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Details

Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2001
Seiten: 23
Note: 2,3
Literaturverzeichnis: ~ 15  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 222 KB
Archivnummer: V4226
ISBN (E-Book): 978-3-638-12619-9
ISBN (Buch): 978-3-638-63853-1

Zusammenfassung / Abstract

Ist die Würde des Menschen wirklich unantastbar? Meine eigenen Erfahrungen als Krankenpfleger und die gehäuften Pressemitteilungen zeigen uns, dass das besonders in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen und im Rahmen der familiären Betreuung nicht immer der Fall ist. Zur Zeit leben ca. 660.000 Menschen in Heimen. Sie sind dorthin gezogen, weil sie nicht mehr in ihrer eigenen Wohnung leben können oder wollen. Die Gründe für einen Umzug in ein Heim sind vielfältig. Zum einen benötigen die Heimbewohner ständige Hilfe, Pflege und Betreuung in Folge schwerwiegender Erkrankungen oder sie wollen nicht mehr allein sein, sondern die Gesellschaft anderer Heimbewohner genießen. Es kommt aber auch vor, dass den Hilfebedürftigen von den eigenen Angehörigen suggeriert wird, nicht mehr in der Lage zu sein, sich selbst zu versorgen und aus falscher Scham und ihrer Hilflosigkeit heraus Niemanden zur Last fallen zu wollen und aus Unwissenheit über die Möglichkeiten der ambulanten Betreuung, sei es der fahrbare Mittagstisch oder hauswirtschaftlichen Hilfen bis hin zur umfassenden ambulanten medizinischen und pflegerischen Betreuung, entscheiden sich viele vor allem ältere Bürger für einen Umzug in ein Heim. So viele Gründe wie es für einen Umzug in ein Heim gibt, gibt es Gesichter für physische und psychische Gewalt. Dabei steht körperliche Gewalt gar nicht so sehr im Vordergrund. Häufiger werden die kranken und alten Menschen seelisch gequält, eingesperrt, vernachlässigt, finanziell ausgebeutet oder mit Medikamenten ruhig gestellt und so in ihrem freien Willen eingeschränkt. Oft wird dadurch das im Grundgesetz verankerte Recht auf Selbstbestimmung und körperliche Unversehrtheit verletzt. Sind nicht auch Wörter wie Rentnerschwemme, Alterslawine, Überalterung versteckte Gewaltwörter, die alte Menschen diskriminieren und Symbole, die Denken und Handeln destruktiv beeinflussen und kollektive Vorurteile schaffen und dadurch Gewalt gegen Alte fördern? "In den meisten Fällen geschieht die Gewalt jedoch nicht aus Willkür oder Bösartigkeit, sondern ist das Endprodukt einer langen Kette von Störungen in der Beziehung zwischen Helfendem und Hilfebedürftigem." Betroffen sind in der Regel alle Beteiligten.

Textauszug (computergeneriert)

 

Gewalt in der Pflege






15. August 2001 © Ricco Freyberg

Inhalt

1. Einleitung

2. Begriffsklärung

2.1. Definition Ethik
2.2. Definition Pflegeethik
2.3. Definition Gewalt
2.4. Definition Aggression

3. Grundbegriffe der Pflegeethik

4. Formen der Gewalt

4.1. Die Vernachlässigung
4.1.1. Die passive Vernachlässigung
4.1.2. Die aktive Vernachlässigung

4.2. Die Misshandlung
4.2.1. Die körperliche Misshandlung
4.2.2. Die psychische Misshandlung
4.2.3. Die finanzielle Ausbeutung
4.2.4. Die Einschränkung des freien Willens

5. Ursachen von Gewalt

6. Darstellung der Gewalt in Pflegeeinrichtungen

6.1. Eigene Erfahrungen
6.2. Betroffenenberichte

7. Vorschläge zur Vermeidung von Gewalt

8. Resümee

9. Literaturverzeichnis

 

1. Einleitung

"Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt."

