Please wait
Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2005, 23 Pages
Author: M.A. Emily Nestler
Subject: Speech Science / Linguistics
Details
Institution/College: RWTH Aachen University
Tags: Sprachkritik, Sprachwissenschaften, Beispiel, Fachsprache, Sprachkritik, Seminar
Year: 2005
Pages: 23
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 18 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-38115-4
ISBN (Book): 978-3-638-65419-7
File size: 132 KB
Other users also were interested in the following titles:
Abstract
Sprachkritik reicht von den Meinungen zur neuen deutschen Rechtschreibung über die Verurteilung von Anglizismen bis hin zu der Frage, ob ein Binnen-I die weibliche Emanzipation voran treibt. Platon hat die ersten Grundsteine für die Sprachkritik gelegt und Adelung, Campe und Gottsched haben darauf aufgebaut. Bekannte Sprachkritiker des 20. und 21. Jahrhunderts wie Klemperer und Schiewe aber auch der Verein Deutsche Sprache haben versucht, diese Tradition fortzuführen. Es herrscht eine hitzige Diskussion darüber, wer Kritik an der Sprache üben darf und ob diese Disziplin überhaupt einen Platz in den (Sprach-)Wissenschaften hat. Laienhafte Sprachanalysen lösen auf der einen Seite unbegründete Paniken in der Bevölkerung aus wie etwa "die Anglizismen werden die deutsche Sprache vernichten", sie dienen aber auch der Wachsamkeit, um zum Beispiel nationalsozialistische Anzeichen in der Sprache schon frühzeitig zu erkennen. Dennoch können Linguisten durch wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse zu einer Aufklärung und Ent-Polemisierung beitragen. Am Beispiel des Fachjargons wird klar, welche Themen durch die Sprachkritik aufgegriffen werden können und wie eine linguistische oder auch interdisziplinäre Analyse konkreter Sprachprobleme vonstatten geht. Am Ende stehen die Frage "Kann man das nicht auch einfacher sagen?" und die Überlegungen zum Zweck und Ziel des Fachjargons. Die Arbeit bietet einen umfassenden Überblick über wichtige Werke und Stimmen der Sprachkritik und baut auf Originalzitate. Das Literaturverzeichnis umfasst 18 namhafte Bücher, wobei der Schwerpunkt auf "Die Macht der Sprache. Eine Geschichte der Sprachkritik von der Antike bis zur Gegenwart." von Jürgen Schiewe liegt.
Excerpt (computer-generated)
Germanistisches Institut der RWTH Aachen Lehrstuhl für Deutsche Philologie Hauptseminar „Sprachkritik“
Sprachkritik in den Sprachwissenschaften am Beispiel der Fachsprache
von Emily Nestler
Wintersemester 2004/05
Inhalt
1. Einleitung ... 3
2. Sprachkritik ... 5
2.1 Von den Anfängen bis zur Gegenwart ... 5
2.2 Die Sprachkritiker und ihr Gegenstand ... 7
2.3 Ziele und Nutzen ... 11
3. Das Für und Wider des Fachjargons ... 13
3.1 Begrifflichkeiten ...13
3.2 Fachsprache unter Wissenschaftlern ... 14
3.3 Fachsprache im Alltag ... 17
4. Schlussbetrachtungen ... 20
5. Literatur ... 22
1. Einleitung
„Seine Entscheidung stützt der Sprachkritiker so gut wie nie auf linguistisch begründete Einsichten, er verläßt sich durchweg auf […] sein Sprachgefühl“ (Sanders 1992: 17). Von einem Sprachwissenschaftler hingegen wird erwartet, dass er sachlich argumentiert und sich nicht von subjektiven Empfindungen leiten lässt. Ist er deshalb nicht als Kritiker an der Sprache geeignet? Oder sollte man vielleicht eher die Einstellung der Sprachkritik ändern und von jedem Kritiker erwarten, dass er wissenschaftlich vorgeht? Für eine sprachwissenschaftliche Ausarbeitung sind diese Fragen von existentieller Bedeutung, denn sie rechtfertigen erst ihre Entstehung. Sollten Sprachkritik und Sprachwissenschaft nicht in irgendeiner Weise miteinander verknüpft sein, hätte diese Arbeit keinerlei Berechtigung.
Es wäre wohl zu viel erwartet, all die großen Fragen, mit denen sich bedeutende Wissenschaftler unserer Zeit schon lange beschäftigen, umfassend zu beantworten. Ich kann jedoch einen groben Überblick über die Sprachkritik vermitteln, mögliche Probleme herausstellen und Denkanstöße für die Zukunft geben. Die Arbeit ist anders gegliedert als gewöhnlich, da das Thema nur schlecht in das Raster eines kleineren Theorieteils und eines größeren Praxisteils passt. Vielmehr werden uns nur wenige Begriffsdefinitionen und gar keine Modelle oder namhaften Theorien begegnen. Leider, denn es gibt sie noch nicht.
Der erste Teil wird das Kernstück der Arbeit ausmachen und sich mit den zuvor schon angedeuteten Fragen nach der Entstehung, Beschaffenheit, Zielsetzung und Berechtigung der Sprachkritik beschäftigen. Den Einstieg macht dabei ein kurzer Blick in die Geschichte der Sprachkritik, denn:
Eine Geschichte der Sprachkritik kann deshalb verstanden werden als der Hintergrund, vor dem eine gegenwärtige und zukünftige Sprachkritik ihre Argumente sammeln, prüfen und selbstkritisch reflektieren kann. (Schiewe 1998: 7)
Es werden einige große Namen damaliger und heutiger Sprachkritiker fallen, die die Brisanz des Themas unterstreichen.
Die Geschichte dient nicht nur zur Einstimmung sondern auch zur Vorbereitung auf das nächste Unterkapitel, das den Versuch unternimmt, den Gegenstand sowie das Subjekt der Sprachkritik zu definieren. Die Frage nach dem Subjekt ist sicherlich eine der schwierigsten und wird den Streit zwischen Sprachkritikern und Sprachwissenschaftlern aufgreifen.
Das zweite Kapitel wird abgerundet mit den Zielen bzw. dem Zweck der Sprachkritik. Wir werden sehen, dass gerade die Zielsetzung stark abhängig ist von den einzelnen Gruppen, die Sprachkritik betreiben und dass manche Ziele besser nicht zum Zweck werden sollten.
Der Leser wird bis hierhin einige Ideen haben sammeln können, wie Sprachkritik konkret aussieht und soll nun im dritten Kapitel ein Anwendungsbeispiel aus nächster Nähe erleben. Ich habe das Thema der Fachsprache gewählt, weil es in dieser Form noch sehr jung ist und weniger polarisiert als z.B. die Anglizismen- oder Binnen-I-Frage. Außerdem hat sich sicherlich jeder Student schon einmal die Frage gestellt, ob es wirklich nötig ist, dass Professoren sich oft so umständlich ausdrücken. Der Professor ist ein Wissenschaftler, der die Sprache seines Faches verwendet und man möchte meinen, dass dagegen nichts einzuwenden ist.
Das Kapitel 3.2 wird sich damit beschäftigen, inwieweit innerfachliche Kommunikationsprobleme auftauchen können und wo die Grenze der Fachlichkeit liegt. Ein verwandtes Phänomen ist das des „[…] seine ursprüngliche Sphäre überwuchernden Fachwortschatze[s…]“ (Schiewe 1998: 256), der plötzlich seinen Platz in der Alltagssprache einnimmt. Inwiefern macht sich diese Verwissenschaftlichung der Gemeinsprache bemerkbar? Woher kommt sie? Was sind die Folgen? Ich werde an dieser Stelle Antworten aus der Literatur zitieren, aber auch auf Lücken in der Argumentation hinweisen. Wir werden sehen, dass es oft an Kriterien, Fakten und wissenschaftlicher Methodik fehlt womit wir wieder beim Anfang, dem Mangel an linguistischer Sprachkritik, angelangt sind.
Um Missverständnissen vorzubeugen, werden die Begriffe Fachsprache, Fachjargon und Wissenschaftssprache im Punkt 3.1 voneinander abgegrenzt. Die Definitionen mögen unterschiedlich sein von anderen in der Literatur doch werden im gesamten Verlauf der Arbeit konstant befolgt.
Das Schlusswort rundet ab mit einem Appell an die Linguistik und zieht die notwendigen Konsequenzen aus den Ergebnissen der Analyse.
[...]
Comments
No comments yet
Other users also were interested in the following titles:
Was versteht das Volk vom Volks-Computer?
Author: M.A. Justus Julius KunzSpeech Science / Linguistics, 2003 Download as PDF-file for 9,99 EUR
Jugendsprache in Deutschland
Authors: Ines Haier, Hannes HaierGerman - Pedagogy, Didactics, Literature Studies, 2004 Download as PDF-file for 7,99 EUR
This text can be quoted and accessed from this url: