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Auswirkungen von Primary Nursing auf die Kommunikation im Krankenhaus

Autor: Nadine Lange
Fach: Soziologie - Medizin und Gesundheit

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Details

Veranstaltung: Kommunikation im Krankenhaus
Institution/Hochschule: Universität Hamburg (Institut für Medizin-Soziologie)
Tags: Auswirkungen, Primary, Nursing, Kommunikation, Krankenhaus, Kommunikation, Krankenhaus
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2005
Seiten: 33
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 4  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 177 KB
Archivnummer: V37181
ISBN (E-Book): 978-3-638-36600-7
ISBN (Buch): 978-3-638-65391-6
Anmerkungen :
Diese Arbeit klärt zunächst die Grundlagen der Kommunikation und geht besonders auf das Kommunikationsmodell von Schulz von Thun ein. Ein dem zweiten Kapitel wird die Organisationsform des Primary Nursing vorgestellt und mit den anderen Organisationsformen im Krankenhaus verglichen. In dem dritten Kapitel werden empirische Ergebnisse der Studie "Kommunikation am Krankenbett" vorgestellt und überprüft, ob sich die Vorteile von Primary Nursing für die Kommunikation auch empirisch belegen lassen.

Zusammenfassung / Abstract

Diese Arbeit konzentriert sich auf den Schwerpunkt Kommunikation im Krankenhaus. In dem ersten Teil der Arbeit werden theoretische Grundlagen zur Kommunikation dargestellt und erläutert. Wobei bereits hier beispielhaft auf die Kommunikation im Krankenhaus eingegangen wird. Im zweiten Teil wird das Pflegesystem Primary Nursing im Vergleich zu anderen Pflegesystemen vorgestellt und auch dort die Kommunikation in den Mittelpunkt gestellt. Im letzten Kapitel wird eine Studie zu Visiten bei Primary Nursing und in der Bereichspflege und ihre Ergebnisse vorgestellt. Zum Schluss sollen die Vorteile von Primary Nursing für die Kommunikation im Krankenhaus klar geworden sein.

Textauszug (computergeneriert)

Auswirkungen von Primary Nursing auf die
Kommunikation im Krankenhaus

von: Nadine Lange

 


INHALTSVERZEICHNIS

1. Kommunikation im Krankenhaus 5

1.1 Kommunikation und Interaktion 5

1.1.1 Zweck der Kommunikation 5
1.1.2 Formale Aspekte der Kommunikation 6
1.1.3 Das Kommunikationsmodell von Schulz von Thun 7

1.1.3.1 Sachaspekt der Nachricht 9
1.1.3.2 Beziehungsaspekt der Nachricht 9
1.1.3.3 Selbstoffenbarungsaspekt der Nachricht 11
1.1.3.4 Appellaspekt der Nachricht 12
1.1.3.5 Schwierigkeiten bei der Decodierung einer Botschaft 13

1.2 Kommunikation im Krankenhaus 15

2. Primary Nursing 18

2.1 Das Konzept von Primary Nursing 18

2.1.1 Primary Nursing 19
2.1.2 Gruppenpflege 21
2.1.3 Patientenzuteilung 22
2.1.4 Funktionspflege 23

2.2 Kommunikationsmethoden im Primary Nursing 23

2.2.1 Schriftliche Dokumentation 23
2.2.2 Mündliche Dienstübergaben 24
2.2.3 Gewährleistung der Pflegekontinuität 24
2.2.4 Primary-Nursing-Plantafel 24
2.2.5 Informationstafel 25

2.3 Auswirkungen von Primary Nursing 25

2.3.1 Auswirkungen auf den Patienten 25

2.3.1.1 Auswirkungen auf die Pflegequalität 25
2.3.1.2 Auswirkungen auf die Kommunikation Pflegeperson-Patient/Personal 26
2.3.1.3 Primary Nursing und Pflegeplanung 26
2.3.1.4 Primary Nursing, Patientenberatung und Pflegekoordination 26

2.3.2 Folgen für die Pflegperson 27
2.3.3 Macht und Kommunikation bei Primary Nursing 27

2.3.3.1 Die Primary Nurse und andere im Krankenhaus Tätige 27
2.3.3.2 Die Kommunikation innerhalb der Berufsgruppe der Pflegenden 28

