Die Geschichte der Printmedien: Die Gutenberg-Galaxis am Ende? close

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Details

Veranstaltung: Seminar
Institut: Basel (Institut für Medienwissenschaften)
Tags: Geschichte, Printmedien, Gutenberg-Galaxis, Ende, Seminar
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2003
Seiten: 33
Note: gut / befriedigend
Literaturverzeichnis: ~ 31  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 259 KB
Archivnummer: V44211
ISBN (E-Book): 978-3-638-41857-7

Textauszug (computergeneriert)

UNIVERSITÄT BASEL
INSTITUT FÜR MEDIENWISSENSCHAFTEN
BLOCKSEMINAR „ALLGEMEINE MEDIENÖKONOMIE 2“

Die Geschichte der Printmedien:
Die Gutenberg-Galaxis am Ende?

von: Isabelle Fol

 


INHALTSVERZEICHNIS

1 Einleitung 3

2 Definition ‚Medium’ 4

3 Voraussetzungen für die Printmedien 5

3.1. Erfindung der Schrift 5

3.1.1. Die ersten Gehversuche der Schrift 5
3.1.2. Die Bedeutung der Schrift: Oralität und Literalität 7

3.2. Gutenbergs Erfindung des Druckes 9
3.3. Geschichte der Zensur und der Pressefreiheit 12

4 Geschichte der einzelnen Printmedien 13

4.1. Die Geschichte des Buchs 13
4.2. Die Geschichte der Zeitung 15

4.2.1. Die Vorläufer der gedruckten Zeitungen 15
4.2.2. Die Zeitung 16

4.2.2.1. Die ersten Wochenzeitungen und die erste Tageszeitung der Welt 16

4.3. Die Geschichte der Massenmedien 17
4.3.1. Die Popular Papers in England 18
4.3.2. Die Massenpresse in der Schweiz 19

5 Zukunft der Printmedien 20

5.1. Komplementarität und Konkurrenz der Massenmedien 20
5.2. Das Ende der Gutenberg-Galaxis: Konkurrenz zwischen der Presse und dem Fernsehen 23
5.3. Warum die Zeitung überleben wird 24
5.4. Zeitungen gehen online – Vom Versuch, Scheitern und Erfolg eines neuen Formats 27

6 Schlusswort 29

7 Bibliographie 31


 

1 EINLEITUNG

„Von heute an ist die Malerei tot!“, soll der Maler Paul Delaroche 1839 ausgestossen haben (nach Haas, 1987: 105), als er die ersten Daguerrotypien (Lichtbilder mit einem speziellen fotografischen Verfahren hergestellt) gesehen habe. Er fürchtete um den Fortbestand der Malerei, da mit Hilfe der Fotografie unter anderem die Umwelt und der Menschen naturgetreuer abgebildet werden konnten / können als mit Hilfe des Pinsels und der Farbe. Bei jeder neuen Innovation im Mediensystem tauchten Existenzängste wie diese immer wieder auf, auch wenn bekannt ist, dass sich noch nie ein neues Medium bei gleichzeitiger Auslöschung eines alten, aber bewährten Mediums durchsetzten konnte (Gesetzt der Komplementarität, siehe Kapitel 5.1.). Vielmehr erfahren sogenannte „alte“ Medien eine Funktionsverschiebung und nehmen eine neue Position innerhalb des medialen Systems ein. So findet eine konstante Erweiterung der kommunikativen Möglichkeiten und eine immer dichter werdende Medienabdeckung des Alltags statt.

Der Aufbau der vorliegenden Arbeit über die Geschichte der Printmedien, welche sich unter anderem genau mit solchen Fragen nach der Medienverdrängung oder - ergänzung beschäftigt, lässt sich grundsätzlich in drei Haupteile unterteilen. Nach einer kurzen Einleitung werden die wichtigsten Voraussetzungen für die Printmedien wie die Schrift und der Druck erläutert. Im zweiten Hauptteil wird die Entstehungsgeschichte von zwei wichtigen Printmedien, nämlich des Buches und der Zeitung, und ein kurzer Abriss über die Entstehung der Massenpresse präsentiert. Der letzte Hauptteil befasst sich dann mit der Zukunft der Printmedien und reflektiert mit Einbezug einiger theoretischen Grundlagen wie Riepls Gesetz der Komplementarität über den Fortbestand der Printmedien. Da die vollumfängliche Geschichte der Printmedien nie im Rahmen einer Seminararbeit erfasst werden kann, liegt der Schwerpunkt dieser Arbeit somit auf der Präsentation der Entwicklung einzelner Printmedien und auf der Frage, ob das Ende der Gutenberg-Galaxis mit der fortschreitenden Technologisierung eingetroffen ist oder sehr bald eintreffen wird.

