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"ich brauch mal eure hilfe" - Inhaltsanalytische Untersuchungen der Kommunikation in einem Online- Forum für Mädchen und junge Frauen

Diploma Thesis, 2005, 188 Pages
Author: Anna Jungbluth
Subject: Pedagogy - Media Pedagogy

Details

Category: Diploma Thesis
Year: 2005
Pages: 188
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 37  Entries
Language: German
Archive No.: V50468
ISBN (E-book): 978-3-638-46683-7

File size: 786 KB
Notes :
ein großer Anhang ist der Arbeit beigefügt!



Excerpt (computer-generated)

Diplomarbeit
Erziehungswissenschaftliche Fakultät Universität zu Köln

"ich brauch mal eure hilfe" - Inhaltsanalytische Untersuchungen der Kommunikation in einem Online- Forum für Mädchen und junge Frauen

von Anna Jungbluth
2005

 

Inhalt

1 EINFÜHRUNG ... 1

2 THEORETISCHER TEIL ... 5
2.1 EINFÜHRUNG IN DIE BEGRIFFLICHKEIT DES INTERNET ... 6
2.2 KOMMUNIKATIVE ANWENDUNGSMÖGLICHKEITEN IM INTERNET ... 8
2.2.1 Asynchrone und synchrone CvK ... 9
2.2.2 Chat- Kommunikation ... 10
2.2.3 Emoticons, ASCII- Kunst, Akronyme und Soundwörter ... 11
2.3 FORUM- KOMMUNIKATION ... 12
2.3.1 Aufbau und Struktur eines Forums ... 13
2.3.2 Nickname ... 14
2.3.3 Inhaltliche Kontrolle in einem Forum ... 15
2.3.4 Sprache und Ausdruck im Forum ... 15
2.4 THEORIEN ZUM MEDIALEN KOMMUNIKATIONSVERHALTEN ... 17
2.4.1 Soziale Informationsverarbeitung ... 18
2.4.2 Simulation und Imagination ... 19
2.4.3 Soziale Identität und Deindividuation ... 20
2.4.4 Ausblick I ... 21
2.5 EINFÜHRUNG IN DIE JUGENDFORSCHUNG ... 24
2.5.1 Pubertät und Adoleszenz ... 26
2.5.2 Entwicklungsaufgaben ... 27
2.5.3 Identitätsforschung ... 29
2.5.4 Konstruktivistische Überlegungen zur Identität ... 31
2.6 GESCHLECHTERORDNUNG ... 35
2.6.1 Konstruktion von Geschlecht ... 36
2.6.2 Mädchenforschung ... 38
2.6.3 Weibliche Adoleszenz ... 40
2.6.4 Ausblick II ... 44

3 EMPIRISCHER TEIL ... 47
3.1 ONLINE- PORTAL HTTP://WWW.MAEDCHEN.DE ... 47
3.1.1 Forum Kummer& Sorgen ... 52
3.1.2 Betreuung des Forums ... 53
3.1.3 Aufbau des Forums ... 54
3.1.4 Untersuchungsmethode ... 56
3.1.5 Gütekriterien der empirischen Untersuchung ... 57
3.2 UNTERSUCHTE THEMEN ... 58
3.2.1 Erste Analyseeinheit ... 59
3.2.2 Zweite Analyseeinheit ... 65
3.2.3 Durchführung ... 67
3.2.4 Durchführung der ersten Analyseeinheit ... 68
3.2.5 Durchführung der zweiten Analyseeinheit ... 72
3.2.6 Validität der Ergebnisse ... 74
3.3 ANALYSE DER ERGEBNISSE ... 74
3.3.1 Beziehung zum anderen Geschlecht ... 76
3.3.2 Selbstbild ... 79
3.3.3 Kommunikative Haltungen innerhalb des Forums ... 82
3.4 DISKUSSION DER ERGEBNISSE ... 85
3.4.1 Abschließende Beobachtungen ... 85
3.4.2 Bedeutung von Nicks und Cyberslang im Forum ... 89
3.4.3 Reflexion der CvK- Theorien ... 91
3.4.4 Bedeutung des Forums für die Mädchen ... 95

4 SCHLUSSBETRACHTUNG ... 100

5 LITERATUR ... 107

6 ANHANG ... 110

 

