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Türkische Mediennutzung in Deutschland - Zwischen Integration und Ethnisierung

Autor: B.A. Mario Müller
Fach: Medien / Kommunikation - Interkulturelle Kommunikation

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Details

Veranstaltung: Seminar: Kommunikation über / zwischen Kulturen
Institution/Hochschule: Universität Erfurt (Philosophische Fakultät)
Tags: Türkische, Mediennutzung, Deutschland, Zwischen, Integration, Ethnisierung, Seminar, Kommunikation, Kulturen
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2002
Seiten: 14
Note: 1,65
Literaturverzeichnis: ~ 19  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 183 KB
Archivnummer: V44106
ISBN (E-Book): 978-3-638-41760-0
ISBN (Buch): 978-3-638-75028-8
Anmerkungen :
Die Hausarbeit befasst sich mit Medien für in Deutschland lebende Türken, der Nutzung dieser Medien und dem darin verbreiteten Deutschlandbild.

Zusammenfassung / Abstract

Im Jahre 1961 unterzeichneten Deutschland und die Türkei ein Abkommen, durch das billige Arbeitskräfte in der Türkei angeworben werden sollten, um im Deutschland der “Wirtschaftswunderzeit” Beschäftigungsengpässe auszugleichen. Diese von da an einsetzende “Arbeitsmigration” sollte ursprünglich zeitlich begrenzt sein, jedoch erwies sich das Wunschmodell temporärer Beschäftigung als unrentabel, sowohl für die deutschen Unternehmen als auch für die türkischen Arbeitnehmer, welche dauerhaft in Deutschland verblieben und gegen Ende der 1960er Jahre auch ihre Familien aus der Türkei nachholten. Der stetig wachsenden Immigrationswelle wurde 1973 durch einen Anwerbestopp Einhalt geboten, 1981 erließ die Bundesregierung sogar ein “Gesetz zur Förderung der Rückkehrbereitschaft von Ausländern”, welches die Rückkehr in die Türkei u.a. finanziell förderte und den Familienzuzug einschränkte. Im Jahr 2001 bildeten die ca. 2,5 Millionen türkischstämmigen Bürger der ersten, zweiten und dritten Generation die mit Abstand größte ausländische Minderheit in Deutschland. Ihre Kaufkraft beträgt ca. 12,2 Milliarden Euro pro Jahr. Es handelt sich also um eine große Gruppe von Menschen, deren spezielle Interessen innerhalb Deutschlands auch und gerade durch besondere Medienangebote berücksichtigt werden. Ziel dieser Arbeit ist es, eine Übersicht über diese Angebote zu geben, darzustellen, welche medienspezifischen Entwicklungen absehbar sind sowie zu untersuchen, inwiefern die genutzten Medienangebote zur gesellschaftlichen Integration türkischstämmiger Bürger in der Bundesrepublik beitragen. Als Quellenbasis nutze ich überwiegend eine Studie des Bundespresseamtes aus dem Jahr 2001 sowie die Dokumentation einer Tagung der Evangelischen Akademie Loccum.

Textauszug (computergeneriert)

Universität Erfurt
Philosophische Fakultät
Seminar: „Kommunikation über / zwischen Kulturen“
3. Fachsemester

Türkische Mediennutzung in Deutschland –
Zwischen Integration und Ethnisierung

von: Mario Müller

 


Inhalt

1. EINLEITUNG  3

2. MEDIEN FÜR IN DEUTSCHLAND LEBENDE TÜRKEN

2.1 Fernsehprogramme  4
2.2 Printmedien  5
2.3 Radioprogramme  6
2.4 Internetangebote  7

3. TÜRKISCHE MEDIENNUTZUNG

3.1 Studie des Bundespresseamtes  8
3.2 Medien-Nutzer-Typen  8

3.2.1 Der Kulturexil-Typ  9
3.2.2 Der politische Exil-Typ  9
3.2.3 Der Diaspora-Typ  9
3.2.4 Der Bikultur-Typ  10
3.2.5 Der Transkultur-Typ  10
3.2.6 Der Assimilationstyp  10

4. DAS DEUTSCHLANDBILD IN TÜRKISCHEN MEDIEN  11

5. RESÜMEE  12

LITERATURVERZEICHNIS  13


 

1. Einleitung

Im Jahre 1961 unterzeichneten Deutschland und die Türkei ein Abkommen, durch das billige Arbeitskräfte in der Türkei angeworben werden sollten, um im Deutschland der “Wirtschaftswunderzeit” Beschäftigungsengpässe auszugleichen. Diese von da an einsetzende “Arbeitsmigration” sollte ursprünglich zeitlich begrenzt sein, jedoch erwies sich das Wunschmodell temporärer Beschäftigung als unrentabel, sowohl für die deutschen Unternehmen als auch für die türkischen Arbeitnehmer, welche dauerhaft in Deutschland verblieben und gegen Ende der 1960er Jahre auch ihre Familien aus der Türkei nachholten. Der stetig wachsenden Immigrationswelle wurde 1973 durch einen Anwerbestopp Einhalt geboten, 1981 erließ die Bundesregierung sogar ein “Gesetz zur Förderung der Rückkehrbereitschaft von Ausländern”, welches die Rückkehr in die Türkei u.a. finanziell förderte und den Familienzuzug einschränkte.1

Im Jahr 2001 bildeten die ca. 2,5 Millionen türkischstämmigen Bürger2 der ersten, zweiten und dritten Generation die mit Abstand größte ausländische Minderheit in Deutschland. Ihre Kaufkraft beträgt ca. 12,2 Milliarden Euro pro Jahr3. Es handelt sich also um eine große Gruppe von Menschen, deren spezielle Interessen innerhalb Deutschlands auch und gerade durch besondere Medienangebote berücksichtigt werden. Ziel dieser Arbeit ist es, eine Übersicht über diese Angebote zu geben, darzustellen, welche medienspezifischen Entwicklungen absehbar sind sowie zu untersuchen, inwiefern die genutzten Medienangebote zur gesellschaftlichen Integration türkischstämmiger Bürger in der Bundesrepublik beitragen. Als Quellenbasis nutze ich überwiegend eine Studie des Bundespresseamtes aus dem Jahr 2001 sowie die Dokumentation einer Tagung der Evangelischen Akademie Loccum.

2. Medien für in Deutschland lebende Türken

2.1 Fernsehprogramme

Das erste in Deutschland empfangbare türkischsprachige Fernsehangebot war das Programm des türkischen Staatssenders TRT, welches seit Mitte der 1980er Jahre ins Kabelnetz eingespeist wird. Das Programm war zunächst identisch mit dem in der Türkei ausgestrahlten, im Februar 1990 wurde es jedoch durch den neuen Ableger TRT INT ersetzt, welcher sich inhaltlich speziell auf im Ausland lebende Türken ausrichtete. Auch gab es jetzt spezielle Sendungen für Deutschland.4 TRT und TRT INT werden überwiegend von der türkischen Regierung finanziert5, dementsprechend sind kaum regierungskritische Beiträge zu finden. Auch hat der Sender bis dato noch keinen eigenen Korrespondenten in Deutschland. Die Beiträge, die sich mit Deutschland befassen, üben vorwiegend Kritik an der Bundesrepublik, anstatt bei der Suche nach Identität zu helfen.6

Seit Anfang der 1990er Jahre sind über Satellit auch mehr und mehr private türkische Fernsehsender in Deutschland zu empfangen, die ihr Programm jedoch ausschließlich in der Türkei und für den türkischen Markt produzieren. Einzig KANAL D produziert teilweise Beiträge für im Ausland lebende Türken.7 Türkische Haushalte sind überwiegend mit Satelliten-Anlagen ausgestattet, im Oktober 2001 waren mehr als 40 private türkische TV-Sender sowohl analog als auch digital über verschiedene Satelliten in Deutschland zu empfangen, auch das Abonnieren türkischer Pay-TV-Kanäle ist möglich. Jedoch gibt es noch keine speziellen Sender für in Deutschland lebende Türken.8

2.2 Printmedien

[...]


1 ÇALAGAN, NESRIN und DUYAR, AKIN: 94,8 metropol FM. Das erste türkischsprachige Radio in Deutschland. In: Becker, Jörg und Behnisch, Reinhard (Hgg.): Zwischen Abgrenzung und Integration. Türkische Medienkultur in Deutschland, Rehburg-Loccum: Loccum 2001, S. 85 f..

2 vgl. Bundespresseamt: http://www.bundesregierung.de/top/dokumente/Artikel/ix_44968.htm?template=single&id=44968_1454&scr ipt=1&ixepf=_44968_1454, 9.1.2002

3 vgl. ULUSOY, YUNUS: Türkische Konsumenten als Zielgruppe. In: Türkei Journal, 2/2001, S. 15.

4 vgl. HEINEMANN, LARS und KAMCILI, FUAT: Unterhaltung, Absatzmärkte und die Vermittlung von Heimat. Die Rolle der Massenmedien in deutsch-türkischen Räumen. In: Faist, Thomas (Hg.): Transstaatliche Räume. Politik, Wirtschaft und Kultur in und zwischen Deutschland und der Türkei, Bielefeld 2000, S. 116 f..

5 vgl. HEINEMANN/KAMCILI (2000), S. 119

6 vgl. AUTH, EDGAR: Deutschland und die Türkei im Spiegel der Medien. Die Verantwortung der Medien in den deutsch-türkischen Beziehungen, Electronic ed., Bonn, FES Library, 1998. -> http://www.fes.de/fulltext/bueros/istanbul/00252.htm, 9.1.2002

7 vgl. SAUER, MARTINA: Medienkonsum türkischer Migranten in Deutschland. In: Türkei Journal, 2/2001, S. 12. 8 vgl. http://www.digitv.de/satellit/tuerksat.shtml, 9.1.2002

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