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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2002, 23 Pages
Author: M.A. Henrico Hummel
Subject: Romance Languages - Spanish Studies
Details
Institution/College: Martin Luther University
Tags: Sprachkontakt, Spanisch, Quechua, Sprache, Migration
Year: 2002
Pages: 23
Grade: Gut
Bibliography: ~ 8 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-45431-5
ISBN (Book): 978-3-638-66002-0
File size: 205 KB
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Abstract
In diesem Text setzt sich der Verfasser mit dem Thema der Sprachkontakt Spanisch-Quechua auseinander. Am Anfang soll die Situation vor der Ankunft der spanischen Eroberer auf dem südamerikanischen Subkontinent dargestellt werden. Nachdem die Landung der Iberer im Gebiet der Inka betrachtet wurde, ist der Ursprung, die Entstehung und der Verbreitung des Quechuas Gegenstand der Ausführungen. Die Phänomene des Sprachkontaktes zwischen den beiden Sprachen werden anhand von Beispielen im dritten Punkt erläutert. Am Schluß wird der Begriff "Media Lengua" näher betrachtet. Als 1492 der Genuese Christoph Kolumbus die ersten Gebiete des heutigen Südamerikas entdeckte, befand sich das Inkareich gerade in seiner Blütezeit. Die Nachfolger des berühmten italienischen Eroberers Francisco Pizarro und des Spaniers Hernán Cortés landeten nur wenige Jahre später an den Küsten dieses Kontinentes. Während Cortés das Land südlich von Panama für die spanische Krone eroberte, zog es Pizarro nach Norden. Er ging im Jahre 1531 mit etwa 180 Soldaten, 60 Pferden und mehreren leichten Geschützen bei Tumbes im nördlichen Peru an Land, um das sagenumwobene El Dorado, das Goldene Land, zu finden. Hier traf er auf die Inkakultur, was sich für diese als verheerendes Ereignis herausstellen sollte. So könnte man auch sagen, daß Pizarro Vorreiter und Auslöser des uns hier beschäftigenden Sprachkontaktes zwischen der spanischen Sprache und dem Quechua, der Sprache der Inkas, war. Leider brachten die spanischen Eroberer nicht nur Gutes aus ihrer Heimat mit. Reichte es nicht schon aus, daß durch die von ihnen eingeschleppten Krankheiten Tausende, ja Zehntausende an deren Folgen starben, so töteten sie außerdem aus niederen Beweggründen im Laufe der Zeit weitere Teile der einheimischen lateinamerikanischen Bevölkerung. Dieser Sachverhalt ist aber nicht Hauptbestandteil dieser Arbeit, sondern vor allem der Sprach- und Kulturkontakt und deren Phänomene.
Excerpt (computer-generated)
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (WS 2001/ 02)
Fachbereich Sprach- und Literaturwissenschaften
Hauptseminar: Sprache und Migration
Institut für Romanistik
Der Sprachkontakt Spanisch - Quechua
von: Henrico Hummel
Inhaltsverzeichnis
0. Einleitung 3
1. Wie kam es zum Sprachkontakt Spanisch-Quechua? 4
1.1. Vor der Ankunft der Spanier 4
1.2. Kurz nach der Ankunft der Spanier 5
2. Das Quechua 6
2.1. Die Entstehung und der Ursprung 6
2.2. Die Verbreitung 7
3. Die Sprachkontaktsituation und das Castellano in Puno (Peru) 8
3.1. Allgemeines 8
3.2. Ausgewählte Phänomene des Sprachkontaktes zwischen Spanisch und Quechua 10
3.2.1. Die Benutzung des Artikels 10
3.2.2. Der Ausdruck der Besitzanzeige der dritten Person 12
3.2.3. Die Benutzung der Zeitformen 13
3.2.4. Der Gebrauch von Geschlecht und Plural 16
3.2.5. Die Lexik 17
3.2.6. Zwischenbilanz 19
3.3. Die Motive für die Sprachwahl 19
4. Der Begriff Media Lengua 20
5. Schlußbetrachtung 22
6. Literaturverzeichnis 23
0. Einleitung
In dieser Hausarbeit im Rahmen des Seminars Migration und Sprache will sich der Verfasser mit dem Thema der Sprachkontakt Spanisch-Quechua auseinandersetzen. Am Anfang der Arbeit soll die Situation vor der Ankunft der spanischen Eroberer dargestellt werden. Nachdem die Landung der Iberer im Gebiet der Inka betrachtet wurde, wendet sich diese Niederschrift dem Ursprung, der Entstehung und der Verbreitung des Quechua zu. Die Phänomene des Sprachkontaktes zwischen den beiden Sprachen werden anhand von Beispielen im dritten Punkt erläutert. Zum Schluß soll der Begriff Media Lengua Gegenstand dieser Ausführungen sein.
