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Aggressionen und Depressionen bei den Amischen in den USA

Hausarbeit, 2004, 17 Seiten
Autor: Nicole Rosenthal
Fach: Ethnologie / Volkskunde

Details

Veranstaltung: Die Kultur der Amischen in den USA
Institution/Hochschule: Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Tags: Aggressionen, Depressionen, Amischen, Kultur, Amischen
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2004
Seiten: 17
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 15  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V54043
ISBN (E-Book): 978-3-638-49330-7
ISBN (Buch): 978-3-640-14555-3
Dateigröße: 76 KB

Zusammenfassung / Abstract

Die Arbeit behandelt in ihrem Kern die Thematik der vermehrt auftretenden depressiven Erkrankungen bei anabaptistischen Glaubensgemeinschaften. Der Schwerpunkt liegt auf der von Jürgen Jakubaschk, O. Würmle und R. Genner angefertigten Studie über das Auftreten von “Depressionen und Aggressionen bei Amischen“. (Jakubaschk, Jürgen 1994b) Zu Beginn der Arbeit wird als Hintergrundinformation ein kurzer geschichtlichen Überblick über die Entstehung, Aufspaltung und Lebensweise der verschiedenen anabaptistischen Gemeinschaften bzw. vor allem der Old Order Amish, um die es hauptsächlich geht, gegeben. Zum besseren Verständnis werden zudem die in der Studie erwähnten psychopathologischen Grundbegriffe erklärt, sowie die unterschiedlichen existierenden Depressionsformen vorgestellt und erläutert, um dann auf die Untersuchungen Jürgen Jakubaschks et al bei den Old Order Amishen einzugehen.


Textauszug (computergeneriert)

Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau
Institut für Europäische Ethnologie
Proseminar:: Die Kultur der Amischen in den USA
Wintersemester 2003/04, 3. Fachsemester

Aggressionen und Depressionen bei
den Amischen in den USA

von: Nicole Rosenthal

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 1

2. Anabaptistische Glaubensgemeinschaften 1

2. 1. Geschichtliche Hintergründe 2
2. 2. Die Old Order Amish 2

3. Depressionen und Aggressionen bei anabaptistischen Glaubensgemeinschaften 3

3. 1. Psychopathologische Grundbegriffe 3
3. 2. Depressionen 4
3. 3. Studien zum Auftreten depressiver Zustände bei anabaptistischen Gruppen 7
3. 4. Die Studie von Jakubaschk, Würmle und Genner bei den Old Order Amish 8

3. 4. 1. Leitfragen, Voraussetzungen und Hypothesen der Studie 8
3. 4. 2. Die praktische Umsetzung der Studie 9
3. 4. 3. Ergebnisse der Studie 10

4. Schluss 11

5. Literaturverzeichnis 13


 

 

1. Einleitung

Der folgende Beitrag behandelt die Thematik der vermehrt auftretenden depressiven Erkrankungen bei anabaptistischen Glaubensgemeinschaften. Der Schwerpunkt liegt hierzu auf der von Jürgen Jakubaschk, O. Würmle und R. Genner angefertigten Studie über das Auftreten von “Depressionen und Aggressionen bei Amischen“. (Jakubaschk, Jürgen 1994b) Bevor ich auf das eigentliche Themas zu sprechen komme, werde ich vorab als Hintergrundinformation einen kurzen geschichtlichen Überblick über die Entstehung, Aufspaltung und Lebensweise der verschiedenen anabaptistischen Gemeinschaften bzw. vor allem der Old Order Amish, um die es hauptsächlich geht, geben. Und zum besseren Verständnis, werde ich die in der Studie erwähnten psychopathologischen Grundbegriffe klären, sowie die unterschiedlichen existierenden Depressionsformen vorstellen und erläutern, um dann zu den Untersuchungen Jürgen Jakubaschks et al bei den Old Order Amishen zu kommen.

