborn
Fakultät für Kulturwissenschaften
Fachbereich Katholische Theologie
Seminar: Grundkurs Systematische Theologie
1. Semester

Evolutionstheorie versus Schöpfungsbericht

von: Katharina Korff

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 4

2. Werner Gitt: Das Fundament 5

2.1 Zum Schöpfungsbericht  5
2.2 Was ist der Schöpfungsbericht der Bibel  6
2.3 Naturwissenschaftliche Aussagen  8
2.4 Glaubensaussagen im Schöpfungsbericht 9
2.5 Muss man als Christ die Evolutionslehre ablehnen?  10

2.5.1 Liberale, bibelkritische Auffassung  10
2.5.2 Schrifttreue Auffassung 11

2.6 Was können wir tun?  12

3. Religiöser Fundamentalismus 12

4. Evolutionstheorie versus Schöpfungsbericht 14

5. Resümee 17

Literaturverzeichnis  20

Internetverzeichnis 21


 

1. Einleitung

Die Bibel ist das meistgelesene Buch in der Geschichte der Menschheit. Die so genannte Urgeschichte am Anfang der Bibel hat ihre Faszination nicht verloren und auch an Aktualität nicht eingebüßt. Auch heute noch sind viele Millionen Menschen auf der ganzen Erde davon überzeugt, dass jedes Wort „ihrer Bibel“ das inspirierte Wort Gottes ist. Die Bibel sei in jedem Punkt buchstäblich wahr und es gibt in ihr keine Irrtümer und Widersprüche. Jedoch ist zweifellos vielen Bibellesern nicht klar, dass auch eine autorisierte Textfassung nur eine von vielen Übersetzungen ist, die sie in den Händen halten. Sie glauben vielmehr, dass jedes Wort „ihrer“ Bibel offenbart und daher unfehlbar ist. 1

Auch Werner Gitt verdeutlicht eine solche Einstellung. Er verfasste zahlreiche Publikationen zu dem Thema: Wunder der Bibel versus Naturgesetze. Auf den Abschnitt: „Die Bibel: die einzige verbindliche Informationsquelle für Herkunftsfragen“ seines Buches „Das Fundament“ möchte ich im Folgenden Kapitel näher eingehen. Durch den Titel von Gitt´s Buch inspiriert, wird im dritten Kapitel das Thema Fundamentalismus im Hinblick auf die Kreationisten näher beleuchtet. Dadurch wird aber auch immer deutlicher, dass der Streit um die Bibel, vor allem aber um dieses erste Buch der Bibel also noch lange nicht ausgestanden ist. Radikale Vertreter der Evolutionstheorie bezeichnen heute wieder den Glauben an Gott den Schöpfer als Wunschdenken. Die biologische Evolution zum Beispiel, die Lehre von der Entwicklung der Mannigfaltigkeit der Lebensformen auf der Erde, wird im Prinzip von allen Naturwissenschaftlern akzeptiert. Es wird zwar immer wieder Debatten über Details der Entwicklungsmechanismen geben, die Tatsache der Evolution als solche ist aber unbestritten.2 Die Gegenposition der Schöpfungsvertreter erhebt jedoch auch lautstark den Ruf nach einer biblisch bestimmten Alternative zur Evolutionstheorie. Bei vielen Menschen löst diese Theorie jedoch starken emotionellen Widerstand aus, obwohl sie wenig oder nichts über die Beweisführung oder das logische Grundprinzip wissen. Es genügen ihnen die Aussagen der Bibel, weiteres Hinterfragen wäre hier unnötig. Was aber sagt die Bibel wirklich, und welches sind die Erkenntnisse der Wissenschaft? In welchen Punkten stimmen sie überein, in welchen widersprechen sie sich? Das soll das Thema dieser Seminararbeit sein.

