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Hausarbeit, 2004, 26 Seiten
Autor: Myrna Fuchs
Fach: Theologie - Biblische Theologie
Details
Institution/Hochschule: Bergische Universität Wuppertal (Evangelische Theologie)
Tags: Exegese, Hauptmann, Kapernaum, Grundwissen, Neues, Testament
Jahr: 2004
Seiten: 26
Note: sehr gut
Literaturverzeichnis: ~ 11 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-38787-3
Dateigröße: 190 KB
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Textauszug (computergeneriert)
Exegese "Der Hauptmann von Kapernaum" Mt 8, 5-13
von: Myrna Fuchs
Inhalt
1. Einleitung 1
2. Sprachliche Analyse (Textlinguistik) 2
2.1 Anfang und Ende 2
2.2 Inneres Gefüge – Textkohärenz und Oppositionen 3
2.2.1 Ort/ Zeit und Personen 3
2.2.2 Pro-Formen 3
2.2.3 Konjunktionen 4
2.2.4 Rahmungen 4
2.2.5 Spannungsbögen 4-5
2.2.6 Semantische Felder (Themen) 5
2.2.7 Gegensatzpaare 5
2.2.8 Tempuswechsel 6
2.2.9 Verwendete Sprechformen 6
2.2.10 Textgliederung 6
2.2.11 Zielaussage 7
2.2.12 Themenwechsel 7
3. Quellenanalyse und Synoptischer Vergleich 8
3.1 Synoptischer Vergleich Mt 8,5-13 und Lk 7,1 -10 8-11
3.2 Vergleich Mt 8,5 -13 und Joh 4,46-53 11-12
4. Gattungsanalyse 13-15
5. Traditions- und Motivanalyse 16-20
6. Kompositionsanalyse/ Redaktionsanalyse 21-22
7. Theologische Würdigung 23
8. Literaturverzeichnis 24
1. Einleitung
In der folgenden Hausarbeit werde ich die Bibelstelle Matthäus 8,5-13 „Der Hauptmann von Kapernaum“ auf Basis der neutestamentlichen Exegeseschritte untersuchen und analysieren. Die Reihenfolge der Exegeseschritte ist so gewählt, dass die Erkenntnisse der vorhergehenden, für ein Erarbeiten der nachfolgenden Untersuchung als Grundlage dient.
Das Evangelium nach Matthäus wurde etwa 75-90 n. Chr. verfasst und wendet sich vor allem an jüdische Gemeinden. Das Evangelium verarbeitet Themen wie das Verhältnis des Christusglaubens zum Alten Testament und zum alten Gottesglauben1. Jüdische Tradition spielt im Matthäus-Evangelium eine große Rolle und daher werde ich mich zunächst mit den Elementen des Textes beschäftigen, die typisch für diese Tradition und typisch für Matthäus sind. Die Wundergeschichte, die in Matthäus 8,5-13 erzählt wird, wirft die Frage auf, we lche Rolle das Wunder in der Geschichte spielt und wie Wundergeschichten mit heutigem Wissen verstanden werden können. Wundergeschichten werden von der Kirche heute oft dazu verwendet, den Menschen Mut zum Glauben zu geben, indem sie uns anregen über eigene Erfahrungen in Bezug auf „Wunder“ nachzudenken. Im Folgenden verwende ich für die Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes die gebräuchlichen Abkürzungen Mt, Mk, Lk und Joh.
2. Sprachliche Analyse (Textlinguistik)
2.1 Abgrenzung von Anfang und Ende
Eine Textabgrenzung zur vorherigen Bibelstelle ist in der Handlung “Der Hauptmann von Kapernaum”, Mt 8, 5-13, deutlich zu erkennen. Im Gegensatz zu dem vorhergehenden Textabschnitt (Mt 8,1 -4), in welchem beschrieben wird, wie Jesus auf dem Weg von einem Berg hinunter einen Aussätzigen heilt, wird ab Vers 5 mit den einleitenden Worten “Als aber Jesus nach Kapernaum hineinging...” eine präzise Örtlichkeit festgelegt. Der Text grenzt sich des weiteren durch einen Wechsel der Personen ab. In dem Textabschnitt Mt 8,1 -4 spielt sich die Handlung zwischen Jesus und dem Aussätzigen ab, der nach seiner Heilung den Befehl von Jesu erhält “...geh hin und zeige dich dem Priester...” (Vers 4) und somit aus der Handlung verschwindet. Im der nachfolgenden Vers erreicht Jesus eine neue Stadt und trifft auf den heidnischen Hauptmann, eine neue Person, und wird sogleich von diesem mit einer neuen Heilsbitte konfrontiert. Eine Abgrenzung zum nachfolgenden Text ist sowohl durch einen Orts-, als auch durch einen Personenwechsel festzustellen. In Mt 8,14 kommt Jesus in das Haus des Petrus und trifft auf eine neue Person, die Schwiegermutter des Petrus, welche das Fieber hat. Vers 13 ist ein typischer Schlusssatz: „Und Jesus sprach zu dem Hauptmann: Geh hin; dir geschehe, wie du geglaubt hast. Und sein Knecht wurde gesund zu derselben Stunde.“. Jesus kommt der Bitte des Hauptmannes, seinen Knecht zu heilen, nach und schickt den Hauptmann fort. Zudem wird noch einmal das Thema des Abschnittes abschließend mit der Textstelle “...dir geschehe, wie du geglaubt hast” verdeutlicht. Dies und die Erwähnung der tatsächlichen Genesung “Und sein Knecht wurde gesund zu der selben Stunde” markieren deutlich einen Abschluss der Handlung. Der Abschnitt Mt 8,5-13 beinhaltet ausserdem ein neues Begriffsfeld, welches die Textabgrenzung nach vorne und hinten zusätzlich verstärkt. Es beinhaltet Begriffe, die Macht bzw. Unterordnung verdeutlichen, wie z.B. Hauptmann, Soldaten, Obrigkeit, Knecht, untertan sein, jemanden unter sich haben und wert sein, sowie Sätze im Imperativ: “Geh hin!” und “Tu das!”.
2.2 Inneres Gefüge - Textkohärenz und Oppositionen
2.2.1 Ort/ Zeit und Personen
Die Kohärenz eines Textes trägt das Merkmal der Einheit von Ort, Zeit und Personen. Zu Beginn der Handlung kommt Jesus nach Kapernaum und trifft dort auf den Hauptmann. Im Folgenden wird keine örtliche Veränderung erwähnt, was darauf schliessen lässt, dass sich die Situation innerhalb kurzer Zeit und am selben Ort abspielen muss. Die Stimmigkeit des Dialogs, (Fragen und Antworten beziehen sich direkt aufeinander), deutet auf eine kurze Zeitspanne hin, und ist ebenfalls ein Merkmal der Textkohärenz. Als sich Jesus in Vers 10-12 mit den Worten: „Solchen Glauben habe ich in Israel bei keinem gefunden...“ an das Volk wendet, entsteht ein Bruch im Dialog zwischen Jesus und dem Hauptmann. Dies ändert jedoch nichts an der Einschätzung von Ort und Zeit, da Vers 13 einen rahmenden Schluss bildet. Hier wird das Gespräch wieder aufgenommen. Durch die Wiederholung von “Geh hin” (Verse 9 und 13) wird die Wiederaufnahme des ersten Handlungsstranges verdeutlicht und der Exkurs der Verse 10 bis 12 beendet.
Die Hauptakteure der Textstelle sind Jesus und der Hauptmann (Verse 5-9 und 13). In den Versen 10-12 spricht Jesus ausschließlich zu der ihm nachgefolgten Menschenmenge und unterbricht das direkte Gespräch zwischen sich und dem Hauptmann. Es werden zwar andere Adressaten angesprochen und die primäre Handlung unterbrochen, doch das rahmende Gespräch, welches in Vers 13 fortgesetzt und beendet wird, hält den Text zusammen.
2.2.2 Pro-Formen
Pro-Formen stellen eine stärkere Kohärenz her. Der in Vers 6 erwähnte Knecht wird in Vers 7 durch das Pronomen „ihn“ ersetzt. In Vers 10 wird beschrieben, dass Jesus nun zu denen spricht, die ihm nachgefolgt sind, worauf in Vers 11 der Wortlaut folgender ist: „Aber ich sage euch...“. Es wird ein direkter Bezug zu den vorher Angesprochenen hergestellt. In Vers 10 heisst es: „Solchen Glauben...“. Würde der Leser die vorherige Handlung nicht kennen, wüsste er nicht, von welchem Glauben die Rede ist. Hier tritt wieder eine eindeutige Kohärenz auf. Folglich werden die Verse 10 bis 12 sinnvoll in den Handlungsstrang eingegliedert und bilden trotz des Handlungsbruches eine kohärente Satzfolge.
2.2.3 Konjunktionen
[...]
1 Westermann, Claus: Abriss der Bibelkunde, S.146
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