Untertitel: Mediation. Ein spezielles Konfliktlösungsverfahren mit Hilfe unparteiischer Dritter
Hausarbeit, 2006, 25 Seiten
Autor: Birgit Plan
Fach: Pädagogik - Schulpädagogik
Details
Institution/Hochschule: Alice-Salomon-Fachhochschule Berlin
Tags: Schulmediation, Methoden, Sozialen, Arbeit
Jahr: 2006
Seiten: 25
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 13 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-46475-8
ISBN (Buch): 978-3-638-66088-4
Dateigröße: 373 KB
Ich werde in dieser Hausarbeit nicht analysieren, wie ICH Konflikte angehe,sondern nach einer theoretischen Auseinandersetzung mit Mediation und speziell Mediation an Schulen, sowie die geschichtlichen Hintergründe zu Beginn der Arbeit, sollen Hinweise zur praktischen Durchführung von Konfliktarbeit in der Schule in Form eines Mediationsverlaufs dargestellt werden, um sich der Rolle als Schulsozialarbeiter, mit den Aufgaben und der Haltung in einer Mediation bewusst zu werden.
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Zusammenfassung / Abstract
In China gibt es zwei Symbole für den Begriff „KONFLIKT“: „eine mögliche positive Veränderung“ und „eine mögliche Gefahr“. Man kann selbst entscheiden, ob man eine Chance und Gelegenheit zur Klärung nutzen möchte oder ob man sich der möglichen Gefahr aussetzt, in der nicht gebannte wilde Emotionen und Missverständnisse eine Mauer errichten. Während meiner praktischen Tätigkeiten mit Kindern und Jugendlichen, stellte ich fest, dass Konflikte unter Kindern/Schülern, aber auch zwischen Kindern/Schülern und Erziehern/Lehrern den (Schul-)Alltag belasteten. Besonders konfliktreich kann die Klassensituation sein, da es sich um eine unfreiwillige Gemeinschaft handelt. Konflikte werden meist als störend, bedrohlich, destruktiv und schmerzvoll erlebt. Dementsprechend versuchen die Beteiligten, Konflikten auszuweichen. Wenn das nicht möglich ist, eskalieren Konflikte oft in persönliche Auseinandersetzungen oder aufreibende Machtkämpfe. Allerdings beinhalten Konflikte meiner Meinung nach oft auch spannende Momente. Man erfährt Neues über sich selbst und lernt eigene Grenzen kennen. Es ist interessant zu beobachten, wie Kinder und Jugendliche eigenständig kreative Lösungen aus Konfliktsituationen finden – oft schneller und einfacher als Erwachsene. Eine Möglichkeit, Konflikte in der Schule zu bewältigen, bietet die Mediation als ein spezielles Konfliktlösungsverfahren mit Hilfe unparteiischer Dritter. Seit diesem Semester nehme ich am Projekt „Verhandeln, Mediation und Konfliktberatung in der Sozialen Arbeit“ teil. Ich würde gerne an einer Schule als Schulsozialarbeiter arbeiten, und interessiere mich daher besonders für die Methode und die Herangehensweise an Mediation in der Schule. Ich werde in dieser Hausarbeit nicht analysieren: Wer ICH bin? Wie ICH Konflikte angehe und warum ICH gerade diesen Weg wähle? Warum ICH in bestimmten Situationen immer in einen Konflikt gerate usw., sondern nach einer theoretischen Auseinandersetzung mit Mediation und speziell Mediation an Schulen, sowie die geschichtlichen Hintergründe zu Beginn der Arbeit, sollen Hinweise zur praktischen Durchführung von Konfliktarbeit in der Schule in Form eines Mediationsverlaufs dargestellt werden, um sich der Rolle als Schulsozialarbeiter, mit den Aufgaben und der Haltung in einer Mediation bewusst zu werden.
