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Autor: Christina Zopp
Fach: Medien / Kommunikation - Theorien, Modelle, Begriffe
Details
Institution/Hochschule: Universität Regensburg (Zentrum für Sprache und Kommunikation)
Tags: Gegenüberstellung, Kommunikationsmodelle, Seiten, Nachricht, Gesellschafts-, Kommunikationsmodell, Blockseminar, Kritik-, Konfliktgespräch
Jahr: 2004
Seiten: 24
Note: 2,7
Literaturverzeichnis: ~ 6 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 196 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-41417-3
ISBN (Buch): 978-3-638-65722-8
Zusammenfassung / Abstract
Der Begriff Kommunikation ist aus unserem Sprachschatz nicht mehr wegzudenken. Es liegt daher nahe, seine Bedeutung in unserer Gesellschaft zu hinterfragen. Kommunikation ist ein menschliches Grundbedürfnis. Sie eröffnet den Menschen die Möglichkeit zum Aufbau zwischenmenschlicher Beziehungen. Kommunikation ist also eine unabdingbare Voraussetzung für die Sozialisation und die Persönlichkeitsbildung eines Individuums. Außerdem ist sie entscheidend für die Entstehung und den Ablauf von sozialem Geschehen. Fehler im zwischenmenschlichen Kontakt haben oft ihre Ursachen in der Persönlichkeit der Gesprächspartner. Es geht also immer um den Sachinhalt sowie um eine persönliche Bedürfnisbefriedigung der Kommunizierenden. Aus dieser Tatsache und deren Bewältigung entstehen notgedrungen Zielkonflikte, die die Kommunikation so vielschichtig und komplex machen. Vom Sprechenden wird erwartet, sich dieser Dinge bewusst zu sein und entsprechend darauf zu reagieren. Er muss sich die überaus wichtige Fähigkeit aneignen, sein eigenes Verhalten reflektierter zu gestalten und sich darüber hinaus in den Gegenüber hineinzuversetzen. Diesen Prozess nennt man Metakommunikation. Metakommunikation und Kommunikationsfähigkeit bilden die Eckpfeiler eines funktionierenden zwischenmenschlichen Kontaktes. Ihnen liegen verschiedene Modelle zugrunde, die sich ausschließlich damit beschäftigen, den Ablauf der Kommunikation zu analysieren und zu verbessern. Im Folgenden werden zwei verschiedene Kommunikationsmodelle vorgestellt und deren konkrete Anwendung in einer bestimmten Gesprächssituation dargelegt: Das Modell von Friedemann Schulz von Thun und ein kurzer Abriss des kybernetischen Gesellschafts- und Kommunikationsmodells nach Georg Klaus. Interessanterweise unterscheiden sich beide Modelle grundlegend in ihrer Anwendung. Das kybernetische Modell ist vor allem systemorientiert, wohingegen das Modell nach Friedemann Schulz von Thun an der Praxis angelehnt ist. Die folgende Gegenüberstellung dieser beiden Modelle soll ihre Berechtigung in der Kommunikationstheorie aufzeigen und in Frage stellen.
Textauszug (computergeneriert)
Universität Regensburg
Lehrgebiet Mündliche Kommunikation und Sprecherziehung
Blockseminar: Kritik- und Konfliktgespräch
Semesterzahl: 7
Gegenüberstellung zweier Kommunikationsmodelle: Die vier
Seiten einer Nachricht und das kybernetische Gesellschafts-
und Kommunikationsmodell
von: Christina Zopp
Inhaltsverzeichnis
1. Kommunikation und Kommunikationsprobleme 3
2. Darstellung verschiedener Kommunikationsmodelle 4
2.1 Kommunikationsmodell nach Friedemann Schulz von Thun “Die vier Seiten einer Nachricht” 4
2.2 Anwendung in einer konkreten Gesprächssituation: Das Lehrer-Schüler-Gespräch 9
2.3 Das kybernetische Gesellschafts- und Kommunikationsmodell 12
2.4 Anwendung in einer konkreten Gesprächssituation: Das Lehrer-Schüler-Gespräch 16
3. Zusammenfassende Erkenntnisse aus der Gegenüberstellung zweier Kommunikations-Modelle 19
1. Kommunikation und Kommunikationsprobleme
Der Begriff Kommunikation ist aus unserem Sprachschatz nicht mehr wegzudenken. Es liegt daher nahe, seine Bedeutung in unserer Gesellschaft zu hinterfragen. Kommunikation ist ein menschliches Grundbedürfnis. Sie eröffnet den Menschen die Möglichkeit zum Aufbau zwischenmenschlicher Beziehungen. Kommunikation ist also eine unabdingbare Voraussetzung für die Sozialisation und die Persönlichkeitsbildung eines Individuums. Außerdem ist sie entscheidend für die Entstehung und den Ablauf von sozialem Geschehen. Der Begriff Kommunikation ist heute aktueller denn je. Erstens können die heute anstehenden Probleme nur dann gelöst werden, wenn eine zwischenmenschliche Verständigung gelingt. Man ist, im Gegensatz zu früher, immer mehr auf diese Form der Problemlösung angewiesen: Kommunikation ist Mittel zum Zweck. Doch Kommunikation dient zweitens auch als Selbstzweck, das heißt, sie signalisiert ein Bedürfnis; den Wunsch nach befriedigenden zwischenmenschlichen Beziehungen. Durch das Leben in der Gesellschaftsordnung der westlichen Welt entsteht eine Lücke auf der Ebene des Zwischenmenschlichen. Die Angst vor Einsamkeit prägt das Leben des modernen Menschen. Man strebt nach Vertrauen, Wärme, Offenheit und Wertschätzung, stößt allerdings oftmals auf Misstrauen, Angst und Rivalität. Dies macht eine