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Die Geschichte des Fremdsprachenunterrichts in Deutschland unter besonderer Berücksichtigung des Französisch- und Russischunterrichts

Termpaper, 2003, 24 Pages
Author: Daniela Weingartz
Subject: Romance Languages - French Didactics

Details

Category: Termpaper
Year: 2003
Pages: 24
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 11  Entries
Language: German
Archive No.: V45234
ISBN (E-book): 978-3-638-42669-5

File size: 253 KB


Excerpt (computer-generated)

Die Geschichte des Fremdsprachenunterrichts in Deutschland
unter besonderer Berücksichtigung des Französisch- und Russischunterrichts

von: Daniela Weingartz

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 1

2. Historischer Überblick über die Entstehung des schulischen Fremdsprachenunterrichts unter Berücksichtigung der besonderen Situation des geteilten Deutschlands 2

2.1. Die institutionelle Entwicklung des Fremdsprachenunterrichts bis 1945 2
2.2. Neue Perspektiven des Fremdsprachenunterrichts nach 1945 6

2.2.1. Der Fremdsprachenunterricht in den Jahren der Besatzung 6
2.2.2. Die Organisation des Fremdsprachenunterrichts auf bundesrepublikanischem Gebiet 7
2.2.3. Einblicke in den Fremdsprachenunterricht in der DDR 9

3. Die Geschichte der Unterrichtsfächer Französisch und Russisch in Deutschland 12

3.1. Der Französischunterricht 12
3.2. Der Russischunterricht 15

4. Ausblick 19



 

1. Einleitung

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Geschichte des Fremdsprachenunterrichts in Deutschland seit dem Mittelalter. Zu Beginn soll die institutionelle Entstehung des Fremdsprachenunterrichts bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges im Jahre 1945 geschildert werden. Ich möchte eingangs festhalten, dass der Zeitraum von 1933–1945 unter der Herrschaft der Nationalsozialisten kaum bis keinerlei Erwähnung in der Abhandlung finden wird, weil darüber eine eigenständige Arbeit geschrieben werden könnte. Die Darstellung des geschichtlichen Verlaufs bezieht sich auf die Einführung der jeweiligen Fremdsprachen zu einem bestimmten Zeitpunkt unter gleichzeitiger Beachtung der gesellschafts-politischen Umstände. Des Weiteren richtet sich parallel dazu der Blick auf die Ausbildung zum Fremdsprachenlehrer.

Einen Teil des zweiten Kapitels widme ich der Beschreibung des fremdsprachlichen Unterrichts nach 1945, wobei die Besatzungszonen sowie später die BRD und DDR einzeln behandelt werden. Im letzten Kapitel gehe ich noch mal speziell auf die Geschichte der beiden Unterrichtsfächer Französisch und Russisch an deutschen Schulen ein. Es ist interessant an dieser Stelle bereits einfließen zu lassen, dass Französisch im Mittelalter eine vorrangige Position in der Fremdsprachenfolge einnahm und als Modesprache galt, während das Russische in der ehemaligen DDR ebenfalls erste Fremdsprache war, die jedoch aus politischen Gründen in den Schulunterricht aufgenommen werden musste und zu ideologischen Zwecken missbraucht wurde. Unter diesem Gesichtspunkt kann man nachvollziehen, dass Russisch sich nach der Wiedervereinigung Deutschlands im Osten nicht etablieren konnte. Es bleibt zu überlegen, warum Französisch seine Stellung als erste Fremdsprache nicht weiter behaupten konnte, oder warum es innerhalb einer Gesellschaft, die sich immer mehr gegenüber ihren europäischen Nachbarländern öffnet, in fortwährender Konkurrenz zum Lateinischen steht.