Abbildungsverzeichnis

ABBILDUNG 1 AUSWAHL AN INTERNET- AKTIVITÄTEN (MPFS, 2004, S. 34)
ABBILDUNG 2 BEISPIEL FÜR ASCII- KUNST
ABBILDUNG 3 MODELL NACH MEAD
ABBILDUNG 4 „WENN DU MAL KUMMER HAST…“ (MILHOFFER, 2000, S. 57)
ABBILDUNG 5 MÄDCHEN- LOGO (STAND: AUGUST 2005)
ABBILDUNG 6 MÄDCHEN- PORTAL (STAND: AUGUST 2005)
ABBILDUNG 7 HTTP://WWW.MAEDCHEN.DE
ABBILDUNG 8 FORUM KUMMER& SORGEN (STAND: AUGUST 2005)
ABBILDUNG 9 ERGEBNIS DER ERSTEN ANALYSEEINHEIT I
ABBILDUNG 10 ERGEBNIS DER ZWEITEN ANALYSEEINHEIT 

 

Tabellenverzeichnis

TABELLE 1 THEMENRUBRIK DES MÄDCHEN- PORTALS
TABELLE 2 ANALYSEEINHEITEN
TABELLE 3 HALTUNGEN DES REZIPIENTEN
TABELLE 4 ERGEBNIS DER ERSTEN ANALYSEEINHEIT II

 

1 Einführung


„Es sind die Medien, die den Stoff besorgen, aus dem Individualität gemacht wird.“(Baacke, 2003, Seite 55)

Wir haben uns eine postmoderne Lebenswelt erschafft, die bestimmt wird durch zukunftsorientiertes Konstruieren und der Auf- und Ablösung von alten Werten und Maßstäben.
Die Zeiten sind flexibler und schneller geworden, durch die Globalisierung erscheint die Welt manchmal zu einem Dorf zusammen gerückt zu sein.
Die Identitäten der Menschen müssen sich diesen Zeiten anpassen und flexibler werden. Nichts erscheint grausamer als der Stillstand. Dies birgt Chancen, aber auch Risiken.
Unser Leben ist bestimmt von der Vielfalt an Wirklichkeitsentwürfen und Identitätskonstruktionen, sowie durch eine Etablierung medialer Kommunikations- und Vergnügungsmittel.
Die Generation der unter 30jährigen verfügt über „mehr Medienerfahrung und mehr mediales Expertenwissen als ihre Elterngeneration, die kaum mehr Schritt halten kann und sich teilweise sogar verweigert“ (Opaschowski, 1999, S. 10).
Die Kinder und Jugendlichen dieser Generation wachsen wie selbstverständlich mit Handys, TV, Digi- Cams und Computer auf. Mediennutzung scheint für diese Generation zu einer kollektiven Identität geworden zu sein. Der Markt boomt und immer fortschrittlichere mediale Technologien werden entwickelt und verkauft.
Im Mittelpunkt der Medienvielfalt und Nutzung steht das Internet.
Als 1983 das Internet Einzug in die Haushalte fand, stand der globalen Vernetzung nichts mehr im Wege.
Heute gehört die Internetnutzung für viele zum Alltag. Es dient ihnen zur Kommunikation, Information und Vergnügung, je nach persönlicher Ausrichtung.
Längst ist die virtuelle Weite des Netzes nicht mehr zu überblicken. Für jeden Geschmack, für jede Sehnsucht, für jede Persönlichkeit gibt es die entsprechende Internetseite und wenn der Überblick verloren geht, helfen virtuelle Suchmaschinen, das Angebot zu verorten.
Doch wenn, wie das Eingangszitat beschreibt, die Medien uns den Stoff vorgeben, aus denen wir unsere Persönlichkeit kreieren, dann bedeutet dies den Blick zu schulen, um den Entwicklungen nicht ohnmächtig, sondern kritisch und konstruktiv gegenüber zu stehen.

Durch die Etablierung des Internets und anderer Medien in unseren Lebensräumen und durch die vielfältige Nutzungsmöglichkeiten und die permanente Verfügbarkeit, hat sich unser Leben verändert.
Wie bereits erwähnt, verfügen die Kinder und Jugendlichen dieser Zeit im Durchschnitt über eine gewisse Übung und Leichtigkeit im Umgang mit Medien und können neuste Entwicklungen schneller adaptieren, als mancher Erwachsener.
Das Thema meiner Diplomarbeit "ich brauch mal eure hilfe" Inhaltsanalytische Untersuchungen der Kommunikation in einem Online- Forum für Mädchen und junge Frauen entstand aus der subjektiven Beobachtung, dass gerade das Internet für viele Mädchen und junge Frauen von immer wachsender Bedeutung ist und sie sich in den virtuellen Weiten immer mehr ausprobieren und verorten.
Da es für eine Bewertung und Einordnung unterschiedlicher Medien und deren Inhalte besonders wichtig ist, sich über die reale Mediennutzung der Jugendlichen zu informieren, lohnt sich ein Blick auf die JIM (Jugend, Information, (Multi-) Media)- Studie von 2004, des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest.
Das Internet dient laut der JIM- Studie den Jugendlichen vornehmlich dafür, Informationen über Musik, Ausbildung/ Beruf, Kino/ Filme, Internet, Schule, PC, Gesundheit/ Medizin, Umwelt(schutz) und Computerspiele einzuholen.
Wie die JIM- Studie aufzeigt, nutzen Mädchen das Internet seltener als die Jungen, jedoch ist im Vergleich zum Jahr 2003 bei der Nutzung ein Wachstum von drei Prozent zu verzeichnen (vgl. mpfs, 2004, S. 32).

Auf der Abb. 1 ist eine Auswahl an Internet- Aktivitäten (täglich/ mehrmals die Woche) aus der JIM- Studie aufgeführt.

Abbildung 1 in Downloaddatei enthalten.

Abbildung 1 Auswahl an Internet- Aktivitäten (mpfs, 2004, S. 34)

Es ist deutlich zu erkennen, dass die Mädchen das Internet vornehmlich als Kommunikationsplattform nutzen und im Bereich E- Mail- Kommunikation den Jungen sogar voraus sind. Zudem steht die Informationsgewinnung und andere Kommunikationsformen (Instant- Messaging und Chat) im Vordergrund.
Kommunikation untereinander scheint für viele Mädchen und junge Frauen von großer Bedeutung zu sein und sie nutzen das Internet für diese Zwecke, indem sie sich per E- Mail, im Chat oder auch in Foren austauschen und kommunizieren.
Gerade die Eltern und Pädagogen dieser Zeit stehen der medialen Entwicklung ihrer Kinder manchmal etwas hilflos gegenüber.
War es früher der Fernseher, der zu einem möglichen Problem innerhalb der Familie werden konnte, so hat sich heute die Produktpalette medialer Möglichkeiten vervielfacht. Somit natürlich auch die erzieherischen Reibungspunkte und möglichen Schwierigkeiten vor denen die Familien stehen. Das Internet ist weniger kontrollierbar und somit auch die Aktivitäten der Kinder und Jugendlichen. Ein gutes Beispiel dafür könnte ein x-beliebiges Jugendhaus sein, wo die Möglichkeit der Internetnutzung besteht. Wie aber können die Pädagogen kontrollieren auf welchen Seiten die Jugendlichen surfen? Wie verhindern, dass Seiten mit pornografischen und diskriminierenden Inhalten gedownloadet werden?
Wichtig scheint hierbei, die Gegebenheiten des Netzes selbst zu kennen, um Kinder und Jugendliche damit nicht alleine zu lassen und die Struktur des Netzes positiv umzudeuten. Die Pädagogik und ihre Institutionen haben sich mittlerweile den medialen Bedingungen angepasst und eigene mediale Kompetenzen entwickelt.
Zusammenfassend lässt sich folgendes festhalten: die Vernetzung und Möglichkeiten sich via Internet in virtuelle Welten zu klicken gehört zum integralen Bestandteil der Jugendkultur.
In der vorliegenden Arbeit soll es um eine ganz konkrete Nutzungsform des Internet gehen, nämlich um die Nutzung und Kommunikation innerhalb eines Online- Forums, welches von Mädchen und jungen Frauen im Alter von 11 bis 18 Jahren genutzt wird.
Das von mir untersuchte Forum ist angegliedert an die Seite http://www.maedchen.de und heißt Kummer& Sorgen. Diese Seite ist ein direkter Ableger der Zeitschrift Mädchen, welche 14-tägig im Axel Springer Verlag erscheint.
Ich gehe in meiner Hypothese davon aus, dass das Online-Forum als Plattform gesehen werden kann, wo die Mädchen mit ihren Sorgen und alltagsspezifischen Themen einen Rahmen finden, in welchem sie geschützt kommunizieren können. Dabei vermute ich, dass gerade vier alltags- und geschlechtsspezifische Themen qualitativ kommuniziert werden: familiäre Sorgen, Freundschaft, Selbstbild und Beziehung zum anderen Geschlecht.
Wichtig ist mir herauszuarbeiten, wie die Mädchen innerhalb dieses Forums ihre individuellen und kommunikativen Kompetenzen nutzen, welche Haltungen sie als Rezipienten einnehmen und mit welcher inhaltlichen Tiefschichtigkeit sie das Forum ausfüllen.

