Termpaper, 2005, 17 Pages
Author: Franziska Linkner
Subject: Romance Languages - Spanish Studies
Details
Institution/College: University of Rostock
Tags: Lunfardo, Sprachkontakte, Spanischen
Year: 2005
Pages: 17
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 5 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-47866-3
File size: 148 KB
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Excerpt (computer-generated)
Universität Rostock, Institut für Romanistik
Sprachkontakte des Spanischen
Sommersemester 2005, 3. Semester
El Lunfardo
von: Franziska Linkner
Inhaltsangabe
1. Einleitung 2
2. Hauptteil: El Lunfardo
2.1 Etymologie des Wortes 3
2.2 Entstehung des Lunfardo 4
2.3 Linguistische Beschreibung des Lunfardo 5
2.3.1 Grundlage des Lunfardo 5
2.3.2 Worterfindungen 6
2.3.3 Entlehnungen 8
2.4 Klärung der Bergriffe Dialekt, Jargon, Argot 11
2.4.1 Jargon 11
2.4.2 Argot 12
2.4.3 Dialekt 12
2.5 Versuche einer Einordnung des Lunfardo 12
3. Schlusswort 15
4. Literaturverzeichnis 16
1.Vorwort
In meiner Hausarbeit möchte ich mich mit einem sprachwissenschaftlichen Phänomen beschäftigen, das am Ende des 19. Jahrhunderts am „Río de la Plata“ in Argentinien und auch im südlichen Uruguay, besonders jedoch in Buenos Aires, durch verschiedenste sprachliche Einflüsse entstand und als eine Sprache der Unterwelt, gesprochen von Inhaftierten, Hafenarbeitern, Gaunern, Dieben, Prostituierten und Zuhältern, gilt. Zunächst bezeichne ich den Lunfardo bewusst als ein „sprachwissenschaftliches Phänomen“, weil das Ziel meiner Arbeit darin bestehen soll einen Versuch zur Klärung darüber abzugeben was der Lunfardo tatsächlich ist, also ob es sich um einen Jargon, einen Dialekt, ein Argot, ein Pidgin oder eine Kreolsprache handelt.
Um diese Frage zu klären, werde ich zunächst darlegen wo der Lunfardo entstanden ist und welche Merkmale er aufweist. Des Weiteren werde ich Definitionen zu den einzelnen Einordnungsmöglichkeiten geben um später schlussfolgern zu können welcher Definition der Lunfardo zugeordnet werden kann.
2. Hauptteil: El Lunfardo
2.1 Etymologie des Wortes
Um mich nun dem Thema Lunfardo zu nähern, werde ich mit der Klärung des Begriffes an sich beginnen. Dabei gibt es eine Theorie, die besagt, dass in einem Sainete von Fontanella mit dem Namen „Los amores de Giacumina“ eine Figur im Personenverzeichnis auftaucht, die wie folgt beschrieben wird: „Italiano 1. – lumbardo, marinero.“ 1. Auch in der Originalfassung des Stückes, die in Cocoliche2 geschrieben ist, erscheint der Begriff „lumbardo“. Es wird vermutet, dass dieses Wort in Buenos Aires und Umgebung gebräuchlich war und eine phonetische Verfälschung des italienischen Wortes „lombardo“3 ist.
Dieses italienische Wort wiederum wurde in dem „Vocabolario Romanesco“ von Filippo Chiappini, der von 1836 bis 1905 lebte, entdeckt. Neben dem Substantiv „lombardo“, welchen man ins Deutsche als „der Dieb“ übersetzt, findet man in dem Werk auch das Verb „lombardare“, zu deutsch: stehlen, rauben. Durch die italienische Emigration am Ende des 19. Jahrhunderts gelang dieser Spracheinfluss nach Argentinien.
Eine Vermutung, wie aus dem italienischen „lombardo“ später der Begriff „Lunfardo“ entstand, ist, dass in dem Theaterstück „Ensalada criolla“, das 1898 in Argentinien uraufgeführt wurde, eine neapolitanische Figur als Grundlage für die Begründung der phonetischen Veränderung dienen könnte, weil Neapolitaner das plosive „b“ frikativ aussprechen. Eine weitere Theorie, die klären soll wie der Begriff „lombardo“ die Bedeutung „Dieb“ erhielt, besagt, dass der Ursprung des Begriffes auf das europäische Mittelalter zurückzuführen ist und Italien jedoch bis zum 18.Jahrhundert nicht erreichte. In Frankreich nannte man „lombardos“ Geldwechsler, Finanzexperten oder Wucherer, die später nach Italien kamen.
[...]
1 Pérez Gaulí, Carmen (2002): El lunfardo. In Störl, Kerstin/ Klare, Johannes (Hrsg.) (2002): Romanische Sprachen in Amerika. Festschrift für Hans- Dieter Paufler zum 65. Geburtstag. Frankfurt/ M., Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Wien: Peter Lang, S. 555
2 Das Cocoliche ist eine Mischsprache des Italienischen mit dem Spanischen, die ebenfalls durch die Immigration der Italiener am Ende des 19. Jahrhunderts ihren Einfluss in Buenos Aires und Umgebung fand
3 „Lombardo“ könnte man mit lombardisch übersetzen, was soviel bedeuten würde, wie die Lombardei im Norden Italiens betreffend.
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