Die Einteilung der Sprechakte nach Searle

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Details

Titel: Die Einteilung der Sprechakte nach Searle
Autor: Dominic Hand
Fach: Germanistik - Linguistik
Institution/Hochschule: Eberhard-Karls-Universität Tübingen
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2005
Seiten: 16
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 8  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 337 KB
Archivnummer: V47283
ISBN (E-Book): 978-3-638-44265-7

Textauszug (computergeneriert)

Die Einteilung der Sprechakte nach Searle

von: Dominic Hand

1. Semester

 


Inhaltsverzeichnis

1. „Sich verwirrt zu fühlen, ist der Anfang allen Wissens“ (Khalil Gibran) 3

2. Die Hauptkriterien der Sprechaktklassifikation nach Searle 3

2.1. Der illokutionäre Witz 4
2.2. Die Ausrichtung 5
2.3. Die Aufrichtigkeitsbedingung 6
2.4. Die verbleibenden neun Klassifikationskriterien 7

3. Die Sprechaktklassifikation nach Searle mit Beispielen 7

3.1. Assertive / Repräsentative 7
3.2. Direktive 9
3.3. Kommissive 9
3.4. Expressive 10
3.5. Deklarative / Deklarationen 11
3.6. Die Ergebnisse im Überblick 13

4. Ein Vergleich von Searles Klassifikation mit den Zeichenfunktionen des Organonmodells Bühlers 13

4.1. Direktive / Kommissive @ Appell 14
4.2. Expressive @ Ausdruck 14
4.3. Assertive @ Darstellung 15
4.4. Sonderfall Deklarative 15

5. Literaturverzeichnis 16




 

1. „Sich verwirrt zu fühlen, ist der Anfang wahren Wissens“ (Khalil Gibran)

Zu meiner Linken, ein leerer, felsgrauer Bildschirm, auf dem bald meine Hausarbeit zu lesen sein sollte. Zu meiner Rechten, ein Berg an Blättern und Büchern. Auf seiner Spitze, ein Schatz an Wissen. Mittendrin eine tiefe Schlucht - in meinem Kopf – geschaffen von tausenden von Fragen, Verwirrung und leichten Anflügen von Selbstzweifeln. Nun gilt es eine Brücke zu schlagen, zwischen einem felsgrauen Flimmerkasten und einem Berg an Literatur, um den Schatz möglichst wohlbehalten und unbeschadet auf die andere Seite zu schaffen. Während meinen ersten Recherchen zur Einteilung der Sprechakte, stieß ich zufällig auf obiges Zitat Gibrans und merkte, dass ich mit meiner Verwirrung wohl nicht alleine dastand. Denn so schien es zwar vor Searle schon einige Überlegungen zur Einteilung von Sprechakten (z.B.Frege, Austin) zu geben, doch fehlte allen eine klare Linie. So könnte man etwas wohlwollend und mit einem Augenzwinkern sagen, dass sich Searle bei seinem Versuch, eine Taxonomie für unzählige illokutionärer Akte zu schaffen, vor dem gleichen „Brückenbauproblem“ befand, wie ich. Er hat es, auch wenn es hier und dort natürlich berechtigte Einwürfe zu seinen Theorien gibt, vorerst geschafft seine Aufgabe zu meistern und den Schatz zu bergen. Für mich gilt es, den Bauplan meiner Brücke erst noch auf de n folgenden Seiten vorzulegen und ich wünsche mir, dass sich der zweite Teil von Gibrans Zitat bewahrheitet und mein Brückenbau nicht im Turmbau zu Babel endet.

