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Wissenschaftlicher Aufsatz, 2002, 57 Seiten
Autor: Romana Preindl
Fach: Wirtschaft - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern
Details
Tags: Target Costing, Zielkostenrechnung, Kostenrechnung
Jahr: 2002
Seiten: 57
Note: 1
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-13023-3
Dateigröße: 3503 KB
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Textauszug (computergeneriert)
Target Costing Behandlung der Zielkostenfestlegung
von Romana Preindl
Competition is eternal.
There is no such thing as winning.
There is no end to the game.
Even if you compete and win today,
you must compete and win tomorrow.
KUNIYASU SAKAI, Vorsitzender der Taiyo Kogyo Industry Co., Ltd.
Inhaltsverzeichnis
EINLEITUNG UND PROBLEMSTELLUNG 1
1 GRUNDLAGEN DES TARGET COSTING 2
1.1 URSPRUNG UND ENTWICKLUNG 2
1.2 GRUNDIDEE UND DEFINITION 3
1.3 MERKMALE DES TARGET COSTING 5
1.3.1 Markt- bzw. Kundenorientierung 5
1.3.2 Produktlebenszeit- und Vollkostensicht 6
1.3.3 Kosten- und Qualitätsmanagement der frühen Phasen 7
1.3.4 Gewinnsicherung 7
1.3.5 Kurze Feedbackzyklen und Feed-Forward-Steuerung 8
1.3.6 Dynamische Kostensicht 8
1.3.7 Motivationsfunktion und Verhaltenssteuerung 8
1.3.8 Integration von Kostenmanagementwerkzeugen 9
1.3.9 Innovationssteuerung durch interdisziplinär besetzte Teams 10
- Simultaneous Engineering 10
1.3.10 Zwischenfazit: Hauptzwecke des Target Costing 12
1.4 ANWENDUNGSBEREICHE UND EINSATZMÖGLICHKEITEN 12
1.4.1 Produktentwicklung 13
1.4.2 Planung des Produktionsprozesses 14
1.4.3 Kostensenkung bei existierenden Produkten 14
1.4.4 Effizienzsteigerung im indirekten Bereich 14
1.5 STRATEGISCHE AUSRICHTUNG 15
1.5.1 Bedeutung der Unternehmensstrategie für das Target Costing 15
1.5.2 Inkrementale Innovationsstrategie 16
2 DER TARGET COSTING PROZESS IM ÜBERBLICK 18
3 ZIELKOSTENFESTLEGUNG FÜR DAS GESAMTPRODUKT 21
3.1 METHODEN DER GESAMTPRODUKTBEZOGENEN ZIELKOSTENFINDUNG 21
3.1.1 Market into Company 22
3.1.2 Out of Company 23
3.1.3 Into and out of Company 23
3.1.4 Out of Competitor 23
3.1.5 Out of Standard Costs 24
3.2 AUSGANGSBASIS MARKT 24
3.2.1 Conjoint-Analyse zur Ermittlung der Produktmerkmalsanforderungen 27
3.2.2 Die "Hand-am-Markt-Forschung" 30
3.3 ZIELPREISFINDUNG 30
3.4 DER ZIELGEWINN UND SEINE FESTLEGUNG 32
3.5 BESTIMMUNG DER ZIELKOSTEN 34
3.6 UMFANG DER ZIELKOSTEN 35
4 ZIELKOSTENSPALTUNG: 37
4.1 VORGEHENSWEISE DER ZIELKOSTENSPALTUNG 38
4.2 ÜBERPRÜFUNG DER ERGEBNISSE DER ZIELKOSTENSPALTUNG 42
MIT ZIELKOSTENVERGLEICHSBASEN (BENCHMARKING) 42
5 FAZIT 44
ABBILDUNGSVERZEICHNIS 47
LITERATURVERZEICHNIS 48
Einleitung und Problemstellung
Target Costing umschreibt ein aus Japan stammendes Kostenmanagement-Konzept, das neben seiner herausragenden praktischen Bedeutung auch - vorwiegend basierend auf Veröffentlichungen japanischer Autoren - Eingang in die wissenschaftliche Diskussion in der jüngeren deutsprachigen Literatur gefunden hat.
Die Ausweitung und Internationalisierung von Märkten, der Abbau von Marktbarrieren und die zunehmende Sättigung auf den Märkten hatten während der unmittelbar zurückliegenden Jahrzehnte eine Verschärfung des internationalen Wettbewerbs zur Folge. Diese Situation führte zu der Erkenntnis, dass eine preisorientierte Kostenpolitik anstelle bislang vorherrschender kostenorientierte Preispolitik in den Vordergrund treten soll. Nicht die Kosten bestimmen den Preis, sondern der vom Markt gegebene Preis determiniert das hinnehmbare Kostenniveau.
