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Hansesprache - Mittelniederdeutsche Schreibsprachen: Lübecker Ausgleichssprache

Termpaper, 2004, 74 Pages
Authors: Lydia Plagge, Marion Brelage, Silvia Kramer
Subject: German Studies - Linguistics

Details

Category: Termpaper
Year: 2004
Pages: 74
Grade: keine Benotung
Bibliography: ~ 13  Entries
Language: German
Archive No.: V41278
ISBN (E-book): 978-3-638-39570-0
ISBN (Book): 978-3-638-74078-4
File size: 381 KB

Abstract

1. Mittelniederdeutsche Schreibsprachen –Lübecker Ausgleichssprache – Hansesprache • Sprachsituation in frühhansischer Zeit • Problematik und Verdrängung der Hansesprache (Bearbeitet von Silvia Kramer) 2. Die Lübische Ausgleichssprache (Bearbeitet von Marion Brelage) 3. Orthographie des Mittelniederdeutschen (Bearbeitet von Lydia Plagge)


Excerpt (computer-generated)

Proseminar:
Mittelniederdeutsch: „Hansesprache“
SS 2003/2004

Hansesprache
Mittelniederdeutsche Schreibsprachen
- Lübecker Ausgleichssprache -

von

Silvia Kramer

Marion Brelage

Lydia Plagge

 

 

Inhaltsverzeichnis

1. Mittelniederdeutsche Schreibsprachen - 
Lübecker Ausgleichssprache – Hansesprache

· Sprachsituation in frühhansischer Zeit
· Problematik und Verdrängung der Hansesprache ... 3

(Bearbeitet von Silvia Kramer)

2. Die Lübische Ausgleichssprache ... 16

(Bearbeitet von Marion Brelage)

3. Orthographie des Mittelniederdeutschen ... 25

(Bearbeitet von Lydia Plagge)

 

 

Gliederung von Silvia Kramer

1. Die Sprachsituation in frühhansischer Zeit (12. /13. Jahrhundert)  ... 4

2. Hansesprache – keine gesprochene Sprache?  ... 7

3. Problematik der Hansesprache ... 8
3.1 Die Sprachsituation im 15. Jahrhundert ... 8
3.2 Die Schreibweise im 15. Jahrhundert  ... 9
3.3 Die Sprachkenntnisse des hansischen Kaufmanns ... 10

4. Verdrängung des Mittelniederdeutschen durch die hochdeutsche Schriftsprache  ... 11
4.1 Besondere Situation Elbostfalens, während des Untergangs  ... 14
4.2 Gebietsweiser Untergang ... 14

5. Literaturverzeichnis  ... 15

 

1. Die Sprachsituation in frühhansischer Zeit (12./13. Jahrhundert)

Zur Zeit der Kaufmannshanse, im 12. und 13. Jahrhundert, können sie sprachlichen Verhältnisse wie folgt beschrieben werden:

Die Ostsiedlung bewirkt einen sprachlichen Umbau des gesamten Ostseeraumes es entsteht das neue ostniederdeutsche Sprachreal.

Es beinhaltet die Mundartenräume des

  • Mecklenburgischen
  • Pommerschen
  • Niederpreußischen
  • Märkischen

Der Übergang des elb- und ostseeslavischen Gebietes zum Niederdeutschen ergibt sich zum einen aus der Siedlung niederdeutscher und niederländischer Sprecher, zum anderen aus dem Sprachwechsel der slavischen Bevölkerung.

Die Verdrängung des Slavischen erfolgt jedoch nicht abrupt; es herrscht ein langes Nebeneinander der niederdeutschen und slavischen Sprache. Ähnliche Verhältnisse des Zweisprachengebrauchs gab es auch in Preußen. Hier gingen die Sprachen, bevor sie nachher in niederpreußisches Mittelniederdeutsch überging, Niederpreußisch und baltisch Preußisch nebeneinander her.

In den neuen Städten an der Südküste der Ostsee gab es in der ersten Zeit keine einheitliche Mundart, da die Neubürger aus den verschiedenen Mundartlandschaften des neudeutschen Altlandes und der Niederlande stammten. Es wird ein Nebeneinander der Dialekte gegeben haben.

Auch zogen die Neugründungen nichtdeutsche Bewohner des Umlandes an. So ist in den Städten in der Frühzeit auch slavisch gesprochen worden.

[...]

 

Gliederung von Marion Brelage

1. Einleitung ... 17

2. Problematik des Referates  ... 17

3. Dringlichkeit einer Ausgleichssprache ... 18

4. Entstehung der Hansesprache  ... 18

5. Die Rolle Lübecks  ... 18

6. Die hansisch-lübeckische „mittelniederdeutsche“ Schriftsprache  ... 20

7. Mittelniederdeutsch in Schrift ... 21
7.1 Handelssprache ... 21
7.2 Rechtssprache und Sprache der Diplomatie  ... 22
7.3 Literatursprache  ... 23

8. Schluss  ... 23

9. Literaturangabe ... 24

 

1. Einleitung

In dieser Ausarbeitung geht es um die Entstehung und die Verbreitung der Lübischen Ausgleichssprache. Lübeck schaffte es, eine Mundart zur offiziellen Schriftsprache der Hanse zu machen. Wie dies nun geschah und warum es gerade Lübeck war, werde ich hier näher erläutern.

