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Standortplanung, -bewertung und -controlling

Hauptseminararbeit, 2004, 52 Seiten
Autoren: Patric Heby, Patrick Stern
Fach: Wirtschaft - Controlling

Details

Veranstaltung: Hauptseminar Rechnungswesen und Controlling
Institution/Hochschule: Hochschule Offenburg (Fachbereich Wirtschaftsingenieurwesen und Betriebswirtschaft)
Tags: Standortplanung, Hauptseminar, Rechnungswesen, Controlling
Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2004
Seiten: 52
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 65  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V37041
ISBN (E-Book): 978-3-638-36502-4
ISBN (Buch): 978-3-638-70511-0
Dateigröße: 2223 KB
Anmerkungen :
Ausgehend von standortthoeretischen Überlegungen werden wichtige Instrumente der Betriebswirtschaftlehre auf ihre Eignung für die Standortplanung, -bewertung und -controlling hin untersucht und daraus im 2. Hauptteil der Arbeit ein Leitfaden für ein Standortcontrolling entwickelt, welches auch für kleinere und mittlere Unternehmen anwendbar ist.


Zusammenfassung / Abstract

Ausgehend von standortthoeretischen Überlegungen werden wichtige Instrumente der Betriebswirtschaftlehre auf ihre Eignung für die Standortplanung, -bewertung und -controlling hin untersucht und daraus im 2. Hauptteil der Arbeit ein Leitfaden für ein Standortcontrolling entwickelt, welches auch für kleinere und mittlere Unternehmen anwendbar ist.


Textauszug (computergeneriert)

Seminararbeit

Im Seminar Rechungswesen und Controlling über 

„Standortplanung, -bewertung & -controlling“

von

Patrick Stern & Patric Heby

Fachbereich Technische Betriebswirtschaft 
7. Semester
11.05.2004

 

 

Inhaltsverzeichnis

INHALTSVERZEICHNIS  1
ABBILDUNGSVERZEICHNIS  3

TEIL A: STANDORTTHEORETISCHE ANSÄTZE UND BEWERTUNGSVERFAHREN FÜR STANDORTENTSCHEIDUNGEN  4

1. EINLEITUNG  4

2. VERSCHIEDENE THEORIEANSÄTZE FÜR STANDORTENTSCHEIDUNGEN  4
2.1. Die traditionelle Standorttheorie nach Weber und Behrens  4
2.2 Die monopolistische Theorie der Direktinvestition  6
2.3. Der Ansatz von Tesch  7
2.4. Eklektische Theorie von Dunning  8
2.5. Das EPRG-Modell von Perlmutter und seine Erweiterung durch Meffert  9
2.6. Die Theorie des nationalen Diamanten von Porter  11

3. INVESTITIONSMOTIVE BEI DER STANDORTENTSCHEIDUNG  15

4. BEWERTUNGSVERFAHREN FÜR DIE STANDORTENTSCHEIDUNG  18
4.1. Verfahren der Investitionsrechnung  18
4.1.1. Die statischen Investitionsrechnungsverfahren  18
4.1.2. Die dynamischen Investitionsrechnungsverfahren  18
4.1.3. Beurteilung der Investitionsrechnungsverfahren im Zusammenhang mit Standortentscheidungen  19
4.2. Qualitative Bewertungsverfahren  20
4.2.1. Checklisten  20
4.2.2. Nutzwertanalyse  20
4.2.3. Country-Ratings  21

5. KRITISCHE ANALYSE DER BISHERIGEN THEORIEN UND BEWERTUNGSVERFAHREN  23

TEIL B: LEITFADEN IN- UND AUSLÄNDISCHE STANDORTE RICHTIG BEWERTEN MIT VERSTETIGUNG ZUM STANDORTCONTROLLING  24

1. STRATEGIEERKLÄRUNG UND ABLEITUNG ERFOLGSKRITISCHER STANDORTFAKTOREN – ÜBERPRÜFUNG DER PASSFÄHIGKEIT VON WETTBEWERBS- UND INTERNATIONALISIERUNGSSTRATEGIE  24
1.1 Motive internationaler Standortentscheidungen  24
1.2 Vertriebs-, Service-, Produktions- und FuE-Präsenz im Ausland – Ein Stufenmodell  27
1.3 Strategischer Spielraum zwischen regionaler und globaler Vorleistungs- und Absatzorientierung  28
1.4 Matrix zur Überprüfung der strategischen Passfähigkeit 29

