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'Mein Garten bedarf nicht der Luft und der Wärme…' Stefan George, Algabal und der Symbolismus

Hauptseminararbeit, 2003, 31 Seiten
Autor: Jörg Hartmann
Fach: Germanistik - Literaturgeschichte, Epochen

Details

Veranstaltung: Stefan George und sein Kreis
Institution/Hochschule: Universität Karlsruhe (TH) (Institut für Literaturwissenschaft)
Tags: Mein, Garten, Luft, Wärme…, Stefan, George, Algabal, Symbolismus, Stefan, George, Kreis
Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2003
Seiten: 31
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 26  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V43743
ISBN (E-Book): 978-3-638-41474-6

Dateigröße: 429 KB
Anmerkungen :
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entstehung und Poetik des Symbolismus in Frankreich und wie Stefan George ihn für die deutsche Sprache adaptierte. Im Zentrum steht die Interpretation seines Gedichtes "Mein Garten bedarf nicht Luft noch Wärme..." aus dem Algabal-Zyklus. An ihm werden die typischen Merkmale der symbolistischen Dichtkunst gezeigt.



Textauszug (computergeneriert)

Universität Karlsruhe (TH)
Institut für Literaturwissenschaft
Hauptseminar Stefan George und sein Kreis
(SS 03)

„Mein Garten bedarf nicht der Luft und der
Wärme…“
Stefan George, Algabal und der Symbolismus

von

Jörg Hartmann

Literaturwissenschaft (HF)/Journalismus (NF); Bachelor
6. Semester

 

 

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung ... 1

2. Hauptteil historischer Kontext ... 2
2.1 Die gesellschaftliche Situation 1850-1900 in Frankreich und Deutschland ... 2
2.2 Künstler im Spannungsfeld der gesellschaftlichen Entwicklung ... 2
2.3 Die literarische Situation ... 2
2.4 Der Symbolismus als Gegenbewegung zum Naturalismus ... 4
2.5 Die Symbolistische Poetik ... 5
2.5.1 Edgar Allen Poe als Vordenker ... 5
2.5.2 Der Begriff „Symbolismus“  ... 5
2.5.3 Die Bedeutung der deutschen Romantik für symbolistische Literatur ... 7
2.5.4 Typologie des symbolistischen Dichters ... 8
2.5.4.1 Charles Baudelaire ... 9
2.5.4.2 Stéphane Mallarmé ... 10
2.6 Stefan George: Biographie und Wesen ... 10
2.6.1 George und der französische Symbolismus  ... 12
2.7 Der „Algabal“-Zyklus ... 13
2.7.1 Der Umgang mit dem historischen Vorbild ... 13
2.7.2 Mögliche Bezüge zu anderen Gedichten ... 15
2.7.3 Die Gegenwelt ... 17
2.7.4 Formales zu „Algabal“  ... 18
2.7.5 „Mein garten bedarf nicht luft und nicht wärme...“  ... 18
2.7.5.1 Formales ... 18
2.5.7.2 Inhalt ... 19

3. Schluß: Fazit ... 24

Anhang: „Mein garten bedarf nicht luft und nicht wärme...“

Verwendete Literatur

 

 

1. Einleitung

Die vorliegende Arbeit entstand im Rahmen des Eucor-Hauptseminars „Stefan George und sein Kreis“, welches im Sommersemester 2003 in Basel stattfand. Stefan George gilt neben Hugo von Hofmannsthal als der bedeutendste Vertreter des deutschsprachigen Symbolismus. Der Symbolismus war eine gesamteuropäische, antinaturalistische Literaturerscheinung, die von Frankreich ausging, aber auf die literaturtheoretischen Vorstellungen von Edgar Allen Poe und der deutschen Romantik zurückgriff. Bezeichnend für die symbolistische Epoche ist die angestrebte radikale Loslösung der Literatur aus allen gesellschaftlichen Bindungen.

Stephan George vertrat in seiner frühen Dichtung einen strengen Symbolismus. Im ersten Teil des Hauptteils werde ich ausführlich auf die Grundlagen und die Poetik, sowie auf das Konzept einer Autonomisierung der Literatur, das bereits in der Epoche der Romantik, auf die die Symbolisten Bezug nahmen, entwickelt wurde, eingehen. Das Verhältnis von Dichter und Öffentlichkeit im Symbolismus werde ich exemplarisch an Charles Baudelaire und Stéphane Mallarmé erläutern. Nachdem so die Basis der französischen symbolistischen Dichtkunst herausgearbeitet worden ist, schwenkt der Blick im zweiten Teil nach Deutschland, zu Stefan George. Sein Verdienst ist es, die französische, symbolistischen Poetik für die deutsche Lyrik adaptiert und variiert zu haben. Da seine Dichtung sehr eng mit seinem Wesen verbunden ist, stelle ich den Lebensweg Georges bis zum Jahr 1892 dar, in dem sein Werk „Algabal“ erscheint. Dieses werde ich kurz vorstellen, um dann in einer ausführlichen Interpretation des in diesem Zyklus enthaltenen Gedichtes „Mein garten bedarf nicht luft und nicht wärme...“ die symbolistischen Merkmale herauszuarbeiten.1 
Als Textgrundlage dient die zweibändige Gesamtausgabe der Werke Georges2. Die Biographie Georges darf deshalb nicht außer acht gelassen werden, da „Georges Werk im höchsten Maße selbstbezüglich ist“3 und sie deshalb ein wichtiges Element zur ausführlichen Analyse des Entstehungshintergrundes und der Intention dieses so schroffen Gedichtes darstellt. Meine Hypothesen, die ich durch die Deutung belegen will sind folgende:

  1. Die „Algabal-Dichtung kann als ein poetologisches Gedicht, das bereits Zweifel an der hermetischen Konzeption der symbolistischen Lyrik anmeldet, verstanden werden.
  2. Die „Algabal“-Dichtung kann ebenfalls als biographisches Gedicht des jungen Stephan George gelesen werden.

Der Schlußteil der Arbeit wird durch das Fazit der Analyse gebildet.

2. Hauptteil historischer Kontext

2.1 Die gesellschaftliche Situation 1850-1900 in Frankreich und Deutschland

Da Literatur immer auch eine Reaktion auf die jeweilige gesellschaftliche Situation ist, erscheint es sinnvoll, den historischen Horizont der Entstehungszeit des „Algabal“-Werkes in groben Zügen zu umreißen. Der zeitgeschichtliche Kontext, aus dem Stefan Georges „Algabal“ erwächst, ist das Europa der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Im Vergleich zu Frankreich hinkt die gesellschaftliche Entwicklung Deutschlands hinterher, obwohl sich die Gesamtsituation in beiden Ländern ähnlich darstellt.4 Prägend war in beiden Ländern der rasche Umbruch vom Agrarstaat zum Industriestaat. Die überwältigend schnelle Industrialisierung durch die Industrielle Revolution führte zu sozialen Spannungen. Während das Bürgertum einen ökonomischen Aufschwung erlebte, bildete sich gleichzeitig die neue Klasse der Proletarier heraus. Diese neue soziale Unterschicht litt unter den Schattenseiten des Kapitalismus. Während das Bürgertum zunehmend erstarkte, verarmte das Proletariat zusehends. Das Auseinanderklaffen der sozialen Schere verursachte innenpolitische Spannungen. Als Reaktion auf dieses Probleme wurden neue Sozialgesetze eingeführt, durch die versucht wurde, die bürgerliche Schicht zu stützen. In Frankreich und in Deutschland kam es zu einer Umstrukturierung der Staatsform. Während es in Frankreich der Schritt vom zweiten Kaiserreich zur dritten Republik war, wurde in Deutschland das System der Einzelstaaten durch die Gründung des deutschen Reiches abgelöst. Die außenpolitische Situation war durch imperialistisches Expansionsstreben gekennzeichnet.

2.2 Künstler im Spannungsfeld der gesellschaftlichen Entwicklung

Als Folge der oben genannten Veränderungen kommt es zu einer „klar feststellbaren bewußten Absonderung des Intellektuellen – vor allem des Künstlers- von seiner bürgerlichen Umwelt.“5 Die Mehrzahl der Künstler dieser Zeit stammte zwar aus wohlhabenden bürgerlichen Verhältnissen, doch sie ging in Opposition zu den Elternhäusern. Da der Künstler sich weder für die eigene Klasse, noch für die Arbeiterklasse entschied, stand er nicht etwa zwischen den beiden Klassen, sondern außerhalb des gesamten Systems.

Dieses Außenseitertum manifestierte sich in der Gestalt des „Bohemiens“, des „Dandy“ oder des „Flaneurs“. Für diese literaturhistorischen Figuren erweist sich die Kunst „als Zufluchtsstätte, in deren kostbar ausgestatteten Räumen man die Formel zum Überleben gefunden und geborgen zu haben glaubte.“6

[....]


1 Auf die explizite Auseinandersetzung mit der Sekundärliteratur habe ich ihm Rahmen dieser Arbeit weitgehend verzichtet.

2 George, Stefan: Werke. Ausgabe in zwei Bänden. München 2000.

3 Wolfgang Braungart: Literarischer Katholizismus. Stefan Georges Rituale der Literatur. Tübingen 1997, S. 214.

4 Vgl.: Fridrun Rinner: Modellbildung im Symbolismus. Ein Beitrag zur Methodik der vergleichenden Literaturwissenschaft. Heidelberg 1989, S. 49ff.

5 Ebd., S. 51.

6 Werner Strodthoff: Stefan George. Zivilisationskritik und Eskapismus. Bonn 1976, S. 86.


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