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Zorn auf der Bühne: John Osbornes 'Look Back in Anger' und das englische Theater der Nachkriegszeit

Hauptseminararbeit, 2005, 20 Seiten
Autor: Ulrike Häßler
Fach: Anglistik - Literatur

Details

Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2005
Seiten: 20
Note: 2.0
Literaturverzeichnis: ~ 13  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V43854
ISBN (E-Book): 978-3-638-41555-2

Dateigröße: 259 KB


Textauszug (computergeneriert)

Zorn auf der Bühne: John Osbornes ′Look Back in Anger′
und das englische Theater der Nachkriegszeit

von: Ulrike Häßler

 


1. Einleitung 3

2. John Osborne 4

3. Look Back in Anger – Blick Zurück im Zorn 4

4. Jimmy Porters Zorn 5

4.1. Der Ausdruck des Zorns 5

4.2. Der Zorn und seine Ursachen 7
4.2.1. Die Situation Englands in den Nachkriegsjahren 7
4.2.2. Klassengesellschaft und Ehekonflikt 10

4.3. Die Wirkung des Zorns 11

5. Osbornes Intention und seine Definition des Zorns 10

6. Wirkung des Stückes in Öffentlichkeit und dessen Ursachen 15
6.1 Die Entwicklung des englischen Nachkriegstheaters 15
6.2. 1956 und die Reaktionen 16
6.3. Generation Angry Young Man 18

6. Zusammenfassung 19

7. Bibliografie 20




1. Einleitung

Am 8. Mai 1956 wurde in London ein neues Theaterstück aufgeführt, das die englische Theaterlandschaft grundlegend verändern sollte. Es wurde von einer Bühnenrevolution gesprochen, von einer Bombe, die schliesslich explodierte und auf die eine ganze Generation geradezu sehnsüchtig gewartet hatte. Look Back in Anger von John Osborne wurde als Meilenstein gesehen in der Entwicklung des englischen Nachkriegstheaters und hat bis heute nicht wesentlich an Bedeutung eingebüßt. Das wichtigste Kennzeichen des Stückes wird sofort in der ersten Szene des Werkes deutlich. Hier wird eine Emotion in Szene gesetzt, die dem Ausdruck einer gesamten Generation in England entsprach und die bis zu diesem Zeitpunkt nur wenig Raum auf der Bühne gefunden hatte. John Osborne gab dem Zorn einen dramatischen Ausdruck und benutzte die Stärke dieser Emotion um seine Intention deutlich zu machen. Zum ersten Mal standen Gefühle im Mittelpunkt im Royal Court Theatre am 8. Mai 1956. Gefühle, die nicht unbedingt als angenehm empfunden wurden, sondern vielmehr als schockierend und demaskierend. Die extreme Stärke der Emotion des Zorns wird hierbei als ein Mittel gesehen, um nicht nur die Wut, Enttäuschung und Abscheu gegenüber einem Teil der Gesellschaft deutlich zu machen, sondern vielmehr um den Zuschauer das Gefühl als solches wieder näherzubringen. Osborne versucht somit den Zuschauer zu bewegen seine Einstellung gegenüber der Emotion zu verändern und diese wieder verstärkt zuzulassen. Der Schriftsteller sieht nur im Zorn noch das Mittel dies zu erreichen. Diese Einstellung Osbornes erhellt gleichermaßen die Kritik an der gegenwärtigen Gesellschaft, die zunehmend von Konsum, Anonymität und Korruption gekennzeichnet ist. Im folgenden soll auf die Ursachen des Zorns und die mit der Utilisation der Emotion des Zorns verbundene Intention Osbornes eingegangen werden. Das Gewicht liegt folglich nicht auf einer detaillierten Auseinandersetzung mit dem Text, sondern vielmehr auf der Darstellung des Zorns im Zusammenhang mit den äuβeren gesellschaftlichen Umständen.

2. John Osborne

John Osborne wurde 1929 in London als Sohn eines Künstlers und einer Kellnerin geboren. Nachdem er 1945 nach einem tätlichen Angriff auf seinen Lehrer von der Schule verwiesen worden war, arbeitete er Anfang der 50 er Jahre nach einer kurzen Tätigkeit als freier Journalist als Schauspieler an mehreren kleine Theatern. Mit seinem Stück Look Back in Anger erlangte seinen Durchbruch als Dramatiker; und es folgten zahlreiche Stücke – mehr oder weniger erfolgreich – bis zu seinem Tod in Shropshire, England. Abgesehen von seinem Erfolg von Look Back in Anger erhielten seine Stücke eine vergleichsweise mäßige Resonanz. Dies ist vor allem durch die Tatsache zu erklären, dass sein Stück Look Back in Anger zum einem bestimmten Zeitpunkt eine Wende des englischen Theaters herbeiführte. Der Inhalt des Dramas war dabei so entscheidend innovativ für die Entwicklung des Theaters, dass die Qualität des Stückes nur zweitrangig war. Nachdem sich jedoch eine neue Theaterlandschaft mit zahlreichen neuen jungen Dramatikern gebildet hatte, wurde Osborne als einer von vielen gesehen, dessen Stücke durchaus ein Publikum fand, dessen Qualität jedoch nicht die große Karriere ermöglichte.

3. Look Back in Anger

Jimmy Porter steht im Mittelpunkt dieses Schauspiels in drei Akten. Der 25jährige Intellektuelle der Arbeiterklasse lebt mit seiner Frau Alison und seinem Freund Cliff in einer Industriestadt im Norden England und betreibt dort einen Süßwarenstand. Die Hauptfigur ist gekennzeichnet durch eine ständige Unzufriedenheit, Aggressivität und einen Abscheu gegenüber der Gesellschaft, in der er sich als Außenseiter fühlt. Alison wird, nachdem sie erfährt , dass sie schwanger ist, durch die Provokationen Porters ins Elternhaus zurückgetrieben. Ihre Position in der Wohnung wird kurzzeitig von ihrer Freundin Helena übernommen. Jedoch kehrt Alison nach dem Verlust ihres Kindes zu Jimmy Porter zurück. Das Stück endet mit einem kindlich-naiven Rollenspiel der beiden Figuren, die die Fragwürdigkeit einer gemeinsamen Zukunft zurückdrängt.

4. Jimmy Porters Zorn

John Osbornes Stück Look Back in Anger hebt sich besonders durch die Umsetzung der starken Emotion des Zorns von anderen dramatischen Werken seiner Zeit ab. Im folgenden Teil der Hausarbeit soll sich mit den gesellschaftlichen Umständen und der Intention dieser Umsetzung des Zorns im Text beziehungsweise auf der Bühne auseinandergesetzt werden.

4.1 Der Zorn und dessen Ausdruck

[...]


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