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Finanzierungsalternativen für deutsche mittelständische Unternehmen im Hinblick auf Basel II

Diploma Thesis, 2004, 67 Pages
Author: Alexander Schwaier
Subject: Economics / Business: Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting

Details

Category: Diploma Thesis
Year: 2004
Pages: 67
Grade: 2,3
Bibliography: ~ 60  Entries
Language: German
Archive No.: V38754
ISBN (E-book): 978-3-638-37730-0
ISBN (Book): 978-3-638-70569-1
File size: 1444 KB

Abstract

Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht hat durch seine Vorschläge zur Überarbeitung von Basel I, der Eigenkapitalvereinbarung von 1988, in Deutschland eine breit angelegte öffentliche Diskussion über die künftigen Perspektiven der Mittelstandsfinanzierung ausgelöst . Diese durch Basel II eingeleitete Diskussion sollte sich aber nicht nur einseitig auf die in Deutschland weit verbreitete Fremdkapital-geprägte Finanzierungskultur des Mittelstands beschränken, vielmehr scheint eine akribische Analyse des gesamten Spektrums aller Finanzierungsalternativen angebracht, wie sie international bereits vielfach angewandt wird . Die dabei in Deutschland vorherrschenden Finanzierungsstrukturen des Mittelstands werden auf einen harten Prüfstand gestellt, aber durch die veränderten Rahmenbedingungen im Zuge von Basel II können sich nicht nur neue Anforderungen, sondern durchaus auch neue Möglichkeiten in der Mittelstandsfinanzierung ergeben. Betrachtet man die weit vorangeschrittene Internationalisierung des Kapitalmarkts, welche durch die Einführung des Euros in Europa noch an Fahrt gewonnen hat , so lässt sich auf der einen Seite feststellen, dass sich der Wettbewerb im Finanzsektor in den vergangenen Jahren sehr stark intensiviert hat. Banken, Versicherungen und Fondsgesellschaften ringen um die Gunst der Anleger, und die Unternehmen finanzieren sich zunehmend direkt am Kapitalmarkt, Ländergrenzen spielen hierbei zunehmend eine untergeordnete Rolle. Der einheitliche internationale und hochliquide Kapitalmarkt ermöglicht aber auf der anderen Seite neue Perspektiven in der Unternehmensfinanzierung. Nicht nur Großunternehmen und weltweit agierenden Konzernen stehen ganz neue Zugangsmöglichkeiten offen, sondern auch große mittelständische Unternehmen können teils beispielsweise über das Instrument der Kreditverbriefung einen indirekten Marktzugang erreichen. Diese zunehmende Bedeutung des Markts wird mittelfristig zu einer konsequenten, bonitätsabhängigen Preisdifferenzierung führen, wie sie implizit durch die neuen Vorschläge des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht gefordert wird. Die bislang übliche Subventionierung bonitätsmäßig schlechter Risiken durch gute Risiken wird durch die risikoorientierte Differenzierung beendet werden und zu einer faireren Preisgestaltung bei der Unternehmensfinanzierung führen .


Excerpt (computer-generated)

Finanzierungsalternativen
für deutsche mittelständische
Unternehmen im Hinblick auf Basel II

Diplomarbeit

im Ausbildungsbereich Wirtschaft
Fachrichtung Bank
an der Berufsakademie Heidenheim
(Staatliche Studienakademie)

vorgelegt von:  

Alexander Schwaier

am: 18.05.2004

 

INHALTSVERZEICHNIS

Inhaltsverzeichnis ... I
Abkürzungsverzeichnis  ... II

1. Einleitung  ... 1

2. Basel II im Überblick  ... 4
2.1 Historie der Baseler Eigenkapitalvereinbarung  ... 5
2.2 Zielsetzung von Basel II ...  7
2.3 Die drei Säulen der neuen Baseler Eigenkapitalvereinbarung ...  7
2.3.1 Säule I: Mindestkapitalanforderungen ...  8
2.3.2 Säule II: Aufsichtsrechtliches Überprüfungsverfahren  ... 8
2.3.3 Säule III: Förderung der Marktdisziplin  ... 9

3. Der deutsche Mittelstand  ... 10
3.1 Begriffsbestimmung und Bedeutung des Mittelstands in Deutschland  ... 10
3.2 Finanzierungs- und Eigenkapitalsituation  ... 12