Als 1492 der Genuese Christoph Kolumbus die ersten Gebiete des heutigen Südamerikas entdeckte, befand sich das Inkareich gerade in seiner Blütezeit. Die Nachfolger des berühmten italienischen Eroberers Francisco Pizarro und des Spaniers Hernán Cortés landeten nur wenige Jahre später an den Küsten dieses Kontinentes. Während Cortés das Land südlich von Panama für die spanische Krone eroberte, zog es Pizarro nach Norden. Er ging im Jahre 1531 mit etwa 180 Soldaten, 60 Pferden und mehreren leichten Geschützen bei Tumbes im nördlichen Peru an Land, um das sagenumwobene El Dorado, das Goldene Land, zu finden. Hier traf er auf die Inkakultur, was sich für diese als verheerendes Ereignis herausstellen sollte. So könnte man auch sagen, daß Pizarro Vorreiter und Auslöser des uns hier beschäftigenden Sprachkontaktes zwischen der spanischen Sprache und dem Quechua, der Sprache der Inkas, war. Leider brachten die spanischen Eroberer nicht nur Gutes aus ihrer Heimat mit. Reichte es nicht schon aus, daß durch die von ihnen eingeschleppten Krankheiten Tausende, ja Zehntausende an deren Folgen starben, so töteten sie außerdem aus niederen Beweggründen im Laufe der Zeit weitere Teile der einheimischen lateinamerikanischen Bevölkerung. Dieser Sachverhalt soll aber nicht Hauptbestandteil dieser Arbeit sein, sondern vor allem Sprach- und Kulturkontakt und deren Phänomene.
1. Wie kam es zum Sprachkontakt Spanisch-Quechua?
1.1. Vor der Ankunft der Spanier
In diesem Abschnitt soll die Situation des quechuasprechenden Volkes, der Inka, vor der Ankunft der Spanier dargestellt werden. Als Vorgänger der berühmten Inkakultur wird das Chimú-Reich angesehen. Mit vermutlich über 40 000 Einwohnern war das sich über das Gebiet der früheren Mochica bis zur heutigen Grenze zu Ecuador erstreckende Reich der Chimú die zahlenmäßig größte Prä-Inka-Kultur. Ihre Blütezeit erlebte diese Kultur in den Jahren 1000 bis 1450, danach eroberten die Inkas das Reich. Berühmt und begehrt war vor allem die außergewöhnlich perfekte Goldschmiedekunst der Chimú. Deren Nachfolger in diesem Raum, die Inka, haben laut Legende ihren Ursprung auf der Isla del Sol im Titicacasee. Hier soll der erste Inkakönig Manco Capac mit seiner Schwester und Gemahlin Mama Ocllo um das Jahr 1200 vom Himmel auf die sich im heutigen Grenzgebiet zwischen Peru und Ecuador befindende Insel heruntergestiegen sein. In den ersten 200 Jahren dehnte sich das Imperium der Inka jedoch nicht weiter als über das Tal von Cuzco aus. Seine größte Ausbreitung hatte das Reich ab Mitte des 15. bis Mitte des 16. Jahrhunderts, also vor der Ankunft der Spanier. Der im Jahr 1493 geborene elfte Inkakönig Huayna Capac verwaltete bereits ein Reich mit einer Nord-Süd-Ausdehnung von ungefähr 4000 km. Er starb im Jahre 1527 eines ungeklärten Todes: Entweder wurde er vergiftet oder er starb an einer der von den Spaniern eingeschleppten Krankheiten. Zwischen seinen beiden Söhnen Huáscar und Atahualpa brach daraufhin der Kampf um die Nachfolge aus.
Wenn die Inkas ein fremdes Volk unterwarfen, gingen sie selten mit größerer Brutalität vor. Dadurch, daß sie die angestammten Herrscher in ihrer Position ließen, konnte sich das besiegte Volk leichter mit der Fremdherrschaft abfinden. Nur in Ausnahmefällen, zum Beispiel bei besonders starkem Widerstand, gingen die Inkas hart gegen andere vor. Dann wurde die Hierarchie, die angestammte Ordnung zerstört und die herrschende Oberschicht beseitigt. Ansonsten blieben normalerweise Sitten und Bräuche unangetastet. Jedoch eines war für die Inka äußerst wichtig, daß alle Besiegten ihre Sprache, das Quechua, erlernten. Dies trug in starkem Maße zur Verbreitung des Quechua bei. Der Kulturaustausch beschränkte sich somit hauptsächlich auf die Sprache und die Übertragung der gesellschaftlichen Organisationsstrukturen. So blieb der Einfluß der herrschenden Kultur auf ein notwendiges Mindestmaß beschränkt.
1.2. Kurz nach der Ankunft der Spanier
Als der spanische Abenteurer und Eroberer Francisco Pizarro mit seinen Leuten im Jahre 1531 an der nördlichen Küste von Peru landete, fand er ein vom Kampf zwischen Huáscar und Atahualpa geschwächtes Inka-Imperium vor. Im Hochland von Cajamarca fand Pizarro die sich vom siegreichen Kampf gegen Huáscar ausruhenden Truppen von Atahualpa. Er erkannte schnell, daß seine gerade einmal mehrere Hundert Soldaten zählende Truppe den über 30 000 Kämpfern Atahualpas in einem möglichen Gefecht klar unterlegen sein würden. Atahualpa empfing die von ihm als Götter angesehenen Iberer mit allen Ehren. Pizarro, die Situation ausnutzend, lockte den Häuptling in eine Falle und nahm ihn gefangen. Er verlangte für die Freilassung des Inkahäuptlings eine riesige Menge Gold. Nachdem die Inkas unter größten Anstrengungen das Gold herbeigeschafft hatten, hielt Pizarro jedoch sein Versprechen nicht ein und ließ ihn töten. Pizarros zwiespältigen Charakter zeigt ebenfalls seine Vorgehensweise bei der Hinrichtung auf: Zuerst, wollte er Atahualpa verbrennen lassen, dieser jedoch wollte, um im Jenseits weiterleben zu können, unter gar keinen Umständen durch das Feuer sterben.
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