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Anthropologie der Musik

Hausarbeit, 2005, 21 Seiten
Autor: Benjamin Baum
Fach: Musikwissenschaft

Details

Veranstaltung: Musikanthopologie
Institution/Hochschule: Universität des Saarlandes
Tags: Anthropologie, Musik, Musikanthopologie
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2005
Seiten: 21
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 2  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V36942
ISBN (E-Book): 978-3-638-36437-9

Dateigröße: 279 KB
Anmerkungen :
Die Arbeit behandelt den Text "Anthropologie der Musik" von Helmuth Plessner aus dem Jahre 1915



Textauszug (computergeneriert)

Anthropologie der Musik

von: Benjamin Baum

3. Semester

 


- Inhalt -

1 Einleitung

1.1 Leben und Werk Helmuth Plessners 3
1.2 Zur Einordnung des Aufsatzes 4

2 Der Mensch und seine Sinne 4

3 Von Tönen und Bildern - Ästhesiologie des Gehörs

3.1 Zum Vergleich zwischen Optik und Akustik 5
3.2 Gegenüberstellung der Modaleigenschaften von Ton und Bild 6

4 Vom Ton zur Musik - Ästhesiologie der Musik

4.1 Die Ausnahmestellung der Kunst mit Tönen 17
4.2 Zur Vermittlung von Motorik und Verstehen 18
4.3 Die Eigendynamik des musikalischen Werks 19

5 Literaturangaben 20


 

1 Einleitung

1.1 Leben und Werk Helmuth Plessners

Der Philosoph und Anthropologe Helmuth Plessner wurde 1892 in Wiesbaden geboren; ab 1922 studierte er Zoologie und Philosophie in Heidelberg, Berlin und Göttingen. Zu seinen bekanntesten Lehrern zählen der Biologe Hans Driesch und der Philosoph Edmund Husserl, der als Begründer der Phänomenologie gilt. 1933 ist Plessner ins türkische Exil abgewandert; danach hat er lange in den Niederlanden gearbeitet. Ab 1946 war er an der Universität Groningen als Professor für Philosophie angestellt.

Auf all seinen Stationen stand die Biologie im Fokus von Plessners philosophischer Forschung. In seinem wissenschaftlichen Hauptwerk Die Stufen des Organischen und der Mensch aus dem Jahre 1928 etwa - welches zunächst nur geringes Echo in der wissenschaftlichen Landschaft fand-, hat Plessner Philosophie und Biologie kombiniert und versucht, die wesentlichen Merkmale von unbelebter Natur, niederen und höheren Tierarten und schließlich dem Menschen als generellen Evolutionsprozess abzuhandeln. Der Mensch wird in diesem Kontext als letzte und somit höchste Stufe präsentiert. Politisch steht die Figur Plessner heute vor allem die für Öffnung der Bundesrepublik nach dem Zweiten Weltkrieg. Seine Rückkehr nach Deutschland, wo er wegen jüdischer Abstammung aus seinem Universitätsamt entlassen worden war, wurde zum Paradigma eines allgemeinen Aufschwungs der Wissenschaften. 1951 übernahm Plessner einen neu gegründeten Lehrstuhl für Soziologie an der Universität Göttingen.

Seine anthropologische Lehre, die hier von Interesse ist, ist motiviert und methodisch inspiriert von den sozialphilosophischen Ideen Max Horkheimers und Theodor W. Adornos (vor allem von deren Kritischer Theorie), der interpretativen Soziologie von Alfred Schütz, der Biologie Adolf Portmanns und der wissenschaftlich-spekulativen Methode Martin Heideggers. Außerdem schlagen sich immer wieder phänomenologische Praktiken und Redeweisen in seinen Betrachtungen nieder. Kurz vor seinem Tode im Jahre 1985 konnte Plessner noch die Veröffentlichung seiner Gesammelten Werke erleben . 1.2 Zur Einordnung des Aufsatzes

Der Aufsatz Zur Anthropologie der Musik ist 1951 zusammen mit einigen anderen Schriften von Helmuth Plessner verlegt worden; der Urtext liegt schon seit 1926 vor. Dieser ist in französischer Sprache geschrieben und vor seiner Übersetzung ins Deutsche um einige Veränderungen und Ergänzungen bereichert worden. Alle diese Schriften drehen sich um das Thema Sinne. Plessner geht es in dem vorliegenden Text um die Eigenschaften desjenigen Sinnes, der für die Musik der Wichtigste ist: des Gehörsinns. Plessner will in erster Linie herausfinden, auf welcher Grundlange eine musikalische Ästhetik überhaupt möglich ist. Die Leitfrage lautetet: Was sind die grundlegenden Modaleigenschaften des Tons?

2 Der Mensch und seine Sinne

Gleich zu Beginn seines Aufsatzes weist Plessner auf den historischen Malus hin, der dem Gehörsinn zukommt. Seit den alten Griechen dominierten in der philosophischen Erkenntnistheorie die Begriffe, die mit dem Sehen zu tun hätten.1 Sowohl im Alltag als auch in der philosophischen Praxis also genieße der Gesichtssinn ein Primat. Die Begriffe „Sein“ und „Sehen“ etwa gehörten zueinander.2 Gleichwohl er diese Entwicklung offenbar in Frage stellt, betont Plessner, dass es nicht sein Ziel sei, ein Plädoyer für das Hören zu schreiben: „Auch wäre es falsch, die traditionelle Vernachlässigung des Hörens in der Erkenntnistheorie [...] nunmehr mit einer Überbetonung zu beantworten und es im Hinblick auf Gedenken und Sprache, Ausdruck und Verständnis zum Vollsinn des Geistes zu machen.“3

Jeder menschliche Sinn habe vielmehr „[…] seinen Triumph und seine Universalität“4. Dies ist eigentlich eine biologische Selbstverständlichkeit: Denn wäre einer der menschlichen Sinne überflüssig, so hätte die Evolution den Menschen wohl kaum mit fünf verschiedenen Sinnen ausgestattet. Keine der gegebenen Möglichkeiten, unsere Umwelt wahrzunehmen, ist für das Überleben der Gattung Mensch entbehrlich. Außerdem betont Plessner die große Anzahl von Gemeinsamkeiten der verschiedenen Sinne. Als Beispiel werden Hör- und Vibrationsempfindungen auf dem Gebiet des Tastsinns angeführt.5

3 Von Tönen und Bildern - Ästhesiologie des Gehörs

3.1 Zum Vergleich zwischen Optik und Akustik

[...]


1 vgl. S. 185.

2 vgl. ebd.

3 S. 185.

4 ebd.

5 ebd.


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