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Das Ende der Hexenverfolgung in Kurmainz - Wie der 'deutsche Salomo' die Hexenverfolgung im Erzstift beendete

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2005, 24 Pages
Author: Vincent Steinfeld
Subject: History - Middle Ages, Early Modern

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2005
Pages: 24
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 18  Entries
Language: German
Archive No.: V53731
ISBN (E-book): 978-3-638-49100-6

File size: 123 KB


Excerpt (computer-generated)

Technische Universität Darmstadt
Institut für Geschichte
Hausarbeit im Rahmen des Seminars:
„Magie und Aberglaube - Ketzer und Hexen:
Magische Lebenswelten und religiöse Devianz im vormodernen Europa“
Das Ende der Hexenverfolgung in Kurmainz
Wie der „deutsche Salomo“ die Hexenverfolgung im Erzstift beendete
eingereicht von:
Vincent Steinfeld
Juni 2005
 

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung  ... 3

2. Literaturüberblick und Forschungsstand ... 4

3. Die kurmainzische Hexenverfolgung ... 6

3.1. Der Einfluss der Obrigkeit auf das Strafverfahren gegen die Hexen ... 7
3.2. Die Motive der Obrigkeit ... 9
3.3. Der Verlauf der Hexenverfolgung im Erzstift bis 1647 ... 11
Johann Adam von Bicken (1601-1604) ... 12
Johann Schweikard von Kronberg (1604-1626) ... 13
Georg Friedrich Greiffenclau von Vollrads (1626-1629) ... 14
Anselm Kasimir Wambold zu Umstadt (1629-1647) ... 14
4. Johann Philipp von Schönborn und das Ende des Hexenwahns ... 16

4.1. Die Beendigung der Hexenprozesse ... 16
4.2. Mögliche Motive Johann Philipps ... 17
Das Wirken Friedrich Spees ... 17
Die Praxis des Parlement de Paris ... 20
Wirtschaftliche Beweggründe ... 21
5. Fazit ... 22

Literatur ... 24

 

1. Einleitung

Die Zahl der Opfer von Hexenprozessen im Kurfürstentum Mainz dürfte „wohl in keinem anderen deutschen Territorium übertroffen“1 worden sein: Neuere Forschungen (s.u.) haben für das Erzstift eine Zahl von über 2000 nachweisbaren Hinrichtungen festgestellt – und diese fanden in der Hauptsache in dem relativ kurzen Zeitraum von fünfzig Jahren statt.

Mit einer Hexenverfolgung diesen Ausmaßes stellte das vergleichsweise kleine Kurfürstentum aber auch im europäischen Vergleich andere Länder weit in den Schatten. So bekommt man vielleicht von der Größenordnung der Kurmainzer Hexenverfolgung noch besser ein Bild, wenn man sich vor Augen führt, dass in ganz England insgesamt „nur“ fünfhundert Personen wegen Hexerei verurteilt wurden.2

Dass diese grausame Verfolgung schließlich endete, kann vor allem als das Verdienst eines Mannes gesehen werden: des Kurfürsten Johann Philipp von Schönborn (1647-1673). Dem Ende der Hexenprozesse im Erzstift während seiner Regierungszeit ist diese Hausarbeit gewidmet. Die These, die in dieser Arbeit vertreten wird, ist die, dass Johann Philipp derjenige war, der die unselige gegenseitige Befruchtung der Prozesswünsche „von unten“ (also aus der Bevölkerung) und „von oben“ (also von Seiten der Obrigkeit) beendete, indem er die starke Kontrolle, die die Obrigkeit im Erzstift über die Prozesse hatte, nutzte, um die Hexenangst „von unten“ zu zügeln.

Es ist hier daher zunächst darauf einzugehen, wie die Strafverfolgung der Hexen im Erzstift aussah und wie sehr diese von der Obrigkeit kontrolliert wurde (3.1.). Leider verbietet es der begrenzte Umfang dieser Arbeit dies ausführlich zu tun. Es muss daher bei einer sehr groben Beschreibung bleiben. Auch auf eine nähere Beschäftigung mit dem Zauberglauben des Erzstiftes wird hier verzichtet.3

War es aber nur die pure Hexenangst, die die Obrigkeit dem Prozesswünschen der Bevölkerung so großzügig stattgeben ließ? Auch andere mögliche Motive sollen hier betrachtet werden (3.2.). Schließlich soll die Hexenverfolgung unter den einzelnen Kurfürsten in einem kurzen chronologischen Abriss dargestellt werden. (3.3.)

Vor dieser Kulisse soll alsdann das Wirken des großen Kurfürsten Johann Philipp beschrieben werden, dessen Hexenpolitik sich maßgeblich von der seiner Vorgänger unterschied. (4.1.) Zwangsläufig muss die Frage nach den möglichen Ursachen für diese Politik nach den Motiven des Kurfürsten gestellt werden: Was bewegte ihn in einer Zeit, in der noch (fast) alle Welt nach Hexenprozessen schrie, zu einer Ablehnung derselben? (4.2.)

Schon Gottfried Wilhelm Leibniz sah hierfür Friedrich Spee, den wohl berühmtesten Gegner der Hexenprozesse, verantwortlich. War Johann Philipp also endlich das Instrument, das dieser zur Beendigung der Prozesse herbeigesehnt hatte? Inwiefern er das meiner Meinung nach tatsächlich war, möchte ich schließlich in einem Fazit klären. (5.)

Bevor wir aber mit der eigentlichen Beschäftigung mit dem Thema beginnen, sei nun kurz ein Überblick über die verwendete Literatur gegeben (2.).

2. Literaturüberblick und Forschungsstand

Auf dem Gebiet der Literatur über die Hexenprozesse im Kurfürstentum Mainz hat sich in den letzten Jahrzehnten einiges getan. Die bis dato offene Lücke schlossen Ende der 1980er Jahre die Gesamtdarstellungen der kurmainzischen Hexenprozesse von Herbert Pohl4 und Horst Heinrich Gebhard5, die beide die Verfolgung im Ganzen beschreiben, gleichwohl ihren Schwerpunkt auf das 16. (Pohl) bzw. 17. Jahrhundert (Gebhard) legen. Die Werke sind immer noch maßgebend für die Darstellung der Hexenprozesse im Erzstift.

[...]



1 POHL, Johann Philipp, S. 19; Gebhard sieht dies allerdings ein wenig anders: laut ihm blieb Mainz hinsichtlich der Verfolgungsintensität hinter den Fürstbistümern Bamberg und Würzburg zurück (vgl. GEBHARD, S. 305).

2 Vgl. ebd.., S. 19.

3 Dazu jeweils sehr ausführlich POHL, Zauberglaube, S. 148-204 (Strafrechtliche Verfolgung) bzw. S. 236-287 (Zauberglaube).


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