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Autor: Gilbert Scharff
Fach: Wirtschaft - Investition und Finanzierung
Details
Tags: Alternative, Finanzierungsformen, Unternehmen, Deutschland
Jahr: 2005
Seiten: 54
Note: 2
Literaturverzeichnis: ~ 45 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 478 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-41639-9
ISBN (Buch): 978-3-638-70718-3
Die Restriktionen durch Banken bei der Kreditvergabe an KMU´s führen dazu, dass die Bedeutung alternativer Finanzierungsmodelle zunehmend stärker wird. Der Wandel in kleinen und mittelständischen Unternehmen in Bezug auf die Unternehmensfinanzierung ist in Deutschland in vollem Gange. Den kleinen und mittelständischen Unternehmen in Deutschland fehlt es nicht an Ideen oder an Innovationen, es fehlt ihnen hauptsächlich an den Mitteln zur Finanzierung ihrer Vorhaben bzw. an ausreichenden Mitteln...
Zusammenfassung / Abstract
Die Grundlage für die Auseinandersetzung mit dem Thema Alternativer Finanzierungsmöglichkeiten für kleine und mittelständische Unternehmen resultiert aus einer merklich restriktiven Vergabepolitik im deutschen Bankenwesen infolge zahlreicher Insolvenzen deutscher Unternehmen. Die Restriktionen durch Banken bei der Kreditvergabe an KMU´s führen dazu, dass die Bedeutung alternativer Finanzierungsmodelle zunehmend stärker wird. Der Wandel in kleinen und mittelständischen Unternehmen in Bezug auf die Unternehmensfinanzierung ist in Deutschland in vollem Gange. Schlagworte wie: Bonität, Liquiditätsengpass, Eigenkapitallücke, Basel II und Rating malen in Diskussionsrunden und Veröffentlichungen das Gespenst der Insolvenz an die Wand. Den kleinen und mittelständischen Unternehmen in Deutschland fehlt es nicht an Ideen oder an Innovationen, es fehlt ihnen hauptsächlich an den Mitteln zur Finanzierung ihrer Vorhaben bzw. an ausreichenden Mitteln zur Forschung und Entwicklung. Das Bankenwesen ist aktuell beispielsweise dabei, bonitätsabhängige Zinskonditionen bei der Kreditvergabe vorzubereiten. Unternehmen müssen sich künftig darauf einstellen, dass es in Zukunft bonitätsabhängige Zinsmargen geben wird. Im besonderen Ausmaße werden hauptsächlich hier die klein- und mittelständischen Unternehmen und Einzelunternehmer aufgrund ihrer traditionell hohen Abhängigkeit von Fremdfinanzierung in Form von Bankkrediten betroffen sein. Innovative Produkte zur Unternehmensfinanzierung mit Eigen- oder Fremdkapitalcharakter werden in Zukunft für die Finanzierung des Mittelstands immer wichtiger werden, um den Rückgang an Krediten des privaten Bankgewerbes entgegenzuwirken. Verschiedene Finanzierungsformen haben in Deutschland schon an Bedeutung zugenommen, als Beispiel soll hier die Mezzaninenfinanzierung, eine Mischform aus Eigen- und Fremdkapital, stehen. Wer sich heutzutage über Unternehmensfinanzierung informiert, kommt an dem Oberbegriff Private Equity aktuell nicht vorbei. Private Equity steht als Synonym für Beteiligungsformen wie Venture Capital und Leveraged Buy Outs, aber auch Mezzaninenfinanzierungen wie stille Beteiligungen oder Gesellschafterdarlehen lassen sich unter diesem Oberbegriff zusammenfassen.
Textauszug (computergeneriert)
Verwaltungs- und Wirtschafts-Akademie Berlin
Studiengang zum
Wirtschafts-Diplom Betriebswirt/-in (VWA)
Diplomarbeit zum Thema
Alternative Finanzierungsformen für klein und mittelständische Unternehmen in Deutschland
zur Erlangung des Grades
Betriebswirt (VWA)
Autor: Gilbert Scharff
Berlin, 15.Juni 2005
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis ... III
Abkürzungsverzeichnis ... IV
1. Einleitung ... 1
1.1. Problemstellung: Veränderung der Finanzierungsbedingungen für klein und mittelständische Unternehmen ... 1
1.2. Lösungsansatz: alternative Finanzierungskonzepte ... 1
2. Eine Bestandsaufnahme ... 2
2.1. Der deutsche Mittelstand in der Krise ? ... 2
2.2. Finanzierungsstruktur von KMU ... 3
2.2.1. Eigenkapitalausstattung im Mittelstand ... 3
2.2.2. Liquiditätsgefahr ... 4
2.2.3. Kreditbestand von KMU ... 5
2.3. Basel II ... 5
2.3.1. Die 3 Säulen von Basel II ... 6
2.3.2. Auswirkungen von Basel II auf die Finanzierung vom KMU ... 8
3. Innenfinanzierung ... 9
3.1. Selbstfinanzierung ... 10
3.1.1. offene Selbstfinanzierung ... 10
3.1.2. stille Selbstfinanzierung ... 10
3.1.3. Bilanz der Selbstfinanzierung ... 10
3.2. Finanzierung aus Abschreibungen ... 11
3.3. Finanzierung aus langfristigen Rückstellungen ... 12
3.4. Finanzierung aus Vermögensumschichtungen ... 13
4. Außenfinanzierung ... 13
4.1. Einlagen und Beteiligungsfinanzierung ... 15
4.1.1. Finanzierung ohne Zugang an Börsen ... 15
4.1.1.1. Private Equity und Venture Capital ... 16
4.1.1.1.1. aktuelle Entwicklung ... 17
4.1.1.1.2. Phasen und Prozesse der Finanzierung ... 18
4.1.1.1.3. Private Equity die Lösung für Unternehmensnachfolge und Unternehmensübernahme ... 22
4.1.2. Finanzierung mit Zugang zu Börsen ... 23
4.1.2.1. Going Public ... 24
4.1.2.2. Kapitalerhöhungen ... 25
4.1.3. Stille Beteiligungen – Mezzanine Finanz ... 25
4.1.3.1. Definition Mezzanine Finanzierungen ... 26
4.1.3.2. Was steckt hinter dem Begriff Mezzaninen Kapital ... 26
4.1.3.3. Beispielmodelle ... 28
4.1.3.3.1. ERP – Eigenkapitalprogramm ... 28
4.1.3.3.2. ge|mit ein Produkt für die Großen unter den Kleinen ... 30
4.1.3.3.3. Mittelstandsfonds ... 31
4.1.3.3.4. Zwischenbilanz der MK-Beteiligungen ... 31
4.2. Kreditfinanzierung ... 32
4.2.1. Factoring ... 32
4.2.2. Leasing ... 37
4.2.3. Asset Backed Securities (ABS) ... 39
4.2.4. Genussrechte ... 40
5. Beurteilung der Finanzierungsmöglichkeiten und Schlussbetrachtung ... 41
6. Quellen und Literaturverzeichnis ... 45
1. Einleitung
1.1 Problemstellung: Veränderung der Finanzierungsbedingungen für klein und mittelständische Unternehmen
Die Grundlage für die Auseinandersetzung mit dem Thema Alternativer Finanzierungsmöglichkeiten für kleine und mittelständische Unternehmen resultiert aus einer merklich restriktiven Vergabepolitik im deutschen Bankenwesen infolge zahlreicher Insolvenzen deutscher Unternehmen. Die Restriktionen durch Banken bei der Kreditvergabe an KMU´s führen dazu, dass die Bedeutung alternativer Finanzierungsmodelle zunehmend stärker wird. Der Wandel in kleinen und mittelständischen Unternehmen in Bezug auf die Unternehmensfinanzierung ist in Deutschland in vollem Gange. Schlagworte wie: Bonität, Liquiditätsengpass, Eigenkapitallücke, Basel II und Rating malen in Diskussionsrunden und Veröffentlichungen das Gespenst der Insolvenz an die Wand. Den kleinen und mittelständischen Unternehmen in Deutschland fehlt es nicht an Ideen oder an Innovationen, es fehlt ihnen hauptsächlich an den Mitteln zur Finanzierung ihrer Vorhaben bzw. an ausreichenden Mitteln zur Forschung und Entwicklung. Das Bankenwesen ist aktuell beispielsweise dabei, bonitätsabhängige Zinskonditionen bei der Kreditvergabe vorzubereiten. Unternehmen müssen sich künftig darauf einstellen, dass es in Zukunft bonitätsabhängige Zinsmargen geben wird. Im besonderen Ausmaße werden hauptsächlich hier die klein und mittelständischen Unternehmen und Einzelunternehmer aufgrund ihrer traditionell hohen Abhängigkeit von Fremdfinanzierung in Form von Bankkrediten betroffen sein.1
1.2. Lösungsansatz: alternative Finanzierungskonzepte
Innovative Produkte zur Unternehmensfinanzierung mit Eigen- oder Fremdkapitalcharakter werden in Zukunft für die Finanzierung des Mittelstands immer wichtiger werden, um den Rückgang an Krediten des privaten Bankgewerbes entgegenzuwirken. Verschiedene Finanzierungsformen haben in Deutschland schon an Bedeutung zugenommen, als Beispiel soll hier die Mezzaninenfinanzierung, eine Mischform aus Eigen- und Fremdkapital, stehen. Wer sich heutzutage über Unternehmensfinanzierung informiert, kommt an dem Oberbegriff Private Equity aktuell nicht vorbei. Private Equity steht als Synonym für Beteiligungsformen wie Venture Capital und Leveraged Buy Outs, aber auch Mezzaninenfinanzierungen wie stille Beteiligungen oder Gesellschafterdarlehen lassen sich unter diesem Oberbegriff zusammenfassen.
2. Eine Bestandsaufnahme
Das Rückgrat der deutschen Wirtschaft ist ausschließlich der deutsche Mittelstand. Wie in allen anderen Ländern der Europäischen Union sind in Deutschland mehr als 99% aller Unternehmen dem Mittelstand bzw. den klein und mittelständischen Unternehmen zuzurechnen, die einen Anteil von 57% an der Bruttowertschöpfung im Unternehmenssektor tragen.2 Die große Bedeutung der KMU innerhalb der deutschen Volkswirtschaft lässt sich mit einigen aktuelle Zahlen des Instituts für Mittelstandsforschung in Bonn belegen:3
- 70 % von 33 Mill. Beschäftigten arbeiten in KMU
- 80 % von 1,5 Mill. Auszubildenden haben eine Lehrstelle in einem KMU
- 57 % des Anteils am BIP entsteht im Mittelstand
In den mittelständischen Unternehmen werden insgesamt ca. 20 Millionen Menschen beschäftigt - acht von zehn Arbeitnehmern verdienen damit ihr Einkommen im Mittelstand.
2. 1 Der deutsche Mittelstand in der Krise ?
Die am weitesten verbreitete und die aktuellste Definition von KMU’s ist die Definition des Institutes für Mittelstandsforschung in Bonn. Nach der Definition der europäischen Kommission werden Unternehmen mit einem Jahresumsatz bis zu 2 Millionen Euro und weniger als 9 Mitarbeitern den Kleinstunternehmen zugerechnet. Unternehmen, deren Jahresumsatz zwischen zehn und 50 Millionen Euro liegt und die zwischen zehn und 249 Mitarbeitern dauerhaft beschäftigen, werden den mittelständischen Unternehmen zugeordnet. Um die Berufsausbildung in Unternehmen zu fördern, geht die Anzahl der Ausbildungsplätze und die der studentischen Mitarbeiter nicht mit in die Berechnung ein.4 Die in den vergangenen Jahren ausgesprochen schwache konjunkturelle Entwicklung in Deutschland hat sich negativ - gerade auf die mittelständischen Unternehmen -ausgewirkt. Wird das Wachstum der Wirtschaft seit Jahren vor allem durch den starken Export getragen, ist der private Konsum vor allem durch die politische Lage und die Verunsicherung der Verbraucher eher rückläufig. Auch in der aktuellen Meldung des Ifo Mittelstandsbarometers aus dem April 2005 kommen keine positiven Signale aus der Wirtschaft. Vielmehr hat sich die aktuelle Geschäftslage als auch die Geschäftserwartungen zum dritten Mal in Folge verschlechtert. Die Eintrübung der Aussichten kommt dieses Mal aus der Richtung der Großunternehmen. Eine weitere Verlangsamung der schwachen Erholung zeichnet sich anhand der Daten ab. Sie deuten zurzeit aber nicht auf eine bevorstehende Rezession hin. Wie sich die Binnennachfrage, der Konsum und die Investitionen im weiteren Jahresverlauf entwickeln, wird nicht nur den Mittelstand in Deutschland entscheidend beeinflussen.5 Der inländische Konsum wird auch in Zukunft der kritische Punkt in der wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands sein. Vor allem die kleinen Unternehmen wurden durch die schwache Binnennachfrage stärker belastet als die großen international ausgerichteten Unternehmen.
[...]
1 Vgl. „o.V.“ Mittelstandstag (2004), Dokumentation Nr. 543
2 Vgl. http://www.bmwa.bund.de/Navigation/Wirtschaft/mittelstandspolitik,did=60610.html, Download vom 26.04.2005
3 Vgl. http://www.ifm-bonn.org/presse/kmu.pdf, Download vom 30.04.2005
4 Vgl. http://europa.eu.int/comm/enterprise/enterprise_policy/sme_definition/index_de.htm, Download vom 04.06.05
5 Vgl. http://www.kfw.de/DE/Service/OnlineBibl48/Volkswirts64/Mittelstandsbarometer_04_05.pdf, Download vom 04.06.05
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