richtige zwischenmenschliche Kommunikation so wichtig. Es ist jedoch leider so, dass sich Fehler einschleichen, die ein Miteinander behindern und teilweise fast unmöglich machen. Funktioniert die Kommunikation nicht, kann es leicht zu Missverständnissen, Verletzungen oder Ähnlichem kommen. Fehler im zwischenmenschlichen Kontakt haben oft ihre Ursachen in der Persönlichkeit der Gesprächspartner. So beeinflussen zum Beispiel negative Gefühle wie Angst, Bedrohung, Überforderung oder schlicht und einfach Vorurteile den Gesprächsverlauf. Es geht also immer um den Sachinhalt, sowie um eine persönliche Bedürfnisbefriedigung der Kommunizierenden. Aus dieser Tatsache und deren Bewältigung entstehen notgedrungen Zielkonflikte, die die Kommunikation so vielschichtig und komplex machen. Vom Sprechenden wird erwartet, sich dieser Dinge bewusst zu sein und entsprechend darauf zu reagieren. Er muss sich die überaus wichtige Fähigkeit aneignen, sein eigenes Verhalten reflektierter zu gestalten und sich darüber hinaus in den Gegenüber hineinzuversetzen. Diesen Prozess nennt man Metakommunikation. „Ziel der Metakommunikation ist es, den Kommunikationsprozess mit geschultem Auge wahrzunehmen, Störungen zu bemerken und gegebenenfalls Änderungen einzuleiten.“1 Metakommunikation und Kommunikationsfähigkeit bilden die Eckpfeiler eines funktionierenden zwischenmenschlichen Kontaktes. Ihnen liegen verschiedene Modelle zugrunde, die sich ausschließlich damit beschäftigen, den Ablauf der Kommunikation zu analysieren und zu verbessern. Im Folgenden werden zwei verschiedene Kommunikationsmodelle vorgestellt und deren konkrete Anwendung in einer bestimmten Gesprächssituation dargelegt. Das Modell von Friedemann Schulz von Thun und ein kurzer Abriss des kybernetischen Gesellschafts- und Kommunikationsmodells nach Georg Klaus. Interessanterweise unterscheiden sich beide Modelle grundlegend in ihrer Anwendung. Das kybernetische Modell ist vor allem systemorientiert, wohingegen das Modell nach Friedemann Schulz von Thun an der Praxis angelehnt ist. Die folgende Gegenüberstellung dieser beiden Modelle soll ihre Berechtigung in der Kommunikationstheorie aufzeigen und in Frage stellen.
2. Darstellung verschiedener Kommunikationsmodelle
2.1 Kommunikationsmodell nach Friedemann Schulz von Thun „Die vier Seiten einer Nachricht“
Friedemann Schulz von Thun geht im ersten Schritt seines Kommunikationsmodells davon aus, dass Kommunikation nur dann richtig funktionieren kann, wenn man das Prinzip der Metakommunikation verinnerlicht hat. Vorraussetzung für diesen Prozess ist die Sicht auf die unterschiedlichen Möglichkeiten, dem Gesprächspartner die Inhalte einer Nachricht zu vermitteln. Ist man in der Lage, die Nachricht des Senders zu analysieren, kann man Kommunikationsstörungen erkennen und in ihren Ursachen durchschauen. Außerdem wird der Empfänger der Nachricht dazu veranlasst, die Vielfältigkeit der Probleme im Gesprächsverlauf in übersichtlicher Weise zu sortieren. Jede Nachricht beinhaltet zunächst eine Sachinformation, eine Ebene der Selbstoffenbarung, eine Beziehungsebene und schließlich einen Appell. Damit der zwischenmenschliche Kontakt positiv verläuft, ist es notwendig, zu lernen, wie man vierseitig kommuniziert. Alle vier Seiten sind gleichzeitig im Spiel. Das heißt, der Sender teilt dem Empfänger in jedem Augenblick des Gesprächs Sachinformationen mit; „stellt sich dabei selbst dar; drückt aus, wie er zum Empfänger steht, so dass sich dieser in der einen oder anderen Weise behandelt fühlt; und versucht Einfluss auf das Denken, Fühlen und Handeln des Anderen zu nehmen.“2 Dabei muss der Sender natürlich die unterschiedlichen Ebenen vollständig beherrschen. Eine einseitige Beherrschung ist verantwortlich für Kommunikationsstörungen. Auf der anderen Seite muss der Empfänger sozusagen mit „vier Ohren“ zuhören. Er muss erfassen, welche Botschaft auf allen vier Seiten der Nachricht enthalten sind, um schließlich bewusst darauf reagieren zu können. Schwierig dabei ist allerdings, dass der Empfänger die freie Wahl hat, auf welche Seite der Nachricht er reagieren möchte. Es liegt also in seinem Ermessen, ob er auf die Sachebene, die Ebene der Selbstoffenbarung, die Beziehungsebene oder auf die Appellebene eingehen wird. Natürlich muss der Empfänger aufgrund seiner Erfahrungen oder Gefühle eine Nachricht mit Bedeutung füllen, was selbstverständlich zu Verzerrungen, Umdeutungen oder Projektionen führen kann; darin liegt die Gefahr dieses Kommunikationsmodells. Wirkliche Verständigung kann nur dann erreicht werden, wenn die Botschaften aller vier Seiten in einem Minimum übereinstimmen.
[...]
1 Fittkau, Bernd, Müller-Wolf Hans-Martin, Schulz von Thun Friedemann. Kommunizieren lernen (und umlernen). Braunschweig 1977. Seite 11.
2 Fittkau, Müller-Wolf, Schulz von Thun. Kommunizieren lernen (und umlernen). Braunschweig 1977. Seite 21.
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