Please wait
Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.
Scholary Paper (Seminar), 1999, 21 Pages
Author: Simone Linde
Subject: English Language and Literature Studies - Literature
Details
Institution/College: University of Hamburg (Englisches Seminar)
Tags: Viktorianismus, Bürgertum, Gesellschaft, Roman, Figurendarstellung
Year: 1999
Pages: 21
Grade: sehr gut
Bibliography: ~ 12 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-12287-0
ISBN (Book): 978-3-638-77453-6
File size: 238 KB
Other users also were interested in the following titles:
Abstract
"A Tale of two Cities" zeigt exemplarisch Charles Dickens Überzeugung, dass die Voraussetzung für die Beseitigung der Missstände und Bekämpfung der Armut die Versöhnung der Ober- und Unterschicht ist. Dabei ist das größte Problem kein materielles, sondern ein ideelles: Die Einstellung zum Leben müsse grundsätzlich erneuert werden - mehr Menschlichkeit anstatt Härte. Gleichzeitig ist die Welt Dickens in A Tale of Two Cities ein festgefahrenes, kategorisiertes System, welches der individuellen Auslebung von Menschlichkeit keinen Platz lässt. In dieser Hausarbeit wird untersucht, auf welche Weise die Figur Sidney Carton in A Tale of Two Cities von Charles Dickens dargestellt wird und welche Wirkungen und Bedeutungen dieses für den Roman hat. Im ersten Teil beschäftige ich mich mit formalen Möglichkeiten der Charakterdarstellung in Bezug auf Sidney Carton, wobei ich mich auf literaturtheoretische Aspekte aus „Narrative Fiction“ von Shlomith Rimmon-Kenan berufe. Der Schwerpunkt liegt dabei darauf, Sidney Cartons Charakter so differenziert wie möglich zu analysieren und dabei Cartons Schwächen und Stärken, sowie eine Erklärung seiner Verhaltensweise herauszuarbeiten. Im zweiten Teil befasse ich mich mit der Bedeutung Sidney Cartons für die Aussage des Romans – speziell im Hinblick auf seinen Märtyrertod. Ich beziehe mich dabei auf die allgemeine gesellschaftliche Lage der Zeit und zeige, inwiefern A Tale of Two Cities eine Kritik der politischen und sozialen Gegenwart Dickens ist: Die zunehmende Verelendung der Unterschicht gegenüber der vorsätzlichen Blindheit der Mittelschicht verschärft die Zweiteilung der Gesellschaft. Desweiteren untersuche ich den Roman auf eine supertemporale und allgemeingültige Aussage. Dabei steht die moralische Aussage, die durch Cartons freiwilliges Opfer deutlich gemacht wird, im Vordergrund: Carton wird mit Hilfe von christlicher Symbolik als Erlöser dargestellt.
Excerpt (computer-generated)
Sidney Cartons Charakterentwicklung in A Tale of Two Cities mit Blick auf die moralische Ebene des Textes
von Simone Linde
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Charakterdarstellung Cartons im Text über indirekte Präsentation
a) und Begriffserklärung 4
b) Verhalten und äußere Erscheinung 5
c) Handlung 6
d) Sprache 9
e) Umgebung 10
f) Analogie der Figuren 10
3. Symbolik von Cartons Märtyrertod
a) Gesellschaftlich - politisch 13
b) Religiös - anthropologisch 15
Literaturverzeichnis 20
1. Einleitung
Ich möchte in dieser Hausarbeit untersuchen, auf welche Weise die Figur Sidney Carton in A Tale of Two Cities dargestellt wird und welche Wirkungen und Bedeutungen dieses für den Roman hat.
Im ersten Teil beschäftige ich mich mit formalen Möglichkeiten der Charakterdarstellung in Bezug auf Sidney Carton, wobei ich mich auf literaturtheoretische Aspekte aus "Narrative Fiction" von Shlomith Rimmon-Kenan berufe. Der Schwerpunkt liegt dabei darauf, Sidney Cartons Charakter so differenziert wie möglich zu analysieren und dabei Cartons Schwächen und Stärken, sowie eine Erklärung seiner Verhaltensweise herauszuarbeiten.
Im zweiten Teil befasse ich mich mit der Bedeutung Sidney Cartons für die Aussage des Romans - speziell im Hinblick auf seinen Märtyrertod. Ich beziehe mich dabei auf die allgemeine gesellschaftliche Lage der Zeit und zeige, inwiefern A Tale of Two Cities eine Kritik der politischen und sozialen Gegenwart Dickens ist. Desweiteren untersuche ich den Roman auf eine supertemporale und allgemeingültige Aussage. Dabei steht die moralische Aussage, die durch Cartons freiwilliges Opfer deutlich gemacht wird, im Vordergrund.
2. Charakterdarstellung Cartons im Text über indirekte Präsentation
a) Einleitung und Begriffserklärung
Indirekte Präsentation und direkte Definition sind nach Rimmon-Kenan die grundlegenden Typen der Charakterdarstellung im Text. Bei der direkten Definition wird eine konkrete Beschreibung der Charaktereigenschaften einer Figur von der höchsten Instanz des Textes gegeben - dem Erzähler. Die indirekte Präsentation hingegen nennt keine Eigenschaften, sondern zeigt sie durch verschiedene erzähl-technische Weisen auf: die äußere Erscheinung, die Handlung, die Sprache, die Umgebung oder verschiedene Analogien.