3. Kommunikation und Primary Nursing – Vergleich von Visiten bei Primary Nursing und Bereichspflege 30

3.1 Darstellung der Studie 30

3.1.1 Untersuchungsgegenstand 30
3.1.2 Fragestellungen der Untersuchung 30
3.1.3 Datenerhebung 31
3.1.4 Methoden und Auswertung 31

3.2 Darstellung der Ergebnisse nach verschiedenen Aspekten der Kommunikation 32

3.2.1 Informationsweitergabe an den Patienten 32
3.2.2 Beteiligung der Patienten 32
3.2.3 Kommunikation und Präsentation im Team 33
3.2.4 Zusammenfassung 33



 

1. Kommunikation im Krankenhaus

Diese Arbeit konzentriert sich auf den Schwerpunkt Kommunikation im Krankenhaus. In dem ersten Teil der Arbeit werden theoretische Grundlagen zur Kommunikation dargestellt und erläutert. Wobei bereits hier beispielhaft auf die Kommunikation im Krankenhaus eingegangen wird. Im zweiten Teil wird das Pflegesystem Primary Nursing im Vergleich zu anderen Pflegesystemen vorgestellt und auch dort die Kommunikation in den Mittelpunkt gestellt. Im letzten Kapitel wird eine Studie zu Visiten bei Primary Nursing und in der Bereichspflege und ihre Ergebnisse vorgestellt. Zum Schluss sollen die Vorteile von Primary Nursing für die Kommunikation im Krankenhaus klar geworden sein.

1.1 Kommunikation und Interaktion

„Überall wo zwei oder mehr Individuen zueinander finden (…) sprechen wir von sozialen Interaktionen oder Kommunikation.“ (Backs/Lenz, S. 39)
„Beide so gefassten Begriffe, Kommunikation und Interaktion, umfassen sowohl die Kontaktaufnahme mittels Zeichen (Sprache, Symbole) als auch die mittels Energie (Mimik, Gestik, Motorik). Jedes soziale Verhalten hat sowohl subjektive (kommunikative) wie objektive (interaktive) Komponenten.“ (Crott, 1979, S. 14,15; zitiert in Backs/Lenz, S. 40)

1.1.1 Zweck der Kommunikation

Nach Reifharth (1993) kann Kommunikation verstanden werden, als:
1. Transmission von Informationen, Strukturen, Symbolen und Bedeutungen von einem Sender zu einem Empfänger.
2. Reiz-Reaktions-Handlung, wobei ein Sender versucht, bei einem Empfänger eine bestimmte Reaktion auszulösen.
3. Interpretation, das heißt, der jeweilige Empfänger entscheidet darüber, wie die Wahrnehmung gedeutet wird und welche Kommunikationsprozesse daraus resultieren.
4. Ursache, Voraussetzung und Folge von Verständigung
5. Austauschbarkeit der Rollen Sender und Empfänger, aber auch der Austausch von Informationen, Wissen, Erfahrungen und Stimmungen.
6. Herstellung und Beibehaltung von Gemeinsamkeiten zweier Kommunikanten.
7. Beziehung, das heißt, Kommunikation ist Voraussetzung für das Zustandekommen von sozialen Beziehungen, sorgt für deren Aufrechterhaltung und Veränderung. Ebenso besteht eine Wechselwirkung zwischen jetziger und vergangener Kommunikation, wobei die vorangegangene Kommunikation die Beziehung konstituiert und damit die aktuelle beeinflusst.
8. Soziales Verhalten; Verhalten als Summe von Prozessen, die gleichzeitig auf verschiedenen Kanälen (Sprechen, Hören, Sehen, Fühlen, usw.) ablaufen und sich aufeinander beziehen.
9. Interaktion. Gemeint ist hier ein Interaktionsbegriff der davon ausgeht, dass zur Steuerung von Verhalten neben beobachtbarem Verhalten auch die vorhandenen und unterstellten Erwartungen des Kommunikationspartners wirksam werden.
(Backs/Lenz, S. 40/41)

1.1.2 Formale Aspekte der Kommunikation

Watzlawick hat 1980 die Dreiteilung der Semiotik auf die Kommunikation übertragen:
1. Syntaktik Die Nachrichtenübermittlung
2. Semantik Die Bedeutung von sprachlichen Zeichen, Zeichenfolgen und Inhalten von Worten, Sätzen oder Texten
3. Pragmatik Die Beeinflussung der Verhalten der Teilnehmer durch Kommunikation