2. Historischer Überblick über die Entstehung des schulischen Fremdsprachenunterrichts unter Berücksichtigung der besonderen Situation des geteilten Deutschlands

2.1. Die institutionelle Entwicklung des Fremdsprachenunterrichts bis 1945

Der schulische Fremdsprachenunterricht beginnt im Mittelalter mit der systematischen Einführung des Lateinischen. Im Jahre 793 beauftragt Karl der Große Alkuin aus York, den gesamten Klerus mit der Gründung von Schulen.1 Damit wird bereits festgelegt, dass zwei wichtige kirchliche Institutionen als Lehranstalten fungieren sollen: Bistümer und Klöster. Nach dem Untergang des Römischen Reiches und der damit einhergehenden Auflösung der staatlichen und städtischen Ordnung scheint lediglich die Kirche tauglich für den Neuaufbau eines Bildungswesens. Latein hat in den kirchlichen Schulen den Status des mündlichen sowie schriftlichen Kommunikationsmittels, das den Schülern mit Lehr- und Lesebüchern, Gespräch- und Grammatikbüchern vermittelt wird, erreicht. Dennoch lässt sich keine Aussage über den didaktischen Wert der Bücher sowie die unterrichtliche Vorgehensweise mit ihnen treffen. Diese Entwicklung setzt sich bis in die spätmittelalterlichen, staatlich geführten Stadtschulen und der Kirche zugehörigen Universitäten, die in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts zur wissenschaftlichen Bildung des Klerus eingerichtet werden, fort.2 Latein avanciert zur internationalen Bildungssprache und lingua franca, während für das Griechische als Bestandteil der spätantiken Bildungstradition kein praktischer Anwendungsbedarf mehr vorliegt.3 Obwohl das Mittelalter sein geistiges Leben ausschließlich auf Werken griechischer Dichter und Denker stützt, gelten Kenntnisse des Griechischen als eine gelehrte Seltenheit. Erst im Zeitalter des Humanismus und der Reformation nimmt die Bedeutung des Griechischen trotz anhaltender Vorherrschaft des Lateinischen zu. Da die Humanisten ihr Interesse für die römische Literatur wieder entdecken, beschäftigen sie sich ebenfalls mit den von den Römern geschätzten griechischen Autoren. Am Ende des 15. Jahrhunderts und nach der Reformation wird in vielen protestantischen Landesteilen teils auf Luthers Anregung in christlichen Schulen Griechischunterricht abgehalten, um in den Disziplinen Philosophie, Naturwissenschaften, Moral, Geschichte und natürlich Grammatik auf Originaltexte zurückgreifen zu können.

In der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts gewinnen die Landessprachen bedingt durch die Entstehung der Nationalstaaten an Bedeutung: der Unterricht in der Muttersprache gelangt in den Mittelpunkt, zuerst gefolgt von den neueren und schließlich den alten Sprachen. Als erste lebende Fremdsprache kristallisiert sich das Französische heraus, das aufgrund von Flücht lingsströmen zur Zeit der Reformation und der Religionskriege immer häufiger auch in Deutschland gesprochen wird und Sprecher erfordert. Im 17. Jahrhundert haben die Ritterakademien, an denen die adligen Heranwachsenden für ihre weltlichen Aufgaben vorbereitet werden sollen, maßgeblichen Anteil an der Verbreitung des neueren Fremdsprache nunterrichts. Da der Adel mit den traditionellen Bildungsinhalten und den nicht pragmatischen Erziehungszielen des tradierten Bildungswesens unzufrieden ist, stehen hier neben praktischen Fächern, die Sprachen Französisch, Italienisch, Spanisch, sowie später Englisch an erster Stelle. In diesem Jahrhundert hat die politische, wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung Frankreichs so großen Einfluss auf Europa, dass es zur lingua franca wird.4

[...]


1 Lehberger, Reiner: Geschichte des Fremdsprachenunterrichts bis 1945. In: Bausch, Christ, Krumm (Hrsg.): Handbuch Fremdsprachenunterricht. Tübingen u.a.O., ³1995, S. 561.

2 Paulsen, Friedrich: Geschichte des gelehrten Unterrichts auf den deutschen Schulen und Universitäten vom Ausgang des Mittelalters bis zur Gegenwart, Bd. I., Leipzig, ³1919, S. 14, S. 18f, S. 28ff, S. 47.

3 Vgl. Christ, Herbert; Rang, Hans-Joachim: Fremdsprachenunterricht unter staatlicher Verwaltung 1700 bis 1945. Eine Dokumentation amtlicher Richtlinien und Verordnungen. Bd. I, Tübingen, 1985, S. 39: „Der Lateinunterricht verfolgte bis in das letzte Drittel des 19. Jahrhunderts hinein auch das Ziel, die Sprache aktiv zu gebrauchen.“

4 Lehberger, Reiner, 1995, S. 561.


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