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Analyse der Geschichte des Fernsehens im nationalsozialistischen Deutschland, im Hinblick auf dessen Funktion als Propagandamedium

Autor: Ulrich Schulte
Fach: Medien / Kommunikation - Mediengeschichte

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Details

Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2002
Seiten: 19
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 9  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 202 KB
Archivnummer: V42411
ISBN (E-Book): 978-3-638-40447-1
Anmerkungen :
Diese Arbeit stellt die Geschichte des deutschen Fernsehens in den Anfängen dar. Der Missbrauch als Propagandamedium durch den Nationalsozialismus war zweifellos vorhanden, jedoch in einem minimalen Ausmaß, weil das Regime den Fokus auf das Medium Radio gesetzt hatte und das Fernsehen nicht gefördert wurde.

Textauszug (computergeneriert)

Analyse der Geschichte des Fernsehens im
nationalsozialistischen Deutschland, im Hinblick
auf dessen Funktion als Propagandamedium

von: Ulrich Schulte

 


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung Seite 1

1. Technische Entwicklung des Fernsehens bis 1930 Seite 2

2. Ökonomie des deutschen Fernsehens bis 1945 Seite 4

3. Fernsehen unterm Nationalsozialismus Seite 5

3.1 Fernsehbetrieb und Propaganda Seite 7

4. Was ist ein Programm ? Seite 8

4.1 Das Fernsehprogramm Seite 9

5. Fazit Seite 13

6. Literaturverzeichnis Seite 16


 

0. Einleitung

Dem Medium Fernsehen bescheinigten die Philosophen Max Horkheimer und Theodor Adorno schon zu seiner Entstehungszeit eine wichtige Rolle, obwohl zu diesem Zeitpunkt die Veränderungen des gesellschaftlichen Lebens durch das Medium noch nicht abzusehen waren. Ich nehme an, dass den meisten Menschen nicht geläufig ist, dass es auch schon vor 1945 ein Fernsehprogramm gab, da der Fernseher seinen großen Einzug in die Haushalte der BRD erst zur Zeit des Wirtschaftswunders der Sechziger Jahre hielt. Diese Ausarbeitung soll sich mit den Einwirkungen des nationalsozialistischen Fernsehens auf die Gesellschaft befassen und den Inhalt des Fernsehprogramms erläutern. Es soll geklärt werden, welche Ziele die Nationalsozialisten mit dem Medium Fernsehen verfolgten.

Zusätzlich wird ein Einblick in die technische und ökonomische Entwicklung des Fernsehen gegeben, um die Zusammenhänge transparenter darzustellen. Eine inhaltliche Analyse des Fernsehens gestaltet sich sehr beschwerlich, denn elektronische Produktionen existieren nur im Augenblick der Aufnahme und der damit zeitidentischen Ausstrahlung, weiterhin sind Drehbücher bzw. Produktionsunterlagen kaum vorhanden und Programmzeitschriften gab es seit Mitte Mai 1941 nicht mehr. Die Befragung von Personen, welche in dieser Zeit aktiv im Fernsehbetrieb mitgewirkt haben war deshalb häufig die einzige Quelle für Informationen, welche zur Erstellung der untersuchten Literatur verwendet worden sind. Zugunsten der Darstellung wesentlicher Aspekte des Fernsehprogramms wird auf eine Analyse aller Sendungen verzichtet.

1. Technische Entwicklung des Fernsehens bis 1930

Die ersten wissenschaftlichen Fernsehversuche wurden in der Mitte des 19.Jahrhunderts begonnen. Der Engländer Alexander Bain entwickelte 1843 einen Kopiertelegraphen, der schon zwei wesentliche Merkmale der elektrischen Fernseheinrichtung enthielt. Dieses war zum einen die Zeilenabtastung der Bildvorlage und der Gleichlauf zwischen Bildgeber und Bildschreiber(Bildempfänger).1 Diese Technik wird heute jedoch eher als der Vorgänger des heutigen Telefax angesehen, welches ebenfalls ermöglicht, Bildvorlagen via Kabel anderenorts zu reproduzieren.

Im Jahre 1873 war dem Engländer Willoughby Smith aufgefallen, dass bei höherer Intensität der Lichteinstrahlung auf Selen-Stäbe deren elektrische Leitfähigkeit größer wurde. Diese Entdeckung nutzte der Portugiese Adriano de Pavia für seine Vision vom Fernsehen. Auf der Bildgeberseite verwand er eine mit Selen bedeckte Metallplatte und projizierte ein Bild auf dieselbe, wobei die Plattenoberfläche etwa 10 mal pro Sekunde mit einer Metallspitze abgetastet werden sollte. Die Platte und die Spitze waren über eine Batterie und eine Doppelleitung mit einem Relais auf der Wiedergabeseite verbunden, welches jeweils bei der Abtastung der hellen Bildpunkte den Stromkreis, einer synchron mit der Abtastspitze bewegten Glühlampe, schließen sollte. Dieses Konzept wurde nie verwirklicht, dennoch war Selen von diesem Zeitpunkt an nicht mehr aus der Fernsehforschung wegzudenken, daher nannte der ungarische Fernsehpionier Denes von Mihaly die Idee, „... den ersten realen Schritt zur Lösung des Fernsehproblems“.2

Der Deutsche Paul Nipkow meldete am 6.01.1884 ein „elektronisches Teleskop“ als Patent an. Das wesentliche Merkmal dieser Apparatur war eine rotierende Spirallochscheibe zur Abtastung eines viereckigen Bildfeldes. Die Löcher auf der Scheibe lasen das Bild Zeile für Zeile ab. Das durch die Löcher fallende Licht wurde auf einer Fotozelle, die hinter der Lochscheibe angebracht war, in elektrische Impulse umgewandelt und über Kabel zum Empfänger weitergeleitet.3 Dieses Prinzip bildete für ein halbes Jahrhundert die Grundlage der Fernsehtechnik, obwohl es als mechanisch-optisches Übertragungsverfahren einen Rückschritt gegenüber dem elektronischen Übertragungsverfahren, wie von Pavia skizziert, darstellte.4

[...]


1 Vgl. Behrens, Tobias : Die Entstehung der Massenmedien in Deutschland. Ein Vergleich von Film, Hörfunk und Fernsehen und ein Ausblick auf die Neuen Medien. Frankfurt am Main: Verlag Peter Lang, 1986, S. 215.

2 ebenda, S.216.

3 ebenda, S.218.

4 Vgl. Zeutschner, Heiko : Die braune Mattscheibe. Fernsehen im Nationalsozialismus. Hamburg : Rotbuch Verlag, 1995, S.14f

Kommentare

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