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Autor: Ulrike Wronski
Fach: Anglistik - Literatur
Details
Institution/Hochschule: Universität Hamburg (Institut für Anglistik und Amerikanistik)
Tags: Verhältnis, Liebe, Zeit, Andrew, Marvells, Gedicht, Mistress, English, Love, Poetry
Jahr: 2005
Seiten: 14
Note: sehr gut
Literaturverzeichnis: ~ 9 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 109 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-36965-7
ISBN (Buch): 978-3-638-76217-5
Zusammenfassung / Abstract
Ist ein Leben ohne leidenschaftliche Liebe nur halb gelebt? Kann Liebe die Zeit anhalten oder bewirkt sie im Gegenteil, dass die Zeit regelrecht verfliegt? Sollte jeder Augenblick sinnlich ausgekostet werden oder sollte man sich Zeit lassen und nichts überstürzen? In Liebesgedichten tauchen auch solche Fragen auf, die die Liebe in ihrer Abhängigkeit von der Zeit oder ihre Fähigkeit, die Zeit zu beeinflussen, thematisieren. Im Folgenden soll geklärt werden, in welchem Verhältnis in Andrew Marvells Gedicht To His Coy Mistress Liebe und Zeit zueinander stehen. Zuerst muss allerdings ein Überblick darüber gegeben werden, welche Liebeskonzepte in den vorangegangen Epochen die englische Lyrik geprägt haben, um in einem zweiten Schritt zu untersuchen, wie der Sprecher in Marvells Gedicht mit diesen Konventionen verfährt.
Textauszug (computergeneriert)
Institut für Anglistik und Amerikanistik
Seminar 1b Literaturwissenschaft
Titel: English Love Poetry
WS 2004/05
Seminararbeit:
Das Verhältnis von Liebe und Zeit
in Andrew Marvells Gedicht
„To His Coy Mistress“
eingereicht von:
Ulrike Wronski
Studienfächer: Politologie (HF, 3. FS)
Anglistik (NF, 2. FS)
Journalistik (NF, 3. FS)
Abgabetermin: 25.02.05
Inhaltsverzeichnis
1. Vorüberlegungen ... 1
2. Von der höfischen zur modernen Liebe ... 1
3. Das Verhältnis von Liebe und Zeit in To His Coy Mistress ... 3
3.1 An age at least to every part ... 3
3.2 Thy beauty shall no more be found ... 4
3.3 Now let us sport us while we may ... 6
4. Fazit ... 9
Anhang: To His Coy Mistress ... 11
Literaturverzeichnis ... 12
1. Vorüberlegungen
Ist ein Leben ohne leidenschaftliche Liebe nur halb gelebt? Kann Liebe die Zeit anhalten oder bewirkt sie im Gegenteil, dass die Zeit regelrecht verfliegt? Sollte jeder Augenblick sinnlich ausgekostet werden oder sollte man sich Zeit lassen und nichts überstürzen? In Liebesgedichten tauchen auch solche Fragen auf, die die Liebe in ihrer Abhängigkeit von der Zeit oder ihre Fähigkeit, die Zeit zu beeinflussen, thematisieren.
Im Folgenden soll geklärt werden, in welchem Verhältnis in Andrew Marvells Gedicht To His Coy Mistress1 Liebe und Zeit zueinander stehen. Zuerst muss allerdings ein Überblick darüber gegeben werden, welche Liebeskonzepte in den vorangegangen Epochen die englische Lyrik geprägt haben, um in einem zweiten Schritt zu untersuchen, wie der Sprecher in Marvells Gedicht mit diesen Konventionen verfährt.
Außerdem sollten vorab einige Überlegungen zur Zeit angestellt werden. Da die Zeit eine abstrakte Größe ist, die der Mensch aus sich heraus nicht messen kann, empfindet er das Vergehen einer Stunde situationsabhängig das eine Mal als langsam und das andere Mal als schnell. Deshalb muss unterschieden werden zwischen reeller Zeit und psychologischer Zeit. Letztere meint das subjektive Empfinden des Einzelnen darüber, wie schnell die Zeit vergeht. Wenn im Zusammenhang mit Gedichten von Zeit die Rede ist, ist meistens die psychologische Zeit gemeint, so auch in Andrew Marvells Gedicht To His Coy Mistress.
2. Von der höfischen zur modernen Liebe
Über 500 Jahre hinweg war die höfische Liebe die bestimmende Konvention in Europa. Im 11. und 12. Jahrhundert an den Adelshöfen entstanden, wurde sie vor allem von dem italienischen Dichter und Gelehrten Francesco Petrarca (1303- 1374) beeinflusst. Deshalb wird die höfische Liebe auch als petrarkistisches Liebeskonzept bezeichnet. Peter Hühn beschreibt die wichtigsten Merkmale dieser Konvention2: Ein Mann wirbt um eine meist sozial höherstehende Frau, die seine Liebe aus moralischen und sozialen Gründen nicht erwidert. Weil diese Liebe also keine Hoffnung auf Erfüllung hat, muss sich der Liebende zur Uneigennützigkeit erziehen und anerkennen, dass seine Aufgabe allein in der Verehrung der Dame besteht. Über diese Affektkontrolle bezieht der Mann sein Selbstbewusstsein. Oft äußert er seine Gefühle in poetischer Form, die Dichter imitieren dabei die von Petrarca verwendete Sonettform. Die Angebetete bleibt in der Konstellation der höfischen Liebe hingegen stumm und unnahbar. Diesem Liebeskonzept liegt also eine unaufhebbare Spannung zwischen dem Streben nach ideeller Liebe und erotischem Verlangen zugrunde.
[...]
1 Dieser Arbeit liegt folgende Gedichtfassung zugrunde: Nigel Smith (Ed.), The Poems of Andrew Marvell (London, 2003), 81ff. Siehe Anhang Seite 12.
2 Peter Hühn, Geschichte der englischen Lyrik, Band 1 (Tübingen, 1995), 24ff. Im Folgenden zitiert als Hühn, Lyrik.
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