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Soziale Kompetenz- Zu ihrer Definition und den Verfahren ihrer Erfassung in der Personalentwicklung und der Personalauswahl

Termpaper, 2004, 27 Pages
Author: Lena Ahlborn
Subject: Economics / Business: Personnel and Organisation

Details

Event: Seminar "Personalentwicklung" an der Universität Lüneburg, WS 2003/2004
Institution/College: University of Lüneburg (Institut für Psychologie)
Tags: Soziale, Kompetenz-, Definition, Verfahren, Erfassung, Personalentwicklung, Personalauswahl, Seminar, Personalentwicklung, Universität, Lüneburg
Category: Termpaper
Year: 2004
Pages: 27
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 19  Entries
Language: German
Archive No.: V46459
ISBN (E-book): 978-3-638-43650-2

File size: 234 KB
Notes :
Der erste Teil dieser Arbeit beschäftigt sich mit der Definition des Konstrukts „soziale Kompetenz“ und seiner Bedeutung für die Arbeitswelt. Dabei wird auf die Problematik der Definierbarkeit und die damit zusammenhängende Entwicklung einer wissenschaftlichen Diagnostik eingegangen.Ziel des zweiten Teils ist es, die bereits entwickelten und angewandten Messinstrumente sozialer Kompetenz nach Kategorien vorzustellen und hinsichtlich ihrer Brauchbarkeit zu bewerten.



Excerpt (computer-generated)

Soziale Kompetenz
Zu ihrer Definition und den Verfahren ihrer Erfassung in der
Personalentwicklung und Personalauswahl

Zum Erwerb eines SP-Scheins im Modul „Weiterbildung“

von

Lena Ahlborn

Besuchte Seminare:
1. „Erwachsenenbildung“, SS 2002
2. „Personalentwicklung“, WS 2003/2004

Abgabetermin: 22.09.2004

 

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 1
1.1 Thema und Vorgehen 1
1.2 Die Bedeutung von sozialen Kompetenzen in der Arbeitswelt 2

Teil I

2. Soziale Kompetenzen 3
2.1 Zur Begriffsgeschichte 3
2.2 Abgrenzung von verwandten Konstrukten 3
2.3 Theoretische und empirische Fundierungsprobleme 5
2.4 Gemeinsamkeiten der Definitionsansätze 7

Teil II

3. Eignungsdiagnostische Instrumente zur Messung sozialer Kompetenzen und ihre Validität 9
3.1 Kriterien für die Bewertung der Messverfahren 9
3.1.1 Die Gütekriterien einer Messung 9
3.1.2 Näheres zur Validität 9
3.1.3 Zusätzliche Anforderungen an die Messinstrumente 11
3.2 Gängige psychologische Messverfahren 12
3.2.1 Kognitive Leistungstests 12
3.2.2 Fragebogenverfahren 13
3.2.3 Situative Interviews 14
3.2.4 Filmszenen 15
3.2.5 Exkurs: Die Illusion objektiver Beurteilung 16
3.2.6 Verhaltensbeobachtungen 18
3.2.7 Assessment-Center: Eine Kombination verschiedener Messverfahren 20

4. Fazit 24

Literaturliste 25

 

 

1. Einleitung

1.1 Thema und Vorgehen

Die erfolgreiche Gestaltung interaktiver und kommunikativer Prozesse ist heute in allen Lebensbereichen von großer Wichtigkeit, denn die Anforderungen an soziale Interaktionen besonders im Berufsleben haben sich in den letzten 30 Jahren grundlegend geändert. Das Tempo und die Vielfalt der technischen Innovationen, die Flexibilisierung von Organisationsstrukturen und die Auswirkungen der Globalisierung auf die Arbeitswelt haben zur Folge, dass sich die Anforderungen an Arbeitnehmer stark gewandelt haben. Von besonderer Bedeutung ist die zunehmende Gewichtung der sozialen Kompetenzen in der Arbeitswelt. Der Terminus „Sozialkompetenz“ bzw. „soziale Kompetenz(en)“ erlebte in den letzten zehn Jahren eine enorme Konjunktur in Fachwelt und Alltag – in Stellenanzeigen, wissenschaftlichen Veröffentlichungen und Ratgeberliteratur. Was verbirgt sich hinter diesem Schlagwort? Dieser Frage wird im ersten Teil dieser Arbeit nachgegangen, welcher sich mit der Definition des Konstrukts „soziale Kompetenz“ und seiner Bedeutung für die Arbeitswelt beschäftigt. Anschließend wird auf die Problematik der Definierbarkeit und die damit zusammenhängende Entwicklung einer wissenschaftlichen Diagnostik eingegangen. Denn trotz des Booms an wissenschaftlichen Veröffentlichungen hat die Grundlagenforschung bisher keine fundierte Definition von sozialer Kompetenz hervorgebracht. Es wird erläutert, warum es so schwierig ist, das Konstrukt „soziale Kompetenz“ empirisch zu untermauern.