2. ERWEITERTE SYSTEMATIK VON STANDORTFAKTOREN FÜR INTERNATIONALE STANDORTENTSCHEIDUNGEN  32

3. DYNAMISCHE BEWERTUNG VON ZUKUNFTSBILDERN – SZENARIOBASIERTE STANDORTBEWERTUNG  33
3.1 Szenariotechnik  33
3.2 Szenarioanalyse und Standortbewertung  33
3.2.1 Entwicklung der Performancefaktoren  36
3.2.2 Entwicklung der Umfeldfaktoren  37
3.3 Szenariobasierte Wirtschaftlichkeitsrechnung anhand eines Beispiels  38
Zwischenfazit  40

4. STANDORTCONTROLLING/-MONITORING ZUR STRATEGISCHEN FRÜHWARNUNG  41
4.1 Standortcontrolling  41
4.2 Balanced Scorecard  41
4.3 Die Standort-BSC als integrativer Rahmen einer dynamischen Standortbewertung  42
4.4 Anwendung der Standort-BSC für ein strategisches Standortcontrolling (i.S. der Frühaufklärung)  44
Zwischenfazit  46

5. DAS STANDORTCONTROLLING-KONZEPT  47
Der Einfluss der Umwelt auf den Controller  47

6. FAZIT  47

7. LITERATURVERZEICHNIS  V
A. Beiträge in Büchern, anderen Sammelwerken sowie Artikel in Periodika  V
B. Internetquellen  VII

Abbildungsverzeichnis
ABBILDUNG 1: STANDORTFAKTORENSYSTEMATIK NACH BEHRENS 5
ABBILDUNG 2: WAHL DER MARKTBEARBEITUNGSFORM IN ABHÄNGIGKEIT VON DEN OLI-VORTEILEN 8
ABBILDUNG 3: GRUNDTYPEN VON INTERNATIONALISIERUNGSSTRATEGIEN NACH MEFFERT 10
ABBILDUNG 4: NATIONALER DIAMANT NACH PORTER 11
ABBILDUNG 5: EINFLUSSFAKTOREN DER STANDORTWAHL 15
ABBILDUNG 6: KRITERIEN UND MAXIMALPUNKTZAHLEN DES BERI-INDEX 22
ABBILDUNG 7: MATRIX DER STRATEGISCHEN PASSFÄHIGKEIT VON INTERNATIONALISIERUNGS- UND UNTERNEHMENSSTRATEGIE 25
ABBILDUNG 8: BETRIEBSTYPEN ZWISCHEN REGIONALEM VORLEISTUNGSBEZUG UND INTERNATIONALER ABSATZORIENTIERUNG 28
ABBILDUNG 9: ERFOLGSTYPEN INTERNATIONALEN ENGAGEMENTS NACH DER VERFOLGTEN
UNTERNEHMENSSTRATEGIE 30
ABBILDUNG 10: MATRIX DER STRATEGISCHEN PASSFÄHIGKEIT VON INTERNATIONALISIERUNGSSTRATEGIE UND UNTERNEHMENSSTRATEGIE 31
ABBILDUNG 11: ERWEITERTE SYSTEMATIK VON STANDORTFAKTOREN 32
ABBILDUNG 12: EINFLUSSFAKTOREN AUF DIE INPUTGRÖßEN EINER WIRTSCHAFTLICHKEITSBETRACHTUNG 35
ABBILDUNG 13: WICHTIGE UMFELD- UND PERFORMANCEFAKTOREN 35
ABBILDUNG 14: PERFORMANCEENTWICKLUNG 37
ABBILDUNG 15: KONSISTENZMATRIX 37
ABBILDUNG 16: SZENARIOBASIERTE WIRTSCHAFTLICHKEITSBETRACHTUNG 38
ABBILDUNG 17: BEISPIELHAFTE PROGNOSE VON UMFELDENTWICKLUNGEN 39
ABBILDUNG 18: BEISPIELHAFTE PROGNOSE VON PERFORMANCEENTWICKLUNGEN 39
ABBILDUNG 19: MÖGLICHE ERGEBNISMATRIX EINER SZENARIOBASIERTEN
WIRTSCHAFTLICHKEITSBETRACHTUNG 39
ABBILDUNG 20: DIE STANDORT BALANCED SCORECARD 44
ABBILDUNG 21: STANDORT-BSC FÜR DAS STRATEGISCHE STANDORTCONTROLLING I.S. DER FRÜHAUFKLÄRUNG 45