Textauszug (computergeneriert)
Schulmediation
von: Birgit Plan
Semester: 4
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Definition – Was ist Mediation? 4
3. Historische Entwicklung und Hintergründe der Mediation 5
4. Mediation an Schulen 7
4.1. Mediation ist auf unterschiedlichen Ebenen möglich 9
4.2. Wer Schulmediation durchführen kann 9
4.3. Zwei Ansätze beim Einsatz von Streitschlichtung an Schulen 9
4.3.1. Ausbildung einer Expertengruppe zu Streitschlichtern 9
4.3.2. Ausbildung aller Schüler zu Streitschlichtern 9
4.4. Wann wird Schreitschlichtung angewandt? 10
4.5. Grenzen der Schulmediation 10
5. Ziele einer Mediation 11
6. Rolle, Aufgaben und Haltung des Mediators 11
6.1. Kommunikationstechniken 13
6.2. Kommunikative Aufgaben 14
7. Phasen eines Mediationsverlaufs 14
7.1. 1. Phase: Vorbereitung 16
7.2. 2. Phase: Einleitung durch den Mediator 16
7.3. 3. Phase: Darstellung der Parteien – Problemdefinition 17
7.4. 4. Phase: Sammlung von Informationen 17
7.5. 5. Phase: Streitfragen identifizieren 18
7.6. 6. Phase: Optionen entwickeln 18
7.7. 7. Phase: Verhandeln und Aushandeln 19
7.8. 8. Phase: Eine Vereinbarung treffen 19
7.9. 9. Phase: Abschluss 20
8. Abschließende Bemerkung 20
9. Checkliste für MediatorInnen 23
10. Literaturverzeichnis 24
1. Einleitung
In China gibt es zwei Symbole für den Begriff „KONFLIKT“: „eine mögliche positive Veränderung“ und „eine mögliche Gefahr“. Man kann selbst entscheiden, ob man eine Chance und Gelegenheit zur Klärung nutzen möchte oder ob man sich der möglichen Gefahr aussetzt, in der nicht gebannte wilde Emotionen und Missverständnisse eine Mauer errichten. Während meiner praktischen Tätigkeiten mit Kindern und Jugendlichen, stellte ich fest, dass Konflikte unter Kindern/Schülern, aber auch zwischen Kindern/Schülern und Erziehern/Lehrern den (Schul-)Alltag belasteten. Besonders konfliktreich kann die Klassensituation sein, da es sich um eine unfreiwillige Gemeinschaft handelt. Konflikte werden meist als störend, bedrohlich, destruktiv und schmerzvoll erlebt. Dementsprechend versuchen die Beteiligten, Konflikten auszuweichen. Wenn das nicht möglich ist, eskalieren Konflikte oft in persönliche Auseinandersetzungen oder aufreibende Machtkämpfe. Allerdings beinhalten Konflikte meiner Meinung nach oft auch spannende Momente. Man erfährt Neues über sich selbst und lernt eigene Grenzen kennen. Es ist interessant zu beobachten, wie Kinder und Jugendliche eigenständig kreative Lösungen aus Konfliktsituationen finden – oft schneller und einfacher als Erwachsene. Eine Möglichkeit, Konflikte in der Schule zu bewältigen, bietet die Mediation als ein spezielles Konfliktlösungsverfahren mit Hilfe unparteiischer Dritter. Seit diesem Semester nehme ich am Projekt „Verhandeln, Mediation und Konfliktberatung in der Sozialen Arbeit“ teil. Ich würde gerne an einer Schule als Schulsozialarbeiter arbeiten, und interessiere mich daher besonders für die Methode und die Herangehensweise an Mediation in der Schule.
Ich werde in dieser Hausarbeit nicht analysieren: Wer ICH bin? Wie ICH Konflikte angehe und warum ICH gerade diesen Weg wähle? Warum ICH in bestimmten Situationen immer in einen Konflikt gerate usw., sondern nach einer theoretischen Auseinandersetzung mit Mediation und speziell Mediation an Schulen, sowie die geschichtlichen Hintergründe zu Beginn der Arbeit, sollen Hinweise zur praktischen Durchführung von Konfliktarbeit in der Schule in Form eines Mediationsverlaufs dargestellt werden, um sich der Rolle als Schulsozialarbeiter, mit den Aufgaben und der Haltung in einer Mediation bewusst zu werden. Im Verlauf der Arbeit werde ich zur Vereinfachung die männlichen Formen einzelner Personen und Personengruppen benutzen, wie etwa „Schüler, Mediator,...“.