2. Werner Gitt: Das Fundament

2.1 Zum Schöpfungsbericht

Der Schöpfungsbericht nach dem ersten Buch Mose1 und 2 ist nach Ansicht von Werner Gitt als Fundament aller nachstehenden biblischen Schriften anzusehen. Der Schöpfungsbericht diene als Verständnis zu den wichtigen Herkunftsfragen unserer Welt, sowie allen Lebens. Werner Gitt meint, wer dies verleugnet, oder in Frage stellt verliert den Anschluss an das bibeltreue Verständnis überhaupt.3 Im Folgenden geht er auf die Herkunft des Schöpfungsberichtes ein. Gitt nennt Jesus, als den Sohn Gottes, als verlässlichste Informationsquelle, denn Jesus´ Wort sei glaubwürdiger als alle anderen Lehrmeinungen der Welt. Die Verlässlichkeit des Schöpfungsberichtes sei nicht in Frage gestellt; Gitt geht fest davon aus, das Mose sie geschrieben hat, denn Jesus korrigiert ja auch nirgendwo diese Auffassung. Er bringt in diesem Zusammenhang ein Zitat aus der Bibel an: „…und der Herr sprach zu Mose: Schreibe das zum Gedächtnis in einem Buch“ (2 Mos 17,14).4 Hier wird zum ersten Mal der Standpunkt von Werner Gitt sehr deutlich. Er geht fest davon aus, dass der Pentateuch, und damit auch der darin enthaltene Schöpfungsbericht ganz allein Mose zuzuschreiben ist, obwohl durch viele exegetische Nachforschungen belegt ist, dass gerade die Urgeschichte nur schwer von einem Autor stammen kann. Der Autor nennt im Weiteren auch Schöpfungsideen anderer Völker, denn da die Menschen schon immer daran interessiert waren, woher sie eigentlich kommen, gibt es viele verschiedene Schöpfungsideen:

- altägyptische Vorstellung: wobei „Neb-er-Djer“ über seine Glieder weinte, und Menschen aus seinen Tränen entstanden
- babylonische Vorstellung: aus den Leichen Marduk und Tiamat, die vorher im gemeinsamen Kampf gefallen waren, formte Gott das Universum
- europäische Vorstellung (während der Wikingerzeit): Sammlung von Edda; dabei wachsen einem Riesen Ymir Reifnachkommen unter einem Arm. Aus einem Tropfen Reif entsteht eine Kuh, diese leckt Reif vom Stein, daraus entstand der Mensch5

Werner Gitt will mit der Darstellung dieser verschiedenen Schöpfungsideen deutlich machen, dass die heutige Evolutionstheorie noch weit schlechter da steht: es seien keine Ideengeber zu nennen, sogar die Naturwissenschaft kann die Evolution nicht eindeutig begründen und nennt sie einen “bedauerlichen Irrläufer des heutigen Zeitgeistes“6.

Der Autor misst der Schöpfung bezugnehmend auf Abraham Meister eine hohe Bedeutung für den Menschen zu; würde die Schöpfungsgeschichte, also das erste Buch der Bibel fehlen, würden die Menschen in eine große Leere fallen. Er beschreibt das als eine große Lücke, und eine tiefe Finsternis. Der Mensch braucht also Halt um zu wissen, wohin er geht, wenn er einen Schritt rückwärts setzt. Ansonsten sucht er, findet aber sein Leben lang keine Sicherheit. In diesem Abschnitt bezieht Gitt deutlich Stellung, und hält damit kompromisslos an seinen religiösen Grundsätzen fest. Als Alternative zur Schöpfung nennt er nur „gedankenlose Weltentstehungslehrern anderer Völker“7, wie z.B. die bodenlosen Fabeln der heidnischen Völker. Für ihn scheint hier das biblische Schöpfungszeugnis in unversöhnlichen Gegensatz zu den faktischen Erkenntnissen der Naturwissenschaft zu stehen.8

2.2 Was ist der Schöpfungsbericht der Bibel

[...]


1 vgl. Asimov, Isaac: Genesis. Schöpfungsbericht und Urzeit im Widerstreit von Wissenschaft und Offenbarung, S. 6

2 vgl. Schwarz, Hans: Die biblische Urgeschichte, S. 9

3 vgl. Gitt, Werner: Das Fundament, S. 149

4 vgl. Gitt, Werner: Das Fundament, S. 149

5 vgl. Gitt, Werner: Das Fundament, S. 150

6 Gitt, Werner: Das Fundament, S. 151

7 Gitt, Werner: Das Fundament, S. 151

8 vgl. Gitt, Werner: Das Fundament, S. 152

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