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Wer sind die 'global player'?

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2004, 34 Pages
Author: Timo Cyriax
Subject: Economics / Business: Political Economics

Details

Event: Wirtschaftseliten im Globalisierungsprozeß
Institution/College: University of Marburg (Institut für Friedens- und Konfliktforschung)
Tags: Wirtschaftseliten, Globalisierungsprozeß
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2004
Pages: 34
Grade: 1
Bibliography: ~ 24  Entries
Language: German
Archive No.: V46366
ISBN (E-book): 978-3-638-43571-0
ISBN (Book): 978-3-638-93324-7
File size: 6156 KB

Abstract

Thema dieser Seminararbeit soll es sein, die Frage, welche Unternehmen als die sogenannten „global player“ zu bezeichnen sind, zu behandeln. Zu Beginn soll dabei definitorisch aufgezeigt werden, wie die Begriffe „Globalisierung“, „global player“ und „multinationales Unternehmen“ einzuordnen sind. Dies führt zunächst zu der Diskussion, welche Merkmale die global player kennzeichnen und welche Faktoren diesen Firmen nicht zuzurechnen sind. Ergänzt werden soll hierbei, welcher geographischen Herkunft diese Unternehmen sind, in welchen Branchen diese Firmen ansässig sind und über welche Potenz, vor allem finanzieller Art, sie verfügen. Bei der Frage der Herkunft wird sich so aufzeigen lassen, welchen Wirtschaftsräumen diese Unternehmen vor allem zuzurechnen sind. [...]


Excerpt (computer-generated)

Philipps -Universität Marburg
FB 03 / Gesellschaftswissenschaften – Friedens - und Konfliktforschung
Seminar: Wirtschaftseliten im Globalisierungsprozeß

Wer sind die ′global player′?

von: Timo Cyriax

 


Gliederung

1. Einleitung

2. Begriffsklärungen

3. Merkmale eines global players

3.1 Geographische Herkunft der global player
3.2 Wirtschaftliche Herkunft der global player
3.3 Transnationalität – Unterschiedliche Ansätze der Regionen, Länder und Branchen

4. Ausländische Direktinvestitionen

5. Exemplarische Darstellungen der Konzernstrukturen der führenden „global player“

6. Fazit

7. Literatur

8. Anhang

8.1 Firmen-Organigramme
8.2 Graphiken und Tabellen



 

1. Einleitung

Thema dieser Seminararbeit soll es sein, die Frage, welche Unternehmen als die sogenannten „global player“ zu bezeichnen sind, zu behandeln. Zu Beginn soll dabei definitorisch aufgezeigt werden, wie die Begriffe „Globalisierung“, „global player“ und „multinationales Unternehmen“ einzuordnen sind. Dies führt zunächst zu der Diskussion, welche Merkmale die global player kennzeichnen und welche Faktoren diesen Firmen nicht zuzurechnen sind. Ergänzt werden soll hierbei, welcher geographischen Herkunft diese Unternehmen sind, in welchen Branchen diese Firmen ansässig sind und über welche Potenz, vor allem finanzieller Art, sie verfügen. Bei der Frage der Herkunft wird sich so aufzeigen lassen, welchen Wirtschaftsräumen diese Unternehmen vor allem zuzurechnen sind.

Bezogen auf die Branchen wird sich möglicherweise zeigen, welche Branchen aktuell von Erfolg und welche von Mißerfolg begleitet werden, welche Ursachen dies hat und auch, welche Geschäftszweige als „zukunftssicher“ gelten können und welche zukünftig möglicherweise ihre Geschäftsbereiche ausdehnen müssen auf andere Branchen, um weiterhin erfolgreich sein zu können. Das führt in der Konsequenz zu der Fragestellung, ob die sogenannten „global player“ Unternehmen sind, die vor allem nur in einer Branche tätig sind oder aber, ob es sich dabei um Firmen handelt, die generell ihre Betriebsstruktur sehr breit gefächert haben und somit von Absatzkrisen in den einzelnen Sparten stärker geschützt sind. Um dies stärker zu verfolgen, bietet es sich an, die Nationen und Branchen hinsichtlich ihres Grades an Transnationalität zu unterscheiden. Hinsichtlich dieser Fragestellung sollen die „World Investment Reports“ der UNCTAD (der „United Nations Conference on Trade and Development“, also der Handels- und Entwicklungs-Konferenz der Vereinten Nationen) als Datengrundlage dienen, um zu ergründen, welche „global player“, welche Wirtschaftszweige und welche geographischen Regionen stärker oder weniger stark auf den Faktor der weltweiten Streuung von Investition, Verkauf und Beschäftigung setzen. Auch die Höhe und Verteilung von Ab- und Zuflüssen von ADI1 soll hier betrachtet werden. Nach diesen Überlegungen soll sich diese Arbeit mit der Thematik befassen, welche Verflechtungen die „global player“ mit Tochterfirmen und/oder untereinander unterhalten, welche Kooperationen und „joint ventures“ sie miteinander eingegangen sind. Dazu sollen einige Unternehmen exemplarisch auf ihre Geschäftsfelder und ihre Tochtergesellschaften hin untersucht werden. Abschließend wird in dieser Arbeit versucht, die als global player bezeichneten Unternehmen, beziehungsweise generalisierend verschiedene Branchen hinsichtlich ihrer möglichen zukünftigen Entwicklung einzuordnen.

2. Begriffsklärungen

Um zunächst zu klären, mit welchen Begrifflichkeiten in dieser Arbeit umgegangen werden soll, werden zunächst die Begriffe der Globalisierung und des „global players“ bzw. des multinationalen Unternehmens anhand einiger Definitionen dargestellt werden. Definitionen des Begriffs „Globalisierung“: „Globalisierung, Bezeichnung für die Entstehung weltweiter Märkte, das heißt die zunehmende Internationalisierung des Handels, der Finanz-, Waren- und Dienstleistungsmärkte sowie die internationale Verflechtung der Volkswirtschaften. Der Globalisierungsprozeß wird v. a. durch neue Technologien im Kommunikations-, Informations- und Transportwesen, neue Organisationsformen der betrieblichen Produktionsprozesse sowie Liberalisierungs- und Deregulierungsmaßnahmen in vielen Ländern vorangetrieben; Hauptakteure sind multinationale Unternehmen („Global Player“).“2 „Begriff für die zunehmende Internationalisierung der Produktion, der Beschaffung von Waren (global sourcing) und des Absatzes von Waren und Dienstleistungen.“3 Definition eines „global players“:

„Große (multinationale) Unternehmung, die im Zuge der Globalisierung der Märkte durch weltweit angesiedelte Produktionsstätten die Weltmärkte beliefert. Im Idealfall ist jede Funktion des global players an dem Ort, wo für ihn die besten Rahmenbedingungen gegeben sind. Global player nutze n alle Wettbewerbsvorteile des „global sourcing“, der globalen Marktpräsenz, der „economies of scale“ und der „economies of scope“.“4 Unter „global sourcing“ versteht man die Ausrichtung auf internationale Beschaffungsmärkte. Bei den „economies of scale“ handelt es sich um die Vorteile, die ein Unternehmen erwarten kann, wenn es die Betriebsgröße erhöht und somit bei wachsender Produktion eine Senkung der Durchschnittskosten erreichen kann. Dies fördert natürlich die Fusionierung von Unternehmen durch den sogenannten „Synergieeffekt“, da die Zusammenlegung bestimmter Funktionen bzw. die klare Aufteilung von bestimmten Sparten zu erheblichen Einsparungen in verschiedenen Bereichen, so bspw. bei der Verwaltung oder auch der Produktentwicklung, führt. „Economies of scope“ bezeichnen dagegen die Fähigkeit von Unternehmen, durch innovatives Produktweisen flexibel auf Kundenwünsche in den verschiedensten Bereichen reagieren zu können. Definition eines „multinationalen Unternehmens“: „Es handelt sich um ein Unternehmen großen Zuschnitts, das anfänglich mehrere Tochtergesellschaften in mehreren Ländern kontrolliert und dessen Strategie und Organisationsstruktur im Weltwirtschaftsmaßstab konzipiert wird.“5

3. Merkmale eines global players

Es lassen sich für ein multi- oder transnationales Unternehmen (diese Begriffe sollen im Folgenden synonym verwendet werden, auch wenn eine definitorische Unterscheidung von einigen Autoren vorgeschlagen wird6) mehrere eindeutige Merkmale aufzeigen. Wie in den Definitionen deutlich wurde, ist die wichtigste Grundvoraussetzung für ein multinationales Unternehmen, daß es verschiedene Unternehmensbereiche in verschiedenen Ländern aufweist, im definitorischen „Idealfall“ hat es jeden Bereich, also Produktion, Verwaltung, Entwicklung und Verkauf an den Orten der Welt positioniert, die als idealer Standort für die jeweilige Funktion dient. Hat also ein Unternehmen einige oder viele Standorte an den verschiedensten Plätzen der Erde und erreicht jede dieser Funktionen die maximal erreichbare Rentabilität, ist dies ein wichtiges Element für seinen Status als „global player“. Die Definitionen gehen bei der Anzahl der Länder, in denen ein Unternehmen ansässig sein muß, um als „transnationales“ Unternehmen zu gelten, auseinander. Während einige Autoren bereits bei Firmen, die in zwei Ländern ansässig sind, diese als „transnational“ bezeichnen, setzen andere den Schwellenwert für eine solche Einstufung erst bei sieben oder zehn Ländern an.

Als weiterer wichtiger Anhaltspunkt kann die Summe der Auslandinvestitionen dienen. Zündorf7 nennt die relative und/oder die absolute Zahl der Investitionen als wichtigen Indikator. So ist ein Unternehmen um so mehr als „global player“ zu betrachten, je höher die Wachstumsrate der Auslands-Investitionen gegenüber der Wachstumsrate der Inlands- Investitionen ist. Noch relevanter ist anzusehen, wenn die absolute Zahl der Auslandsinvestitionen die Zahl der Investitionen im Inland, also im „Stammland“ des Unternehmens übersteigt. Auch die Zahl der Arbeitsplätze im Vergleich von In- und Ausland ist ein wichtiger Anhaltspunkt für die Charakterisierung eines Unternehmens als „global player“. Wenn die Zahl der Arbeitsplätze im Ausland stark zunehmend und/oder die Beschäftigtensumme im Inland rückläufig ist oder sogar die im Ausland Beschäftigten in der absoluten Zahl die im Heimatland des Unternehmens übersteigen, dann ist dies ein weiteres wichtiges Merkmal für ein transnationales Unternehmen. Des weiteren seien noch andere Faktoren genannt, die ein multinationales Unternehmen als solches kennzeichnen. Hierzu zählen neben der hohen Rate von Zulieferungen aus dem Ausland die Höhe der Exporte, das Verhältnis von Inlandsverkauf und Export, die Lizenzvergabe an andere Unternehmen in In- und Ausland, das Eingehen von Joint Ventures und strategischen Partnerschaften mit anderen Unternehmen sowie die Zahl und Wirtschaftskraft der Tochterunternehmen im In- und Ausland. Dies wird in der nachstehenden Abbildung8 sehr plastisch skizziert und zeigt auf, in wie weit ein Unternehmen als transnational oder als eher national gebunden gelten kann.

3.1 Geographische Herkunft der global player

[...]


1 ADI: Ausländische Direktinvestitionen, auch: FDI (Foreign Direct Investments)

2 aus Brockhaus, Online-Ausgabe

3 aus Leser, H. (Hrsg.): DIERCKE, Wörterbuch Allgemeine Geographie

4 aus Leser, H. (Hrsg.): DIERCKE, Wörterbuch Allgemeine Geographie

5 aus Michalet, C.-A.: Multinationale Unternehmen und die Wirtschaftskrise

6 Unterscheidungskriterium wäre hierbei die Strategie der Unternehmen und der Grad der Bindung an das Stammland.

7 Zündorf, L.: Weltmärkte, transnationale Unternehmen und internationale Organisationen, S. 40+41, aus: Eckardt, A.; Köhler, H.-D.; Pries, L. (Hrsg.): Global player in lokalen Bindungen

8 aus Zündorf, L., S. 40


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