Register or log in at GRIN

Your e-mail-address or password is wrong
Register now
For new authors: free, easy and fast
This will be used as your user name, please specify a valid e-mail address

Lost password

Your e-mail-address or password is wrong

Request a new password
'Glühbirnen, die man nach Bedarf an- und abknipst' - Zur Rolle der DDR-Schriftst... close

Please wait

Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.

'Glühbirnen, die man nach Bedarf an- und abknipst' - Zur Rolle der DDR-Schriftsteller als Träger nationaler Identität am Beispiel Franz Fühmanns

Termpaper, 2003, 29 Pages
Author: Franka Birkholz
Subject: German Studies - Modern German Literature

Details

Category: Termpaper
Year: 2003
Pages: 29
Grade: 1,0
Language: German
Archive No.: V41816
ISBN (E-book): 978-3-638-40005-3

File size: 136 KB


Excerpt (computer-generated)

Hausarbeit

„Glühbirnen, die man nach Bedarf an- und abknipst“
Zur Rolle der DDR-Schriftsteller als Träger nationaler Identität 
am Beispiel Franz Fühmanns

Universität Potsdam
Jahr: SS 2003
Seminar: Mythos Buchenwald

von

Franka Birkholz

 

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 2

2. Die junge DDR 3

3. Funktionalisierung der Literatur – Der Sozialistischer Realismus 5

4. Hauptteil – Biographie anhand Die Fahrt nach Stalingrad 7
4.1. Der Überfall
4.2. Die Kriegsgefangenschaft
4.3. Die Rückkehr als Freund

5. Zwischen Wunsch nach aktivem Mitgestalten und politischem Instrument 20
– Fazit

6. Anhang 23
6.1. Literaturverzeichnis
6.2. Zitatverzeichnis

 

 

1. Einleitung

Inhalt dieser Arbeit soll die Auseinandersetzung mit Leben und Werk Franz Fühmanns sein. Im Mittelpunkt steht dabei sein Selbstverständnis als Schriftsteller in der DDR vor dem Hintergrund der staatlichen Forderungen an die Künstler. Ausgangspunkt für diese Betrachtungen wird die Dichtung Die Fahrt nach Stalingrad bilden. D.h. angelehnt an die drei Begegnungen mit der Stadt – dem Überfall Hitlerdeutschlands, der Zeit als Kriegsgefangener und der Rückkehr als Freund – soll auch das Leben Fühmanns betrachtet werden. Dabei werden neben biographischen Daten auch autobiographische Werke aus späteren Phasen Berücksichtigung finden.

Fühmann, der sich als junger, vom Faschismus überzeugter Mann freiwillig zum Reichsarbeitsdienst meldet, kommt während seiner fast fünfjährigen Kriegsgefangenschaft in der Sowjetunion mit den kommunistischen Lehren in Berührung. Als er 1949 in die DDR zurückkehrt, will er seine Arbeit in den Dienst des Sozialismus stellen – sowohl auf literarischem wie auf politischem Gebiet. Seine Suche nach der absoluten Wahrheit lässt ihn sowohl sich selbst, als auch die DDR-Wirklichkeit immer wieder kritisch reflektieren und führt so zu einer ständig aktualisierten Darstellung. Damit bietet sein Werk gute Voraussetzungen um Ausgangssituation, Ziele und Wirklichkeit seines Schriftstellerlebens als Prozess zu untersuchen.

Seine ersten Arbeitsjahre werden dominiert von der Notwendigkeit sich mit der eigenen Vergangenheit auseinanderzusetzen, um darauf aufbauend einen Neubeginn zu starten. Andererseits wiegt die Last seiner Schuld so schwer, dass er sich fast blind den Anforderungen, die an ihn als Schriftsteller gerichtet werden unterordnet, auch in der Hoffnung, dass in der DDR ein Märchen Wirklichkeit wird. Zunehmend muss Fühmann erkennen, dass Erfahrungen nicht delegierbar sind und dass seine ideologische Vorwegnahme von Erfahrungen – wie sie auch der sozialistische Realismus unterstützt – sich als problematisch erweist für einen, „der noch gar nicht zu sich selbst gekommen ist“ (1). Letztlich ist die Wandlung, die Fühmann in seinem Leben durchmacht, ein langwieriger Prozess, der – aufgrund der immer stärker werdenden Widersprüche zum praktizierten Dualismus – in der persönlichen Resignation endet.

Zum Beginn der Arbeit wird eine kurze Auseinandersetzung mit der neugegründeten DDR stattfinden, bei der es zum einen um die politische Lage, die nationale Identität, aber auch um die besondere Rolle der Literatur gehen soll, um eine Grundlage für die spezielle Betrachtung Fühmanns zu schaffen. Um Entwicklung und auftretende Konflikte in seinem Berufsleben zu verdeutlichen, werden u.a. auch die Werke Das Judenauto, 22 Tage oder die Hälfte des Leben, Vor Feuerschlünden und verschiedene Aufsätze einfließen.