Einhergehend mit dem Bedeutungszuwachs, den die sozialen Fähigkeiten und Fertigkeiten im Berufsleben in den letzten Jahren erfahren haben, wächst der Bedarf an Instrumenten zur Messung dieser Kompetenzen, beispielsweise in der Personalauswahl im Sinne eignungsdiagnostischer Testverfahren und in der Personalentwicklung in Form von Potentialanalyse zur Ermittlung des Förderungsbedarfs der Mitarbeiter. Hier stößt die Praxis jedoch auf Grenzen: Obwohl der Bedarf groß ist, gibt es aufgrund der lückenhaften Forschungslage bisher keine wissenschaftlich fundierten Messverfahren, die soziale Kompetenzen in ihrer Ganzheit erfassen. Es existieren jedoch zahlreiche psychologische Messverfahren zur Erfassung unterschiedlicher Teilbereiche sozialer Kompetenz. Ziel des zweiten Teils dieser Arbeit ist es, die bereits entwickelten und angewandten Messinstrumente nach Kategorien vorzustellen und hinsichtlich ihrer Brauchbarkeit zu bewerten.

Anmerkung
Soweit nicht anders kenntlich gemacht, gibt der Inhalt die Meinung der Verfasserin wieder. In der männlichen Form angegebene Personengruppenbezeichnungen verstehen sich als geschlechtsneutral, so aus dem Kontext nichts anderes hervorgeht und sind ausschließlich der Sprachökonomie und Einfachheit halber verwandt worden.

1.2 Die Bedeutung von sozialen Kompetenzen in der Arbeitswelt

„Sozialkompetenz“ äußert sich in zwischenmenschlichen Beziehungen und hängt mit dem emotionalen Bereich des Erlebens und Verhaltens zusammen, einem Gebiet, dessen Bedeutung für die Arbeitswelt heute von großer Wichtigkeit ist. Dies war nicht immer so: In der traditionellen Organisationslehre galten jegliche Emotionen im Berufsleben noch als hinderlich und unerwünscht. Die klassischen Theorien von Weber, Fayol, und Taylor beispielsweise1 sahen die ideale Organisation als wohldurchdachte, reibungslos laufende Maschine an. Organisationsgestaltung richtete sich auf die Verbesserung der inneren Strukturen/ des Regelwerks eines Systems. Alle emotionalen Handlungen, alles Zwischenmenschliche war für den Organisationserfolg irrelevant2, ja sogar potentiell schädlich. Der Mitarbeiter als Rädchen im Getriebe wurde stark entindividualisiert. Heute betrachtet die moderne Organisationslehre Organisationen als „soziale Systeme“. Ein solches System besteht aus Menschen mit individuellen Kompetenzen, von deren Denken und Handeln die Fortentwicklung der Organisation abhängig ist. Populäre Organisationskonzepte wie Gruppen- und Projektarbeit, Segmentierung und Kundenausrichtung fordern die Fähigkeit der Mitarbeiter, mit vielschichtigen, dynamischen und komplexen Arbeitssituationen zurechtzukommen. Kastner (1999, S. 40) schreibt dazu: „Die Probleme werden immer komplexer und ändern sich immer schneller. Wir werden immer weniger in der Lage sein, unsere Probleme allein zu lösen. Vor allem durch technologische und organisatorische Umstellungen in unseren Arbeitsbereichen verändern sich Abläufe so, dass immer mehr Koordination, Abstimmung und Kooperation erforderlich ist“. „Soziale Kompetenz“ wird daher in vielen Arbeitsfeldern als Schlüssel zum Erfolg gewertet. Einige, wie der amerikanische Psychologe Goleman (1999), behaupten sogar, ohne soziale Kompetenz3 sei der Erfolg einer Führungskraft nicht möglich. Liest man die vielfältigen Veröffentlichen zu dem Thema, so kann der Eindruck entstehen, die soziale Kompetenz sei weitaus wichtiger für den beruflichen Erfolg eines Menschen, als die fachliche oder methodische Kompetenz. In dieser Arbeit soll jedoch davon ausgegangen werden, dass für professionelles Handeln die soziale Kompetenz allein nicht ausreichend ist und beruflicher Erfolg vielmehr ein Produkt aus kognitiven Fähigkeiten und Persönlichkeitseigenschaften ist: Handlungskompetenz besteht nach Faix und Laier (1995, S. 37) aus methodischer, fachlicher und sozialer Kompetenz.

Im nächsten Abschnitt wird die Definition sozialer Kompetenz genauer untersucht. Welche Persönlichkeitseigenschaften machen einen Menschen sozialkompetent?

[....]


1 Siehe Walter-Busch, Emil (1996): Organisationstheorien von Weber bis Weik. Amsterdam: Fakultas.

2 Max Weber in seinem Hauptwerk Wirtschaft und Gesellschaft: „Der ideale Beamte waltet seines Amtes ohne Hass und Leidenschaft, daher ohne Liebe und Enthusiasmus“ – also emotionslos.

3 Goleman betrachtet soziale Kompetenz als Teil seines Konstruktes der emotionalen Intelligenz


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