4. Alternative Finanzierungsformen für den deutschen Mittelstand  ... 16
4.1 Stärkung des Eigenkapitals  ... 17
4.2 Beteiligungsfinanzierung ...  19
4.2.1 Venture Capital und Private Equity  ... 19
4.2.2 Business Angels und Inkubaturen  ... 22
4.3 Öffentliche Fördermittel ...  24
4.4 Mezzanine-Kapital  ... 27
4.4.1 Privatplatzierte Mezzanine-Instrumente  ... 29
4.4.2 Kapitalmarktorientierte Mezzanine-Instrumente  ... 30
4.5 Leasing  ... 33
4.6 Factoring bzw. Forfaitierung  ... 35
4.7 Asset-Backed-Securities  ... 37

5. Abschließende Betrachtung  ... 39

Anhang  ... 43

Literaturverzeichnis  ... 57

 

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS
Abb. = Abbildung
ABS = Asset-Backed-Securities
AG = Aktiengesellschaft
BdB = Bundesverband deutscher Banken
BGB = Bürgerliches Gesetzbuch
BMU = Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit
BMWA = Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit
drgl. = dergleichen
DtA = Deutsche Ausgleichsbank
d.h. = das heißt
EDV = Elektronische Datenverarbeitung
EIB = Europäische Investitionsbank
EK = Eigenkapital
ERP = European Recovery Program
EU = Europäische Union
EUR = Euro
evtl. = eventuell
GmbH = Gesellschaft mit beschränkter Haftung
IfM = Institut für Mittelstandsforschung Bonn
inkl. = inklusive
i.d.R. = in der Regel
i.S.d. = im Sinne des
KfW = Kreditanstalt für Wiederaufbau
KG = Kommanditgesellschaft
KGaA = Kommanditgesellschaft auf Aktien
KMU = Kleine und mittlere Unternehmen
KWG = Kreditwesengesetz
max. = maximalMio. = Millionen
OHG = Offene Handelsgesellschaft
sog. = sogenannte
SPV = Special Purpose Vehicle
USA = Vereinigte Staaten von Amerika
u.U. = unter Umständen
vgl. = vergleiche
z.Zt. = zur Zeit

 

 

1. Einleitung

Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht hat durch seine Vorschläge zur Überarbeitung von Basel I, der Eigenkapitalvereinbarung von 1988, in Deutschland eine breit angelegte öffentliche Diskussion über die künftigen Perspektiven der Mittelstandsfinanzierung ausgelöst1.

Diese durch Basel II eingeleitete Diskussion sollte sich aber nicht nur einseitig auf die in Deutschland weit verbreitete Fremdkapital-geprägte Finanzierungskultur des Mittelstands2 beschränken, vielmehr scheint eine akribische Analyse des gesamten Spektrums aller Finanzierungsalternativen angebracht, wie sie international bereits vielfach angewandt wird3. Die dabei in Deutschland vorherrschenden Finanzierungsstrukturen des Mittelstands4 werden auf einen harten Prüfstand gestellt, aber durch die veränderten Rahmenbedingungen im Zuge von Basel II können sich nicht nur neue Anforderungen, sondern durchaus auch neue Möglichkeiten in der Mittelstandsfinanzierung ergeben.

Betrachtet man die weit vorangeschrittene Internationalisierung des Kapitalmarkts, welche durch die Einführung des Euros in Europa noch an Fahrt gewonnen hat5, so lässt sich auf der einen Seite feststellen, dass sich der Wettbewerb im Finanzsektor in den vergangenen Jahren sehr stark intensiviert hat. Banken, Versicherungen und Fondsgesellschaften ringen um die Gunst der Anleger, und die Unternehmen finanzieren sich zunehmend direkt am Kapitalmarkt, Ländergrenzen spielen hierbei zunehmend eine untergeordnete Rolle.

Der einheitliche internationale und hochliquide Kapitalmarkt ermöglicht aber auf der anderen Seite neue Perspektiven in der Unternehmensfinanzierung. Nicht nur Großunternehmen und weltweit agierenden Konzernen stehen ganz neue Zugangsmöglichkeiten offen, sondern auch große mittelständische Unternehmen können teils beispielsweise über das Instrument der Kreditverbriefung einen indirekten Marktzugang6 erreichen.

