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Stereotyp Mammy

Termpaper, 2002, 19 Pages
Author: Nicole Schindler
Subject: English Language and Literature Studies - Culture and Applied Geography

Details

Institution/College: University of Potsdam
Tags: Stereotyp, Mammy
Category: Termpaper
Year: 2002
Pages: 19
Grade: 2,7
Bibliography: ~ 8  Entries
Language: German
Archive No.: V47218
ISBN (E-book): 978-3-638-44213-8

File size: 151 KB


Excerpt (computer-generated)

Universität Potsdam

"Stereotyp: Mammy"

von

Nicole Schindler

 

 

Inhaltsangabe

1. Bild der Mammy allgemein
1.1 Bezug zu Mammy in "Gone with the Wind"

2. Kurze Zusammenfassung der Filme

3. Vorstellung der "Mammy-Parts" in den Filmen
3.1 Gemeinsamkeiten -> Vergleichbare Szenen
3.2 Unterschiede -> Gegenüberstellung von Szenen

4. Entwicklung und Veränderung der Mammy-Rolle

5. Warum konnte das Mammy-Image so lange bestehen bleiben?

6. Die Rolle der Medien

7. Der Effekt des Mammy-Images

8. Quellen

 

 

1. Bild der "Mammy" allgemein

Kulturen werden häufig Bedeutungen zugeschrieben, die aus den Diskussionen und Darlegungen anderer (westlicher) Gesellschaften entstanden sind. Dabei unterscheiden sich die Ansichten der dargestellten und der darstellenden Gesellschaft über die Abbildungen meist sehr gravierend.

Die Figur der "Mammy" taucht immer wieder in Filmen auf. Die Figur entstand zur Zeit der Sklaverei im Süden der Vereinigten Staaten und entwickelte sich von dort durch die Massenmedien zum amerikanischen Klischee einer schwarzen Haushälterin und Kinderhüterin. Das Image wurde erschaffen, um ökonomische Nutzung von Haus-Sklaven zu entschuldigen und akzeptabel zu machen. Weiterhin half es, schwarze Frauen an Hausarbeit und an das Kinderhüten zu binden.

Die "Mammy" war ihrem Besitzer während der Sklaverei und später ihrem Arbeitgeber stets unterwürfig und treu ergeben, wohingegen sie anderen männlichen Afroamerikanern, armen Weißen und "Yankees" meist aggressiv und ablehnend gegenübertritt. Weibliche Sklavinnen waren für eine Mehrzahl von Tätigkeiten auf der Plantage zuständig, von Arbeiten auf dem Feld bis hin zur Haushaltsführung und dem Kinderhüten. Trotzdem konzentrierten sich die Medien auf diesen letzten Tätigkeitsbereich.

Die "Mammy" wird als korpulente afroamerikanische Frau mittleren Alters mit schwarzer Haut, extrem großem Busen, der in der Regel den weißen Charakteren zum Ausweinen dient, großem Hintern und leuchtenden weißen Zähnen, die durch ein verschmitztes Grinsen zum Vorschein treten, dargestellt. Sie trägt ein unförmiges, weißes Baumwollkleid oder die typische von weiblichen Sklavinnen getragene Uniform und ein Kopftuch.
Die Spannweite ihrer Charakterzüge geht von lieb, extrem gläubig, der weißen Herrschaft treu untergeben bis dominant, zänkisch und eigensinnig, so lange es zu Gunsten ihrer Herrschaft ist.

"Mammy" wird nicht als sexuell attraktiv, sondern als geschätzte Mutterfigur gezeigt. Sie wirkt geradezu geschlechtslos, weil sie kaum weiblich-attraktive Züge an sich hat. Auch ihr emotionales Wesen ähnelt mehr den traditionellen Zügen, die von der Gesellschaft eher Männern zugeordnet werden. Sie wird von den Medien als Quelle für das emotionale und körperliche Wohlergehen der weißen Südstaatler idealisiert, da sie stets rücksichtsvoll und geduldig ist und niemals eigene Nöte und Wünsche äußert. Als treue schwarze Haushälterin identifiziert sie sich nur über das Glück der weißen Familie, für die sie arbeitet. "Mammy" bittet nie um etwas, wird nie krank und stirbt nie. Sie hat keine eigene Familie, keinen Freundeskreis, keine individuelle Geschichte oder Identität und wirkt dadurch als Bestandteil des weißen Haushaltes.

Der Name "Mammy" zeigt, dass sie nur durch ihre Funktion als Kindermädchen und Haushälterin, nicht aber durch einen eigenen Namen bezeichnet wird. Daraus ergibt sich, dass sie während der Abwesenheit der Hausherrin weitestgehend die Kontrolle über das Haus übernimmt. Dies führt dazu, dass sie anderen schwarzen Sklaven oder Haushältern Befehle erteilt und sie zur Arbeit anhält. Ihre Freiheiten werden sofort eingeschränkt, sobald die Herrschaft in der Nähe ist, denn sie weiß, dass sie bestimmte Grenzen nicht überschreiten darf, da sie sonst ihre Vorrechte und ihren Status in Gefahr brächte. Ihre Meinung ist nur gefragt, wenn "Mammy" Ratschläge gibt und so ihrer führsorgenden Rolle gerecht wird. In einer solchen Situation ist es auch akzeptabel, wenn sie Entrüstung oder Frustration gegenüber denjenigen zeigt, die ihren weißen Schützlingen geschadet haben.

Andere Darstellungen der "Mammy" zeigen sie mit einem strahlenden Lachen als witzig, humorvoll, selbstbewusst und zufrieden oder als bemitleidenswert und peinlich, wenn sie an unpassenden Stellen oder zu laut lacht, was ihr als geringe Intelligenz ausgelegt wird.

1.1 Bezug zu "Mammy" in "Gone with the Wind"

"Gone with the Wind" basiert auf dem Roman von Margaret Mitchell.
Die im Film gezeigten schwarz-weiß Beziehungen kommen der Wirklichkeit des Plantagensüdens mit seinen Sklaven wahrscheinlich näher, als diejenigen in Filmen, die vor "Gone with the Wind" gedreht wurden. Hattie McDaniel verlieh ihrer Rolle, durch ihre eigene charismatische Ausstrahlung, Persönlichkeit und Komplexität und perfektionierte dadurch die Rolle der "Mammy". Sie erhielt für ihr schauspielerisches Können 1939 als erste Afroamerikanerin einen Oscar für eine Nebenrolle.

Hattie McDaniel spielt ein schwarzes Hausmädchen, welches im Haus der O′Haras dient. Sie ist besonders stolz, dass sie bereits drei Generationen der O′Haras miterlebt hat und versucht nun, das eigensinnige Mädchen Scarlett O′Hara zu erziehen. Sie steht ihr in Sachen Männer und bei ihren Erlebnissen stets zur Seite und ist besonders stolz auf die beidseitige Zuneigung. In den Kriegsjahren kümmert sie sich um die Plantage und sorgt dafür, dass der Alltag so gut es geht bestehen bleibt.

Scarlett und "Mammy" haben eine komplexe Mutter-Tochter- Beziehung. "Mammy" sieht, hört und weiß alles, was mit Scarlett passiert und lässt Scarlett genau wissen, was falsch und richtig ist. Sie kennt als einzige alle Geheimnisse von Scarlett kritisiert, berät, warnt, beschützt und verteidigt sie, wenn es notwendig ist.

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