2 DEFINITION ‚MEDIUM’

Ein Medium ist Träger und Übermittler von Inhalten, d.h. von Informationen oder Unterhaltung (vgl. Hiebel 1998, S.12). Es ist Hilfsmittel der Kommunikation. Wird es als Hilfsmittel genutzt, erfolgt die Kommunikation zwischen Sender und Empfänger nicht direkt, sondern indirekt über das Medium als vermittelnde Instanz (Schuhmann, 2000: 6). Um den Begriff des Mediums hier noch detaillierter zu definieren, muss auf den Unterschied von Individual- und Massenmedium verwiesen werden: Das Individualmedium hat nur einen Empfänger; das Massenmedium jedoch mehrere oder sogar sehr viele, so dass in diesem Fall von Massenkommunikation gesprochen wird. Die grösste Bedeutung als Massenmedien haben zur Zeit die folgenden drei Kategorien:

1) PRINTMEDIEN: Zeitungen, Zeitschriften1 (beides regelmässig erscheinende Druckschriften, deren Erscheinung und Periodizität jedoch verschieden sind) und das Buch
2) RUNDFUNK: Radio und Fernsehen
3) ONLINE: CD, Internet und geschlossene Online-Dienste (nach Schuhmann, 2000: 7)

Da sich diese Arbeit hauptsächlich mit den Printmedien beschäftigt, sollen hier noch einige Erläuterung betreffend der Printprodukte Buch, Zeitung, Zeitschrift und Fachzeitschrift gemacht werden:

- Der materielle Träger der Printerzeugnisse ist Papier (davon natürlich ausgenommen die Publikationen im Internet, wobei zu diskutieren wäre, ob diese Online-Publikationen von Zeitungen, Büchern, etc. noch zu den Printmedien zu zählen sind oder nicht)
- Printprodukte enthalten Text und Bilder, Illustrationen
- Mit Print erfolgt eine einseitige Kommunikation
- Es existiert keine zeitliche Beschränkung in der Verfügbarkeit der Printprodukte
- Es gibt keine technisch bedingten Beschränkungen hinsichtlich der Reichweite von Printmedien

3 VORAUSSETZUNGEN FÜR DIE PRINTMEDIEN

3.1. ERFINDUNG DER SCHRIFT

3.1.1. Die ersten Gehversuche der Schrift

Um über Schrift zu sprechen, soll hier zuerst eine Definition von Schrift vorangestellt werden: Die lineare Schrift ist ein Speichermedium, mittels dessen es möglich ist, Kommunikation in materiellen Symbolen zu fixieren, für wesentlich gehaltene Informationen niederzuschreiben und so relativ zeitbeständig zu bewahren (Winter, 1999: 21). Laut Schanze (2001) bestehen drei wichtige Funktionszusammenhänge der Schrift:
1. Keine Kopräsenz von Sender und Empfänger (Funktion der Temporalisierung)
2. Kontextunabhängige Reproduzierbarkeit von Texten (Funktion der Kontextunabhängigkeit)
3. Selektionslose Speicherung (Funktion der unbegrenzten Speicherkapazität)

Ausformuliert heisst das, dass das Niederschreiben von Buchstaben zwar zuerst immer ein selektiver Prozess ist, da der Schreiber, die Schreiberin darüber bestimmt, was niedergeschrieben wird, danach aber das Geschriebene selektionslos gespeichert wird. Was Menschen sagen, kann nun neu vor der Vergänglichkeit mündlicher Kommunikation gerettet werden. Im weiteren heisst es auch, dass Schrift Raum und Zeit überwindet und auch Kultur in einem bestimmten Mass „konserviert“. So kann Schrift je nach Schriftsystem und Buchstabeninventar verschiedene Gesichter haben, die oftmals Ausdruck eines bestimmten Kulturkreises sind. Da Schriftstücke in unterschiedlichen Kulturen entstehen, sind sie somit immer Zeugen der kulturellen Differenzierung. Das Entstehen (die Entstehung der Schrift kann natürlich auch als die eigentlichen Anfänge der ersten Printmedien bezeichnet werden) und die Entwicklung der Schrift war ein sehr langwieriger Prozess und soll im folgenden nur kurz beschrieben werden.

[...]


1 Die Kategorie Zeitschriften lässt sich in Publikumszeitschriften und in Fach - und Zielgruppenzeitschriften unterteilen. Die Publikumszeitschriften richten sich im Gegensatz zu den Zielgruppenzeitschriften „an eine bildungs-, alters- und einkommensmässig breite Leserschaft“ (Meyn, 2001: 126). Zu den Publikumszeitschriften zählen die aktuellen Illustrierten (z.B. der Stern), die Frauenblätter, die Regenbogenpresse und die Programmpresse.

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