Die vorliegende Diplomarbeit "ich brauch mal eure hilfe" Inhaltsanalytische Untersuchungen der Kommunikation in einem Online- Forum für Mädchen und junge Frauen beschäftigt sich mit dem Medium Internet in Auseinandersetzung mit der Kommunikation innerhalb eines Online- Forums für Mädchen und junge Frauen.
Die Arbeit gliedert sich in einen theoretischen und einen empirischen Teil.
Den Abschluss der Arbeit bildet die Auswertung und Diskussion des empirischen Materials.
Im theoretischen Teil der Arbeit wird zuerst eine Einführung in die Begrifflichkeit des Mediums Internet gegeben, explizit wird hier die Form des Forums vorgestellt.
Darauf aufbauend werden die wichtigsten Theorien zu der computervermittelten Kommunikation (im Folgenden CvK genannt) vorgestellt und diskutiert.
Im zweiten Abschnitt des theoretischen Teils erfolgt eine Übersicht über die Jugendforschung, speziell die der Mädchenforschung und eine Einordnung in das Thema.
Zum Abschluss wird das Forums maedchen.de vorgestellt, welches im Mittelpunkt dieser Untersuchung steht.
Der empirische Teil dieser Arbeit wird eingeleitet durch die Betrachtung des Forums Kummer& Sorgen. Danach stelle ich die Analyseeinheiten vor, bevor es zu der Durchführung der empirischen Untersuchung kommt. Abschließend wird das Material ausgewertet und diskutiert.
Aus Gründen der Lesbarkeit bedient sich die vorliegende Arbeit meist männlicher Substantive, schließt die weibliche Form der Begriffe jedoch selbstverständlich mit ein.
Im empirischen Teil der Arbeit wird meist die weibliche Form genutzt, da es sich um ein Forum für Mädchen handelt.

 

2 Theoretischer Teil

Der theoretische Teil meiner Arbeit gliedert sich in zwei gleichwertige Teilgebiete, die zunächst unabhängig von einander stehen und erst in der Diskussion und Auseinandersetzung mit den Untersuchungen zusammengeführt werden.
Im ersten Teil wird es um die Begrifflichkeit des Internets gehen: wie ist es entstanden, wie ist es aufgebaut und welche Nutzungsmöglichkeiten können fokussiert werden. Ferner wird es um die Unterscheidung von synchronen und asynchronen Diensten gehen. Anschließend wird das Online- Forum vorgestellt, welches dieser Arbeit als Grundlage und Plattform für die Untersuchungen dient.
Danach werden die für die Arbeit wichtigen zentralen Theorien der computervermittelten Kommunikation näher beleuchtet und diskutiert.
Der zweite Teil konzentriert sich auf die wissenschaftliche Sicht der Entwicklung von Jugendlichen und es werden Schwerpunkte der Identitätsforschung vorgestellt.
Ein weiterer Punkt wird die Frage nach der Konstruktion von Geschlecht sein. Dabei soll eine kurze Einführung in den interaktionistischen Konstruktivismus die Überleitung zum doing gender, dem Konstruieren von Geschlecht, darstellen.
Die Mädchenforschung und die Fokussierung auf die weibliche Adoleszenz bilden den Abschluss des theoretischen Teils dieser Arbeit.

[...]


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