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Autoren: Henry Müller, Dirk Schmolke
Fach: Organisation und Verwaltung
Details
Tags: Moderne, Kommunalverwaltung, Fallstudie, Tilburg
Jahr: 1996
Seiten: 42
Note: 1,0
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 689 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-12572-7
Projektbericht - Themenschwerpunkte: Kommunalverwaltung, Kommunalpolitik.
Textauszug (computergeneriert)
Universität Bremen
Fachbereich Wirtschaftswissenschaft
Moderne Kommunalverwaltung -
Fallstudie Tilburg
Henry Müller; Dirk Schmolke
INHALTSVERZEICHNIS
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS . . . . . III
I. EINLEITUNG . . . . . . . . . . 1
1. Reformbedarf auf kommunaler Ebene . . . . . . . . . . 1
2. Handlungsbedarf der Stadt Tilburg . . . . . 2
II. DIE POLITISCHEN RAHMENBEDINGUNGEN UND GEMEINDEORGANE
IN DEN NIEDERLANDEN. . . . . . 4
1. Der Gemeinderat. . . . . . 5
2. Das Kollegium. . . . . . . . 5
3. Der Bürgermeister. . . . . . . . . . . . 7
4. Die Organisation der Gemeindeverwaltung. . . . . . 8
III. DAS TILBURGER MODELL. . . . . . . . . . . 9
1. Der Begriff „Konzern Stadt“. . . . . . . . . . . 9
2. Die Prinzipien des Kontraktmanagements. . . . . . . . 10
2.1. Struktureller Aufbau der Kommunalverwaltung - Dezentralisierung der
Kompetenzen. . . . . . . 11
2.2. Steuerung nach Leitlinienentscheidungen. . . . . . . 13
2.3 Das Produkt im Mittelgrund des Handelns. . . . . . 14
3. Einführung eines Berichtswesens mit Controllingelementen. . . . . . . 17
3.1. Der Dienstbericht. . . . . . . . . . 18
3.2. Der Konzernbericht. . . . . . . . 20
3.3. Der Umgang mit Planabweichungen. . . . . . . . . . 21
4. Personalpolitik und -entwicklung. . . . . . . 23
4.1. Das Lohnsystem. . . . . . . . . . . 25
4.2. Beurteilungen und Mitarbeitergespräche . . . . . . 26
4.3. Andere Problemstellungen für das Personalwesen in Verbindung mit den
Zielen der Reform. . . . . . . . . . 27
5. Die präventive Betriebsdurchleuchtung. . . . . . . . . 28
IV. FAZIT. . . . . . . . . . 30
LITERATURVERZEICHNIS. . . . . . . . 34
I. Einleitung
1. Reformbedarf auf kommunaler Ebene
Die Kommunalverwaltungen sind nach den Reformprojekten und Entbürokratisierungsversuchen in den siebziger und achtziger Jahren sowie nach unterschiedlichen EDV-technischen Innovationen Schauplätze neuer Modernisierungsanläufe. Diese sind im wesentlichen binnenorganisatorisch ausgerichtet, sie gehen an die Substanz des bestehenden bürokratischen Systems und sind vom Effizienzgedanken beherrscht. Die international diskutierten und zum Teil bereits praktizierten Ansätze beinhalten tiefe Einschnitte in die Organisation und sind vor allem Steuerungskonzepte.
Vor dem Hintergrund einer tiefen Krise der Kommunalfinanzen und scharfer Kritik an der öffentlichen Verwaltung wurden in vielen Städten - u.a. in der niederländischen Stadt Tilburg - Reformen der Führungs- und Organisationsstruktur der Verwaltung eingeleitet. Die Einführung bereits aus der Privatwirtschaft bekannter betriebswirtschaftlicher Managementtechniken2 soll dazu beitragen, die Verwaltung stärker am Ergebnis und dem Nutzen der “Nachfrager”, d.h. der Bürger, zu orientieren. Das Tilburger Modell ist wie ähnliche Reformbemühungen dem Ziel verpflichtet, die Verwaltung von einer Behörde in ein Dienstleistungsunternehmen zu verwandeln.3 Zudem zwingt die finanzielle Mittelknappheit die Kommunen zu einem ressourcenschonenden Haushalten. Bei gleichbleibendem oder eher steigendem Anspruchsniveau der Bürger sind die Behörden gezwungen, innovative Ideen für die Kommunalverwaltung umzusetzen, damit sich keine Lücke bildet, die durch eine Effizienz- und Effektivitätssteigerung geschlossen werden könnte.4
Es läßt sich festhalten, daß alle Reformprogramme in vier oder fünf Elemente zerlegbar sind:
- Dezentralisierung von Verantwortung und Kompetenzen.
- Partizipation von Mitarbeitern und Kunden.
- Markt- und Serviceorientierung der Dienstleistungen.
- Leistungsmessung und -steuerung.
- Gegebenenfalls: Suche nach neuen Planungs- und Budgetierungsinstrumenten.
Für die Umgestaltung der öffentlichen Verwaltung im kommunalen Bereich soll hier das Beispiel
der niederländischen Stadt Tilburg betrachtet werden, die das gesamte System des Kontraktmanagements
zur Ergebnisoptimierung in die Praxis umgesetzt haben.5
2. Handlungsbedarf der Stadt Tilburg
Die Stadt Tilburg, mit ca. 160.000 Einwohnern,6 hat bereits in den siebziger Jahren einen
Handlungsbedarf für die Reorganisation der eigenen Verwaltung ausgemacht. Daraufhin wurde
im Jahr 1977 eine Arbeitsgruppe Verwaltungsorganisation eingerichtet, die aber erst im Jahr
1979 tätig wurde und sich vornehmlich um drei Punkte kümmern sollte:
a) Welche Methoden und Verfahren für eine Neuorientierung der Stadtverwaltung erscheinen geeignet?
b) Welche Mitarbeiter können in die Reorganisation miteinbezogen werden?
c) Welche Lenkungsgruppe kann diese Personen leiten und führen?
[...]
1 Vgl. Franz, Martin, Hrsg.: Klemisch, Herbert, Pohl, Wolfgang, u.a.: Die Kommunalverwaltung und ihre Reform, in: Handbuch für alternative Kommunalverwaltung, Bielefeld, 1994, S.64
2 Vgl. Hill, Hermann: Einführung eines neuen Steuerungsmodells, in: VOP - Verwaltungsführung, Organisation, Personalwesen, Ausg. 1/1995, Herzogenrath, 1995, S.6
3 Vgl. Schiller-Dickhut, Reiner: Konzern Stadt Tilburg - Die Übertragung betriebswirtschaftlicher Rezepte auf die öffentliche Verwaltung, in: AKP Ausg. 2/1993, S.54f
4 Vgl. Struwe, Jochen: Lean Administration und Verwaltungscontrolling - Das Instrumentarium, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, Ausg. 5/95, 1995, S.22
5 Vgl. ohne Verf.: KGSt.-Bericht 19/1992: Wege zum Dienstleistungsunternehmen Kommunalverwaltung - Fallstudie Tilburg, Köln, 1992, S.11ff
6 Vgl. Nipkau, Frank: Tilburg macht`s möglich: Führerschein in 165 Sekunden, in: PZ - Wir in Europa, Ausg. 79/1994, Bonn, 1994, S.12
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