2. Definition - Was ist Mediation?
„Mediation ist eine Alternative zu gesellschaftlich etablierten Konfliktlösungsmechanismen, wie Urteilen und Schlichten und betont im Gegensatz zu diesen die Selbstbestimmung der Streitparteien. Mit Hilfe eines neutralen Dritten werden die Verhandlungen der Parteien erleichtert.“ (MARX, A., 1999, S.16). „Mediation ist eine informelle und außergerichtliche Art der Konfliktbearbeitung und strebt gegenseitiges Verstehen, gewaltfreie und konstruktive Kommunikation an. Mediation kann der Gewalt vorbeugen: am besten setzt sie ein, bevor ein Konflikt durch zunehmendes Misstrauen, sich steigernde Vergeltungswünsche zur gegenseitigen Verhärtung führt und in Hass ausufert.“ (vgl. DULABAUM, N.,1998, S.8 f.) Mediation bedeutet „Vermittlung im Konflikt“.
Das Mediationsverfahren aktiviert Schritt für Schritt die kreativen und konstruktiven Fähigkeiten bei den Streitenden und unterstützt sie, eine einvernehmliche Lösung zu finden oder einen Bearbeitungsprozess in Gang zu setzen. Die Mediatoren (die Vermittler), bieten in der Regel zwei Konfliktparteien die Chance, ihre Meinungen und Befindlichkeiten zu äußern. Sie sind zuständig für den Aufbau eines Dialoges. Mit Hilfe von Gesprächstechniken und – strategien, wie z.B. das aktive Zuhören (unausgesprochene Gefühle des Gesprächpartners formulieren), paraphrasieren (mit eigenen Worten inhaltlich das Gesagte des Gesprächpartners wiedergeben), offene Fragen stellen (z.B. Wie siehst du das?, Was ist dir wichtig?, Wie stellst du dir das vor?, Was wünschst du dir?,...), Refraiming (Gesagtes aus dem Rahmen herausnehmen und in einen positiven Rahmen setzen, Perspektive ändern) usw. fasst der Mediator beide Standpunkte zusammen, und ermutigt beide Parteien, Verständnis füreinander zu entwickeln und gemeinsam eine Übereinkunft zu erreichen. Ein Mediator verbessert das Beziehungsklima und begleitet den dynamischen Prozess zur Konflikttransformation ohne Entscheidungsbefugnis.
Mediation findet in den verschiedensten Bereichen statt, Familienmediation: Ehe-. Partnerschaftskonflikte, Konflikte zwischen Eltern/Kindern/Erben, Nachbarschaftsmediation: Konflikte zwischen Nachbarn/Eigentürmern/Mietern/Vermietern, Verbrauchermediation: Konflikte zwischen Verbrauchern/Kunden/Anbietern; Schuldnern/Gläubigern; Dienstnehmern/Dienstleistern; Werkunternehmern/Werknehmer, Wirtschaftsmediation: Konflikte zwischen Wirtschafts- und Arbeitswelt, insbesondere bei Tarifkonflikten, bei Arbeitsvertragskonflikten, Umweltmediation: z.B. Konflikte um Standorte, Industrieanlagen, Mediation im Strafrecht: Täter-Opfer-Ausgleich, Mediation in politischen Konflikten und Schulmediation. Der Mediator sollte daher eine gewisse Feldkompetenz in den Bereiche inne haben, jedoch ist die Aufgabe und die Rolle eines Mediators in allen Bereichen bei den verschiedensten Themen identisch.
3. Historische Entwicklung und Hintergründe der Mediation
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