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Aristide Maillol - Monument à Cézanne

Termpaper, 1999, 19 Pages
Author: Katharina Krings
Subject: Art - Sculpture / Plastics

Details

Event: Skulptur in Frankreich von Rodin bis Giacometti
Institution/College: Ruhr-University of Bochum (Institut für Kunstgeschichte)
Tags: Aristide, Maillol, Monument, Cézanne, Skulptur, Frankreich, Rodin, Giacometti
Category: Termpaper
Year: 1999
Pages: 19
Grade: 2
Bibliography: ~ 8  Entries
Language: German
Archive No.: V46383
ISBN (E-book): 978-3-638-43586-4

File size: 170 KB


Excerpt (computer-generated)

Aristide Maillol - Monument à Cézanne

von: Katharina Krings

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 3

2. Le Monument à Cézanne 3

2.1. Die Entstehung des Denkmals Auftragsvergabe - Entwürfe - Maillols Vorgehensweise 3
2.2. Beschreibung des Denkmals 5
2.2.1. Was soll ausgedrückt werden? 8
2.2.2. Bezüge zu Cézanne 9
2.3. Das Denkmal im Kontext zu sonstigen Arbeiten Maillols: Unterschiede - typische Merkmale 11
2.4. Allegorische Vergeiche zu anderen Werken 12
2.5. Maillol als Klassizist oder Wegbereiter der Moderne 14
2.6. Maillols Beliebtheit in Deutschland 16

3. Schlußteil 17

4. Literaturverzeichnis 18


 


1. Einleitung

Thema dieser Hausarbeit ist das Werk „Monument á Cézanne“, welches Aristide Maillol zwischen den Jahren 1907 und 1925 fertigte. Von diesem Denkmal, das 145 x 222 cm mißt, existieren heute sieben Fassungen, von denen das „Hauptexemplar“ aus Stein vor dem Musée d´Orsay in Paris und einer der sechs Bleiabgüsse im Tuileriengarten vor dem Louvre - ebenfalls in Paris - zu sehen sind. Über die Aufstellungsorte der restlichen fünf Abgüsse ist in der vorhandenen Literatur nichts vermerkt gewesen.  Im folgenden soll das Denkmal für Cézanne in seiner Ausführung mit dem Lorbeerzweig sowohl in seiner Entstehung, als auch in seiner Endfassung beschrieben und in das sonstige Werk Maillols eingeordnet werden. Dem hinzu werden noch kurze Vergleiche mit anderen Werken gefügt, die allegorische Gemeinsamkeiten oder Unterschiede aufweisen. Letztlich werden auf Maillols Bezüge zum Klassizismus und zu Deutschland eingegangen, da diese nicht unwesentliche Bedeutung in seinem Leben und somit auch in seinem Werk haben.

2. Le Monument à Cézanne

2.1. Die Entstehung des Denkmals

Auftragsvergabe - Entwürfe - Maillols Vorgehensweise

Bis vor kurzem galt die Auffassung, Maillols Werk „Monument á Cézanne“ sei zwischen dem Jahr der Auftragsvergabe, d.h. 1911 und dem Jahr der Fertigstellung, nämlich 1925 entstanden. Die Untersuchungen der Arbeiten bezüglich zwei Ausstellungen von 1996 der Werke Maillols belegen aber in den beiden Ausstellungskatalogen „Aristide Maillol“ und „Canto d´Amore - Klassizistische Moderne in Musik und bildender Kunst 1914-1935“, daß sich der Künstler bereits 1907, d.h. kurz nach dem Tode Cézannes, der am 22. Oktober 1906 starb, damit beschäftigt hatte. Seit Sommer 1907 fertigte Maillol also schon Skizzen an, in denen er sich mit dem Denkmal befaßte. Diese Arbeit habe Maillol dann, laut Ursel Berger 1913/14 beendet, so daß er dazu überging, kleine Maquettes zu formen. Ein Rundschreiben im Nachlaß von Harry Graf Kessler besagt des weiteren, daß sich das Denkmalskomitee seit 1908/09 mit einem Monument für Cézanne beschäftigt hatte und daß sich Maurice Denis schon 1909 für das Projekt engagierte. Im selben Jahr sprach Kessler mit dem Bürgermeister von Aix-en-Provence, da ihm die Skizzen Maillols bekannt waren und er sich für die Denkmalsidee einsetzen wollte, indem er einen geeigneten Aufstellungsort nahe des Cézanne Museums sichern wollte. Dort sollte es den nahe gelegenen Brunnen zieren. Die Auftragsvergabe fand schließlich 1911 im Zusammenhang mit einer Auktion zugunsten des Denkmalfonds statt und Mailoll sollte die Arbeiten ausführen.

Wenn Maillol nicht gerade ein Modell besaß - anfangs hatte ihm noch seine Frau Clotilde Narcisse dazu gestanden, als diese aber zu alt wurde, half ihm Dina Vierny - bediente er sich grundsätzich seiner unzähligen Skizzen, welche er ständig anfertigte. Diese Skizzen verwandte er stets neu, d.h. in immer neuen Kombinationsmöglichkeiten bzw. Posen. Schließlich ging er dazu über, Maquettes in Gips zu fertigen, um endlich zu den meist überlebensgroßen Bronze- oder Stein-, aber auch Blei- oder Holzfassungen zu gelangen. Bei diesen Arbeiten wurde zunächst der Torso geformt, nach dem die Extremitäten und der Kopf folgten. Die Fertigstellung des Cézanne-Denkmals verzögerte sich nun aufgrund des ersten Weltkrieges, so daß erst 1921 die Gips- und 1925 die Steinfassung vollendet wurde. Nun lehnte die Stadt Aix das fertige Werk aber ausdrücklich ab und auch ein Subkriptionskomitee der Freunde Maillols führte nicht zur Auftragsabnahme. 1929 wurde es dann dank einer Pressekampagne von der Stadt Paris erworben, die die Steinfassung des Denkmals im Tuileriengarten vor dem Louvre, hinter der ehemaligen Orangerie, dem damaligen Musée Monet, mittig des Treppenaufganges plazierte. 1943 wurde es dem Musée National d´Art zugewiesen, wo es seit 1963 ausgestellt war. Heute befindet es sich im Musée d´Orsay. Der in der Einleitung noch erwähnte Bleiabguß der Skulptur befindet sich seit 1964 im Garten vor dem Louvre, da Dina Vierny, die eine beträchtliche Sammlung Maillols besaß, diesen posthumen Abguß zusammen mit weiteren 17 Skulpturen des Künstlers dem Staat übereignete - unter der Bedingung dieser gemeinsamen Aufstellung in den Tuilerien. Die Skizzen Maillols zu diesem Werk begannen um 1907 mit zwei verschiedenen Ideen einer weiblichen Aktfigur: die erste ist seinen kurz zuvor entstandenen Werken „Méditerranée“ und „Sérénité“ (beide um 1905) sehr ähnlich - es handelt sich hierbei um eine liegende Figur -, die zweite Version entspricht eher der „Action enchainé“ (um 1906) - einer stehenden Frau. Bei diesen beiden unterschiedlichen Skizzen entschied er sich wahrscheinlich recht schnell für die Darstellung einer liegenden Dame, so daß Maillol nun mit den Ausarbeitungen beginnen konnte. Er entwickelte jetzt unterschiedlichste Posen, wobei er sich schon früh auf die ungefähre Haltung dieser schlanken, eleganten Frau festgelegt hatte. Die eher zierliche Proportionierung dieser Skulptur stellt eine Ausnahme im Werke Maillols dar, auf die in 2.3. noch eingegangen wird. Nach den zeichnerischen Skizzen folgten mehrere kleine plastische Ausführungen. Diese Entwürfe, welche seit ca. 1910 von Maillol für das Denkmal gefertigt wurden, stellten zunächst in der Skulptur „Nach dem Bade - Studie zum Denkmal für Paul Cézanne“ (um 1910/12, Terracotta, Fondation Dina Vierny, Musée Maillol) Maillols Grundidee für das Denkmal dar, d.h. er legte dort bereits die Haltung der übereinandergeschlagenen Beine und des linken Armes, der das Tuch über den Rücken in Richtung der Hand mit dem Lorbeerzweig nehmen soll, fest, so wie sie später bei der Endfassung zu beobachten ist. Als nächstes gelangte er zu einer recht dynamischen Ausführung, in der z.B. das linke Bein bis auf Ellbogenhöhe angehoben wird und eine lichtdurchströmte Körperöffnung entsteht. Bei einem dritten Entwurf liegen die Beine beinahe parallel und die Füße sind fast geschlossen. Da die Skulptur eine ruhige und gefestigte Wirkung haben soll, sie aber bei Ausführungen mit z.B. angewinkeltem linken Arm noch zu heroisch wirkt, entschloß sich Maillol letztlich für einen ausgestreckten linken Arm.

[...]


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