Diese retrograde Kostenbetrachtung wird im Target Costing berücksichtigt und ist von der Grundidee her gesehen nicht neu, man denke nur an die verschiedenen Ausprägungen der Deckungsbeitragsrechnung oder an frühe Beispiele der Anwendung eines Zielkostenmanagements in deutschen Unternehmen, wie z.B. die erfolgreiche Realisierung des VW Käfer-Projektes zu einem Zielpreis von 990 Reichsmark in den 30er Jahren. Bei näherer Betrachtung werden aber deutliche Unterschiede zum durchgängigen und geschlossenen Target Costing-Prozess erkennbar, denn Target Costing ist kein Kostenrechnungssystem, es ist viel mehr ein Instrument des strategischen Kostenmanagements, das ein Unternehmen in die Lage versetzt, die von Markt geforderten Bedingungen möglichst frühzeitig zu erfüllen.
Die vorliegende Arbeit soll die Frage beantworten, wie Target Costing als strategisches Kostenmanagementsystem genutzt und dadurch auf die Veränderung der Märkte reagiert werden kann. Speziell soll dadurch veranschaulicht werden, welche Methoden es zur Festsetzung des Zielgewinnes und der Aufteilung bzw. Reduktion der Kosten in Frage kommen. Weiters soll verdeutlicht werden, dass die häufig anzutreffende Definition "retrograde Kalkulation" dieses in die Philosophie des Lean-Management eingebetteten Ansatzes einer weitaus komplexeren Charakterisierung als im herkömmlichen Rechnungswesen bedarf.
Der Aufbau der Arbeit sieht eine Einteilung in vier große Abschnitte vor:
Der erste Abschnitt stellt umfassend die theoretischen Grundlagen von Target Costing dar. Aufbauend auf dieser umfangreichen Wissensbasis gibt der zweite Abschnitt zunächst einen Überblick über das Target Costing-Prozedere. Die folgenden zwei Abschnitte beschreiben sodann detailliert und anhand übersichtlicher Beispiele den Target Costing Prozess, wobei der Schwerpunkt auf die Phasen Zielkostenfindung und Zielkostenspaltung gelegt wird. Die anschließende Phase der Zielkostenerreichung wird in dieser Arbeit nur im Überblick erläutert, da es über die Planungsphase hinaus geht und als eigenes Projekt angesehen werden kann.
1 Grundlagen des Target Costing
1.1 Ursprung und Entwicklung
Target Costing ist ein Konzept marktorientierten Kostenmanagements, das seinen Ursprung in Japan hat. Der Target Costing-Ansatz wurde erstmals 1963 von Toyota entwickelt, gefolgt von Nissan im Jahr 1966 und wird seither in vielen japanischen Unternehmen angewendet. Hintergrund der Entwicklung war der Verlust der Wettbewerbsfähigkeit japanischer Unternehmen Mitte der 70er Jahre, bedingt durch ein allgemein zurückgehendes Wirtschaftswachstum Japans, Energiekostensteigerungen durch die erste Ölkrise 1973 und verstärkte Importrestriktionen der Empfängerländer, die vor allem die Automobilindustrie trafen.
Über die japanischen Autoren Hiromoto, Monden, Sakurai, Tanaka und Yoshikawa fand das Target Costing in de 80er Jahren Eingang in die englischsprachige Literatur und seit Beginn der 90er Jahre erscheinen auch im deutschen Sprachraum zahlreiche Beiträge zu diesem Thema.
Die Konzeption des Target Costing kann dabei keineswegs als eine einheitliche Konzeption verstanden werden. Seidenschwarz systematisiert Veröffentlichungen japanischer Autoren in drei Gruppen von Target Costing-Ansätzen und erörtert diese hinsichtlich ihrer Schwerpunkte:
- den marktorientierten Ansatz von Hiromoto, der in erster Linie auf die Marktwirkung des Kostenmanagements abstellt
- die ingenieursorientierten Ansätze von Sakurai und Monden, die primär auf eine ingenieursmethodische Sichtweise abzielt und in erster Linie die grundsätzlichen Abläufe des Target Costing aufzeigen
- die produktfunktionsorientierten Ansätze von Tanaka und Yoshikawa, die ebenfalls ablauforientiert sind, aber die produktfunktionale Sicht in den Vordergrund stellen.
Auf Basis der oben genannten Ansätze entwarf Seidenschwarz das Konzept eines Marktorientierten Kostenmanagements, das die Vorteile aller bisher bekannten Verfahren verbinden soll . Im Laufe der wissenschaftlichen Diskussion wurden in den letzten Jahren sowohl die instrumentellen Themenbereiche als auch die organisatorischen Komponenten dieses Ansatzes ergänzt bzw. vertieft. Da dieses Konzept des Target Costing-Verständnis im deutschsprachigen Raum prägt, dient es dementsprechend als Grundlage dieser Arbeit.
1.2 Grundidee und Definition
Cooper umschreibt die Grundidee des Target Costing einfach und prägnant: "We tend to build up a model of the product, determine what its′s going to cost, and then ask whether we can sell it for that. The Japanese turn it around: They say, ′It′s got to sell for X. Let′s work backwards to make sure we can achieve it′. Im Mittelpunkt der Betrachtungsweise steht also nicht (wie beim traditionellen Kostenmanagement) die Frage "Was wird uns ein Produkt kosten?" sondern "Was darf uns ein Produkt kosten?". Daraus lassen sich auch die beiden erwähnten Leitgedanken des Target Costing ableiten:
[...]
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