2. Die Hauptkriterien zur Sprechaktklassifikation nach Searle

Genau wie Searle, muss ich zum Einstieg in dieses Thema gewisse Grundkenntnisse über allgemeine Begrifflichkeiten und den Aufbau eines Sprechaktes vorraussetzen1 (Bestandteile eines Sprechaktes und ihre Funktion, der Unterschied illokutionäre Verben – Illokution, et cetera). Denn diese nochmals zu explizieren würde zum einen, dem angemessenen Umfang dieser Arbeit nicht gerecht werden und zum anderen, zählt dies nicht zu meiner Aufgabenstellung. Nach Searle gibt es „[...](wenigstens) zwölf wichtige Dimensionen, in denen illokutionäre Akte sich voneinander unterscheiden können [...]“2, von welchen er lediglich drei als fundamental für seine Taxonomie hält.3

Aus diesem Zitat lassen sich zwei wichtige Anmerkungen ersehen. Erstens, dass Searle in der Regel von Unterscheidungsdimensionen von Sprechakten spricht, nur selten von Kriterien, beides aber bedeutungsgleich verwendet werden kann. Zweitens und wesentlich bedeutender ist, dass Searle genauer differenziert, wenn er von illokutionären Akten als Gegenstand der Klassifizierung spricht, anstatt allgemein von Sprechakten. Inwieweit diese Begriffsabweichungen durch die Übersetzung ins Deutsche bedingt sind, kann ich nicht sagen. So habe ich mich entschlossen, im folgenden genauer von einer Einteilung von illokutionären Akten zu schreiben, da ich mir sicher bin, dass dies auch mit meiner Aufgabenstellung gemeint war. Symbolisch stellt Searle es als eine Einteilung der verschiedenen Einsetzungen für „R“ in einer Funktion R (p) nach den nachfolgend erläuterten Dimensionen dar. Hierbei sei „R“ die illokutionäre Rolle und (p) der propositionale Gehalt.4

2.1. Der illokutionäre Witz

J. Searle versteht unter dem illokutionären Witz oder Zweck eines Aktes, beispielweise bei einem Befehl, einen Versuch eines Sprechers S, einen Hörer H zu einer bestimmten Handlung zu bekommen.

Beispiel: „Ich befehle dir, dein Zimmer aufzuräumen!“ Bei einer Beschreibung wäre es der Versuch etwas wiederzugeben, wie es in der Realität ist. Bei einem Versprechen, die Tatsache eine Verpflichtung zu übernehmen. Im obigen Beispiel ist der illokutionäre Witz, wie Searle dieses Kriterium endgültig bezeichnet, H dazu zu bewegen sein Zimmer aufzuräumen. (Inwieweit diese, für mich subjektiv schlechtere Begriffswahl zur Charakterisierung dieses Kriteriums eine Übersetzungsschwäche ist, kann ich nicht beurteilen.) Es scheint nahezu unmöglich zu sein, den illokutionären Witz allgemein zu beschreiben. Vielmehr gibt es fünf Grundmöglichkeiten, wie er aussehen könnte, welche aber erst mit der Vorstellung der fünf Klassen expliziert werden. Hier sollen zunächst, zum allgemeinen Grundverständnis dieses Begriffes, das Beispiel und die oben genannten Feststellungen ausreichen, nicht zuletzt, weil Searle selbst nicht in der Lage war eine allgemeine Definition zu geben.5 Bei einer Beschreibung die ses Kriteriums ist es wichtig zu erwähnen , dass der illokutionäre Witz fest zur illokutionären Rolle gehört, beide aber nicht äquivalent verwendet werden dürfen. Desweiteren ist anzumerken, „[...] daß mit der Rede von >>Witz<< oder >>Zweck<< weder gemeint, noch vorrausgesetzt ist, dass zu jedem illokutionären Akt per definitionem ein perlokutionäres Ziel [und dessen Erreichen] gehört [...]“6 So ist zum Beispiel bei : „Ich bitte dich, [...]“ und „Ich befehle dir, [...]“, der illokutionäre Witz, H dazu zu bringen etwas zu tun, stets der gleiche. Befehlen und Bitten sind aber zwei verschiedene illokutionäre Akte (auch dann, wenn sich später erweisen wird, dass sie zur selben Klasse gehören).

[...]


1 Vgl. Searle 1998, S. 17.

2 Searle 1998, S. 18.

3 Searle 1998, S. 22.

4 Vgl. Searle 1998, S.17.

5 Vgl. Searle 1998, S. 18 –19.

6 Searle 1998, S. 19.

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