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Günter Grass: Deutschland wach getrommelt

Hausarbeit, 2004, 18 Seiten
Autor: B.A. Yvonne Hoock
Fach: Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Details

Veranstaltung: Gruppe 47
Institution/Hochschule: Universität Karlsruhe (TH)
Tags: Günter, Grass, Deutschland, Gruppe
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2004
Seiten: 18
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 16  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V37290
ISBN (E-Book): 978-3-638-36677-9

Dateigröße: 246 KB


Textauszug (computergeneriert)

Günter Grass: Deutschland wach getrommelt

von: Yvonne Hoock

 


Inhaltsangabe

1. Einleitung 2

2. Die Gruppe 47 2

2.1 Die Anfänge der Gruppe 47 2
2.2 Günther Grass und die Gruppe 47 3

3. Die Blechtrommel 5

3.1 Stunde Null? 5
3.2 Eine neue Sprache 7
3.3 Das Kleinbürgertum 8
3.4 Schuld als Erzählmotor 9

4. Der weite Rock 10

4.1 Die Erzählperspektive und die Erzählebenen 10
4.2 Die Angemessenheit des Erzählens 12
4.3 Geschichtliche Schuld 14

5. Schluss 15

6. Literaturverzeichnis 16


 

1. Einleitung

Die vorliegende Hausarbeit befasst sich im Kern mit dem 1959 erschienenen, ersten Roman von Günter Grass, Die Blechtrommel, und speziell mit dem ersten Kapitel Der weite Rock dieses Werks. Im Folgenden möchte ich die Bedeutung dieses Textes für die deutsche Nachkriegsliteratur deutlich machen. Es soll sowohl das Verhältnis von Grass zur Gruppe 47, als auch der Beitrag, den Grass mit der Blechtrommel zur Diskussion um die Möglichkeiten der Literatur und die literarische Ethik im Deutschland der Nachkriegszeit und des Wirtschaftswunders geleistet hat, beleuchtet werden. Ich möchte anhand des ersten Kapitels deutlich machen, warum die Blechtrommel einen besondern Platz unter den Neuerscheinungen der 50er Jahre einnimmt, und somit einer der bedeutendsten Texte der deutschen Nachkriegsliteratur ist.

Beginnen möchte ich mit einem Exkurs über das Entstehen der Gruppe 47 mit den Intentionen und Hoffnungen des Initiators Hans Werner Richter und den anderen Gruppenmitgliedern, wobei sich schnell zeigen wird, dass dieser Terminus in Bezug auf die Struktur der Gruppe nicht ganz passend ist.

2. Die Gruppe 47

2.1 Die Anfänge der Gruppe 47

Es ist nicht ganz zutreffend in Bezug auf die Gruppe 47 von Mitgliedern zu sprechen, da es sich in soziologischem Sinne nicht wirklich um eine Gruppe handelte. Wer zu den Tagungen eingeladen wurde und wer nicht entschied Hans Werner Richter alleine. Er war somit also der einzige von dem feststand, dass er dazugehörte 1. Mit dem ersten Treffen der Gruppe im September 1947, kam Ihr umgehend die Bedeutung eines literarischen und auch kulturellen Zentrums zu. Das Bedürfnis nach einem solchen Zentrum war groß, obgleich die Frage Alfred Anderschs: „Was soll, so möchte man grübeln, die Frage nach der Literatur Deutschlands, da dieses Land ganz und gar (…) von einer Hoffnungslosigkeit ohne gleichen gezeichnet erscheint?“2 berechtigt erscheint. Andersch stellt jedoch gleich im Anschluss fest, dass es die Aufgabe der Literatur und die Aufgabe der, während des Naziregimes in Deutschland verbliebenen Schriftsteller sei, die These einer „Teilhaberschaft an einer kollektiven Schuld“3 am Geschehenen zu widerlegen. Die Kollektiv-Schuld-These zu bekämpfen war auch eine Grundtendenz der Zeitschrift Der Ruf, deren leitende Redakteure Hans Werner Richter und Alfred Andersch waren. Der Ruf bildete bis ins Frühjahr 1947 die politische und literarische Plattform für die junge deutsche Generation, wie Hans Werner Richter sie zu nennen pflegte. Nach dem durch die Amerikaner erlassenen Verbot des Rufs - die offizielle Begründung der Amerikaner war der Vorwurf des Nihilismus - war Hans Werner Richter bemüht ein neues Forum literarischer Arbeit und somit einen adäquaten Ersatz für den Ruf zu schaffen.

Im September 47 trafen sich somit unter der Leitung Richters zum ersten Mal ehemalige Mitarbeiter des Ruf, um die Leitlinien einer neuen literarischen Zeitschrift festzulegen und deren Erscheinen vorzubereiten. Auf dieser ersten Tagung wurde bereits der Gruppenname Gruppe 47 von Hans Georg Brenner vorgeschlagen und von den anderen Teilnehmern akzeptiert. Es gelang der Gruppe jedoch nicht, mit dem auf der ersten Tagung erarbeiteten Material eine Lizenz für eine neue Zeitschrift von der amerikanischen Militärregierung zu bekommen. Die Amerikaner lehnten die neue Lizenz mit der gleichen Begründung, mit der auch der Ruf verboten wurde, ab. Die Gruppe hatte sich zu diesem Zeitpunkt jedoch schon zu einer eigenständigen Institution4 entwickelt, und den Charakter einer literarische Werkstatt, in der das ganze Spektrum der Literatur vorgetragen werden konnte, bekommen.

2.2 Günter Grass und die Gruppe 47

1955 tagte die Gruppe zum ersten Mal in Berlin. Hans Werner Richter lud, auf eine Empfehlung hin, den zu dieser Zeit in Berlin lebenden Schriftsteller Günter Grass zu dieser Sitzung ein. Grass las einige Gedichte, die am nächsten Tag im Berliner Tagesspiegel für ihren „‹kräftig, vital und bravourös› apostrophierten Ton“5 gelobt wurden.

Von nun an war Günter Grass regelmäßiger Gast auf Tagungen der Gruppe 47. Er las zu Beginn Gedichte und Dramen, ehe er 1958 auf der 20. Tagung der Gruppe in Großholzleute im Allgäu Auszüge aus seinem Prosadebüt, der Blechtrommel, vorstellte und dafür den Preis der Gruppe 47 erhielt.

[...]


1 Leonhard, Rudolf Walter: Aufstieg und Niedergang der Gruppe 47, In: Deutsche Gegenwartsliteratur: Ausgangspositionen und aktuelle Entwicklungen. Hg: Durzak, Manfred. Stuttgart, 1981. S. 61.

2 Andersch, Alfred: Deutsche Literatur in der Entscheidung. Volk und Zeit. Karlsruhe, Dezember 1947. S. 369.

3 Vgl. Andersch (1948). S 369.

4 Arnold, Heinz Ludwig (Hg.): Die Gruppe 47. Ein Kritischer Grundriss. Edition text + kritik. Sonderband. München, 1987. S. 68.

5 Lettau, Reinhard (Hg.): Die Gruppe 47. Bericht Kritik Polemik. Neuwied/Berlin, 1967. S. 107.


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