2. Anabaptistische Glaubensgemeinschaften

“Als Wiedertäufer, Täufer, Taufgesinnte oder Anabaptisten werden - laut Brockhaus - reformatorische Gruppe bezeichnet, die nicht zu der von Luther, Zwingli und Calvin ausgehenden Bewegung gehören und die innere Erneuerung der Kirche allein aus dem Geist und dem Wort der Schrift suchen.” (Jakubaschk 1996a: 13) Obwohl das Täufertum sehr heterogen ist, unterscheiden wir heute lediglich drei anabaptistische Glaubensgemeinschaften:

- Die Mennoniten, welche nach Menno Simons, der von 1537 bis 1561 Ältester der niederländischen Täufer war, benannt sind.
- Die Amischen, deren Name auf Jacob Amman (um 1693) aus Erlenbach i. S. zurückgeht. (ebd.)
- Und die Hutterer, benannt nach Jacob Hutter aus Tirol. Er war von 1533 bis 1535 Vorsteher der Täufergemeinde in Mähren. Im Gegensatz zu den Mennoniten und Amischen kennen die Hutterer keinen Privatbesitz, sondern leben in Gütergemeinschaften. (Längin, Bernd G. 1986: 25ff)

2. 1. Geschichtliche Hintergründe

Zwingli, der seit 1518 Leutprister am Großmünster Zürich war, vertrat bereits seit 1519 reformatorischen Ideen. Allerdings ging er sehr diplomatisch mit dem Rat der Stadt, dem Bischof und konservativen Geistlichen um, sodass sich 1523 viele Mitstreiter von ihm trennten, (Smith, Henry 1964: 13ff) um die “Reformation zu vollenden”. (Jakubaschk 1996a: 13) Konrad Grebel war einer der Bekanntesten. Er vollzog am 21. Januar 1525 an Jörk Blaurock die erste öffentliche Wieder-Taufe. Dieses Ereignis kennzeichnet “die Geburtsstunde der Täufer”. (ebd.)

Die sieben Artikel aus dem Jahr 1527 stellen “die erste systematische Darstellung täuferischen Glaubens und Gemeindeverständnisses” (ebd.) dar. Am 24. Februar 1527 fand in Schleitheim die erste Täuferversammlung statt, weil Uneinigkeit über die religiöse Konzepte in den verschiedenen Täufergemeinschaften bestand. Im Schleitheimer Glaubensbekenntnis wurden die bekannten Grundsätze des Täufertums formuliert, wodurch eine Abgrenzung zu den etablierten Kirchen formuliert wurde. Dennoch kam es nach 1527 zu einer zunehmenden Destabilisierung und Zersprengung der täuferischen Gemeinschaften. Trotzdem die Täufer verfolgt wurden, breiteten sie sich bis 1926 in der ganzen deutschsprachigen Schweiz, Süddeutschland, Tirol, Österreich und Mähren aus. 1529 wurde das Wiedertaufen durch Kaiser Karl V. bei Androhung der Todesstrafe untersagt. Bis 1530 starben insgesamt über 2000 Täufer. Etwa 12000 - 15000 retteten sich nach Mähren, wo sie unter dem Schutz des hussitischen Landadels standen. Hier liegt der Ursprung der Hutterischen Brüder. (Smith 1964: 13ff)

2. 2. Die Old Order Amish

Die Old Order Amish sind eine konservative, anabaptistische Glaubensgemeinschaft schweizerischen Ursprungs. Es leben heute über 100 000 Amische in 22 Staaten der USA, vor allem in Pennsylvania, Ohio und Indiana. Ihre Glaubensgrundlage bildet das Neue Testament und sie befolgen noch heute die Grundsätze aus dem Jahr 1527. Sie meiden die Ausübung von Macht, es wird kein Widerstand geleistet und selbst berechtigte Interessen werden nicht durchgesetzt (sie verweigern z. B. Militärdienst). Legale und persönliche Auseinandersetzungen werden grundsätzlich gemieden. Die Amischen wählen bewusst eine anstrengende und arbeitsreiche Lebensweise. Sie sind größtenteils Bauern, die ihre Felder mit einfachen landwirtschaftlichen Geräten bestellen, die meist von Pferden gezogen werden. Sie haben sehr kinderreiche Familien (durchschnittlich 7 Kinder pro Familie) und pflegen einen engen sozialen Kontakt durch ihre zahlreiche Verwandtschaft und die überschaubaren Gemeinden von etwa 30 - 50 Familien.

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