2. Die junge DDR

Politische Situation
Nach der „Berliner Viermächteerklärung“ vom Juni 1945 und dem gescheiterten Versuch einer Behandlung Deutschlands als wirtschaftliche Einheit mit einigen dt. Verwaltungsstellen, kam es zur Zonenaufteilung und Einrichtung oberster Besatzungsbehörden der Siegermächte. In der, der UdSSR zugesprochenen Zone wurde die SMAD (Sowjetische Militäradministration in Deutschland) errichtet. Nachdem Stalin seine Vorstellung vom Aufbau einer “antifaschistisch-demokratischen Ordnung“ in allen vier Besatzungszonen vor dem Hintergrund des Ost-West-Konflikts (1945/46) nicht umsetzen konnte, „verfolgte er in der SBZ (Sowjetische Besatzungszone) immer offener spezifisch sowjetische Ziele“ (2). Dazu gehörte die Durchsetzung von Reparationszahlungen, die Entnazifizierung, eine tief greifende Schul- und Justizreform, eine Bodenreform sowie die Enteignung und Verstaatlichung von Industrie- und Handelsunternehmen.

Durch die Unterstützung von kommunistischen Gruppen – wie der sog. Gruppe Ulbricht – die ihr Exil in der Sowjetunion verbracht hatten und dem Zusammenschluss von KPD und SPD sicherte sie ihren starken Einfluss. Nach der Gründung der DDR 1949 begann die Gestaltung der SED, der Gesellschaft und des Staates nach sowjetischem Vorbild. 

Nationale Identität und Kollektives Gedächtnis
Die Bearbeitung dieses Punktes basiert auf der Gedächtnismetaphorik nach Jan Assmann. Wonach das kollektive Gedächtnis auf einem Zusammenspiel von kommunikativem – der Interaktion lebendiger Erinnerungsträger – und kulturellem Gedächtnis basiert, das das kollektive Wissen über die Vergangenheit auf Grundlage institutionalisierter Interaktionen über Texte, Riten und Bilder enthält.

In der DDR wurde von Beginn an ein Selbstverständnis als „Staat der Antifaschisten“ und „Sieger des Krieges“ propagiert. Dieser Gründermythos ermöglichte es seiner Bevölkerung, sich von der eigenen Schuld insofern zu befreien, als sie nun durch Übernahme einer Kollektivschuld zwar Verantwortung zu tragen hatten, aber nicht persönlich verantwortlich waren. Außerdem bot dieser Erklärungsansatz die Möglichkeit durch aktives Mitgestalten am “richtigen Weg“ Buße zu tun. Damit wurde ein Selbstbild geschaffen, das für eine Abgrenzung gegenüber dem anderen deutschen Staat sorgte und somit ein Einheitsbewusstsein schuf.

Da auch die nationale Identität einer stark öffentlichen Lenkung unterstand, dominierte innerhalb der DDR das kulturelle Gedächtnis. Das wird besonders deutlich, wenn man die Manifestation des kollektiven Gedächtnisses auf den unterschiedlichen Ebenen betrachtet. D.h. die Bedeutung von Gedenkorten wie Denkmälern und Konzentrationslagern auf der ikonischen Ebene und auf der rituellen, die große Anzahl an entsprechenden Feiertagen. Doch auch die narrative Ebene war von entscheidender Bedeutung. So wuchs die Legitimation nicht unerheblich dadurch, dass der überwiegende Teil der kulturellen Elite in die SBZ bzw. die DDR zurückkehrte. „Anti-Faschismus konnte nun zu Recht mit der “Wahrung des humanistischen deutschen Kulturerbes“ gleichgesetzt werden.“ (3) Allerdings ging damit auch die Erwartung einher, dass sich die Künstler an der Schaffung und Festigung des nationalen Selbstverständnisses beteiligen. Um das sicherzustellen, erließ die Regierung Richtlinien in denen unter anderem festgelegt wurde, was zum Inhalt der neuen deutschen Literatur werden sollte.

3. Funktionalisierung der Literatur - Der sozialistische Realismus

Auch bei diesen Richtlinien wird der große Einfluss, der von der Sowjetunion ausging, deutlich. So galt die sowjetische Literatur als Vorbild und der sozialistische Realismus, als einzige akzeptierte Form der Darstellung, wurde von dort übernommen.

[....]


Comments

No comments yet

Add Comment
Your comment is reviewed before being published

Other users also were interested in the following titles:

Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit

Author: Claudia Nickel
Presentations, Models, Tutorials, Instructions, 2006 Download as PDF-file for 4,99 EUR

Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens

Author: Maik Philipp
Presentations, Models, Tutorials, Instructions, 2004 Download as PDF-file for 5,99 EUR

This text can be quoted and accessed from this url:

http://www.grin.com/e-book/41816/gluehbirnen-die-man-nach-bedarf-an-und-abknipst-zur-rolle-der-ddr-schriftsteller
please wait Please wait