Diese zunehmende Bedeutung des Markts wird mittelfristig zu einer konsequenten, bonitätsabhängigen Preisdifferenzierung führen, wie sie implizit durch die neuen Vorschläge des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht gefordert wird. Die bislang übliche Subventionierung bonitätsmäßig schlechter Risiken durch gute Risiken wird durch die risikoorientierte Differenzierung beendet werden und zu einer faireren Preisgestaltung bei der Unternehmensfinanzierung führen7.

Basel II greift diese am Markt zu beobachtenden Tendenzen mit der Forderung einer bonitätsabhängigen Eigenmittelunterlegung der Kreditinstitute aus bankaufsichtsrechtlicher Sicht an, und trägt so zur Stabilität der Finanzmärkte bei. 

Oft ist aber im Zuge von Basel II die Rede von „Credit Crunch“8 oder „Finanzierungskrise des Mittelstands“. Entgegen diesen Aussagen wird aber die Finanzierung von Vorhaben, welche eine angemessene Rendite erwirtschaften, wohl auch weiterhin gesichert sein9, wenn auch evtl. zu anderen Kreditkonditionen und mit höheren Transparenzanforderungen als bislang.

Jedoch scheint Basel II das in Deutschland häufig vorzufindendes Merkmal der Eigenkapitalschwäche des Mittelstands aufzudecken. Die Entwicklung der Unternehmensinsolvenzen in den vergangenen Jahren10 zeigt, dass die Eigenmittelausstattung vieler deutscher Mittelständler in einem schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfeld unzureichend ist. 

Betrachtet man die Eigenkapitalquoten von ausländischen Unternehmen, so lässt sich erkennen, dass diese i.d.R. über eine höhere Eigenmittelausstattung verfügen als deutsche Unternehmen11, und dass deren besseren finanziellen Rücklagen im momentan schwierigen Umfeld einen deutlichen Vorteil darstellen.

Die deutschen Mittelständler sollten also bestrebt sein ihre Eigenmittelausstattung zu erhöhen, und ihre Finanzierungsstrukturen kritisch, anstatt nur unter steuerrechtlichen Aspekten, zu überprüfen. Durch Basel II sollte sich daher die Flexibilität im Hinblick auf neue Finanzierungsalternativen erhöhen12.

[....]


1 Vgl. Bundesverband deutscher Banken (BdB); Mittelstandsfinanzierung vor neuen Herausforderungen – Daten, Fakten, Argumente; Berlin; Januar 2003; S. 5

2 Vgl. Anhang: Abb. 1 und Abb. 2

3 Vgl. GoingPublic Media AG; VentureCapital Magazin – Sonderausgabe Mittelstandsfinanzierung 2004; Wolfratshausen; 5. Jahrgang 2004; S. 3

4 Vgl. Anhang: Abb. 3

5 Vgl. IKB Deutsche Industriebank AG; Geschäftsbericht 2001/2002; Düsseldorf; 21.05.2002; S. 23

6 Vgl. Bundesverband deutscher Banken (BdB); Mittelstandsfinanzierung vor neuen Herausforderungen – Daten, Fakten, Argumente; Berlin; Januar 2003; S. 5 sowie GoingPublic Media AG; VentureCapital Magazin – Sonderausgabe Mittelstandsfinanzierung 2004; Wolfratshausen; 5. Jahrgang 2004; S. 5 und S. 26

7 Vgl. Bayerische Beteiligungsgesellschaft mbH; Baytrag zum Beteiligungsgeschehen; Ausgabe 3 September 2003; München; 2003; S. 2

8 Einschränkung und Verknappung von Krediten

9 Vgl. Stein, Dr. Stefan / Paul, Prof. Dr. Stephan; Rating, Basel II und die Unternehmensfinanzierung; Köln; 1.Ausgabe 2002; S. 5

10 Vgl. Anhang: Abb. 4

11 Vgl. Anhang: Abb. 5

12 Vgl. GoingPublic Media AG; VentureCapital Magazin – Sonderausgabe Mittelstandsfinanzierung 2004; Wolfratshausen; 5. Jahrgang 2004; S. 13


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