Autor: Torsten Kopf
Fach: Ethik
Details
Institution/Hochschule: Universität der Bundeswehr München
Jahr: 2005
Seiten: 23
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 12 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 204 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-45542-8
Die Geschichte der Religionsfreiheit in Deutschland von der Reichsgründung 1871 bis zur Verkündung des Grundgesetzes 1949
Textauszug (computergeneriert)
Die Geschichte der Religionsfreiheit in Deutschland
von: Torsten Kopf
Frühjahrstrimester 2005
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung S.03
2. Das deutsche Kaiserreich 1871-1918 S.05
3. Die Weimarer Republik 1919-1933 S.11
4. Das Dritte Reich 1933-1945 S.14
5. Die Bundesrepublik 1949 S.18
6. Zusammenfassung und Fazit S.20
Quellen- und Literaturverzeichnis S.21
1. Einleitung
Vorliegende Arbeit befasst sich im Rahmen des Themas „Weltanschauliche Neutralität und Religionsfreiheit“ mit der Geschichte der Religionsfreiheit, wie sie sich in Deutschland seit der Reichsgründung 1871 bis zur Verkündung des Grundgesetzes im Jahre 1949 entwickelt hat. Es ist beabsichtigt, die Religionsfreiheit speziell am Verhältnis des deutschen Staates zum christlichen Glauben zu erörtern, da dieser in dem hier betrachteten Zeitraum in seinen verschiedenen konfessionellen Richtungen die große Mehrheit der deutschen Bevölkerung umfasste. Die Betrachtung anderer Religionen kann im vorgegebenen Rahmen dieser Arbeit nicht adäquat durchgeführt werden und entfällt aus diesem Grunde ganz.
Um den in dieser Arbeit festgelegten Zeitraum von immerhin 78 Jahre deutscher Geschichte am besten veranschaulichen zu können, wurden aus jeder politischen Epoche Themenkomplexe ausgewählt, die nach Meinung des Verfassers als repräsentativ für diese einzelnen Perioden stehen. Der erste Komplex beschäftigt sich mit dem Kulturkampf der Jahre 1871 bis 1887. Er zeigt das anfangs feindliche und nach Beendigung des Kulturkampfes immerhin noch sehr angespannte Verhältnis des protestantischen deutschen Kaisertums gegenüber dessen katholischer Bevölkerung und deren römischer Kirche. Es soll durch die Schilderung des Konfliktes zwischen Staat und Kirche ein Bild gezeichnet werden, das Einblick in die konfessionellen Spannungen zwischen Herrschenden und Beherrschten bietet und ein Urteil über die zu dieser Zeit vorhandene Religionsfreiheit erlaubt.
Im zweiten Abschnitt wird die Epoche der Weimarer Republik von 1919 bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 betrachtet. Die „‚demokratischste Demokratie der Welt‛“1, wie der damalige Reichsinnenminister David 1919 die neue deutsche Republik nannte, hatte sich besonders unter dem Einfluss des politischen Katholizismus eine Verfassung gegeben, die den Staat zu Neutralität in weltanschaulichen Themen festlegte und die ungestörte Religionsausübung garantierte. Die Darstellung der entsprechenden Artikel der Weimarer Reichsverfassung soll die gesetzlichen Rahmenbedingungen hierfür aufzeigen. Das dritte Kapital behandelt die Zeit des Dritten Reiches vom Tag der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler im Januar 1933 bis zum Ende des tausendjährigen Reichs, zwölf Jahre später. In diesem Abschnitt soll das vom Vatikan mit dem Deutschen Reich geschlossene Reichskonkordat und die sich daraus ergebenden Folgen erläutert werden. Auch sollen die Versuche der neuen Machthaber die christlichen Wurzeln aus der deutschen Gesellschaft zu verdrängen betrachtet werden. Es wird geschildert, wie durch die Maßnahmen der Nationalsozialisten die in der Weimarer Reichsverfassung garantierte Religionsfreiheit immer weiter eingeschränkt wurde.
Der letzte Komplex zeigt die Bedeutung der Religionsfreiheit im Grundgesetz der 1949 neu gegründete Bundesrepublik. Es soll hier gezeigt werden, wie nach einer Zeit der beabsichtigten Verdrängung der christlichen Religion aus den Köpfen des deutschen Volkes, ein neuer Staat entstand, dessen Verfassung in hohem Maße durch christliche Werte bestimmt war und ist. An dieser Stelle soll noch ein Wort zu der in die Arbeit eingeflossenen Literatur gesagt werden. Als sehr dienlich in der Bearbeitung des vorliegenden Themas erwiesen sich sowohl Jan Rehmanns „Kirchen im NS-Staat“ als auch besonders für den ersten Themenkomplex „Kulturkampf gestern und heute“ von Georg Franz-Willing. Des Weiteren bot „Schlaglichter der deutschen Geschichte“ von Helmut M. Müller stets einen informativen Einstieg in die zu bearbeitenden Epochen.
2. Das deutsche Kaiserreich 1871-1918
Mit der Proklamation Wilhelm I. zum Deutschen Kaiser am 18. Januar 1871 im Spiegelsaal des Schlosses von Versailles entstand in der Mitte Europas ein preußisch geführter, mehrheitlich protestantischer Staat – das Deutsche Reich. Die kritische Haltung vieler deutscher Katholiken dem neuen kleindeutschen Reich gegenüber wurde bereits bei der ersten Reichstagssitzung deutlich. Das 1870 gegründete, katholische Zentrum war darin mit 57 Abgeordneten als zweitstärkste Fraktion vertreten. Man kann sagen, dass mit dieser Eröffnungssitzung der Kulturkampf begann.2 Denn Reichskanzler Otto von Bismarck sah „in der neu gegründeten Zentrumspartei den Hauptgegner des preußisch-protestantischen Kaiserreichs, den er durch den Kulturkampf in die Knie zwingen wollte.“3 Neben dem Zentrum, fällte er auch über die SPD ein vernichtendes Urteil: „Beide Elemente, das ultramontane und das sozialistische, sind geborene Gegner Deutschlands.“4
[...]
1 Winkler, Heinrich August: Der lange Weg nach Westen. Deutsche Geschichte 1806-1933, Bonn 2002, S. 407.
2 Vgl.: Franz-Willing, Georg: Kulturkampf gestern und heute. Eine Säkularbetrachtung 1871- 1971, München 1971, S. 27.
3 Müller, Helmut M.: Schlaglichter der deutschen Geschichte, Bonn 2003, S. 166.
4 Franz-Willing, Kulturkampf gestern und heute, S. 30.
Kommentare
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden: