Bitte warten
Bitte installieren Sie den Flash Player, wenn kein E-Book erscheint.
Autor: B.A. Mario Müller
Fach: Medien / Kommunikation - Mediengeschichte
Details
Institution/Hochschule: Universität Erfurt (Philosophische Fakultät)
Tags: Kabelpilotprojekte, Seminar, Mediensystem, Bundesrepublik
Jahr: 2001
Seiten: 14
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 8 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 276 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-41767-9
ISBN (Buch): 978-3-638-75031-8
Die Hausarbeit beschäftigt sich mit der Entstehung, der Technik und den Folgen der vier deutschen Fernseh-Kabelpilotprojekte.
Zusammenfassung / Abstract
Der Mensch ist ein Rudeltier. Betrachtet man Kommunikation als ein menschliches Grundbedürfnis, das ein einzelner Mensch alleine nicht befriedigen kann, bestätigt sich diese Aussage. Ausgehend von den US-amerikanischen Entwicklungen begann nach 20 Jahren öffentlich-rechtlichem Rundfunk auch in Deutschland Anfang der 1970er Jahre eine Diskussion um die zukünftige Entwicklung des Fernsehens. Was ist nötig? Was ist möglich? Die Meinungen gingen teilweise weit auseinander. Während einige an den alten Rundfunkstrukturen festhalten wollten, forderten andere die Öffnung des Fernsehmarktes für private Programmveranstalter. Eigentlich müsste es sogar „Schaffung“ des Fernsehmarktes heißen, da sich die Fernsehlandschaft erst durch die kommerziellen Interessen der Privatsender zu einem Markt gewandelt hat. Die vorliegende Arbeit gibt einen Überblick über die Entstehung und Durchführung der deutschen Kabelpilotprojekte, welche den privatwirtschaftlich organisierten Rundfunk in der Bundesrepublik begründet haben. Zu den einzelnen Kabelpilotprojekten gibt es zahlreiche Begleitstudien und Dokumentationen sowie Aufsätze in Fachzeitschriften. Jedoch existieren kaum Übersichten, in denen alle vier Projekte vergleichend nebeneinander gestellt und analysiert werden. Lediglich Susanne Hiegemanns Publikation „Kabel- und Satellitenfernsehen“, herausgegeben von der Bundeszentrale für politische Bildung, bietet hier einen einigermaßen umfassenden Überblick.
Textauszug (computergeneriert)
Universität Erfurt, Philosophische Fakultät
Fachgebiet Kommunikationswissenschaft
Seminar: „Das Mediensystem der Bundesrepublik“
1. Fachsemester
Die deutschen Kabelpilotprojekte
von: Mario Müller
Inhalt
1. EINLEITUNG 3
2. GESCHICHTLICHER UND POLITISCHER HINTERGRUND
2.1 Die internationalen Anfänge 3
2.2 Die Anfänge in Deutschland
2.2.1 Die KtK-Kommission 4
2.2.2 Beschluss der Pilotprojekte 4
2.2.3 Der Verkabelungsstopp 5
2.2.4 Kabel: Pro & Contra 5
2.2.5 Der „Kabelgroschen“ 5
2.2.6 Die Untersuchungskommission 6
3. DIE PILOTPROJEKTE
3.1 Gemeinsame Grundlagen
3.1.1 Zwecke aller Projekte 6
3.1.2 Die Technik 7
3.1.3 Die Kosten für die Teilnehmer 7
3.2 Die vier Versuchsregionen
3.2.1 Kabelpilotprojekt Ludwigshafen 8
3.2.2 Kabelpilotprojekt München 8
3.2.3 Kabelpilotprojekt Dortmund 9
3.2.4 Kabelpilotprojekt Berlin 10
4. DIE FOLGEN DER KABELPILOTPROJEKTE
4.1 Akzeptanz und gesellschaftliche Folgen 11
4.2 Politische Folgen 11
4.3 Wirtschaftliche Folgen 12
5. RESÜMEE 13
6. LITERATURVERZEICHNIS 14
1. Einleitung
Der Mensch ist ein Rudeltier. Betrachtet man Kommunikation als ein menschliches Grundbedürfnis, das ein einzelner Mensch alleine nicht befriedigen kann, bestätigt sich diese Aussage. Ausgehend von den US-amerikanischen Entwicklungen begann nach 20 Jahren öffentlichrechtlichem Rundfunk auch in Deutschland Anfang der 1970er Jahre eine Diskussion um die zukünftige Entwicklung des Fernsehens. Was ist nötig? Was ist möglich? Die Meinungen gingen teilweise weit auseinander. Während einige an den alten Rundfunkstrukturen festhalten wollten, forderten andere die Öffnung des Fernsehmarktes für private Programmveranstalter. Eigentlich müsste es sogar „Schaffung“ des Fernsehmarktes heißen, da sich die Fernsehlandschaft erst durch die kommerziellen Interessen der Privatsender zu einem Markt gewandelt hat. Die vorliegende Arbeit gibt einen Überblick über die Entstehung und Durchführung der deutschen Kabelpilotprojekte, welche den privatwirtschaftlich organisierten Rundfunk in der Bundesrepublik begründet haben.
Zu den einzelnen Kabelpilotprojekten gibt es zahlreiche Begleitstudien und Dokumentationen sowie Aufsätze in Fachzeitschriften. Jedoch existieren kaum Übersichten, in denen alle vier Projekte vergleichend nebeneinander gestellt und analysiert werden. Lediglich Susanne Hiegemanns Publikation „Kabel- und Satellitenfernsehen“, herausgegeben von der Bundeszentrale für politische Bildung, bietet hier einen einigermaßen umfassenden Überblick.
2. Geschichtlicher und politischer Hintergrund
2.1 Die internationalen Anfänge
Zu Beginn der 70er Jahre kam vor allem in den USA auf politischer Ebene die Erkenntnis auf, dass sich in den Ländern der westlichen Welt ein Wandel von Industrie- zu Informationsgesellschaften vollzieht. Unter Präsident Richard Nixon wurde trotz diverser Warnungen vor drohender Unrentabilität mit der Verkabelung amerikanischer Städte begonnen und damit die Deregulierung des Rundfunkwesens in den USA lanciert. Die Planungen bezogen sich auf das sogenannte „Wired City“-Konzept, welches eine umfassende Erweiterung und Modernisierung der Kommunikationssysteme vorantreiben sollte1. Die ersten erfolgreichen Breitbandverkabelungen wurden parallel zu den Vereinigten Staaten auch in Japan und in den Beneluxländern durchgeführt. Breitbandkabel ermöglichen die Übertragung von Informationen großer Frequenzbreite, also mehrerer Megahertz.
2.2 Die Anfänge in Deutschland
2.2.1 Die KtK-Kommission
Der Startschuss für die Einführung eines deutschen Kabelfernsehens fiel im Februar 1974, als das damalige Bundespostministerium unter seinem Vorsitzenden Horst Ehmke die „Kommission für den Ausbau des technischen Kommunikationssystems“ (KtK-Kommission) bildete. Aufgabe der Kommission war es zu überprüfen, welche Möglichkeiten es gibt, das bundesrepublikanische Telekommunikationssystem wirtschaftlich und gesellschaftlich sinnvoll auszubauen2. Im Jahre 1976 legte die Kommission ihren Abschlussbericht vor. Man kam zu dem Ergebnis, dass zum damaligen Zeitpunkt kein Bedarf für flächendeckende Breitbandvermittlungsnetze und für Zweiwege-Kabelfernsehen bestünde und die Kosten mit 9 bis 22 Milliarden DM, je nach Versorgungsgrad, viel zu hoch wären. Man empfahl jedoch die Errichtung von Pilotprojekten, in denen die Akzeptanz von Breitbandverteilnetzen umfassend getestet werden solle. Hiermit war der Weg frei für die Konzeptionierung eines deutschen Kabelsystems3.
2.2.2 Beschluss der Pilotprojekte
Die Ministerpräsidenten der Bundesländer beschlossen am 11. Mai 1978 die Errichtung von insgesamt vier Kabelpilotprojekten. Vorgesehen waren zunächst die Standorte Ludwigshafen/Mannheim, München, Köln oder Wuppertal und Berlin. Das nordrheinwestfälische Kabinett entschloss sich im Dezember jedoch, statt Köln beziehungsweise Wuppertal eines der Projekte in Dortmund anzusiedeln4. Die konkrete Finanzierung und der Inhalt der Projekte blieben zunächst noch unklar. Der Beschluss stellte einen rundfunkpolitischen Kompromiss dar, da auf der einen Seite die „einheitliche Grundstruktur des Rundfunkwesens in der BRD als ein wertvolles Gut“ bekräftigt wurde, andererseits jedoch einigte man sich erstmals auf die Zulassung von privaten Programmveranstaltern in einem der Projekte, und zwar in Ludwigshafen5. Jedoch war dieser Kompromiss praktisch ohne Bedeutung, da Privatfernsehen durch die Ländergesetzgebung bereits in der gesamten BRD, außer in Hessen, erlaubt war6.
2.2.3 Der Verkabelungsstopp
[...]
1 vgl. http://www.ksg.harvard.edu/iip/doeconf/grant.html, 19.2.2001.
2 vgl. http://kefk.net/Research/Kabelnetze/kabelhistorie.html#Kabelpilot, 26.2.2001.
3 vgl. ebd.
4 vgl. Ory, Stephan und Sura, Rainer (Hgg.), Der Urknall im Medienlabor. Das Kabelpilotprojekt Ludwigshafen, Berlin 1987, S. 9 f.
5 vgl. ebd.
6 vgl. Hiegemann, Susanne, Kabel- und Satellitenfernsehen. Die Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland unter ökonomischen, politischen und inhaltlichen Aspekten, Bonn 1988, S. 39.
Kommentare
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden: