Das Internet entwickelt sich neben den klassischen Medien wie Print, TV und Hörfunk zum vierten großen global verfügbaren Massenmedium. Zahlreiche Unternehmen haben bereits die weitreichenden Potentiale erkannt, die das Medium Internet bietet und sind mit unterschiedlichen Ansätzen und Modellen im Internet erfolgreich tätig. Das Internet lässt völlig neue Produkte und Märkte entstehen, die die traditionellen Beziehungen zwischen Kunden und Unternehmen neu definieren. Durch das umfassende Potential des Mediums Internet werden traditionelle Geschäftsmodelle und Handelsstrukturen an Bedeutung verlieren und durch neue innovative Geschäftsmodelle und Handelsstrukturen ergänzt oder ersetzt.
Dieses Buch bietet einen aktuellen Überblick über die innovativen und zukunftsorientierten Geschäftsmodelle im Internet. Da sich die Geschäftsmodelle nicht einfach unter dem allgemeinen Begriff Electronic Commerce zusammenfassen lassen, erfolgt eine differenzierte Klassifizierung der Geschäftsmodelle im Internet nach unterschiedlichen Gesichtspunkten. Zunächst erfolgt eine Übersicht der Grundlagen und Rahmenbedingungen des Electronic Commerce im Internet sowie eine Übersicht und Analyse der Erfolgsfaktoren im Internet-Business. Nach der Betrachtung des Produktspektrums der Produkte, Informationen und Dienstleistungen im Internet folgt der Hauptteil des Buchs, die Klassifizierung der neuen und innovativen Internet-Geschäftsmodelle. Hier wird jedes Geschäftsmodell – begleitet von erfolgreichen, aber auch gescheiterten Praxisbeispielen – dargestellt und charakterisiert sowie die Finanzierungsmöglichkeit des Modells betrachtet. Die Klassifizierung der Geschäftsmodelle ermöglicht eine differenzierte Betrachtung des Themas Electronic Commerce sowie einen direkten Vergleich der Ansätze, Möglichkeiten und Grenzen der jeweiligen Geschäftsmodelle.
Da der Erfolg eines Geschäftsmodells maßgeblich von der Anzahl sowie der Qualität der Kunden abhängt, zeigt ein weiteres Kapitel, welche Möglichkeiten das Internet bietet, Neukunden zu gewinnen sowie Stammkunden an das jeweilige Internetangebot zu binden. Die Analyse der Konzepte zur Kundengewinnung zeigt, welche Vor- und Nachteile die einzelnen Konzepte bieten und wie sie in den unterschiedlichen Geschäftsmodellen erfolgreich eingesetzt werden. Zum Abschluss folgt ein Ausblick auf die Ansätze zukünftiger Entwicklungen neuer Internet-Geschäftsfelder sowie die Möglichkeiten neuer Techniken zur Unterstützung der Geschäftsfelder.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
1.1 Zielsetzung
2 Rahmenbedingungen für Geschäftsmodelle im Internet
2.1 Erfolgsfaktoren im Internet
2.1.1 Technologische Erfolgsfaktoren
2.1.1.1 Digitalisierung
2.1.1.2 Das Primat der Vernetztbarkeit
2.1.1.3 Interaktivität
2.1.1.4 Multimedialität
2.1.1.5 Erweitertes Supply-Management
2.1.1.6 Standards für den elektronischen Handel
2.1.2 Organisatorische Erfolgsfaktoren
2.1.2.1 Benutzerführung/Navigation
2.1.2.2 One-to-One-Marketing
2.1.2.3 Kundenorientierung
2.2 Wertschöpfung im Internet
2.2.1 Wertschöpfungskette für traditionelle Unternehmen
2.2.2 Wertschöpfungskette für Online-Produkte
2.3 Kunden im Internet
2.3.1 Internetexterne Befragungen
2.3.2 Internetinterne Befragungen
2.4 Folgen des Electronic Commerce für traditionelle Geschäftsmodelle
2.4.1 Chancen des Electronic Commerce
2.4.2 Risiken des Electronic Commerce
2.4.3 Folgen für traditionelle Geschäftsmodelle
2.4.3.1 Intensivierung des Wettbewerbs
2.4.3.2 Transformation traditioneller Vertriebsstrukturen
2.4.3.3 Zunahme von Disintermediation
2.4.3.4 Eliminierung von Produkten und Dienstleistungen
2.5 Folgen für ausgesuchte Geschäftsmodelle
2.5.1 Reise- und Tourismusbranche
2.5.2 Printmedien
2.6 Produkte und Dienstleistungen im Internet
2.6.1 Eignung eines Produkts für den Online-Vertrieb
2.6.2 Produktkategorien
2.6.2.1 Offline-Produkte
2.6.2.2 Online-Produkte
2.6.2.3 Hybrid-Produkte
2.6.2.4 Information als Produkt
2.6.3 Prädestinierte Produkte für den Online-Vertrieb
3 Klassifizierung der Geschäftsmodelle im Internet
3.1.1 Werbefinanzierte Geschäftsmodelle
3.1.1.1 Werbung im Internet
3.1.1.1.1 Werbeformen
3.1.1.1.2 Werbekosten
3.1.1.2 Beispiele werbefinanzierter Online-Magazine
3.1.1.3 Beispiele werbefinanzierter Push-Dienste
3.1.2 Nutzerfinanzierte Geschäftsmodelle
3.1.2.1 Access-Providing
3.1.2.2 Webdesign
3.1.2.3 Proprietäre Online-Dienste
3.1.2.4 News-Dienste
3.1.2.5 Serviceleistungen
3.1.2.6 Kommerzielle Datenbanken
3.1.2.7 Online-Abonnements
3.1.2.8 Online-Spiele
3.1.3 Provisionsfinanzierte Geschäftsmodelle
3.1.3.1 Content-Vermarktung
3.1.3.2 Kooperationen und strategische Allianzen
3.1.3.3 Sponsoring
3.1.4 Mischfinanzierte Geschäftsmodelle
3.1.4.1 Electronic Malls
3.1.4.2 Online-Dienstleistungen
3.1.4.3 Online-Auktionen
4 Kundenbindung und Neukundengewinnung
4.1.1 Regionalisierung
4.1.2 Suchmaschinen-Eintrag
4.1.3 Gewinnspiele
4.1.4 Newsletter
4.1.5 Demoversionen
4.1.6 Online-Kundenclubs und Virtuelle Communities
5 Schlußwort und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Diplomarbeit bietet einen aktuellen Überblick über innovative und zukunftsorientierte Geschäftsmodelle im Internet. Da der Begriff Electronic Commerce zu unpräzise ist, wird eine differenzierte Klassifizierung der Modelle nach verschiedenen Gesichtspunkten erarbeitet, wobei Praxisbeispiele und Finanzierungsmöglichkeiten beleuchtet werden.
- Analyse technologischer und organisatorischer Erfolgsfaktoren im Internet-Business.
- Differenzierte Klassifizierung neuer Internet-Geschäftsmodelle.
- Untersuchung von Modellen zur Neukundengewinnung und Kundenbindung.
- Betrachtung der Auswirkungen des Electronic Commerce auf traditionelle Handelsstrukturen.
- Eignungsanalyse für Produkte und Dienstleistungen im Online-Vertrieb.
Auszug aus dem Buch
2.1.1.2 Das Primat der Vernetztbarkeit
Das Medium Internet folgt dem Primat der Vernetzbarkeit, wodurch zahlreiche Produkte vom Kunden allein deshalb bevorzugt werden, weil sie bereits über eine große Verbtreitung verfügen. Das gilt vor allem in Branchen, in denen die Vernetzung von besonderer Bedeutung ist. Das Primat der Vernetzbarkeit ist von zwei Faktoren geprägt:
Kompatibilität: Je mehr Leute beispielsweise eine Sprache sprechen, um so attraktiver ist es für alle anderen, diese Sprache ebenfalls zu lernen. Ein einzelnes Telefon oder Faxgerät ist wertlos, Wert und Nutzen steigen mit der Zahl der Anschlüsse. Gleiches gilt für E-Mail.
Verstärkereffekte: Hierzu gehören Größenvorteile, die sich besonders stark auf die Software-Industrie auswirkten, deren Grenzkosten für den Verkauf zusätzlicher Lizenzen gegen Null gehen. Ein weiterer Verstärkereffekt gehorcht der Gesetzmäßigkeit „Masse zieht Masse an“. Eine Hardware ist nur attraktiv, wenn dazu passende Software verfügbar ist, umgekehrt ist eine Hardwareplattform für die Softwareindustrie um so attraktiver, je mehr Nutzer sie hat.