Vorher gehe ich aber noch kurz auf die Problematik unseres Referates ein.

2. Problematik des Referates

Am Anfang unserer Ausarbeitung hatten wir einige Probleme überhaupt zu erkennen, was Hansesprache genau ist. Wurde sie nur gesprochen, nur geschrieben oder etwa beides?

Nach einiger Zeit bemerkten wir, dass das eigentlich Problem nicht in unserem Textverständnis lag, sondern in unterschiedlichen Auffassungen der Autoren, die wir zur Ausarbeitung dieses Themas zu Hilfe genommen haben. Die unterschiedlichen Meinungen werden hier kurz wiedergegeben.

Dieter Stellmacher vertritt folgende Meinung:
„Hanse kennzeichnet zwar die mittlere Epoche, aber Hansesprache ist nicht das gleiche wie Mittelniederdeutsch.“3

Ureland (Hrsg.), der eigentlich Autor ist hier nicht bekannt, sagt dazu:
Hansesprache beinhaltet alle mündlichen und schriftlichen Sprachäußerungen aus dem hansischen Wirtschaftsraum zur Zeit seines Bestehens.4

Willy Sanders meint:
„Auf jeden Fall blieb das klassische Mittelniederdeutsch […] letztlich doch wohl eine nur geschriebene Sprachform […] .“5

[...]

 

Gliederung von Lydia Plagge

1. Einführung in das Thema ... 26
1.1. Die grobe räumliche Begrenzung des Mittelniederdeutschen  ... 26
1.2. Die Sprachbezeichnung Mittelniederdeutsch ... 26
1.3. Die Verwendung des Mittelniederdeutschen durch die Hanse ... 26

2. Veränderungen der Mittelniederdeutschen Sprache ... 27
2.1. Veränderungen vor dem 13. Jahrhundert ... 27
2.2. Erste Vereinheitlichungen durch die Lübische Norm ... 28

3. Merkmale verschiedener Schriftlichkeiten ... 31

4. Erläuterungen an einem Textbeispiel  ... 33

5. Literaturverzeichnis  ... 35

6. Anhang ... 36
6.1 Beispiele für Merkmale im Kleinwörterbereich ... 36
6.2 Beispieltext ... 37

 

1. Einführung in das Thema

1.1. Die grobe räumliche Begrenzung des Mittelniederdeutschen

Im Norden grenzt das Mittelniederdeutsche an das Nordgermanische und Friesische. Im Osten begrenzt das Slawische den Sprachraum. Südlich lässt sich eine Grenze zum Hochdeutschen, wie sie auch schon im Altniederdeutschen vorhanden war, festmachen. Im Westen ist keine Abgrenzung möglich. In diesem Bereich gibt es viele verschiedene Mischregionen, so dass eine klare Grenze nicht zu ziehen ist. Die Ziehung solcher Sprachgrenzen erfolgt mit Hilfe einer sog. sprachlichen Bruchstelle. Dies soll hier nur kurz erwähnt werden. Eine weitere Ausführung zur Grenzfestlegung würde den Rahmen meiner Ausarbeitung sprengen.

Im Vergleich zum Altniederdeutschen lässt sich insgesamt eine Gebietserweiterung feststellen. Nach Osten, Norden und Nordwesten hat sich der Geltungsbereich des Mittelniederdeutschen stark erweitert. Einbußen mussten im Südwesten und Südosten in Kauf genommen werden.

1.2. Die Sprachbezeichnung Mittelniederdeutsch

Die Sprachbezeichnung der mittleren Epoche des mittelniederdeutschen war lange umstritten. Es konkurrierten für das Niederdeutsche im 13. bis 17. Jahrhundert mehrere Bezeichnungen so z. B. düdesch oder (nedder-) sassesch. Schließlich wurde die Bezeichnung mittelniederdeutsch durch Jacob Grimm eingeführt.
Damit bezeichnet man nicht eine gewisse standardisierte Sprache, sondern die Bezeichnung Mittelniederdeutsch bildet einen Oberbegriff für mehrere miteinander verwandte Schreibsprachen.

1.3. Die Verwendung des Mittelniederdeutschen durch die Hanse

Mittelniederdeutsch ist nicht mit der Mündlichkeit und der Sprache der Hanse gleichzusetzen.

[....]


1 [...]

2 [...]

3 vgl. Stellmacher, D.: Niederdeutsche Sprache. S. 39.

4 vgl. Ureland, P. S.: Sprachkontakt in der Hanse. S. 65.

5 vgl. Sanders, W.: Sachsensprache, Hansesprache, Plattdeutsch. S. 152.


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