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Themen und Thesen der Angewandten Musikpsychologie

Scholary Paper (Seminar), 2005, 21 Pages
Author: Benjamin Baum
Subject: Musicology

Details

Event: Proseminar Einführung in die Musikwissenschaft
Institution/College: Saarland University (FR 3.10 Musikwissenschaftliches Insitut)
Tags: Themen, Thesen, Angewandten, Musikpsychologie, Proseminar, Einführung, Musikwissenschaft
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2005
Pages: 21
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 11  Entries
Language: German
Archive No.: V36941
ISBN (E-book): 978-3-638-36436-2

File size: 240 KB
Notes :
Die Arbeit gibt einen Überblick über Forschungsschwerpunkte und Vorgehensweisen der Musikpsychologie.



Excerpt (computer-generated)

Themen und Thesen der Angewandten Musikpsychologie

von: Benjamin Baum

3. Semester

 


- INHALT -

1 Einleitung 3

2 Was ist Angewandte Musikpsychologie? 5

3 Musikmarkt im Wandel

3.1 Konsum und mediale Verbreitung von Musik 6
3.2 Second Orality 8
3.3 Kultur-Sponsoring 9

4 Kernpunkte der Angewandten Musikpsychologie

4.1 Musikalische Rezeption 10
4.2 Musikalische Funktion 13
Exkurs Zur Klangästhetik in der elektronischen Ära 15

5 Funktionelle Musik 17

5.1 Am Arbeitsplatz 18
5.2 Im Kaufhaus 19
5.3 In der Werbung 20

6 Literaturangaben 21


 

1 Einleitung

Entstehung und Relevanz des musikalischen Forschungsgebiets, das ich in der vorliegenden Hausarbeit vorstelle, ergibt sich prima facie. Musik ist ein Kulturgut - vielleicht das wichtigste, das wir haben. Sie gehört in eine Kategorie, die wir die zweite Natur nennen. Diese bezeichnet ein geistig-ideelles Residuum, eine Art nicht-physische Parallelwelt, die sich der Mensch im Laufe seiner Zivilisation jenseits seiner natürlichen Umwelt erschaffen hat. Die Bestandteile dieser Welt haben eine entscheidende Gemeinsamkeit: Sie sind ohne die menschliche Psyche nicht vorstellbar.

Ein Blitz ist ein Blitz, und er bleibt es – ganz gleich, ob er von einem Individuum wahrgenommen wird oder nicht. Kulturelle Phänomene hingegen haben ihre Existenz nicht allein in einer geistunabhängigen Welt, wie die natürlichen Phänomene, sondern entfalten ihre Wirkung erst im Zusammenspiel mit dem menschlichen Bewusstsein. Beethovens Dritte wird erst zu Beethovens Dritter, nachdem sie von einem Interpreten in entsprechende Luftschwingungen ungewandelt worden ist, diese dann den Gehörapparat eines wahrnehmenden Hörers überwunden haben und anschließend wiederum in ein subjektives Hörerlebnis (zurück-)verwandelt worden sind. Ob dieses Hörerlebnis nun dem des Interpreten gleicht, sei dahingestellt. Wir wissen es nicht und werden wohl noch lange nicht in Erfahrung bringen können. Fest steht allerdings eines: Beide Parteien, Hörer und Interpret, sind in der Lage, sich über das Werk zu verständigen. Beide finden Zugang zur Musik. Das Werk wird damit zur Eingangspforte in die intersubjektive zweite Welt.

Die Art und Weise, in der wir diese Pforte passieren, unterscheidet sich von Hörer zu Hörer eklatant. Der Produzent hört anders als der Künstler, der Musikkritiker anders als der Finanzbeamte, die Frohnatur anders als der Depressive. Ob wir einen rationalen, emotionalen, ästhetischen oder möglicherweise sogar bloß profitorientierten Zugang zur Musik entwickeln, hängt also von unzähligen Faktoren ab. Die meisten von ihnen entziehen sich dem Bewusstsein des Hörers. Der Konsumindustrie sind solche Faktoren nicht verborgen geblieben. Musik kann Aufmerksamkeit erregen, Kaufinteresse stimulieren, unterschiedlichste Stimmungen hervorrufen, sprich: sich in den Dienst eines Produktes stellen, oder aber selbst zum Produkt werden.

Verlassen wir die Industrie und wenden uns der Untersuchung, Auswertung und Interpretation dieser Faktoren jenseits kommerzieller Interessen zu, dann haben wir das Feld der Angewandten Musikpsychologie betreten. Dass die ethische Bedenklichkeit ihrer praktischen Umsetzung auch die Musikpsychologie selbst in ein negatives Licht rückt, ist ebenso verständlich wie problematisch. Dies konfrontiert die wissenschaftliche Erkenntnis auf diesem Forschungsfeld immer wieder mit dem Zwang, sich rechtfertigen zu müssen, denn „[...] die Strategien, die aus ihr entwickelt werden können, sind nicht ohne Empfindung eines bitteren Geschmacks zu betrachten.“1

Die vorliegende Arbeit wendet sich nach einer allgemeinen Begriffsbestimmung von Angewandter Musikpsychologie (Kap. 2) zunächst den Grundvoraussetzungen der aktuellen musikpsychologischen Forschung zu. Dies geschieht in Form einer kurzen Überblicksdarstellung des aktuellen Musikmarktes, für den die zunehmende Verbreitung von Tonträgermusik (Kap 3.1) und die Phänomene der Second Orality (Kap. 3.2) und des Kultur-Sponsoring (Kap. 3.2) von zentraler Bedeutung sind. Danach werden in Betrachtungen zur musikalischen Rezeption (Kap. 4.1) und Funktion (Kap. 4.2) zwei Kernprobleme der Angewandten Musikpsychologie vorgestellt. Nach einer kurzen Reflexion zur Ästhetik in der elektronischen Ära schließt die Arbeit mit der Vorstellung des Typus der Funktionellen Musik (Kap. 5), die in der Vergangenheit immer mehr in den Mittelpunkt musikpsychologischer Forschung gerückt ist. Hier werden die Beispiele Arbeitsplatz (Kap. 5.1), Kaufhaus (Kap. 5.2) und Werbung (Kap. 5.3) behandelt. Zu den Forschungsschwerpunkten, die in dieser Arbeit nicht mehr berücksichtigt werden können, gehören in erster Linie empirische Betrachtungen zur Musik als Arbeit sowie zum Zusammenhang von Musik und Lerninhalten (Musik in der Schule).

2 Was ist Angewandte Musikpsychologie?

[...]


1 H. de la Motte-Haber, Musikpsychologie, Köln² 1977, S. 124.


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