Einige Beispiele unterstreichen die Wichtigkeit des Primats der Vernetzbarkeit. So ist beispielsweise das Scheitern der Betamax-Videorekorder Anfang der 80-er Jahre durch das Fehlen der Vernetzbarkeit zu erklären. Hätte Sony die Betamax-Videotechnologie lizenziert, statt die eigenen Margen durch exklusive Vermarktung zu schützen, hätte sich das gegenüber VHS funktionalere und leistungsfähigere Betamax-Videosystem durchgesetzt. Ein weiteres Beispiel ist das rasche Wachstum der offenen Internet-Plattform im Vergleich zu proprietären Online-Diensten. Obwohl Online-Dienste zunächst technisch ausgereifter und weiterentwickelter waren, konzentrierte sich das Engagement zahlreicher Anbieter auf die offene Internet-Plattform, um nicht in der „proprietären Sackgasse“ der Online-Dienste zu landen. Gleiches galt für Anbieter von CD-ROMs, die der technisch überlegeneren CD-I (CD-ROM Interactive) von Philips den Rücken kehrten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Die Einleitung definiert das Internet als neues Massenmedium und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, Geschäftsmodelle im Internet differenziert zu klassifizieren.
2 Rahmenbedingungen für Geschäftsmodelle im Internet: Dieses Kapitel analysiert technologische und organisatorische Erfolgsfaktoren sowie die Wertschöpfung im Internet und die Folgen für traditionelle Strukturen.
3 Klassifizierung der Geschäftsmodelle im Internet: Der Hauptteil ordnet Internet-Geschäftsmodelle nach ihrer Finanzierungsart in werbe-, nutzer-, provisions- und mischfinanzierte Modelle ein.
4 Kundenbindung und Neukundengewinnung: Das Kapitel behandelt Konzepte zur Gewinnung neuer Kunden und zur dauerhaften Bindung der bestehenden Nutzer an ein Internetangebot.
5 Schlußwort und Ausblick: Der abschließende Teil fasst die Dynamik des Internet-Marktes zusammen und gibt einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen.
Schlüsselwörter
Internet, Geschäftsmodelle, Electronic Commerce, Erfolgsfaktoren, Klassifizierung, Wertschöpfungskette, Online-Vertrieb, Kundenbindung, Neukundengewinnung, Werbung, Online-Dienste, Provision, Sponsoring, Suchmaschinen, Internet-Technologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht und klassifiziert innovative Geschäftsmodelle im Internet, um die Vielfalt der Aktivitäten in diesem neuen Marktumfeld strukturiert darzustellen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Im Fokus stehen Erfolgsfaktoren im Internet, die Auswirkungen auf traditionelle Handelsstrukturen, die Eignung verschiedener Produktkategorien für den Online-Vertrieb sowie Konzepte zur Kundenbindung.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Das Ziel ist eine differenzierte Klassifizierung der Internet-Geschäftsmodelle, die über den allgemeinen Begriff "Electronic Commerce" hinausgeht und diese nach ihrer Finanzierung sowie ihrer Marktrolle einordnet.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine umfassende Literaturanalyse und wertet aktuelle Marktdaten sowie Praxisbeispiele aus, um die Geschäftsmodelle zu charakterisieren und miteinander vergleichbar zu machen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich detailliert der Einordnung der Modelle in werbe-, nutzer-, provisions- und mischfinanzierte Kategorien sowie deren jeweiliger Funktionsweise.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Geschäftsmodelle, Erfolgsfaktoren, Electronic Commerce, Kundenbindung, Online-Marketing und Wertschöpfungskette definiert.
Warum spielt die Vernetzbarkeit eine so große Rolle für den Erfolg im Internet?
Das Primat der Vernetzbarkeit sorgt dafür, dass Produkte durch Verstärkereffekte und Netzwerkeffekte an Wert gewinnen, je mehr Nutzer sie verwenden, was maßgeblich über Marktanteile entscheidet.
Wie unterscheidet sich die "kundenorientierte" von der "produzentenorientierten" Wertschöpfungskette?
In der kundenorientierten Wertschöpfungskette steht der Kunde durch interaktive Dialogsysteme und individuelle Serviceerfahrungen im Mittelpunkt, während der Fokus im traditionellen Modell primär auf der internen Produktion liegt.
- Arbeit zitieren
- Mirko Müller (Autor:in), 1999, Eine Klassifizierung von Geschäftsmodellen im Internet, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45