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Das Prélude op. 28/2 von Frédéric Chopin

Analyse
Wissenschaftlicher Aufsatz,  2008, 13 Seiten
Preis: 4,99 EUR (E-Book), 9,99 EUR (Buch)
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Details zum Text

Beschreibung

Veranstaltung:
Keine
Institution / Hochschule:
Keine
Autor:
Archivnummer:
V5323
ISBN (E-Book):
978-3-638-13240-4
ISBN (Buch):
978-3-638-95170-8
DOI:
10.3239/9783638132404
Dateigröße:
133 KB

Kategorie:
Wissenschaftlicher Aufsatz
Jahr:
2008
Seiten:
13
Bibliografie:
~ 5   Einträge
Sprache:
Deutsch

Anmerkungen :
Schlagworte:

Zusammenfassung / Abstract

Das zweite der CHOPINschen Préludes op.28 gehört mit Sicherheit zu den am schwersten zugänglichen Stücken des Komponisten - und ist wohl gleichzeitig romantisch par excellence. Sowohl melodisch wie auch harmonisch und rhythmisch beschreibt es einen Schwebezustand, die Momentaufnahme eines "Klangs" und seine vielfältigen Farbnuancen, die Suche nach einem wie auch immer zu definierenden Ziel, nicht ohne auf Konkretes zurückzugreifen wie etwa die gregorianische "Dies-irae"-Melodie; autobiographische Intendenzen schimmern durch. - Das Stück, das im eigentlichen Sinne keines ist, wird auf seine Inhalte hin untersucht mit der Absicht, sie strukturell zu entschlüsseln und zu deuten.

Textauszug (computergeneriert)

Manfred SCHWENKGLENKS

DAS PRELUDE op.28/2 VON FREDERIC CHOPIN

Materialaufriß für die exemplarische Vorführung einer ausführlichen musikalischen Analyse für die Musik-Oberstufe1) des baden-württembergischen Gymnasiums

Überblick
=======
CHOPINs kleines Klavierstück ist eines der eigenartigsten des Komponisten überhaupt. Man hat den Eindruck, es werde in 23 Takten "Starre" ausgedrückt, vermeintlich skurrile Klänge werden aneinandergereiht, bisweilen glaubt man sich in einem Stück des 20.Jh. zu befinden. Vergleichbar ist es vielleicht mit der ebenso skurrilen Sterntaler-Parabel aus BÜCHNERs "Woyzeck", der etwa zeitgleich mit den Préludes entstand.

Manche der Préludes komponierte CHOPIN noch in jenem legendären Jahr des Mallorca- Aufenthaltes (1838/39), wo sich infolge der klimatischen und hygienischen Verhältnisse sein von der Tbc gezeichneter Gesundheitszustand derart verschlimmerte, daß man schon das Ende nahen sah. CHOPIN hatte Blutstürze und litt unter Depressionen2), er wurde finanziell ausgenommen und aus seinem Quartier geworfen. Es ist durchaus wahrscheinlich, daß sich seine von der Krankheit gezeichnete physische und psychische Gesamtverfassung in dieser Musik der Jahre 1836-39 widerspiegelt.

In typisch romantischer Manier des in Tönen vergegenständlichten "Sehnsuchts"gedankens3), beginnt das Prélude mit der Begleitung, also v o r dem eigentlichen Stück, irgendwo und irgendwann; die ostinatohafte Achtelfigur könnte auch um einen Takt verkürzt oder (um mehrere) verlängert sein. Nach zwei Takten setzt eine Art Melodietorso ein, der aus zwei gegensätzlichen Motiven zu bestehen scheint. Zweimal wird dies abgeändert wiederholt, wobei beim zweiten Motiv der zweiten Wiederholung die Begleitung nur noch rudimentär vorhanden ist - sie "zerfällt" ebenso wie die Melodie, von welcher - bei einer dritten Wiederholung - nur noch das zweite Motiv unbegleitet übrigbleibt. Am Ende stehen - fast choralartig - ein paar Schlußakkorde. Das Stück ist durchweg im piano gehalten und soll gegen Ende noch leiser werden. Über weite Strecken ziehen sich die Phrasierungsbögen. "Slentando" und "sostenuto" deuten eine Verlangsamung an (LISZT etwa hätte hier mit Sicherheit "morendo" notiert). Der Gestus des Stücks ist also ein im Augenblick Erstarrendes, eine Momentaufnahme, etwas Ersterbendes.

[...]

1) Der Text entstand im Zusammenhang einer Anwendungsaufgabe in einer Klausur Klasse 12 nach Behandlung der Merkmale romantischer Musik. Der Aufgabentext lautete:
"Notenblatt und Hörbeispiel: CHOPIN, Prélude op.28/2 für Klavier.
Nennen Sie die romantischen Merkmale dieses Stücks. Berücksichtigen Sie dabei auch:

  • den Aufbau der Melodiestimme (kennzeichnen Sie dazu auf dem Notenblatt die einzelnen Melodieteile mit Kleinbuchstaben a, b, a′ usw.);
  • die Dynamik;
  • die Art der Begleitung;
  • die Tonart des Stücks (lassen Sie beim Anfangsakkord - das ist die Begleitung im ersten Takt - das Ais unberücksichtigt!)."

Selbstverständlich wäre es vermessen, im Erwartungshorizont den vorliegenden Text zu verlangen. Man kann aber bei der Besprechung der Klausur diese Analyse vorführen, z.B. um einmal zu zeigen, wie so etwas geht und was alles hinter einer solchen kleinen Komposition "stecken" kann. In der Regel sind die Schüler hiervon beeindruckt!
2) vgl. hierzu F.H.FRANKEN, Die Krankheiten großer Komponisten, Bd.1, Wilhelmshaven 1986, S.203ff.
3) vgl. hierzu P.RUMMENHÖLLER, Romantik in der Musik, Kassel 1989, z.B.S.13ff. und zahlreiche weitere Stellen.

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20.06.2008 09:38:32

Manfred Schwenkglenks hat den Text Das Prélude op. 28/2 von Frédéric Chopin veröffentlicht

08.07.2002 22:00:00

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