Aber ist die Würde des Menschen auch wirklich unantastbar?
Meine eigenen Erfahrung als Krankenpfleger und die gehäuften Pressemitteilungen zeigen uns, dass das besonders in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen und im Rahmen der familiären Betreuung nicht immer der Fall ist.

Zur Zeit leben ca. 660.000 Menschen in Heimen. Sie sind dorthin gezogen, weil sie nicht mehr in ihrer eigenen Wohnung leben können oder wollen. Die Gründe für einen Umzug in ein Heim sind vielfältig. Zum einen benötigen die Heimbewohner ständige Hilfe, Pflege und Betreuung in Folge schwerwiegender Erkrankungen oder sie wollen nicht mehr allein sein, sondern die Gesellschaft anderer Heimbewohner genießen. Es kommt aber auch vor, dass den Hilfebedürftigen von den eigenen Angehörigen suggeriert wird, nicht mehr in der Lage zu sein, sich selbst zu versorgen und aus falscher Scham und ihrer Hilflosigkeit heraus Niemanden zur Last fallen zu wollen und aus Unwissenheit über die Möglichkeiten der ambulanten Betreuung, sei es der fahrbare Mittagstisch oder hauswirtschaftlichen Hilfen bis hin zur umfassenden ambulanten medizinischen und pflegerischen Betreuung, entscheiden sich viele vor allem ältere Bürger für einen Umzug in ein Heim.

So viele Gründe wie es für einen Umzug in ein Heim gibt, gibt es Gesichter für physische und psychische Gewalt. Dabei steht körperliche Gewalt gar nicht so sehr im Vordergrund. Häufiger werden die kranken und alten Menschen seelisch gequält, eingesperrt, vernachlässigt, finanziell ausgebeutet oder mit Medikamenten ruhig gestellt und so in ihrem freien Willen eingeschränkt. Oft wird dadurch das im Grundgesetz verankerte Recht auf Selbstbestimmung und körperliche Unversehrtheit verletzt.
Sind nicht auch Wörter wie Rentnerschwemme, Alterslawine, Überalterung versteckte Gewaltwörter, die alte Menschen diskriminieren und Symbole, die Denken und Handeln destruktiv beeinflussen und kollektive Vorurteile schaffen und dadurch Gewalt gegen Alte fördern?
"In den meisten Fällen geschieht die Gewalt jedoch nicht aus Willkür oder Bösartigkeit, sondern ist das Endprodukt einer langen Kette von Störungen in der Beziehung zwischen Helfendem und Hilfebedürftigem." Betroffen sind in der Regel alle Beteiligten.
Es werden Gründe hervorgebracht wie fehlendes Betreuungspersonal, Kostendruck, Zeitmangel, mangelnde Ausbildung, Überlastung.

Aber können das Entschuldigungen sein, um anderen Menschen und vor allem den Menschen, die unserer Hilfe bedürfen Leid zu zufügen? Haben wir uns nicht den Beruf der Krankenpflege gewählt, um Leiden zu lindern? Wollen wir nicht mit unseren Werten und Normen, welche uns von Staat und der christlichen Kirche vorgegeben werden und mit dem
in der Krankenpflegeausbildung Erlernten für die, die unsere Hilfe benötigen eine Stütze sein, und die uns anvertrauten Menschen wieder auf den Weg der Gesunden führen?
Im nun Folgenden möchte ich versuchen, Ursachen für diese Ausbrüche, wie zum Beispiel mechanische Fixierungen, verbale Schikanen, überdosierter Einsatz von Psychopharmaka aber auch Ohrfeigen, Tritte, Ignoranz, zu finden und mit Hilfe der pflegeethischen Grundregeln die Defizite aufzeigen und erläutern. Ich wünsche mir, dass jeder der diese Arbeit liest und mit der Betreuung anderer Menschen beauftragt ist, sich selbstkritisch mit seinem Tun und Handeln, aber auch mit dem seiner Kollegen auseinandersetzt, um diese Ausbrüche zu minimieren und zu verhindern.

2. Begriffsklärung

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