 

Teil A: Standorttheoretische Ansätze und Bewertungsverfahren für Standortentscheidungen

1. Einleitung

Nachdem die Diskussion der Auswirkungen der Globalisierung auf das betriebliche Geschehen sich bisher nur auf die sogenannten „global player“ bezog,1sind nun auch immer mehr kleine und mittlere Unternehmen von diesen Auswirkungen betroffen. Agierten sie bislang in Nischenpositionen so werden sie immer häufiger durch in- und vor allem ausländische Wettbewerber - häufig auch aus „Billiglohnländern“ - attackiert. Dies um so mehr nachdem die EU-Osterweiterung nun vollzogen ist. Die Sättigung traditioneller Marktsegmente (auch auf jungen Zukunftsmärkten), der Wunsch nach Individualisierung der Kundenwünsche mit begleitenden Dienstleistungen überall auf der Welt schnell, zuverlässig und in angemessener Qualität liefern zu können sowie rasante Know-how-Entwicklungen bei immer kürzer werdenden Produktlebenszyklen, zwingen die Unternehmen über den Tellerrand des eigenen Landes hinauszuschauen und sich eventuell in wichtigen Auslandsmärkten eine Position zu sichern.2

2. Verschiedene Theorieansätze für Standortentscheidungen

2.1. Die traditionelle Standorttheorie nach Weber und Behrens

„Die Standortbestimmungslehre hat ihren Ursprung in der „reinen Theorie des Standortes“ von Alfred Weber.“3 Er führt in seiner Theorie der industriellen Standortwahl den Begriff des Standortfaktors in die Analyse der einzelbetrieblichen Standortwahl ein und zeigt, dass sich die Wahl eines Betriebsstandortes aus dem Zusammenwirken von Standortfaktoren erklären lässt. 4 Der „Standortfaktor ist einer seiner Art nach scharf abgegrenzter Vorteil, der für eine wirtschaftliche Tätigkeit dann eintritt, wenn sie sich an einem bestimmten Ort oder auch generell an Plätzen bestimmter Art vollzieht“.5 Ein Faktor ist für die Standortwahl aber nur von Bedeutung, wenn er sich in den Kosten oder Erlösen des Unternehmens monetär oder nicht monetär auswirkt und in Verfügbarkeit, Qualität und/oder Preis räumlich differiert. Daraus ergeben sich für Unternehmen an verschiedenen Standorten jeweils unterschiedliche Bedingungen, die bei einer Standortwahl berücksichtigt werden müssen.6 

Bei dem System von Weber „handelt es sich um ein statisches und geschlossenes Modell, das sich auf wenige Standortfaktoren konzentriert und die Betrachtung auf die entscheidungsrelevanten Determinanten Transportkosten und Arbeitskosten, sowie die Agglomerationsvorteile und –nachteile einengt. Absatzfaktoren werden im System von Weber völlig ausgeklammert, da das Absatzproblem als bereits gelöst betrachtet wird.“7

Auf Grundlage der Arbeit von Weber entwickelte Behrens eine „allgemeine Standortbestimmungslehre“.8 Ziel dieser Standorttheorie ist die systematische Analyse möglichst aller relevanten Standortfaktoren, von denen betriebliche Standortentscheidungen abhängen.9 „Gemäß dem betriebswirtschaftlichen Rentabilitätsprinzip berücksichtigt Behrens sowohl kosten- als auch ertragsrelevante Standortfaktoren und ermöglicht dadurch auch den Einbezug der Leistungs- bzw. Absatzseite der Unternehmung. Er unterscheidet in seiner Systematik grundlegend zwischen gütereinsatzbezogenen Faktoren von Beschaffung und Transformation sowie absatzbezogenen Standortfaktoren.“10

