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Attraktivitätsprüfung des Wirtschaftsstandorts USA für deutschsprachige Unternehmensgründer

Thesis (M.A.), 2006, 100 Pages
Author: Mag. Thomas Kattnigg
Subject: Company formation, Business Plans

Details

Category: Thesis (M.A.)
Year: 2006
Pages: 100
Grade: sehr gut
Bibliography: ~ 78  Entries
Language: German
Archive No.: V53007
ISBN (E-book): 978-3-638-48570-8

File size: 405 KB
Notes :
Hohes Wirtschaftswachstum und eine durch den Global Competitiveness Report 2005 auf den zweiten Rang errechnete Marktattraktivität lassen die USA als äußerst attraktiven Wirtschaftsstandort erscheinen. Im Rahmen dieser Diplomarbeit wird nun geklärt, ob die USA als Wirtschaftsstandort auch für KMU bzw. Unternehmensgründerattraktiv geeignet ist. Dabei werden im speziellen die Rahmenbedingungen einer Gründung und die kulturellen Risiken einer Auslandsgründung analysiert.



Excerpt (computer-generated)

Johannes Kepler Universität Linz
Institut für Unternehmensgründung und Unternehmensentwicklung
Diplomarbeit zur Erlangung des akademischen Grades eines Magisters der
Sozial- und Wirtschaftswissenschaften

Attraktivitätsprüfung des Wirtschaftsstandortes USA
für deutschsprachige Unternehmensgründer

eingereicht von:
Thomas Kattnigg

Januar 2006

 

Inhaltsverzeichnis

INHALTSVERZEICHNIS ... II
ABBILDUNGSVERZEICHNIS ... V
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS  ... VI
MANAGEMENT SUMMARY  ... 1
PROBLEMSTELLUNG ... 3
ZIELSETZUNG & METHODIK  ... 5

1 ANALYSE DES WIRTSCHAFTSSTANDORTES USA  ... 7
1.1 EINLEITUNG  ... 7
1.2 BESONDERHEITEN DES US-MARKTS  ... 8
1.3 DIE WIRTSCHAFTSENTWICKLUNG DER USA SEIT 2000 ... 9
1.4 INTERNATIONALISIERUNGSPROZESSE ... 11
1.4.1 Beginn der Internationalisierung durch den deutschsprachigen Raum ... 11
1.4.2 Internationale Grundausrichtungen  ... 12
1.4.3 Formen internationaler Aktivitäten ... 13
1.4.4 Markteintrittstrategien  ... 16
1.4.5 Eintrittsbarrieren ... 17
1.5 ERFOLGSFAKTOREN VON KMU AUF DEM US-MARKT  ... 18
1.5.1 Strategische Planung  ... 18
1.5.2 Unternehmenskultur  ... 19
1.5.3 Unternehmerpersönlichkeit  ... 20
1.5.4 Mitarbeiter  ... 21
1.5.5 Marktbearbeitung und Kundennähe  ... 22
1.5.6 Überschaubare und flexible Organisationsstruktur ... 23
1.6 MOTIVATIONSFAKTOREN ZUR AUSLANDSGRÜNDUNG IN DEN USA ... 24
1.6.1 Effiziente Marktbearbeitung ... 24
1.6.2 Zugang zum Arbeitsmarkt ... 25
1.6.3 Senkung der Transport- und Infrastrukturkosten  ... 25
1.6.4 Generierung von Steuervorteilen ... 25
1.6.5 Nützung öffentlicher Förderungen  ... 26
1.6.6 Zugang zu Forschung und Entwicklung ... 26
1.6.7 Wechselkursrisiko  ... 27
1.6.8 Stabiles politisches Umfeld  ... 27
1.7 RAHMENBEDINGUNGEN DER GRÜNDUNG ... 27
1.7.1 Unternehmensformen  ... 28
1.7.2 Gründungsprozess einer Corporation  ... 31
1.7.3 Gründungskosten  ... 32
1.7.4 Steuerrecht ... 34
1.7.5 Patentrecht ... 36
1.7.6 Produktrecht ... 37
1.7.7 Kapitalbeschaffung in den USA  ... 38
1.7.8 Gründungssupport  ... 40
1.8 PERSONALREKRUTIERUNG  ... 41
1.8.1 Der Mann an der Spitze  ... 42
1.8.2 Der Prozess der Personalsuche bis hin zur Entlassung ... 43
1.8.3 Visa Regelungen ... 48
1.9 ZUSAMMENFASSENDE BETRACHTUNG  ... 49

2 KULTURELLE ASPEKTE DER AUSLANDSGRÜNDUNG  ... 51
2.1 EINLEITUNG  ... 51
2.2 DER KULTURELLE EINFLUSS  ... 53
2.3 UNTERNEHMENSKULTUR VS. LANDESKULTUR  ... 54
2.4 DIE ORGANISATIONSKULTUR  ... 55
2.5 DIMENSIONEN DES KULTURELLEN KONFLIKTPOTENZIALS  ... 58
2.5.1 Allgemeine Kommunikation und Verhandlungen  ... 58
2.5.2 Interkulturelles Marketing ... 61
2.5.3 Interkulturelles Personalmanagement  ... 65
2.5.4 Der Idealtypus eines Entrepreneurs für den Auslandseinsatz ... 71
2.6 ZUSAMMENFASSENDE BETRACHTUNG  ... 73

3 MODEL ZUR MINIMIERUNG DES GESCHÄFTRISIKOS AUF BASIS ZWEIER ERFOLGSKRITISCHEN FAKTOREN  ... 75
3.1 PHASE 1 ERFOLGSPOTENTIAL AUF BASIS DER BUNDESSTAATEN ... 77
3.2 PHASE 2 PERSONELLES ERFOLGSPOTENZIAL ... 80

4 HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN FÜR DEUTSCHSPRACHIGE UNTERNEHMENSGRÜNDER AM US-MARKT ... 81
4.1 BUSINESSPLAN  ... 81
4.2 KAPITALBESCHAFFUNG ... 81
4.3 RECHTLICHE ABSICHERUNG ... 83
4.4 STANDORTWAHL ... 84
4.5 KULTURELLE VORBEREITUNG ... 85
4.6 VISA REGELUNG  ... 85
4.7 ZUSAMMENFASSENDE BETRACHTUNG  ... 86

LITERATURVERZEICHNIS  ... 87

 

Management Summary

Hohes Wirtschaftswachstum und eine durch den Global Competitiveness Report 2005 auf den zweiten Rang errechnete Marktattraktivität lassen die USA als äußerst attraktiven Wirtschaftsstandort erscheinen. Im Speziellen sind Großinvestoren und globale Unternehmen die Nutznießer der Vorteile des Wirtschaftsstandortes USA.

Im Rahmen dieser Diplomarbeit wird nun geklärt, ob sich die USA auch genauso attraktiv für KMU bzw. Unternehmensgründer, welche nicht über vergleichbare finanzielle Mittel wie die bereits obig erwähnten globalen Unternehmen verfügen, darstellen. Diesbezüglich werden mögliche Motivationsfaktoren hinsichtlich einer Gründungsentscheidung analysiert und diskutiert. Weiters werden Erfolgsfaktoren von KMU am US-Markt aufgezeigt. Durch eine Analyse der Rahmenbedingungen einer Gründung, welche sich durch rechtliche, finanzielle und infrastrukturelle Kriterien definieren, wird die Entscheidung hinsichtlich der Attraktivität des Wirtschaftsstandortes USA gefällt. Das Ergebnis fällt äußerst positiv aus, da grundsätzlich keine Gründungsbarrieren auszumachen sind und darüber hinaus das Erfolgspotential einer Gründung hoch einzuschätzen ist. Lediglich das im Vergleich zu Zentraleuropa große Haftungsrisiko bezüglich Produktklagen und Verbindlichkeiten der Geschäftstätigkeit kann als Problembereich identifiziert werden.

Da KMU und Unternehmensgründer durch eine Gründung in den USA mit kulturellen Unterschieden in Bereichen der Kommunikation, des Marketings und des Personalmanagements ausgesetzt sind, wird im Rahmen des zweiten Kapitels diese Problematik thematisiert. Im Speziellen wird das deutsch-amerikanische Verhältnis geklärt und schließlich der gesamte Arbeitstitel der Diplomarbeit beantwortet. Es wurde festgestellt, dass sich die zentraleuropäische Mentalität von der amerikanischen sehr wohl unterscheidet, jedoch das Risiko im Vergleich zu anderen Kulturkreisen, wie etwa Japan, keinesfalls als hoch zu bewerten ist. Dennoch lassen sich Kulturschocks auf personeller Ebene nachweisen und diese können das „Aus“ der Geschäftstätigkeit für den Unternehmensgründer bzw. für das KMU bedeuten.

Die Ergebnisse aus den ersten beiden Kapiteln werden im Kapitel 3 in Form eines Modells zusammengeführt. Dieses Modell ermöglicht es die Risikofaktoren einer Gründung in den USA zu minimieren. Dies ist zum einen durch eine auf bundesstaatlicher Ebene basierenden Standortwahl und zum anderen durch eine genaue Analyse des Persönlichkeitsprofils des Entrepreneurs möglich.

Abschluss der Diplomarbeit sind Gestaltungsempfehlungen für KMU und Unternehmensgründer. Dabei bilden die Gestaltungsempfehlungen zum Aufbau einer „credithistory“ und der Gründung eines zweiten Unternehmens zur Sicherung der Vermögenswerte die elementarsten Erkenntnisse. Erfolgsfaktoren wie „Standortwahl“ und „Personaltraining“ finden auf Grund ihrer großen Bedeutung nochmalige Erwähnung.

Problemstellung

Immer wieder sorgten milliardenschwere Fusionen, feindliche Übernahmen und grenzüberschreitende Unternehmensverflechtungen im letzten Jahrzehnt für Schlagzeilen in internationalen Wirtschaftsblättern. Durch den weltweiten Abbau von Handelsbeschränkungen, die Liberalisierung von ausländischen Direkt Investitionen (FDIs), erleichterte Regulierungen und nicht zuletzt die neuen Medien sorgen für das Voranschreiten der Globalisierung. Dies führt weiters zu erhöhtem Konkurrenzdruck und gesättigten Märkten, welches Unternehmen die Frage nach neuen Absatzmöglichkeiten nahe legt. Im Jahre 2000 konnte ein Rekordstand von Auslandsinvestitionen verzeichnet werden. Diesem Internationalisierungsprozess steht die USA, gefolgt von dem asiatischen Raum, als größtes Empfängerland entgegen. Somit hat sich das „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ als attraktivster Markt für ausländische Investoren positioniert.1

Im Speziellen liegen Bundesstaaten wie etwa Kalifornien, mit seiner schillernden Metropole Los Angeles, im Augenmerk vieler Investoren und Unternehmensgründer. Die Region Los Angeles gesondert betrachtet liegt mit einem Bruttoinlandsprodukt von mehr als 470 Milliarden Dollar - theoretisch - auf Rang 16 unter den größten Volkswirtschaften der Welt, gleich hinter Südkorea und Russland.2 Anders betrachtet kann man von einem kumulierten Bruttoinlandsprodukt von Süd-Korea, Indonesien, Thailand, Malaysia und den Philippinen sprechen.3 Eine weitere Besonderheit liegt in der Tatsache, dass Los Angeles über mehr Technologie basierende Unternehmen verfügt als der Wirtschaftscluster Silicon Valley, welcher sich ebenfalls in der Wirtschaftsmacht Kalifornien angesiedelt befindet.4

Der wirtschaftliche Erfolg von milliardenschweren Fusionen und Investitionen liegt somit auf der Hand. Doch wie stehen nun die Chancen bei der Gründung eines KMU in den USA für einen deutschsprachigen Entrepreneur? Ist dies auch ohne einen milliardenschweren finanziellen Rückhalt durch das Mutterunternehmen möglich? Geht man noch einen Schritt weiter und das nimmt sich diese Arbeit zum Auftrag, darf man die Frage nicht nur auf die Durchführbarkeit einer Gründung beschränken, sondern diese auch bezüglich der Attraktivität und den Chancen stellen.

Zielsetzung & Methodik

Diese Diplomarbeit nimmt es sich grundlegend zum Auftrag, den Wirtschaftstandort USA auf seine Attraktivität für Unternehmensgründer aus dem deutschsprachigen Raum zu analysieren. Im Kapitel 3 werden die gewonnen Informationen dahingehend verwendet, die Geschäftsidee „Partystarter“ auf ihre Durchführbarkeit und ihr Erfolgspotential zu analysieren.

Die Methodik teilt diese Arbeit in zwei analytische Bereiche und somit in zwei Entscheidungsgrundlagen, welche die erfolgskritischen Faktoren einer Auslandsgründung beinhalten. Ersterer soll den Wirtschaftsstandort USA bezüglich der Gründungsinfrastruktur und der rechtlich, steuerlichen Rahmenbedingungen prüfen. Es wird versucht, eine klare Einschätzung hinsichtlich möglicher Gründungsbarrieren zu geben. Es muss jedoch erwähnt und unbedingt auf die Tatsache hingewiesen werden, dass die Überlegungen einer möglichen Unternehmensgründung nicht ausschließlich durch die folgende Analysearbeit beantwortet werden kann, da man sich nicht der Frage bezüglich Branche und Region entziehen vermag, um für den US-Markt eine realistische Einschätzung gewährleisten zu können.5 Dies kann in diesem Rahmen der Diplomarbeit aus Gründen des Arbeitsumfanges und Informationsbeschaffung lediglich hinsichtlich der Geschäftsidee „Partystarter“ vorgenommen werden.

Im zweiten Teil werden kulturelle Besonderheiten von Auslandsgründungen in die Attraktivitätsanalyse des US-Markts miteinbezogen, da sie maßgeblich zum Erfolg bzw. Misserfolg einer Auslandsgründung beitragen. Interkulturelle Unterschiede machen sich nicht nur in Bereichen des gesellschaftlichen Zusammenlebens bemerkbar, sondern können auch maßgeblich auf Verlauf und Erfolg von internationalen Geschäftbeziehungen Einfluss nehmen.

Im dritten und letzten Teil dieser Diplomarbeit wird eine Geschäftsidee auf Basis der theoretischen Vorarbeit analysiert und eine strategische Planung des Markteintritts und der Implementierung des Produktes unter Berücksichtigung der Besonderheiten des amerikanischen Marktes durchgeführt.

Die Schlussbetrachtung führt die erhobenen Ergebnisse zusammen und formt daraus eine Situationsbeurteilung und etwaige Gestaltungsempfehlungen für Unternehmer, welche sich ebenfalls in einer Gründungsüberlegung befinden oder bereits durch Exporttätigkeit den ersten Schritt der Internationalisierung vollzogen haben.

1 Analyse des Wirtschaftsstandortes USA
1.1 Einleitung

Regionen wie das Technologiecluster Silicon Valley, die Filmindustrie von Los Angeles oder das pulsierende Leben in New York machen Amerika zu einer schillernden Nation von der viele globale Unternehmen profitieren wollen. Bereits durch amerikanische Unterstützungen Europas, wie etwa durch den Marshallplan wurden die USA Bezugsrahmen der Außenwirtschaft und wirtschaftliche Stütze und somit Symbol für Stärke.6

Nun stehen die USA bereits seit Jahrzehnten im Mittelpunkt von ausländischen Investitionsvorhaben und Unternehmensübernahmen. Durch die entstehende globale Netzwerkstruktur der Unternehmen stößt man immer öfter auf das Problem der Standortwahl. Durch das Aufbrechen der Wertkette stellt sich bei jeder Stelle der Wertschöpfung die Frage nach dem Standort.7 Riesige multinationale Unternehmen tragen tagtäglich einen offenen Schlagabtausch auf dem Schlachtfeld der freien Marktwirtschaft, im Namen der Globalisierung, aus.

Die Gründe dieser Anstrengungen liegen auf der Hand. [...]


1 Vgl. Buch/Oehme/Punkenhofer, (2004), S. 1f

2 Vgl. Lang (2002) , S. 8-17

3 Vgl. Perlitz/Reinhardt (1999) S.12

4 Vgl. Lang (2002) , S. 8-17

5 Vgl. Dardia (1999), S.5

6 Vgl. Eggert/Gornall (1989), S. 99

7 Vgl. Perlitz/Reinhard (1999), S. 6


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