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Autor: Stefanie Frings
Fach: Soziologie - Soziales System, Sozialstruktur, Klasse, Schichtung
Details
Institution/Hochschule: Universität Dortmund (FB 13 Rehabilitationssoziologie)
Tags: Begriffe, Gesundheitsaufklärung, Erziehung, Förderung, Zusammenhang, Hauptsache, Seminar, Reha7, Universität, Dortmund
Jahr: 2004
Seiten: 21
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 15 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 227 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-36202-3
Bewertung:(Note 1,0) Die Arbeit bemüht sich um Darstellung, Analyse u. Bewertung der häufig undifferenziert verwendeten Begriffe, um Trennschärfe zwischen den Begriffen u.nimmt Bezug auf ihre inhaltliche Reichweite, erläutert zugrunde liegende Theorien u. schließt daraus gesellschaftl.Zusammenhänge. Die Arbeit ist klar gegliedert, überzeugt durch eine durchdachte Argumentationslinie, die auf hohem theoretischen Niveau nicht nur Literaturwissen wiedergibt, sondern weiterverarbeitet u. Stellung bezieht
Textauszug (computergeneriert)
Was beeinhalten die Begriffe der Gesundheitsaufklärung,-
Erziehung,- und Förderung und in welchem
Zusammenhang stehen diese
von: Stefanie Frings
6. Semester
Inhaltverzeichnis
Einführung 3
I/ Die historische Wandlung vom Begriff der Gesundheitsaufklärung, über die Gesundheitserziehung bis hin zur Gesundheitsförderung 4
1.1 Der Status Quo 7
II/ Definitionsversuche 8
2.1 „Definitions - (versuch)“ der Gesundheitsaufklärung 8
2.2 „Definitions - (versuch)“ der Gesundheitserziehung 10
III/ Grundproblematik der Modelle 11
IV/ Übergang zum Modell der Gesundheitsförderung 12
4.1 Der Ansatz des Empowerment 12
4.2 Kernelemente der WHO 13
4.3 Die Ottawa- Charta 15
V/ „Definitions - (versuch)“ der Gesundheitsförderung 16
5.1 Ansätze und Modelle der Gesundheitsförderung 16
5.2 Gesundheitserziehung vs. Gesundheitsförderung?! 17
Fazit 19
Einführung
Die Arbeit soll einen theoretischen, wie auch historischen Hintergrund zur Klärung der Begriffe der Gesundheitsaufklärung, der Gesundheitserziehung und der Gesundheitsförderung bieten, und aufzeigen in welchem Zusammenhang diese Begriffe zueinander stehen. Die Arbeit soll vor allem verdeutlichen, dass diese Konzepte nicht abgeschlossen nebeneinander stehen können, sondern sich in Teilen ergänzen, wiederholen, aber auch widersprechen können. Keines der aufgezeigten Modelle kann das Prädikat „einzig gültig“ bekommen, denn alle erläuterten Ansätze werden sowohl Stärken als auch Schwächen aufweisen. Allerdings schließt die Arbeit mit der Feststellung, dass das Modell mit dem oftmals synonym verwendeten Begriff der Gesundheitsförderung, der in diesem Falle die Begriffe der Gesundheitsaufklärung und Gesundheitserziehung impliziert, auf die Stärkung der Gesundheit und des Wohlbefindens von Individuen, Gruppen und Gemeinwesen ausgerichtet ist. Gesundheitsförderung schließt die Gesundheitsaufklärung und Gesundheitserziehung mit ein, berücksichtigt gleichzeitig aber, dass es die sozialen und ökonomischen Faktoren sind, die letztlich die Gesundheit der Menschen (mit) bestimmen. Zugleich wird das Dilemma, welches sich aus den unterschiedlichsten ethischen und politischen Werturteilen ergibt, deutlich. Es ergeben sich Fragen, inwiefern der Staat bezüglich der Gesundheit der Gemeinschaft intervenieren muss: Wie „frei“ darf man seinen Lebenswandel führen? Wie hoch darf der Grad der Selbstbestimmung sein? Sollte das Modell der Gesundheitsförderung und ihr sich anschließenden Maßnahmen lediglich auf Risiko gefährdete Gruppen beziehen, oder werden Menschen dadurch benachteiligt, die zunächst nicht einer solchen Gruppierung angehören- Stichwort: Chancengleichheit? Wer bestimmt das Programm der Gesundheitsförderung? Mit dem Begriff der Förderung der Gesundheit können zunächst einmal eine ganze Reihe von Maßnahmen verstanden werden:
- die Förderung gesunder Lebensweisen
- die Verbesserung des Zugangs zu den Gesundheitsdiensten und der Beteiligung der Menschen an Entscheidungen
- die Gestaltung einer gesunden physischen und sozialen Umwelt, die es den Menschen erleichtert sich für eine gesündere Alternative zu entscheiden
- die Aufklärung der Menschen über die Funktionsweise und Gesundheitserhaltung ihres Körpers
Die Arbeit soll den Aspekt der Gesundheit in den Vordergrund stellen, und nicht allein den Aspekt der Erkrankung oder Krankheit, die in der Gesundheitsversorgung durch die Priorität der Medizin noch immer dominierend ist. Die unterschiedlichen Ansätze sollen den Zweck, die Art und den Umfang der gesundheitsfördernden Arbeit vorstellen.
I/ Die historische Wandlung vom Begriff der Gesundheitsaufklärung, über die Gesundheitserziehung bis hin zur Gesundheitsförderung
Die Anfänge der Gesundheitserziehung liegen im 19. Jahrhundert, als die Krankheitsepidemien im Zuge der Urbanisierung, verursacht durch die einsetzende Industrialisierung, die Verantwortlichen in den Städten dazu zwangen, längst notwendige sanitäre Reformen durchzuführen. Aus der Bewegung der „Öffentlichen Gesundheit“, der sogenannten „Public Health“, entstand die Idee der gesundheitlichen Aufklärung. Diese wurde durch die Gesundheitsgesetzgebung von 1848 zusätzlich gestützt. Für jede Stadt in Großbritannien wurden Medizinalbeamte bena nnt, deren vornehmliche Aufgabe darin lag, Gesundheitsratschläge zum Schutz vor übertragbaren Krankheiten zu publizieren. Außerdem wurden freie Vereinigungen zur Gesundheit der Städte (1842), sowie das erste Hygiene Institut (1876) gegründet, die diese Arbeit der gesundheitlichen Aufgaben mit ihren Erkenntnisgewinnen unterstützen sollten. In den 1920er Jahren war die Gesundheitsaufklärung eng mit den Themen wie Durchfall, Kot, Spucken und Geschlechtskrankheiten verknüpft. Im 1. Weltkrieg entstand dazu beispielsweise eine Kampagne, unter der Führung des genannten Medizinalrates, die sogenannte „Schocktherapie“, wobei den Soldaten grässliche Bilder von erkrankten Genitalien gezeigt wurden, um sie damit von unkontrolliertem Geschlechtsverkehr abzuhalten. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits ca.20% der Soldaten an Geschlechtskrankheiten erkrankt (vgl. Blythe 1986, Welshman 1997)1
Ende der 1920er Jahre kam es dann zu einer Individuenzentrierung, die durch die sich verändernden Morbiditätsraten und Mortalitätsraten bedingt waren. Damit wurde der Begriff der Gesundheit eng an die Verhaltensweisen des Einzelnen geknüpft. 1927 wurde deshalb der „Zentralrat der Gesundheitserklärung“ gegründet, ihre Aufgaben lagen vor allem darin, die Bevölkerung aufzuklären, um die Gewohnheiten und Verhaltensweisen des einzelnen Menschen zu ändern. Die generelle Taktik die hierbei zum tragen kam, war das Mittel der Massenaufklärung und Belehrung durch:
- Bereitstellung von besseren und billigeren Plakaten und Broschüren
- Bereitstellung von Exponaten für Ausstellungen
- Monatliche Herausgabe eines leicht lesbaren Mitteilungsblattes
- Bereitstellung einer Gruppe von Referenten
Die 1968 gegründete Health Educational Council (HEC) als eine erste quasi- autonome und damit non - staatliche Einrichtung löste das Zeitalter der Gesundheitsaufklärung vorerst ab und begründete somit die Epoche der Gesundheitserziehung, der sogenannten „health education“2.
[...]
1 Welshman J 1997 Bringing beauty and brightness to the back streets: health education and public health in England and Wales 1890-1940. Health Education journal 56 (2): 199-209
2 der englische Begriff “health education” umfasst die im deutschen gebräuchlichen Begriffe der Gesundheitsaufklärung,- erziehung, -bildung, die im jeweiligen Kontext sinngemäß benutzt werden
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