Bei der Darstellung der äußeren Erscheinung zählen sowohl körperliche Merkmale, auf die die Person keinen Einfluß hat, wie die Größe oder die Augenfarbe; aber auch die Repräsentation durch Elemente wie Kleidung und Frisur, die von der Figur selbst bestimmbar sind.
Die Handlung ist wichtig für die Charakter-Darstellung, weil sie die Züge einer Person durch gewohnheitsmäßige oder einmalige Tätigkeiten aufzeigen kann. Die gewohnheitsmäßigen Aktionen repräsentieren dabei den statischen Teil der Person, wogegen die einmaligen den dynamischen Teil zeigen. Die einmaligen Aktionen sind oft besonders hervorgehoben und spielen eine entscheidende Rolle in einem turning point des Romans.
Die Charakterdarstellung durch die Sprache beinhaltet zwei Aspekte: erstens ist der Inhalt der Äußerungen relevant im Hinblick auf Charaktereigenschaften, zweitens läßt die Form der Sprache Rückschlüsse auf den Charakter der Figur zu.
Die Umgebung trägt durch Kontiguität zur Charakterisierung bei. Dabei ist sowohl die direkte, äußere Umgebung von Bedeutung, wie der Wohnort und die Stadt - als auch die familiäre und soziale Bindung.
Auf verschiedene Weise können letztlich Analogien die Charakterdarstellung verstärken: Namen können durch visuelle, akustische, die Aussprache betreffende oder morphologische Merkmale bestimmte Assoziationen hervorrufen. Desweiteren können Figuren, die sich in ähnlichen Umständen befinden, gegenübergestellt werden. Die Ähnlichkeiten oder Kontraste der Charakterzüge verstärken sich durch diese Gegenüberstellung. Ich werde mich nur mit der Analogie zwischen Figuren beschäftigen.
b) Verhalten und äußere Erscheinung
Direkte Definitionen von Sidney Carton gibt es in A Tale of Two Cities kaum. Eine mögliche Erklärung dafür ist, daß eine direkte Definition immer einen statischen und rationalen Eindruck vermittelt. Dies widerspricht aber Cartons ungefestigtem, komplexem Charakter. Deshalb wird er durch typische Verhaltensweisen beschrieben.
Carton fällt auf, weil er sich anders als die Norm benimmt. Er scheint keinen Wert auf allgemeingültige Regeln der Höflichkeit zu legen, denn er benimmt sich rücksichtslos und achtlos. Er wahrt nach außen eine distanzierte Gelassenheit, die oft unverschämt wirkt:
"Mr.Carton′s manner was so careless as to be almost insolent. He stood, half turned from the prisoner, lounging with his elbow against the bar."
Dieser Eindruck wird durch die Beschreibung der äußeren Erscheinung und typischer Gesten verstärkt. In der Gerichtsverhandlung Charles Darnays wird er als Handlanger des Anwaltes Stryver eingeführt, der während des ganzen Verhörs abwesend an die Decke schaut. Auch als die Spannung des Verfahrens ihren Höhepunkt erreicht, behält Carton seine scheinbare Unbeteiligtheit und hält sich abseits der Aufregung:
"Mr. Carton, who had so long sat looking at the ceiling of the court, changed neither his place nor his attitude, even in this excitement."
Diese Beschreibungen sind paradigmatisch für Cartons Auftreten in der Gesellschaft: Er hält sich stets im Hintergrund, grenzt sich absichtlich aus und legt keinen Wert darauf, sich am Geschehen zu beteiligen. Er ist ein Einzelgänger - weder interessiert an gesellschaftlicher Integration noch an Anpassung. Dieses Image wird unterstützt von seiner nachlässigen und ungepflegten Erscheinung, die er als Protesthaltung zur Schau stellt :
"This one man sat leaning back, with his torn gown half off him, his untidy wig put on just as it had happened to light on his head after ist removal, his hands in his pockets..."
[...]
Comments
No comments yet
Other users also were interested in the following titles:
Jane Austen's Pride and Prejudice - An Analysis
Author: Silvia EibelEnglish Language and Literature Studies - Literature, 2004 Download as PDF-file for 4,99 EUR
The Humour Of Pride And Prejudice
Author: Michael KellnerEnglish Language and Literature Studies - Literature, 2005 Download as PDF-file for 4,99 EUR
Die gemeinsame Außenpolitik der Europäischen Union - Entwicklung und Perspektiven
Author: Thomas OtteLaw - European and International Law, Intellectual Properties, 2003 Download as PDF-file for 5,99 EUR
Mr. Knightley and Jane Austen's concept of the gentleman ideal
Author: Emel DeyneliEnglish Language and Literature Studies - Literature, 2003 Download as PDF-file for 8,99 EUR
This text can be quoted and accessed from this url: