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Autor: Dagmar Klosowski
Fach: Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Details
Tags: Lernen, Gruppen
Jahr: 2005
Seiten: 21
Note: 2
Literaturverzeichnis: ~ 7 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 300 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-37196-4
Dichter Text - einzeiliger Zeilenabstand
Textauszug (computergeneriert)
Lernen in Gruppen (TZI)
von: Dagmar Klosowski
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
1.1 Vorstellung des Praxisbeispiels 3
2. Didaktik 4
2.1 Didaktisches Dreieck 4
2.2 Die didaktischen Elemente 4
2.3 Praxisbeispiel 6
3. Führungsstile 8
3.1 Praxisbeispiel 9
4. Gruppenphasen 11
4.1 Phase der Orientierung 11
4.2 Phase der Differenzierung 12
4.3 Phase der Arbeitsfähigkeit 13
4.4 Phase der Trennung 14
4.5 Praxisbeispiel 15
5. Themenzentrierte Interaktion 18
5.1 Was ist TZI? 18
5.2 TZI-Dreieck 19
5.2.1 Eisbergmodell 21
5.3 Axiome 22
5.4 Postulate 24
5.5 Hilfsregeln 25
5.5.1 Frageregel 26
5.5.2 Sprechen im eigenen Namen 27
5.5.3 Interpretationen 28
5.6 Praxisbeispiel 28
5.7 Schlussbetrachtung 29
6. Nachwort 31
7. Literaturverzeichnis 32
1. Einleitung
Lernen in Gruppen ist etwas nahezu Alltägliches. Dieser Lernform begegnen wir in der Schule, im Konfirmandenunterricht, im Studium und in Volkshochschulkursen. Dass andere sich zur gleichen Zeit mit einem Thema beschäftigen wie ich selbst, stärkt meine Motivation, weiter an dem Thema zu arbeiten. Ich kann mich mit den Gruppenmitgliedern über Gelerntes austauschen, mir Unverstandenes nochmals erklären lassen, stehe nicht allein da. Und genau das macht eine Gruppe aus: gemeinsam ein Thema bearbeiten, ein gemeinsames Ziel haben.
Der Titel dieser Hausarbeit wirft zwei Fragen auf:
- Was versteht man unter Lernen?
- Was ist eine Gruppe?
Lernen wird im Allgemeinen als eine Verhaltensänderung verstanden, Informationen werden aufgenommen, verarbeitet und umgesetzt. (vgl. Schilling, 1995. S.26) Will ich mich dem Thema von der professionellen Seite der Pädagogik nähern, stoße ich unweigerlich auf das Thema Didaktik, welches die Wissenschaft des Lehrens und Lernens ist. (Siehe Kapitel Didaktik)
Unter einer Gruppe versteht man „eine bestimmte Anzahl von Mitgliedern, die zur Erreichung eines gemeinsamen Zieles über längere Zeit in einem relativ kontinuierlichen Kommunikations- und Interaktionsprozess stehen und ein Gefühl der Zusammengehörigkeit (Wir-Gefühl) entwickeln. Zur Erreichung des Gruppenziels und zur Stabilisierung der Gruppenidentität ist ein System gemeinsamer Normen und eine Verteilung der Aufgaben über ein gruppenspezifisches Rollendifferenzial (Verteilung von Positionen aufgrund Verhaltenserwartungen) erforderlich.“
(Definition leicht verändert nach B. Schäfers, Grundbegriffe der Soziologie, (UTB), Opladen, 1986, S, 117)
Bei der Leitung einer Gruppe muss ich mir im Klaren sein, dass mein Verhalten Einfluss auf den Lernerfolg hat (siehe Kapitel Führungsstile), des Weiteren ist eine Gruppe kein statisches Medium, sondern verändert sich im Laufe seines Bestehens (siehe Kapitel Gruppenphasen).
Eine Methode der Arbeit mit Gruppen ist die Themenzentrierte Interaktion, welche den Hauptteil dieser Hausarbeit darstellt (siehe Kapitel Themenzentrierte Interaktion).
Um den Inhalt dieser Arbeit anschaulicher zu machen, ziehe ich ein Praxisbeispiel heran. Es handelt sich dabei um die Gruppe einer Kanufreizeit.
1.1 Vorstellung des Praxisbeispiels
Die Maßnahme fand im Rahmen meines Vorpraktikums statt, welches ich von März bis August 2003 im evangelischen Jugendzentrum „Klex“ absolvierte.
Bei der Kanufreizeit handelt es sich um eine 5-tägige Zeltfreizeit am Edersee, deren Gruppe aus acht Jungen im Alter von 13 bis 16 Jahren bestand. Das Leitungsteam bildeten mit mir zwei Jugendliche (Kai 18 und Anton 16 Jahre), welche im Frühjahr des Jahres einen Gruppenleiterkurs absolviert hatten.
2. Didaktik
Didaktik leitet sich vom griechischen Wort „didáskein“ ab und heißt sowohl Lernen als auch Lehren. Didaktik ist also die Wissenschaft vom Lehren und Lernen. Sie beschäftigt sich mit den Inhalten und Zielen von Lehr-Lern-Situationen (Was und Warum wird gelernt?) Durch die Didaktik sollen dem Pädagogen gedankliche Hilfestellungen bei seiner Planung gegeben werden (vgl. Schilling, 1995, S.47 f).
Grundlage der Didaktik sind die acht didaktischen Elemente (Didaktisches Dreieck): Lernen, Prozess, Gefälle, Verhältnis, Beziehung, Situation, Inhalt und Ziele.
2.1 Didaktisches Dreieck
In der Didaktik werden die Überlegungen über Situation, Inhalte und Ziele graphisch gerne in einem gleichschenkligen Dreieck dargestellt, welches man allgemein das „Didaktische Dreieck“ nennt. Die Form des Dreiecks soll darauf hinweisen, dass alle acht didaktischen Elemente miteinander verbunden sind und ein Ganzes bilden. Die Elemente 1-6 stellen die Basis dar, die Grundlage für die Formulierung von Zielen und Inhalten.
2.2 Die didaktischen Elemente
1. Es geht stets ums Lernen
2. Lernen geschieht in einem Prozess.
3. Ein nicht zu übersehendes Gefälle besteht zwischen dem Lehrendem und dem Lernenden.
4. Lehrende und Lernende gehen ein wie auch immer geartetes Verhältnis ein.
5. Lernen setzt Beziehungen voraus.
6. Lehren und Lernen geschieht immer in einer Situation.
7. Beim Lernen geht es stets um Inhalte.
8. Eine Lehr-Lern-Situation wird stets von Zielen bestimmt.“ (Schilling,1995. S.25)
Lernen
Beim Lernen geht es um Verhaltensänderung, Qualifikationen und/oder Erwerb von Wissen. Lernen besagt, eine Information aufzunehmen, zu verarbeiten und in Handlung umzusetzen.
Prozess
Der Lehr-Lern-Prozess ist stets von der Zeit abhängig. Nicht alles was gelernt wird, kann sofort in Handeln umgesetzt werden. Auch wenn etwas verstanden wurde, wird nicht automatisch dementsprechend gehandelt, weil sich das Gefühl vor Neuerungen sträubt. Erst wenn Herz und Verstand übereinstimmen, kann eine Erkenntnis in Handlung münden.
Gefälle
Zwischen Lehrendem und Lernendem besteht ein Gefälle, der eine besitzt etwas, welches der andere gern übernehmen möchte. Emanzipation, Mündigkeit und Selbständigkeit beispielsweise sind langfristige Ziele und müssen schrittweise erlernt werden, sie können nicht als Eingangsbedingungen verstanden werden, sondern sind Endziele. Ziel des Pädagogen sollte es sein, in einem langfristigen Prozess dieses Gefälle allmählich abzubauen.
Verhältnis
Ein Pädagoge muss sich stets fragen, wie sein Verhältnis zum Lernenden aussehen soll. Dieses Verhältnis hängt hauptsächlich von seinem üblichen Leitungsstil ab, worauf der Lernende meist keinen Einfluss hat. Partnerschaftliches Verhalten ist ein Ziel sozialpädagogischen Handelns, darf jedoch nicht bei jeder Gruppe und in jeder Situation Ausgangspunkt sein, da Partnerschaftlichkeit gelernt werden muss.
Beziehungen und Inhalte
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