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Details

Veranstaltung: Konsum und Theorie (Proseminar)
Institution/Hochschule: Universität Potsdam (Wirtschafts- und Sozialwissenschaftl. Institut)
Tags: Konsumgesellschaft, Konsum, Theorie
Kategorie: Essay
Jahr: 2004
Seiten: 10
Note: 1,0
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 139 KB
Archivnummer: V51128
ISBN (E-Book): 978-3-638-47177-0
ISBN (Buch): 978-3-638-77550-2
Anmerkungen :
Ernähren und kleiden mussten sich die Menschen schon immer, und seit vielen Jahrhunderten befriedigten sie diese Bedürfnisse über den Markt. Was meint dann der Begriff „Konsumgesellschaft“ als Kennzeichnung spezifisch moderner Gesellschaften? Alle Gedanken vom Autor, daher keine Literaturangaben; Bezug zu Beck und Weber betreffen in der Soziologie bekannte Theorien.

Zusammenfassung / Abstract

Im Essay werden einige wichtige Merkmale und Grundbedingungen herausgearbeitet, die gegeben sein müssen, um von einer Konsumgesellschaft sprechen zu dürfen. Dabei wird das Pferd von hinten aufgezäumt, da nicht betrachtet wird, welche Merkmale eine moderne Gesellschaft ausmacht und wie sie den Konsum bedingen, sondern umgekehrt, was den Konsum ausmacht und wie dieser innerhalb der modernen Gesellschaft ein Spezifikum bilden kann. Erhellt werden die drei Grundvoraussetzungen eines massenhaften Konsums: a) die Massenkonsummöglichkeit, b) die Konsumfreiheit und c) das Konsumbedürfnis. Diese drei Voraussetzungen konnten in ihrer perfekten Form nur in dem realisiert werden, was wir allgemeinhin als moderne Gesellschaft bezeichnen.

Textauszug (computergeneriert)

Über die Konsumgesellschaft

von: Dominik Jesse

 


Inhalt

I. Hinführung 03

II. Massenkonsummöglichkeiten 03

III. Konsumfreiheiten 05

IV. Konsumbedürfnisse 07

V. Fazit 09




 

I. Hinführung:

Jenes lateinische Wort, das die Herkunft des Begriffes „Konsum“ markiert, heißt „consumere“ und scheint in seinen Übersetzungsmöglichkeiten den problematisch differenzierten Wesensinhalt der Konsumgesellschaft bereits vorweg zu nehmen. Es lässt sich übersetzen mit „verbrauchen“, „vergeuden“ oder „mit etwas ausfüllen“. Der Begriff „Konsumgesellschaft“ lässt sich definieren als eine Form des gesellschaftlichen Zusammenlebens, in der der Lebensstil breiter Bevölkerungsschichten überwiegend durch den Verbrauch von Waren und Dienstleistungen bestimmt wird und sowohl Eigeninitiative als auch solidarisches Handeln bzw. Interagieren mit anderen Menschen zunehmend in den Hintergrund gerät. Dabei reduziert sich der Konsum nicht allein auf die Beschaffung notwendiger Güter, vielmehr wird das Konsumieren zum Erlebnis hochstilisiert. Der Konsum ist also das kennzeichnende Moment des konsumgesellschaftlichen Lebensstils. Um im modernen Sinne konsumieren zu können, bedarf es dreier Gegebenheiten, die dergestalt in ihrer „Trinität“ nur in modernen Gesellschaften zu finden sind. Zum Einen muss das Vorhandensein von Konsumartikeln gesichert (Massenkonsummöglichkeiten), zum Anderen müssen die Möglichkeiten zum Verbrauch von Konsumgütern für den Großteil der Bevölkerung gegeben (Konsumfreiheiten) und zum Dritten muss die begründete Bereitwilligkeit des potentiellen Konsumenten existent sein, Waren weit über die Notwendigkeit hinaus zu konsumieren (Konsumbedürfnisse). Dass alle diese Aspekte nur in dem sichergestellt und gewährleistet werden können, was wir moderne Gesellschaft nennen, ist im Folgenden darzulegen.

II. Massenkonsummöglichkeiten:

Tote Körper werden plastiniert und in Ausstellungen einem Millionenpublikum überästhetisiert angeboten, Bestattungsinstitute werben für ihre traurigen Pflichten wie Reisebüros, und Partnerschaftsagenturen versprechen mit perlweißen Zähnen das sichere Glück. Alles lässt sich vermarkten und nimmt Warencharakter an. Der Begriff der Massenkonsummöglichkeiten setzt vier Dinge voraus. Erstens muss eine Vielzahl an Konsumartikeln gewährleistet werden, welche nach dem Prinzip der Überschussproduktion und somit (erst) in der modernen Gesellschaft erreichbar wird. Auf der Basis einer sich äußerst rasant weiter entwickelnden Technologie und den Prinzipien der Arbeitsteilung ist es möglich geworden, eine grenzenlos erscheinende Varietät verschiedener Waren zu produzieren, die innerhalb desselben unternehmerischen Arbeitsprozesses völlig identisch sind, sich aber von denen anderer Unternehmen bzw. Branchen in Design, Preis oder Form unterscheiden. Arbeitsteilung und massenhafte Herstellung von Konsumwaren auf der Grundlage technischer Errungenschaften, die in schwindelerregendem Tempo immer weiter entwickelt werden, sichern den schier unbeschränkten Bestand an Massenkonsumartikeln; nur so wird eine Auswahl möglich, die den Konsumenten befähigt, sich für diese oder jene Ware zu entscheiden. Über die modernen Mittel der Haltbarmachung, der Lagerung und der Logistik ist es zudem möglich geworden, Waren in Massen anzuhäufen und über weite Strecken zu transportieren. Das Teilsystem Wirtschaft hat sich in der modernen Gesellschaft als dominant durchgesetzt, und dessen rationale, das Quantitative betonende und das Qualitative vernachlässigende Prinzipien infiltrieren zunehmend jeden Bereich der Gesellschaft.

Alles nimmt Warencharakter an, denn zweitens ist es für Massenkonsummöglichkeiten bedeutend, dass alle Waren, Güter, Erlebnisse oder Dienstleistungen vermarktet und konsumiert werden können. Es darf nicht da von einer Konsumgesellschaft gesprochen werden, wo nur das essentielle, nur das primäre, nur das lebenserhaltende Gut im Überfluss vorhanden ist und verbraucht wird. Vielmehr sind von Schuhen über Sexualität, von Autos über Ehen bis hin zu Reisen oder Sport alle Dinge auf markttechnische Weise in Szene gesetzt. Alles ist Ware, und alles kann bis zuletzt konsumiert werden.

Drittens muss den Konsumenten das Vorhandensein bestimmter Konsumartikel bekannt sein, weil sich nur das kaufen und verbrauchen lässt, um dessen Existenz man weiß. Diese Bekanntheit wird über Werbung und modernste Kommunikationsmittel sichergestellt, und die progressiven Möglichkeiten, auch größte Entfernungen in wenigen Minuten oder Stunden zu bewältigen, gewährleisten es viertens, die „nötigen“ Konsumartikel auch zu jeder Zeit dem Konsumenten zugänglich zu machen, sei es, dass er selbst zur Ware oder sei es, dass die Ware zu ihm gelangt. Massenkonsummöglichkeiten sind also ein spezifisches Charakteristikum moderner Gesellschaften, denn nur dort ist ihre Existenz gesichert. Für die Herstellung und den Vertrieb dieser greift man auf modernste Technologien, Kommunikationsmittel, Infrastrukturen und logistische Gegebenheiten zurück, die in so ausgereifter Form nur dort präsent sind. Über die Rechtssicherheit wird das Eigentum zum unantastbaren Gegenstand, dessen unrechtmäßige Aneignung darauf basierend strafrechtlich verfolgt wird, und die zu gewährleistende (politische) Systembeständigkeit sichert der Wirtschaft ihre Grundlage: Kalkulierbarkeit.

III. Konsumfreiheiten:

[...]

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