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Examination Thesis, 2005, 124 Pages
Author: Klaus Schönberger
Subject: Economics / Business: Didactics, Economic Pedagogy
Details
Tags: Orientierung, Realschule
Year: 2005
Pages: 124
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 63 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-48027-7
File size: 468 KB
Schriftliche Hausarbeit zum Ersten Staatsexamen für das Lehramt an Realschulen gem. § 30 (1) 1 Nr. 1 LPO I v. 07.11.2002
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Excerpt (computer-generated)
Schriftliche Hausarbeit zum Ersten Staatsexamen für das Lehramt an Realschulen gem. § 30 (1) 1 Nr. 1 LPO I v. 07.11.2002 Lehramt Realschule: Wirtschaftswissenschaften/Sozialkunde
Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät Didaktik der Wirtschaftswissenschaften/Arbeitslehre Universität Passau
Die berufliche Orientierung in der Realschule
Berufswahl – Bewerbung – Berufsausbildung – Arbeitsrecht – Kündigung – Mitbestimmung
Klaus Schönberger
2005
Inhaltsverzeichnis
I. ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS ... 6
II. KLÄRUNG DER ZIELSETZUNG ... 7
1 BEGRÜNDUNG VON DER SACHE HER ... 7
1.1 BERUFSWAHL – PERSÖNLICHE ENTSCHEIDUNGSKRITERIEN ... 7
1.1.1 Freie Berufswahl ... 7
1.1.2 Interessen ... 8
1.1.3 Fähigkeiten ... 9
1.2 BERUFSWAHL – ANFORDERUNGEN UND ERWARTUNGEN DER BETRIEBE ... 9
1.2.1 Berufsbilder und Anforderungsprofile ... 10
1.2.2 Allgemeine Erwartungen an Auszubildende ... 11
1.3 BEWERBUNG ... 13
1.3.1 Bewerbungsunterlagen ... 13
1.3.2 Einstellungstest ... 18
1.3.3 Vorstellungsgespräch und Assessment Center ... 19
1.4 BERUFSAUSBILDUNG ... 22
1.4.1 Betriebliche Berufsausbildung ... 22
1.4.2 Duales System ... 28
1.5 JUGENDARBEITSSCHUTZ ... 29
1.5.1 Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) ... 29
1.5.2 Arbeitszeit ... 30
1.5.3 Pausen ... 30
1.5.4 Urlaub ... 31
1.5.5 Berufsschule ... 31
1.5.6 Beschäftigungsverbote ... 31
1.6 ARBEITSRECHT ... 32
1.6.1 Europäisches Recht ... 33
1.6.2 Grundgesetz ... 34
1.6.3 Arbeitsrechtliche Gesetze ... 35
1.6.4 Tarifverträge ... 37
1.6.5 Betriebsvereinbarungen ... 40
1.6.6 Arbeitsvertrag ... 40
1.6.7 Betriebliche Übung ... 41
1.6.8 Richterliche Rechtsfindung ... 42
1.7 KÜNDIGUNG UND KÜNDIGUNGSSCHUTZ ... 42
1.7.1 Kündigung ... 43
1.7.2 Allgemeiner Kündigungsschutz ... 46
1.7.3 Mutterschutz ... 48
1.7.4 Schutz von Behinderten ... 49
1.7.5 Schutz von Betriebsratmitgliedern ... 49
1.8 BETRIEBLICHE MITBESTIMMUNG ... 50
1.8.1 Das Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) ... 50
1.8.2 Der Betriebsrat ... 51
1.8.3 Die Jugend- und Auszubildendenvertretung ... 56
1.8.4 Die Betriebsversammlung ... 58
1.8.5 Der Wirtschaftsauschuss ... 59
1.8.6 Die Einigungsstelle ... 59
1.9 MITBESTIMMUNG IM UNTERNEHMEN ... 60
1.9.1 Montan-Mitbestimmungsgesetz von 1951 (Montan-MitbestG) ... 60
1.9.2 Mitbestimmungsgesetz von 1976 (MitbestG) ... 62
1.9.3 Drittelbeteiligungsgesetz von 2004 (DrittelbG) ... 63
2 BEGRÜNDUNG VOM BILDUNGSZIEL HER ... 64
2.1 BEITRAG ZUR FACHLICHEN BILDUNG ... 64
2.2 BEITRAG ZUR BEWÄLTIGUNG SPEZIFISCHER LEBENSSITUATIONEN ... 65
2.3 BEITRAG ZUR HALTUNGSBILDUNG ... 66
3 BEGRÜNDUNG VON DER INDIVIDUALLAGE HER ... 68
III. PLANUNG UND BEGRÜNDUNG DES METHODISCHEN ENTWURFS ... 69
1 UNTERRICHTSFORMEN ... 69
1.1 SZENARIO ... 70
1.2 ROLLENSPIEL ... 70
1.3 LEHRERVORTRAG ... 71
1.4 LEHRER-SCHÜLER-GESPRÄCH ... 71
1.5 EINZELARBEIT ... 72
1.6 PARTNER- UND GRUPPENARBEIT ... 73
1.7 BRAINSTORMING ... 74
1.8 LERNZIRKEL ... 74
1.9 REFERATE ... 75
2 AUSWAHL UND EINSATZ VON UNTERRICHTSMEDIEN ... 75
2.1 LEHRER UND SCHÜLER ... 76
2.2 TAGESLICHTPROJEKTOR UND ARBEITSTRANSPARENT ... 76
2.3 FERNSEHGERÄT – VIDEOREKORDER – VHS-KASSETTE ... 77
2.4 COMPUTER MIT INTERNETANSCHLUSS ... 77
2.5 TAFELBILD ... 78
2.6 ARBEITSBLATT ... 78
2.7 SCHULBUCH ... 79
2.8 ZEITUNGS- UND ZEITSCHRIFTENAUSSCHNITTE ... 79
2.9 GESETZESTEXTE ... 80
2.10 SONSTIGE TEXTMEDIEN ... 80
3 DIE ORGANISATION DES UNTERRICHTSABLAUFS ... 81
IV. STUNDENVERTEILUNG ... 82
1. STUNDE 1: BERUFSWAHL – INTERESSEN UND FÄHIGKEITEN ... 82
1.1 FESTLEGUNG DER LERNZIELE ... 82
1.2 DER GESTALTUNGSGEDANKE ... 83
1.3 DIE METHODISCHE STRUKTUR ... 85
1.4 PLAN DER DURCHFÜHRUNG ... 87
2 STUNDE 2: BERUFSWAHL – ANFORDERUNGEN UND ERWARTUNGEN DER BETRIEBE ... 88
2.1 FESTLEGUNG DER LERNZIELE ... 88
2.2 DER GESTALTUNGSGEDANKE ... 89
2.3 DIE METHODISCHE STRUKTUR ... 91
2.4 PLAN DER DURCHFÜHRUNG ... 92
3 STUNDE 3: BEWERBUNG ... 93
3.1 FESTLEGUNG DER LERNZIELE ... 93
3.2 DER GESTALTUNGSGEDANKE ... 93
3.3 DIE METHODISCHE STRUKTUR ... 95
3.4 PLAN DER DURCHFÜHRUNG ... 96
4 STUNDE 4: BERUFSAUSBILDUNG ... 97
4.1 FESTLEGUNG DER LERNZIELE ... 97
4.2 DER GESTALTUNGSGEDANKE ... 98
4.3 DIE METHODISCHE STRUKTUR ... 99
4.4 PLAN DER DURCHFÜHRUNG ... 100
5 STUNDE 5: JUGENDARBEITSSCHUTZ ... 101
5.1 FESTLEGUNG DER LERNZIELE ... 101
5.2 DER GESTALTUNGSGEDANKE ... 101
5.3 DIE METHODISCHE STRUKTUR ... 103
5.4 PLAN DER DURCHFÜHRUNG ... 104
6 STUNDE 6: ARBEITSRECHT ... 106
6.1 FESTLEGUNG DER LERNZIELE ... 106
6.2 DER GESTALTUNGSGEDANKE ... 106
6.3 DIE METHODISCHE STRUKTUR ... 109
6.4 PLAN DER DURCHFÜHRUNG ... 109
7 STUNDE 7: KÜNDIGUNG UND KÜNDIGUNGSSCHUTZ ... 111
7.1 FESTLEGUNG DER LERNZIELE ... 111
7.2 DER GESTALTUNGSGEDANKE ... 111
7.3 DIE METHODISCHE STRUKTUR ... 113
7.4 PLAN DER DURCHFÜHRUNG ... 114
8 STUNDE 8: BETRIEBLICHE MITBESTIMMUNG ... 115
8.1 FESTLEGUNG DER LERNZIELE ... 115
8.2 DER GESTALTUNGSGEDANKE ... 115
8.3 DIE METHODISCHE STRUKTUR ... 116
8.4 PLAN DER DURCHFÜHRUNG ... 117
9 STUNDE 9: MITBESTIMMUNG AUF UNTERNEHMENSEBENE ... 118
9.1 FESTLEGUNG DER LERNZIELE ... 118
9.2 DER GESTALTUNGSGEDANKE ... 118
9.3 DIE METHODISCHE STRUKTUR ... 119
9.4 PLAN DER DURCHFÜHRUNG ... 120
V. LITERATURANGABEN ... 121
I. Klärung der Zielsetzung
1 Begründung von der Sache her
1.1 Berufswahl – persönliche Entscheidungskriterien
Der Beruf stellt eine in der Regel langfristige und auf Einkommenserzielung ausgerichtete Tätigkeit dar. Der berufliche Lohn bildet die wirtschaftliche Existenzgrundlage und nimmt dadurch großen Einfluss auf die soziale Stellung in der Gesellschaft und auf die finanziellen Möglichkeiten des Einzelnen. Obwohl durch das soziale System in Deutschland versucht wird, jedem Bürger ein Mindestmaß an finanzieller Sicherheit zu garantieren, spielt die Berufstätigkeit für die Erfüllung, Freude und Selbstverwirklichung eines Gesellschaftsmitglieds eine entscheidende Rolle. Das Rechtssystem der BRD stellt es grundsätzlich jedem Bürger frei, einen beliebigen Beruf zu wählen. Bevor eine Entscheidung für ein bestimmtes Berufziel fällt ist es wichtig, sich intensiv mit den persönlichen Voraussetzungen auseinanderzusetzen. Auf jeden Fall sollten die eigen Interessen mit den Inhalten des zukünftigen Berufs zusammenpassen. Dies allein reicht aber meist nicht aus: Damit die Anforderungen eines bestimmten Berufs auch erfüllt werden können braucht man auch die entsprechenden Fähigkeiten. Die Auseinandersetzung mit persönlichen Interessen und Fähigkeiten kann die Aufmerksamkeit auf bestimmte Berufe lenken. Das Überangebot an unterschiedlichen Möglichkeiten wird so eingegrenzt und überschaubar.
1.1.1 Freie Berufswahl
Im Grundgesetz der BRD ist in Artikel 12 (1) die freie Berufswahl verankert: „Alle Deutschen haben das Recht, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei zu wählen. (…).“ Eingeschränkt wird diese Freiheit durch spezifische Eignungsnachweise und durch Zulassungsbeschränkungen. So können es wichtige Interessen der Allgemeinheit erforderlich machen, dass bestimmte Qualifikationen (z.B. bestimmter Schulabschluss) als Voraussetzungen für eine Arbeits- oder Ausbildungsstelle vorgelegt werden müssen. Diese Einschränkung der Freiheit der Berufswahl dient insbesondere der Qualitätssicherung des entsprechenden Angebots. Die Freiheit des Einzelnen bleibt durch die Möglichkeit, entsprechende Qualifikationen zu erwerben, erhalten. Für die Aufnahme einer dualen Berufsausbildung sind grundsätzlich keine Vorbedingungen zu erfüllen. Abgesehen von einigen Ausnahmen (z.B. bestimmtes Alter als Voraussetzung), können prinzipiell alle Schulabgänger unabhängig vom Schulabschluss jeden anerkannten Ausbildungsberuf lernen. „Tatsächlich sind jedoch Zugangschancen und tatsächliche Berufszugänge nach Vorqualifikation unterschiedlich.“1 Unabhängig von der Qualifikation verhindert die Arbeitsmarktsituation, dass jeder Berufswunsch mit der entsprechenden Arbeitsstelle erfüllt werden kann. Trotz dieser Einschränkungen bleibt ein breites Spektrum an Möglichkeiten, innerhalb dessen vor allem Interessen und Fähigkeiten großen Einfluss auf die Berufswahl nehmen.
1.1.2 Interessen
Mit dem Wort „Interesse“ werden der Gefallen an und die Zuwendung zu einer Sache oder einer Person zum Ausdruck gebracht. In nahezu allen Lebensbereichen beeinflussen Interessen das individuelle Verhalten und das persönliche Leben von Menschen. Das Interessenspektrum einer Person ist dementsprechend vielfältig und dynamisch. Je nach Situation und Umfeld können neue Interessen entstehen oder bereits vorhandene Interessen an Dominanz gewinnen oder verlieren. Nicht alle Interessen sind berufswahlrelevant. Deshalb ist es notwendig, sich vorher mit seinen Interessen auseinanderzusetzen und sie auf den Bedeutungsgehalt für die Berufswahl zu untersuchen. Manche Interessen sind sehr instabil und verlieren schon nach kurzer Zeit an Bedeutung. Solche „Strohfeuer“ dürfen keinen Einfluss auf die Berufswahlentscheidung haben. Ähnliches gilt für viele Freizeitinteressen: Es ist un-möglich alle eigenen Interessen im Beruf zu verwirklichen. Nicht jeder kann und will das Hobby zum Beruf machen. Dennoch bleiben bestimmte Interessen, die den Ausgangspunkt für die Berufssuche bilden. Beim Versuch all diese berufsrelevanten Interessen in vorhandene Berufe unterzubringen, zeigen sich schon bald Schwierigkeiten. Ein Beruf wird selten völlig Deckungsgleich mit der eigenen Interessenslage sein. Deshalb ist es wichtig, verschiedene Möglichkeiten zu vergleichen und kompromissbereit zu sein: „Dann gilt es abzuwägen, äußere […] Umstände einzubeziehen, ein vielfach unübersichtliches Angebot einzugrenzen und zu bewerten, um dann schließlich eine Berufswahl zu treffen, die dann doch in hohem Maße den eigenen Präferenzen entspricht.“2 Keinesfalls sollten persönliche Interessen bei der Berufswahl übergangen werden: Eine höhere Übereinstimmung zwischen persönlichen Vorlieben und beruflichen Anforderungen trägt zu einer größeren beruflichen Zufriedenheit bei. Diese wiederum hat positive Auswirkungen auf Leistungsvermögen und Motivationsbe-reitschaft:3 Wer sich für eine Sache interessiert, möchte mehr darüber erfahren und sein Wissen erweitern – Grundvoraussetzungen für den beruflichen Erfolg.
[...]
1 Bundesministerium für Bildung und Forschung (Hrsg.), 42003: 12
2 Bundesagentur für Arbeit (Hrsg.), 2004: 86
3 Vgl. http://infobub.arbeitsagentur.de/berufe/index.jsp
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