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Details

Veranstaltung: Einführung in die klassische, soziologische Theorie
Institution/Hochschule: Friedrich-Schiller-Universität Jena (Soziologie)
Tags: Emile, Durkheim, Individualisierung, Vergesellschaftung, Einführung, Theorie
Kategorie: Essay
Jahr: 2005
Seiten: 5
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 1  Entry
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 103 KB
Archivnummer: V50511
ISBN (E-Book): 978-3-638-46717-9

Textauszug (computergeneriert)

Friedrich-Schiller-Universität Jena, Institut für Soziologie
Lehrstuhl für Allgemeine und Theoretische Soziologie
Seminar: Einführung in die klassische, soziologische Theorie

Emile Durkheim: Individualisierung und Vergesellschaftung


 

Thema: Emile Durkheim: Individualisierung und Vergesellschaftung Frage: Diskutieren Sie vor dem Hintergrund von Durkheims Theorie folgende Frage: Wie frei und autonom ist des Individuum in der modernen Gesellschaft und inwieweit ist es gesellschaftlichen Zwängen ausgesetzt?

Bevor ich auf die oben genannte Frage eingehe, möchte ich auf die unterschiedlichen Auffassungen der Terminologie „Freiheit des Individuums“ und „Gesellschaftliche Zwänge“ von Emile Durkheim und der Zeit in der er gelebt hat, sowie unserer Auffassung, hinweisen. Für Durkheim ist die Abhängigkeit von der Gesellschaft Naturnotwendig und überhaupt die Grundlage des menschlichen Lebens. Was wir heute unter freier Entfaltung der eigenen Persönlichkeit verstehen, war zu seiner Zeit für Durkheim der Anfang des Unterganges der menschlichen Rasse. Obwohl die Grundzüge der Lebensweise sowie zum Beispiel die Zugehörigkeit zu verschiedenen sozialen Gruppen sich stark ähneln, waren zur Durkheims Zeit die Grenzen des Individuums wesentlich enger gestellt, als die es heute sind. Im folgenden werde ich aus der Sicht von Emile Durkheim argumentieren, so dass die Definitionen von Freiheit und Zwang teilweise nicht den heutigen Auffassungen entsprechen.

Durkheim begründete eine kollektivistische Theorie der Gesellschaft. Der Ausgangspunkt seiner Argumentation war, dass auch moderne Gesellschaften (wobei er diese mit den archaischen Gesellschaften verglichen hat) ein gemeinsames Wertesystem haben. Dieses gemeinsame Wertesystem ist nicht mehr auf Kollektivbewußtsein durch Religion sowie soziale Ähnlichkeiten, wie dieses bei archaischen Gesellschaften der Fall war, zurückzuführen, sondern beruht auf gemeinsam geschaffenen Werten, wie zum Beispiel Menschenrechte, Weltfrieden oder Demokratie. Das was die moderne Gesellschaft zum Kollektiv macht, ist der moralische Individualismus der Menschen. Auch wenn jeder an seiner Unabhängigkeit und Eigenständigkeit hängt, sind doch alle den gleichen Rechten und Pflichten unterworfen. Der Prozess der Arbeitsteilung, der gesellschaftliche Differenzierung bewirkt, wird von Durkheim als Integrationsfördernd angesehen, weil dieser soziale Interdependenzen anwachsen lässt und somit Solidarität und moralische Ordnung schafft. Durch Arbeitsteilung wird der Mensch nicht mehr direkt in die Gesellschaft integriert, sondern die Integration erfolgt durch die unterschiedlichen sozialen Gruppen, von denen das Individuum gleichzeitig mehreren angehört, wie zum Beispiel die Familie, Arbeit und soziales Leben. Die jeweiligen Gruppen haben eigene Regeln, denen der Mensch sich anpassen muss, somit ist er noch mehr den „gesellschaftlichen Zwängen“ unterlegen, denn er muss sich an mehrere Sachen gleichzeitig Anpassen. Aus diesen einzelnen Gruppen ergeben sich für Durkheim zwei große Regelwerke, die untereinander nochmals untergliedert sind und denen der Mensch unterliegt. Die universale Moral bildet zwei abgrenzenden Pole und zeigt die Integration in die gesamte Gesellschaft. Auf der einen Seite die Rechte und Pflichte gegenüber sich selbst, auf der anderen Seite die Rechte und Pflichten gegenüber der Menschheit. Zwischen den zwei großen Polen sind die partikularen Moralsystheme verteilt, die für die einzelnen, sozialen Gruppen/Milieus stehen. Diese sind in häusliche-, berufliche- und staatsbürgerliche Moral eingeteilt. Die wichtigste Instanz, die Solidarität und Abhängigkeit zwischen allen vermischen lässt und die das Individuum am meisten Integriert, ist der Beruf. Beim Arbeiten entwickelt und fördert der Mensch seine Individualität und Persönlichkeit am meisten, weil er die meiste Zeit mit dem Arbeiten verbringt und integriert sich gleichzeitig am besten in die Gesellschaft, weil er an ihrer Entwicklung aktiv teilnimmt und sich seine Rolle in dieser sichert.

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