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Der Aufstieg Octavians - Dynastisches Erbe oder Zufall der Geschichte?

Autor: Nicole Rösingh
Fach: Geschichte - Frühgeschichte, Antike

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Details

Veranstaltung: Das Ende der römischen Republik
Institution/Hochschule: Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2001
Seiten: 28
Note: 1
Literaturverzeichnis: ~ 8  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 211 KB
Archivnummer: V48328
ISBN (E-Book): 978-3-638-45068-3

Textauszug (computergeneriert)

Universität Oldenburg
Proseminar: Das Ende der römischen Republik
SS 2001

Der Aufstieg Octavians –
Dynastisches Erbe oder Zufall der Geschichte?

von: Nicole Rösingh

 


- Inhaltsverzeichnis -

1. Einleitung

1.1. Fragestellung 2
1.2. Quellenstand 2

2. Der „unbedeutende“ Junge aus „einfachen“ Verhältnissen

2.1. Herkunft Octavians 4
2.2. Förderung durch Caesar 5

3. Rache für die Iden des März: Der Erbe Caesars

3.1. Politische Anfänge in Rom 6
3.2. Republikanisches Zwischenspiel 10
3.3. Usurpatorisches Wirken als Triumvirn 12

4. Der Weg zur Alleinherrschaft

4.1. Etablierung der Macht in Rom 17
4.2. Der Endkampf mit Antonius 19

5. Schluss 22

Anmerkungsapparat 24

Quellen- und Literaturverzeichnis 27

 


 

1. Einleitung

1.1. Fragestellung

Octavian/ Augustus galt schon zu seinen Lebzeiten als herausragende Persönlichkeit. Niemand hat bis dahin eine vergleichbare Stellung innegehabt, wie der erste Princeps, der sich für seine Verdienste um Rom den Ehrennamen „Augustus“ verleihen ließ. Er hat das römische Weltreich zu einem enormen Herrschaftsgebiet ausgedehnt und eine Staatsform geschaffen, die es bis dahin in der römischen Geschichte nicht gegeben hat und die als nahezu revolutionär galt. Doch wie konnte es einem jungen Mann, der bis zu den Iden des März nicht sonderlich in Erscheinung getreten war, gelingen, innerhalb kürzester Zeit das zu erreichen, was sogar Caesar versagt geblieben war? Die folgende Ausarbeitung wird sich schwerpunktmäßig mit den Jahren 44 – 30 v. Chr. beschäftigen, in denen Octavian die politische Bühne Roms betrat und schließlich zum alleinigen Herrscher eines Imperiums aufstieg. Dabei soll untersucht werden, ob sein Weg zum Principat das Ergebnis eingehender Vorbereitung und Kalkül war oder lediglich ein Zufall der Geschichte. Ist Octavian bereits im Hinblick auf eine dynastische Thronfolge aufgebaut worden oder nahm er ein politisches Erbe entgegen, dem der Zufall einen brillianten politischen Aufstieg bescheren sollte?

1.2. Quellenlage

a.) Augustus: Res Gestae Divi Augusti

Das autobiografische Werk des Augustus wurde wahrscheinlich um 13 n. Chr. zusammen mit seinem Testament endgültig abgefasst. Das erste Exemplar war vor seinem Grabmal, dem Mausoleum Augusti, angebracht worden. Erhalten sind heute nur noch zwei Abschriften im Tempel der Roma und des Augustus in Ancyra auf lateinisch und griechisch. Die Res Gestae sind die wohl wichtigste Quelle in Bezug auf das Leben und Wirken des Princeps. Er wollte mit seinem Tatenbericht der Öffentlichkeit zeigen, was er Großes geleistet hatte. Augustus beschreibt seinen Eintritt in die Politik, die Leistungen für die Plebeier von Rom, darunter die Errichtung von diversen Bauten und Veranstaltung von Spielen sowie die Auszeichnungen, die er von Volk und Senat verliehen bekommen hat. Besonders betonte er, dass es ihm gelungen sei, den Staat aus den Händen einer „degenerierten Adelsclique“ zu befreien und ihn neu zu ordnen. Was Augustus niedergeschrieben hat entspricht zwar generell der Wahrheit, doch ist es verständlich, dass er einige Punkte aus seiner Vergangenheit verschwiegen bzw. seinen Vorstellungen entsprechend dargestellt hat. So sucht man u.a. vergeblich, wenn man Näheres über sein Wirken als Triumvir erfahren möchte und auch sein schärfster Gegner Antonius findet in seinem Werk keine namentliche Erwähnung.

b.) C. Suetonius Tranquillus: Die Kaiserviten

Die Kaiserviten des römischen Biografen gelten aufgrund der nahezu vollständigen Überlieferung als wichtige Quelle der Kaiserzeit. Sueton (um 70 – 140 n. Chr.) gehörte dem Ritterstand an und trat unter Trajan in den kaiserlichen Dienst. In der Regierungszeit von Hadrian brachte er es bis zum Kabinettssekretär und Kanzleichef, wodurch ihm der Zugang zu wichtigen Archiven möglich wurde. Sie waren die Grundlage, der um 120 n. Chr. in acht Büchern herausgegebenen Kaiserviten. Sueton stellte die Fakten teilweise sehr planlos und unkritisch zusammen. Dabei folgen die Viten im Wesentlichen einem sehr stereotypen Schema und zeichnen sich durch einen sehr einfachen und klaren Stil aus. Dem Autor ging es bei seiner Darstellung weniger um die kritische Geschichtsschreibung, sondern um den Informations- und Unterhaltungswert.

c.) Cassius Dio: Römische Geschichte

Der aus Nikaia in Bithynien stammende Autor reiht sich mit seinem Werk in die Tradition der griechischen Geschichtsschreiber ein. Dio (um 164 – 235 n. Chr.) kam bereits sehr früh nach Rom und bekleidete dort sehr hohe Staatsämter bis hin zum Konsulat. Seine auf 80 Bände angelegte „Römische Geschichte“ in griechischer Sprache ist für die Zeit nach 47 v. Chr. nur noch fragmentarisch erhalten. Wie Sueton war auch Dio nicht der kritischen Geschichtsschreibung verpflichtet. Es ist vor allem zweifelhaft, ob Dio noch in der Lage war ein naturgetreues Bild des Augustus zu liefern. Neben der zeitlichen Distanz muss man beim Autor auch die persönliche Perspektive des Principats beachten. Denn den Blickwinkel der römischen Republik besaß er nicht mehr.

2. Der „unbedeutende“ Junge aus „einfachen“ Verhältnissen

2.1. Die Herkunft Octavians

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