Darüber „hinaus führt Behrens in seiner Systematik auch nur schwer oder gar nicht quantifizierbare Markt- und Branchenfaktoren des unmittelbaren Unternehmensumfeld ein. Er entzieht die Standortentscheidung damit einer exakten Berechnung und weist sie stattdessen als Ergebnis eines qualitativen Vergleichs der relevanten Standortfaktoren potentieller Standorte aus.“11


Abbildung 1: Standortfaktorensystematik nach Behrens

[...]

2.2 Die monopolistische Theorie der Direktinvestition

Weber und Behrens’ Standorttheorien haben eine rein nationale Ausrichtung.12 Sie geben also auf die in Zeiten der Globalisierung so heftig diskutierten Produktionsverlagerungen an ausländische Standorte keine Antworten. Dieses Phänomen wird durch die Theorie der Direktinvestition beschrieben.

„Ihren Ursprung hat die moderne Theorie der Direktinvestition in der monopolistischen Theorie von Hymer.“13 Nach seinem Ansatz will ein Unternehmen durch Direktinvestitionen entweder 1. sein eingesetztes Kapital verzinsen, 2. den Wettbewerb im Ausland kontrollieren, 3. sein Risiko durch eine Investition im Ausland diversifizieren oder 4. monopolistische Vorteile im Ausland ausnutzen.14 Um diese Ziele zu erreichen muss nach Hymer und Kindleberger das investierende Unternehmen gegenüber lokalen Wettbewerbern in dem betreffenden Land folgende Wettbewerbsnachteile überwinden:15

[....]


1 Vgl. Henzler, H.: Die Globalisierung von Unternehmen im internationalen Vergleich, in: Zeitschrift für Betriebswirtschaft, Ergänzungsheft 2, 1992

2 Vgl. Pleitner, H.J.: KMU vor dem Hintergrund der Internationalisierung, in: io Management, Heft 3, S. 66.

3 Kinkel, S.: Dynamische Standortbewertung und strategisches Standortcontrolling, Frankfurt 2003, S. 20.

4 Vgl. Scholl, M.: Telekommunikationsmittel als Entscheidungskomponente betrieblicher Standortwahl - Kölner Forschungen zur Wirtschafts- und Sozialgeographie, Bd. 38, Köln 1990, S. 57.

5 Weber, A.: Über den Standort der Industrien, in Alfred-Weber-Gesamtausgaben, Bd. 6, Schriften zur industriellen Standortlehre, Marburg 1998, S. 48f.

6 Vgl. Salmen, T.: Standortwahl der Unternehmen - Ein Überblick über empirische Gründe, Prozesse und Kriterien der unternehmerischen Entscheidungsfindung, Marburg 2001, S. 29.

7 Kinkel, S.: Dynamische Standortbewertung..., a.a.O., S. 21.

8 Vgl. Behrens, K.-C.: Allgemeine Standortbestimmungslehre, Köln und Opladen 1971.

9 Vgl. Drexl, A.: Standorttheorien, in: Wittmann, W. et al. (Hrsg.): Handwörterbuch der Betriebswirtschaft, Teilband 3, Auflage 5, Stuttgart 1993, S. 3962-3972.

10 Kinkel, S.: Dynamische Standortbewertung..., a.a.O., S. 21.

11 ebd., S. 21.

12 Vgl. Braun, G.: Ausländische Direktinvestitionen, Frankfurt am Main 1988, S. 283.

13 Kinkel, S.: Dynamische Standortbewertung..., a.a.O., S. 13.

14 Vgl. Hymer, S. H.: The International Operations of National Firms: A Study of Direct Investment, MIT, Boston 1960, S. 37ff.

15 Vgl. Im Folgenden ebd., S. 34ff., Kindleberger, C. P.: American Business Abroad: Six Lectures on Direct Investment, New Haven 1969, S. 12ff.


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