Theoretisch ist eine Trennung möglich, jedoch verschmelzen in der Praxis diese drei Teile miteinander. (Vgl. Backs/Lenz, S. 41)
Weiter unterscheidet Watzlawick zwei Formen der Darstellung von Objekten. Die analoge Darstellung in Form von Zeichnungen oder anderen bildlichen Darstellungen und die digitale Darstellung in dem den Objekten zufällige Namen gegeben werden. Die digitale Kommunikation hat wesentliche Nachteile bei der Darstellung von Beziehungsgeschehen (z.B. Liebe). Dort ist die Analoge Darstellung durch Mimik und Gestik eine gute Ergänzung. Beide Modalitäten werden ausschließlich in der menschlichen Kommunikation verwendet. „Während sich digitale Kommunikation sehr komplexer und vielseitiger Syntax bedient, weist diese auf dem Gebiet der Beziehungen eine unzulängliche Semantik auf. Dagegen beinhaltet die analoge Kommunikation dieses semantische Potential, besitzt andererseits aber Defizite in der für die eindeutige Kommunikation erforderlichen logischen Syntax.“ (Backs/Lenz, S.42 mit Bezug auf Watzlawick, Beavin und Jackson, 1980)
Kommunikation enthält neben verbalen auch paralinguistische Phänomene wie z.B. Tonfall, Geschwindigkeit, Pausen, Lachen, Seufzen und Körpersprache. Jedes wie auch immer geartete Verhalten hat Mitteilungscharakter und ist somit Kommunikation. Da nach Watzlawick, Beavin und Jackson (1980) Verhalten kein Gegenteil hat und es unmöglich ist sich nicht zu verhalten, ist es ebenso unmöglich nicht zu kommunizieren. Verhalten ist immer Ursache und Folge des Verhaltens anderer.
Den nonverbalen (extralinguistischen) Anteilen der Kommunikation kommt so eine große Bedeutung zu, weil sie als qualifizierende Botschaft Hinweise auf die Bedeutung der sprachlichen Anteile der Nachricht geben. (Vgl. Backs/Lenz, S. 42/43)

1.1.3 Das Kommunikationsmodell von Schulz von Thun

Es gibt verschiedene frühere Modelle von Kommunikation, die allerdings die Wechselseitigkeit des Kommunikationsprozesses oder die Kommunikation auf verschiedenen auch nonverbalen Ebenen vernachlässigen und somit für diese Arbeit irrelevant sind. (dargestellt sind diese bspw. bei Backs/Lenz, S. 44/45)
Jones und Gerard (1967) haben eine Einteilung der Kommunikation in vier Interaktionssequenzen vorgenommen:
1. Pseudokontingenz Beide Partner handeln nach einem festgelegten Ablaufplan, es findet keine gegenseitige Beeinflussung statt (Bsp.: Schauspieler)
2. Asymmetrische Kontingenz Ein Partner handelt nach einem festgelegten Ablaufplan, der andere reagiert (Bsp.: Mutter-Kind)
3. reaktive Kontingenz Beide Kommunikationspartner reagieren aufeinander, keiner der beiden hat jedoch Verhaltensziele  sprunghafte, assoziative Kommunikation
4. wechselseitige Kontingenz Beide Kommunikanten verfolgen Pläne und richten sich in ihren Verhaltensweisen nach den Reaktionen des anderen  sachliche, zielorientierte Auseinandersetzung
Eine Form der Darstellung von Interaktion ist die Interpunktion. Dabei wird das eigene Verhalten immer als Reaktion auf das verhalten oder die Kommunikation des anderen gesehen. Dieses Modell birgt hohes Konfliktpotential, da jeder Partner die Ursache seines Verhaltens in der Reaktion auf den Partner sieht. Persönliche Eigenarten und individuelle Verhaltensweisen sind hierbei interaktionbedingt. Schulz von Thun kritisiert dieses Modell, da persönliche Verhaltensweisen nicht mehr aus den individuellen Eigenschaften einer Person erklärt und Rollen polarisiert werden. (Vgl. Backs7Lenz, S. 46/47)

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Kommentare

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