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Stigma und Stigmabewältigung

Termpaper, 2003, 28 Pages
Author: Silke Wilkens
Subject: Social Pedagogy / Social Work

Details

Institution/College: University of Bremen
Tags: Stigma, Stigmabewältigung
Category: Termpaper
Year: 2003
Pages: 28
Grade: 1
Bibliography: ~ 3  Entries
Language: German
Archive No.: V46656
ISBN (E-book): 978-3-638-43803-2
ISBN (Book): 978-3-638-65901-7
File size: 142 KB

Abstract

In diesem Buch geht es um Stigmata und Stigmabewältigung. Es wird erläutert, was das eigentlich ist, welche verschiedenen Typen es gibt, wie man zu einem Stigmatisiertem wird, wie diese von "Normalen" behandelt werden, warum es Stigmata gibt und wie Stigmatisierte ihre Rolle bewältigen. Außerdem geht es um die Frage, was überhaupt die "Norm" ist und was eine Abweichung ist. Was kann zur Entstigmatisierung beitragen? Gibt es heute überhaupt noch Stigmata, hat sich in den letzten Jahren etwas verändert?


Excerpt (computer-generated)

Uni: Universität Bremen
Semester: Sommersemester 2003
Heim, Knast, Klatsche: Zur Sozialpsychologie
und Dynamik sozialer Organisationen
6. Fachsemester

Stigma und Stigmabewältigung

von: Silke Wilkens

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung Seite: 1

2. Stigma – Was bedeutet das? Seite: 1 - 2

3. Stigma und Stigmatisierte Seite: 2

3.1. Verschiedene Typen von Stigmata Seite: 2
3.2. Wie wird man zu einem Stigmatisierten? Seite: 2 - 3
3.3. Haltungen von „Normalen“ gegenüber Stigmatisierten Seite: 3 - 5
3.4. Der Sinn von Stigmata Seite: 5

4. Stigmabewältigung Seite: 5 - 6

4.1. Soziale Information Seite: 6 - 7
4.2. Persönliche Identität Seite: 7
4.3. Biographie Seite: 7 - 8
4.4. Biographische Andere Seite: 8 - 9
4.5. Täuschen Seite: 9 - 10
4.6. Techniken der Informationskontrolle Seite: 11 - 13
4.7. Kuvrieren Seite: 13
4.8. Zurückweisung von Vorwürfen Seite: 14

5. Gruppenausrichtung und Ich-Identität Seite: 14

5.1. Ambivalenz Seite: 14
5.2. Professionelle Darstellungen Seite: 15 - 16
5.3. In-group-Ausrichtungen Seite: 16
5.4. Out-group-Ausrichtungen Seite: 16 - 18
5.5. Identitätspolitik Seite: 18

6. Abweichungen und Normen Seite: 18 - 19

6.1. Der normale Abweichende Seite: 19
6.2. Stigma und Realität Seite: 19 - 20
6.3. Deviationen und Devianz Seite: 20 - 21

7. Entstigmatisierung Seite: 21 - 24

8. Stigmata heute Seite: 24

9. Schlussbemerkungen Seite: 25 – 26

10. Literaturverzeichnis Seite 26


 


1. Einleitung:

In meiner Hausarbeit werde ich mich mit dem Thema Stigma beschäftigen. Ich werde versuchen auf folgende Fragen eine Antwort zu finden:

- Was ist ein Stigma?
- Wie wird man zu einem Stigmatisierten?
- Wie werden Stigmatisierte von „Normalen“ behandelt?
- Warum gibt es Stigmata?
- Wie bewältigen Stigmatisierte ihre Rolle als Stigmatisierte?
- Was ist eine Abweichung, was ist die „Norm“?
- Was kann zur Entstigmatisierung beigetragen werden?
- Gibt es heute noch Stigmata, hat sich in den letzten Jahren etwas verändert?

2. Stigma – Was bedeutet das?

Alle reden von Stigma, Stigmabewältigung, Entstigmatisierung etc. Nur was bedeutet das eigentlich? Ein Blick in verschiede Wörterbücher schafft Verwirrung, da unter diesem Begriff vielfältige Bedeutungen aufgeführt werden. Wenn wir in der heutigen Zeit von dem Begriff Stigma sprechen, so sprechen wir meistens über die soziologische Bedeutung dieses Begriffes: „... jemanden brandmarken, anprangern, jemandem bestimmte, von der Gesellschaft als negativ bewertete Merkmale zuordnen, jemanden in diskriminierender Weise kennzeichnen.“ (Finzen, 2001, S. 26) Das Wort Stigma wurde von den Griechen geschaffen. Diese schufen den Begriff als Verweis auf körperliche Zeichen, die etwas Ungewöhnliches oder Schlechtes über den moralischen Zustand eines Menschen (des Zeichenträgers) offenbarten. Die Zeichen wurden in den Körper eines Menschen gebrannt oder geschnitten, so dass die Gesellschaft sehen konnte, was der Träger für ein Mensch ist, z. B. ob er ein Sklave oder ein Verbrecher ist. Ein Mensch mit einem solchen Zeichen wurde gebranntmarkt, die Person rituell für unrein erklärt, die gemieden werden sollte, vor allem auf öffentlichen Plätzen. (vgl. Goffman, 1967, S. 9) Ein Stigma ist somit ein Merkmal, Handikap oder „Fehler“ eines Menschen. Die „normalen“ Individuen sehen das stigmatisierte Individuum nicht mehr als „normal“ an, sehen es als "andersartig“ an, empfinden es als schlecht oder nicht ebenwürdig und verweigern ihm somit die vollständige soziale Akzeptanz. Ob eine Eigenschaft nun ein Stigma ist, hängt von der Gesellschaft und vom sozialen Umfeld des Stigmatisierten ab: Was in der einen Gesellschaft als „nicht normal“ definiert wird, wird in einer anderen Gesellschaft als „normal“ angesehen. Wird eine Eigenschaft als nicht normal angesehen, so wird diese Eigenschaft zu einem Stigma.

3. Stigma und Stigmatisierte

3.1. Verschiedene Typen von Stigmata

Im wesentlichen gibt es drei verschiedene Typen von Stigmata:
- physische Deformationen, wie z. B. das Fehlen von Gliedmaßen
- individuelle Charakterfehler, wie z. B. Geistesverwirrung, Gefängnishaft, Sucht Homosexualität, etc.
- phylogenetische Stigmata, die vererbbar sind, wie z. B. Rasse, Nation, Religion etc. (vgl. Goffman, 1967, S. 12 – 13)

Einige dieser Stigmata sieht man den stigmatisierten Personen gleich an, wie z. B. die Rasse oder das Fehlen eines Beines. In diesem Falle spricht Goffman von den Diskreditierten: Das stigmatisierte Individuum weiß, dass man seine Andersartigkeit auf den ersten Blick sieht oder es nimmt an, dass man über seine Andersartigkeit schon Bescheid weiß. Andere Stigmata, wie Homosexualität, sieht man dem Stigmatisiertem nicht gleich an der Nasenspitze an. Wenn der Stigmatisierte annimmt, dass sein Gegenüber nicht von seiner Andersartigkeit weiß, so spricht Goffman von den Diskreditierbaren. (vgl. Goffman, 1967, S. 12)

3.2. Wie wird man zu einem Stigmatisierten?

Es gibt vier verschiedene Ursachen und Werdegänge von Stigmata: „Ein erstes Muster umfasst diejenigen mit einem angeborenem Stigma, die gerade dann in ihre unvorteilhafte Situation sozialisiert werden, wenn sie die Standards, die sie nicht erreichen, kennenlernen und in sich aufnehmen.“ (Goffman, 1967, S. 45) Als Beispiel nennt er einen Waisenjungen, der gerade dabei ist zu begreifen, dass ein Kind natürlicherweise Eltern hat als er erfährt, was es bedeutet, keine zu haben. Ein zweites Muster beinhaltet, das durch die Familie abgekapselte, stigmatisierte Kind. Durch diese Kapsel wird das Kind behütet, es dringen keine Informationen über das Stigma nach außen und das stigmatisierte Kind empfindet sich als „normal“. Aber es wird der Zeitpunkt kommen, an dem die Familie das Kind nicht mehr vor fremden Leuten schützen kann. Häufig wird das Kind die erste Stigmaerfahrung machen, wenn es in die Schule kommt: Es wird gehänselt, geächtet, eventuell sogar verprügelt. Je mehr ein Kind „gehandikapt“ ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass es in eine Sonderschule, wo es unter seinesgleichen ist, geschickt wird und umso abrupter wird es merken, wie die Öffentlichkeit über es denkt. (vgl. Goffman, 1967, S. 46).

Das dritte Sozialisationsmuster umfasst diejenigen, die spät im Leben stigmatisiert werden oder erst spät im Leben erfahren, dass sie schon immer diskreditierbar waren. Zum Beispiel berichtet ein am Darm operierter Mensch, dass es ihn früher störte, dass manche Menschen, die in einem Zug saßen, stanken. Er dachte, dass diese Menschen sich nicht waschen würden, wusste damals nicht, dass es Krankheiten gibt, bei denen Menschen einfach etwas unangenehm riechen und setzte sich von ihnen weg oder verließ das Abteil. Nun wurde er selber am Darm operiert, und riecht nun, nach dieser Operation genauso. Nun glaubt er, dass andere Menschen nun über ihn genauso denken, wie er damals über solche Menschen gedacht hatte. Er fürchtet, die Menschen würden denken, er würde sich nicht waschen.

Ein viertes Muster wird von jenen Menschen veranschaulicht, die in einer anderen Gesellschaft (in einem anderen Land) sozialisiert wurden. Diese Menschen müssen sich umorientieren, neue, andere Verhaltensweisen erlernen, die in dieser neuen Gesellschaft als gültig empfunden werden. (vgl. Goffman, 1967, S. 45 – 49) Ich denke, dass in allen vier Fällen die Phase entscheidend für die Identität des Stigmaträgers sein wird, in der der Stigmatisierte bemerkt, dass er ein Stigmaträger ist. Die Beziehungen zu „Normalen“ werden sich ändern, auch bereits bestehende Beziehungen werden sich ändern, der Stigmatisierte selbst wird eine andere Meinung von sich haben, was zur Folge haben kann, dass sein Selbstbewusstsein darunter leiden wird, dieses minimiert wird. Außerdem wird er sehr wahrscheinlich neue soziale Beziehungen zu Stigmatisierten seiner „Art“ aufbauen.

3.3. Haltungen von „Normalen“ gegenüber Stigmatisierten

[...]


Comments

Milena Manns
17.03.2007 19:18:31
Kommentar zur Arbeit
Diese Arbeit entsprach überhaupt nicht meinen Erwartungen: a) Die Sprache ist sehr umgangssprachlich b) Die Argumentationsweise beschränkt sich auf subjektive Einschätzungen der Autorin, die mit keinerlei Quellen gestützt werden. Dies wird deutlich an Formulieren wie "Ich denke", "Ich schätze", etc. Dies entspricht keinem wissenschaftlichen Arbeitsstil.
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